Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Komödie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Oktober 2026

Carlsen Manga / Comics im Oktober 2026!

Carlsen Manga / Comics im Oktober 2026!

Tim Burton’s The Nightmare before Christmas – Der Kampf um die Krone

Ein Comic der die Vorgeschichte des Filmes erzählt. Die Handlung kreist um die ehemalige Freundschaft zwischen Jack Skellington und Oogie Boogie und wie sie Zerbrach, denn nur einer von ihnen kann der König von Halloween Town werden. Die Geschichte erweitert auf gekonnte Weise die Geschichte des Films, die Charaktere sind gut geschrieben und ähneln sich ihren späteren Filmvarianten. Vor allem aber kann das Artwork von Deborah Allo Eindruck hinterlassen. Ihr Stil schafft es toll zauberhafte Momente, Düsternis und einen melancholischen Ton zu kombinieren. Leider ist dann aber die Kolorierung von Roberto Scalia etwas zu bunt geraten für meinen Geschmack. Der Comic erscheint als schmucker Hardcover Band und löblich ist hier auch der sehr umfangreiche Bonus Teil des Comics voll mit Konzeptzeichnungen und Skizzen.

Shinobi Undercover #2

Gemeinsam konnten Yodaka und Hibari den abtrünnigen Ninja bezwingen. Lange bleibt es danach aber nicht ruhig und schon bald müssen sie mit einem neuen Attentäter rumärgern. Aoi ist also schon wieder in Gefahr und gleichzeitig sorgt dann noch das Schulsportfest für Trubel. Weiterhin leichtfüßige Action-Comedy mit recht interessanten Figuren und ein paar netten Gags. Das Artwork ist auch recht passabel und hat sogar ein paar stark inszenierte Actionmomente. Kann man mal anlesen.

Liu Cixin – The Three-Body Problem #1

Drei Sonnen die immer wieder das Ende der Zivilisation einläuten und eine Welt in der Wissenschaftler*innen reihenweise versterben und die Regeln der Physik ihre Gültigkeit zu verlieren drohen. Dies ist das Ausgangszenario für Liu Cixins Science-Fiction Welterfolg. Nach einer Netflix Serie kommt nun also auch eine Comicreihe aus der Feder von Wu Qingsong hinzu. Der erste Band hält sich bisher sehr nahe an die Romanvorlage und setzt die Geschichte recht gekonnt ins Medium Comic um. Die Qualität des Artworks schwankt leider relativ stark zwischen sehr gut und nur ganz okay. Die Kolorierung ist meist recht schön und das Seitenlayout recht einfach gehalten, kleine interessante Ideen sorgen jedoch dafür, dass das Layout nie langweilig wird. Schöner Hardcover Band und für Science-Fiction Fans in jedem Fall ein Blick wert.

Calvin und Hobbes Kompakt Buch 3+4

Bill Watterson unterhält mit seinen Comicstrips um den kleinen Jungen Calvin und seinem Plüschtiger Hobbes nun schon seit den 80ern mehrere Generationen von Comicfans. Nun kommt mit der Kompaktreihe von Carlsen eine schöne Neuauflage der Strips heraus. Der Zweite Schuber beinhaltet zwei Softcover Bände im Längsformat mit allen Strips von März 1987 bis Juli 1988. Einer sehr schöne und qualitativ hochwertige Neuauflage, toll für Sammler*innen und neue Leser*innen. Die Comics selbst sind toll gealtert und versprühen immer noch ihren anarchischen und kindlichen Charme. Auch Heute noch ist es wunderbar zu sehen wie Watterson teils komplizierte Gesellschaftliche Themen von einem Kind und seinem imaginären Freund durchkauen lässt und dabei immer wieder profunde Wahrheiten aufdeckt oder hintergründiges ausdrückt.

Freitag, 28. August 2026

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Der Astronaut - Project Hail Mary (2026) [Plaion]

