Montag, 11. Mai 2026

Carlsen Manga im Mai 2026!


Carlsen Manga im Mai 2026!

Haruko − Ein Leben für die Tiere #2

Heilige Salmonellen Batman! Gleich auf dem Cover steckt Haruko ihre Füße ins Pinguin becken. Meine Güte diese Person hat wirklich keine Ahnung vom Umgang mit Tieren und Mangaka Saku Yamaura wohl genauso wenig. Die Idee hinter dem Manga bleibt ganz nett, Harukos Fähigkeit Emotionen zu erschnuppern bleibt, spielt aber keine allzu große Rolle. Hätte man sich am Ende also auch sparen können. Auch hier wird ein wenig versucht über die Zustände und den Umgang mit Tieren im Zoo zu sprechen. Aber selbst für einen locker leichten Manga bleibt die Beschäftigung auch in Betracht mit der Zielgruppe des Manga extrem vereinfacht und oberflächlich betrachtet. Ein paar Momente sind ganz gelungen, wie zum Beispiel die Aufzucht des Wolfnachwuchs. Ansonsten aber ein nur wenig unterhaltsamer Manga, der zugleich seiner Botschaft nicht gerecht wird.


Junji Ito - Alley – Das Grauen in der Gasse

Der aktuelle Juni Ito Hardcover Sammelband bietet elf weitere Kurzgeschichten des Mangahorror Altmeisters. Aus vorherigen Sammlungen kennt ihr Itos Klassiker „Das Model“ und „Stadt ohne Straßen“ bereits. Unter den weiten Storys gibt es einige Highlights wie die Titelgebende Geschichte „Alley – Die Gasse“ in der Geister ihrer Mörderin in einer abgeschotteten Gasse auflauern. Eine einfache Geschichte die aber mit einem sehr effektiven Ende aufwarten kann. Unter den Anderen Geschichten gehören noch „Mehrbettzimmer“ und „Sie fallen“ und „Die Herberge“ zu meinen Lieblingen. In der Herberge buddelt ein Vater ein Loch im Haus um eine heiße Quelle anzuzapfen, buddelt sich dabei aber direkt in die Hölle, was zu einem sehr an Lovecraft erinnerndes Ende führt. „Mehrbettzimmer“ handelt vor der Angst, die Individualität zu verlieren, Krankenhaus Horror mit etwas „Body Snatchers“ beigemengt. Und in „Sie fallen“ bekommen wir sehr typischen Ito Horror mit kosmischen Anstrich. Nichts wird erklärt, es passieren einfach von Heute auf Morgen unerklärliche Dinge, niemand kann was dagegen tun. Effektiv und unheimlich. Gleichzeitig sind aber Kapitel wie „Schimmel“, „Der Raucherclub“ oder „Vaters Segen“ sehr Ito typische Geschichten, die im Grunde nur wenig abgewandelte Variationen anderer ähnlich gelagerter Storys sind. Sie sind alle nicht schlecht, wenn man aber ein paar Details im Setting austauscht wie Zum Beispiel den Tabak mit Honig oder den Schimmel mit Fett, dann bekommt man eine andere existierende Geschichte des Autoren. Insgesamt ein Starker Band, auch wenn nicht alle Geschichten neues bieten. Atmosphärisch intelligent Erzählt sind sie dennoch alle und es fehlt diesem Band nicht an effektiven Schockmomenten. Für Horrorfans also weiterhin eine deutliche Empfehlung.


Search And Destroy Komplettpack #1-#3

Nach dem großen Krieg, für den die meisten der Roboter, die sogenannten Kreaturen, gebaut wurden, verloren die Maschinen ihre Bedeutung für die Menschen, von den Robotern Sapos genannt. Die Maschinen leben nun entweder auf der Straße oder haben sich zu Yakuza Familien zusammengefunden. Andere werden von Menschen für einfache Arbeiten ausgenutzt. In dieser Welt lebt Doro. Ein junges Waisenmädchen, das sich als Taschendiebin durchkämpft. Als sie eines Tages von den örtlichen Yakuza fasst exekutiert wird, ist eine junge Frau, fast eine Maschine gehüllt in stinkendem Pelz und mit tödlichen Scherenhänden ausgestattet ihre letzte Chance fürs Überleben. Doch anstatt mit ihr herumzuziehen, hat die mysteriöse Frau eigene Pläne, denn insgesamt 48 Roboter haben Körperteile von ihr geraubt, die sie nun zurückfordern möchte um wieder ein vollwertiger Mensch zu werden.

Osamu Tezuka, einer der Grundsteine der Anime und Manga Welt erschuf die Serie „Dororo“ Ende der 1960er Jahre. Auf die Mangareihe folgte die Animeserie und bis Heute mehrere Reboots der Geschichte. Die neueste Reinkarnation dieses Stoffes kommt von Atsushi Kaneko (Wet Moon) und versetzt die Geschichte aus dem Samurai Setting in eine leicht retro angehauchte Cyberpunk Zukunft. Die Handlung erscheint zwar in neuem Gewand, an dem Plot selbst wurde aber nicht zu viel geändert bisher. Was allerdings bei Tezuka vor 50 Jahren noch bahnbrechend neu und aufregend war erscheint hier eher wie der Plot eines mittelmäßigen Shounen Manga. Das Konzept von „du musst eine bestimmte Anzahl an Feinden besiegen um dein Ziel zu erreichen und um das Rätsel deiner Vergangenheit zu lösen“ ist heute doch stark überstrapaziert und eher einfallslosem schreiben zu zuordnen. So bietet die Handlung auch im ersten der drei Bände wenig besonderes. Die Charaktere sind jedoch gut geschrieben, so dass man mit den Protagonist*innen gut mitfühlen kann und die Bösewichte sind so eklig das man ihnen schnell gönnt was auf sie zu kommt.

Wo dieser Mangaband aber durchaus glänzen kann ist das tolle Artwork. Sofort fallen die vielen interessanten und teils sehr ungewöhnlichen Charakteredesigns auf. Während Hyaku noch sehr starke Ähnlichkeit zu Battle Angel Alita aufweist sind alle anderen Figuren ziemlich aufregend und cool gestaltet. Ebenfalls sehr positiv aufgefallen sind mir die einfallsreichen Verwundungsmöglichkeiten von Rasterfolien. Zudem muss das spannende Spiel mit negativem Raum gelobt werden, das teils an die Comics von Daniel Clowes erinnert. Auch in Punkto düsterer Atmosphäre und mildem, aber dennoch effektivem Body Horror haben beide Autoren Ähnlichkeiten zueinander.

Optisch ein totaler Hit. Inhaltlich gelingt es mir nicht sehr begeistert zu sein. Ich fühle mich ganz gut unterhalten, aber insgesamt habe ich mir von einer modernen Neuauflage solch einer Geschichte mehr erwartet.

Bei Carlsen gibt es nun auch alle drei Bände als günstiges Komplettpaket.