Nach dem großen Erfolg von „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ (2015) nun also die nächste Verfilmung eines Science-Fiction Romans von Andy Weir. Gewohnt unverschämt charismatisch schlingelt sich Ryan Gosling (Blade Runner 2049, 2017) auch hier gekonnt durch den Film und kein seine spleenige Rolle publikumsfreundlich auf die Leinwand bringen. Dabei können seine Interaktionen mit seinem Alienfreund, wie aber auch mit der gewohnt großartigen Sandra Hüller (In den Gängen, 2018) ulkig, albern, herzlich aber auch herzzerreißend sein. Der Film schwankt dabei zwischen harter Science-Fiction, Drama, Komödie und ist dabei aber auch immer ein wenig wie ein 80er Jahre Science-Fiction für die ganze Familie. Kann durchaus verstehen wenn das für viele etwas zu sehr gezuckert oder gar kitschig erscheint. Ich fühlte mich aber oft daran erinnert das viele Science-Fiction Filme meiner Kindheit eine ähnliche Stimmung hatten, die bei mir Interesse an Wissenschaft und ebenso eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckten. Etwas das wir heute sicherlich dringend brauchen können, gerade wenn sogar unser Eskapismus von Sarkasmus und Nihilismus durchzogen ist. Auch schön ist hier, dass einige der Alieneffekte noch handgemachtes Puppenspiel sind und der Eridianer dadurch sehr viel mehr Persönlichkeit bekommt, als wenn es ein CGI Wesen wäre.

Im Bonusteil der Plaion Scheibe bekommt ihr ein paar entfallene Szenen, einen kurzen Blick hinter die Kulissen und einen recht interessanten Audiokommentar der Regisseure.

Ein Minecraft Film (2025)

Joa der Titel hat recht, dass ist ein Minecraft Film. Was Jack Black und Jason Momoa da machen weiß ich nicht so recht. Ich habe keine Ahnung vom Spiel, denke aber nicht, dass der Film mir bei meinem Verständnis geholfen hat. Teilweise ist das CGI schon ganz beeindruckend und ein paar Witze sind so doof, es ist dann doch ganz witzig. Glaube aber insgesamt war mir bisher wenig so egal wie dieser Streifen und ehrlich gesagt erinner ich mich auch an nichts mehr außer das da ein Schwein ist, das aussieht wie ein From Software Endgegner.

Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht (1967)

„Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht“ ist erstmal ein starker Titel und Lola, gespielt von der US-amerikanischen Tänzerin Lola Falana ist durchaus charismatisch genug ein paar der Szenen zu stemmen. Nur ein paar Jahre zuvor wurde Lola ein kleiner Star nachdem sie am Broadway als Tänzerin für Sammy Davis Jr. auftrat. Diese Bekanntheit führte sie schließlich nach Italien wo sie diesen kleinen, familientauglichen Italo-Western abdrehte. Es geht um eine Tanzmaus, die aber auch gut mit Colt und Pferd umgehen kann und schließlich nicht nur das Herz des ortsansässigen fast Arzt erobert, sondern auch eine kleine Stadt vor El Diablo und seiner Gang rettet. Das ist recht kurzweilig und meist ziemlich unaufgeregt. Die Action ist herrlich planlos und einen logisch nachvollziehbaren Handlungsablauf brauch man dann auch nicht. Am Ende ist jedenfalls alles gut, Lola findet Liebe. Sant’Anna ist gerettet. Wir verdrücken eine Träne für den kleinen irischen Jungen der sich im Kampf geopfert hat. Ordnung ist wieder hergestellt.

Sonntag, 23. August 2026

Kalenderwoche 34 2026: Weltraummonser, ein Tag im Museum & Katzenrettung!

Kalenderwoche 34 2026: Weltraummonster, ein Tag im Museum & Katzenrettung!

Gamera Super Monster (1980)

Nach neun Jahren Abstinenz kehrt Superkröte Gamera zurück. Und wie! Der Film liefert uns ungefähr ein drittel der Laufzeit neuen Stoff und der hat sich gewaschen… Aber nur im negativen Sinne. Geboten werden drei Aliendamen im Supermandress und ein ordentlich los orgelnder Junge. Nervig, aber irgendwie noch infantil unterhaltsam. Der Rest des Films ist dann ein Stock Footage Best of aus Gameras glücklicheren Tagen. Einzige neue Gamera Szenen sind hier zusammenkopiert mit Sequenzen aus den Anime Serien „Spaceship Yamoto“ & „Galaxy Express 999“. Schmerzlich langweilig und blöde.

Junge Dornen (1967)

Lächerlich schlecht gealtertes Drama aus dem „How can I reach these Kids“ Subgenre. Sidney Poitier (The Defiant Ones, 1958) kann durch seinen Charme jedoch den Film auch durch so manche Durststrecke bringen. Er tanzt ungelenk und macht einen Frucht / Gemüsesalat und das ist schon viel Wert. Das vertröstet auch ein wenig bei den überflüssigen Bild-Montagen und den steinzeitlichen Geschlechtervorstellungen. Aber im ernst: „To Sir, with Love“ hatte damals sicherlich sehr gute Absichten und konnte damals wohl auch für etwas mehr Verständnis für rebellische Teens werben. Heute aber nur noch für Sidney und als Zeitdokument zu gebrauchen.

The Marvels (2023)

Kurzweiliger Marvelspaß. Höhepunkte sind natürlich Goose und Iman Vellani die in ihrer Rolle als Kamala offensichtlich viel Spaß hat, was man dem Film auch anmerkt. Die Teleportationsfähigkeiten der drei Marvels fügt einigen Kampfszenen etwas benötigtes Chaos hinzu. Sicherlich kein Meisterwerk, aber wer würde das schon ernsthaft über die anderen MCU Streifen sagen? Ich fands nett.

Montag, 17. August 2026

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Das Geheimnis der Monsterinsel (1981)


Der Millionär Kolderup (Peter Cushing) erwirbt aus einer Laune heraus eine Insel. Kurz darauf lässt er ein paar seiner Leute auf eine Expedition zur Insel los. Unter den Männern ist auch sein Neffe Morgan (Ian Sera), der mit dieser Reise etwas erzogen werden soll und dessen kauziger Hauslehrer (David Hatton). Allerdings verläuft die Fahrt mit dem Schiff nicht sonderlich gut und schon bald werden sie von Tang behangenen Seemonstern attackiert. Mit ihren letzten Kräften können die beiden Männer sich auf die Insel retten, aber auch dort warten einige Monstren auf die beiden.

Schon beim ersten Blick auf das Cover war klar, das diese mehr als lose Jules Verne Adaption ulkig werden sollte. Was mich dann aber erwartete konnte ich nicht ahnen. Die Monster sehen im Film nämlich noch knuffiger aus als ihr es ahnen könntet. Euch werden Seetangmonster, ein Gummidino, Blaseraupen und ein schießwütiger Affe geboten. Hinzu kommt noch ein Peter Cushing (Shock Waves, 1977), der überhaupt nicht weiß wie ihm geschieht und eine deutsch Synchro die sich gewaschen hat. Alles völlig scheiße, einiges macht dann durch den widersinnigen Twist irgendwie doch Sinn, aber unterhalten kann dieses Monstrum von Film auf voller Linie.

Richtig gut ist an diesem Stück Filmgeschichte aus den Händen von Juan Piquer Simon (Slugs, 1988) eigentlich nichts. Es sieht aber auch nie danach aus als hätte Jemand mehr von diesem Film erwartet. Alle haben aber augenscheinlich ihre Freude an dem Schabernack den sie da treiben, außer vielleicht Cushing. Der Humor ist schön daneben und die drei Hauptfiguren gespielt von David Hatton (Vaterland, 1994), Gasphar Ipua (Sea Devils, 1982) und Ian Sera (Pod People, 1983) haben eine tolle Chemie und spielen schön locker und so wie es sich für solch einen Film gehört. Klare Trash Empfehlung.


Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde (1977)

In einer Buchhandlung wird dem Professor Otto Lindenbrock (Kenneth More) ein alter Reisebericht des Wissenschaftlers Saknussem zugespielt. Darin ist die Rede von einer phantastischen Reise unter die Erde, bis tief nach unten zum Mittelpunkt der Erde. Das Interesse des Forschers ist geweckt. Sofort plant er eine Expedition, bei der er von seiner Tochter Glauben (Ivonne Sentis) und ihrem Verlobten Axel (Pep Munné) begleitet wird. Sie reisen nach Island wo der Abstieg bis zum Mittelpunkt der Erde möglich sein soll. Dort heuern sie den isländischen Schäfer Hans (Frank Braña) an, der mit ihnen in einen Vulkankrater hinabsteigt. Bald entdecken sie eine fremde Welt voll mit prähistorischen Monstern.

Diese spanische Verfilmung des Abenteuer Klassikers von Jules Verne, ist im Grunde nichts anderes als eine aufgewärmte Variante der Version von 1959. Beide Verfilmungen sind sich sehr ähnlich und unterscheiden sich abgesehen von einem der Nebenhandlungen beinahe gar nicht. Leider ist der Humor hier nicht ganz so gelungen, dafür funktioniert der Film im Abenteuer Teil ganz gut. Die Dinosaurier sehen richtig schön schäbig aus und sind ein Fest für die Augen. Gummieidechsen auf Rädern, ganz großes Kino. Nur die Menschenfressenden Schildkröten sehen ganz cool aus, aber auch der Kampf der Plesiosaurier ist nicht total verkehrt.

Aber nicht nur in Sachen Monstereffekte und Kulissen ist diese Verfilmung schwächer, sondern auch bei der Besetzung. Frank Braña (Pod People, 1983) hat eine ungehörige Badass Trash Attitüde, die restlichen Darsteller*innen, die viel wichtiger für den Film sind, haben aber keine besondere Ausstrahlung und spielen nie besser als nur okay. Für Verne Fans also durchaus ein gelungenes Werk, wer aber nur mal Interesse an der Geschichte hat hält sich an die Verfilmung von 1959.


Das Monster von Tokio (1959)

Der amerikanische Journalist Larry Stanford (Peter Dyneley) reist nach Japan, um dort den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Robert Suzuki (Tetsu Nakamura) zu interviewen. Als der unvorsichtige Reporter im Berglabor des Doktors ankommt, merkt dieser zugleich wie unaufmerksam er ist. Damit erweist er sich als perfektes Versuchskaninchen für die nächsten Experimente. Er betäubt ihn und injiziert ihm darauf ein mysteriöses Mittel, das immer mehr seine animalischen Triebe stärkt. Schon kurz darauf hat er sich ganz verändert, betrügt seine Frau Linda (Jane Hylton) mit Geishas und man könnte beinahe denken, ihm wächst da was komisches auf der Schulter.

“The Manster” ist eine US-amerikanisch, japanische Co-Produktion aus den späten Fünfzigern. Veröffentlicht werde der Film 1960 als Double Feature mit “Eyes Without a Face”. George P. Breakstons (Golden Ivory) Geschichte erzählt von einem US-Reporter, der an einen leicht wahnsinnigen Wissenschaftler aus Nippon gerät, der ihn dann auch gleich zu einer Bestie machen möchte. Relativ grafisch wird schon im Intro klar gemacht, dass mit Dr. Suzuki nicht gut Kirschen essen ist. Der gewissenlose Wissenschaftler, gespielt von dem aus Titeln wie “U 2000 - Tauchfahrt des Grauens” (1963) und “Das Grauen schleicht durch Tokio” (1958) wohlbekannten Tetsu Nakamura (hier jedoch unter dem Namen Satoshi Nakamura kreditiert), hat nämlich schon einige andere Kreationen hervorgebracht. So sehen wir schon in den ersten Minuten wie ein intelligenter Gorilla einige Geishas beim Baden abmurkst und dann ist da noch seine Ehefrau, die zu einer widerlichen Mutation verkommen ist und von ihm gefangen gehalten wird.

Auch wenn die Effekte des Mansters eher lächerlich wirken, ist gerade dieser nüchterne, aber für damals sehr harte kalte Anfang sehr effektiv. Besonders das Make-Up und die Prothesen seiner Frau kommen durch die gelungene Beleuchtung etwas sehr unheimliches. Außerdem wird dadurch schnell klar, wie wenig man sich an damalige Restriktionen halten wollte. Für die Entstehungszeit zweifellos einer der härteren und ernsteren Drive-In Movies. Nach dem Intro wird es aber doch erst einmal sehr zeitgemäß wie in allen Filmen der damaligen Zeit und besonders in billigen Horror und Sci-Fi Flicks, geht es darstellerisch sehr hölzern zu, Anderes wie im Theater sehr übertrieben und dick aufgetragen und natürlich wird es auch äußerst melodramatisch. Die schlechtesten, aber auch ungeteilt lustigsten Momente haben immer etwas mit dramatischen Ereignissen zwischen Larry und Linda zu tun. Man erkennt die Dramatik an einem starken Kamerazoom und dem unheilvollen Geräusch: “Döödüüm”. Wie beim Zonk.

Trotz all des Trashs handelt es sich hierbei doch um einen der frühen Genreergüssen, mit durchaus subversiven Inhalt. Sexualität wird oft angedeutet und erwähnt. Die Hauptfigur betrügt seine Frau, verlässt sie und macht mit Geishas rum. Und das alles zu einer Zeit, während der man im Mainstream nicht mal zeigen durfte, wie Ehepaare sich ein Bett teilten. Die körperliche Transformation sieht etwas albern aus (auch wenn Sam Raimi bei “Army of Darkness“ klar darauf anspielt), die psychische packt dafür umso mehr. Anspielungen auf Alkohol- und Drogensucht sind sicherlich kein Zufall und gerade der damit einhergehende sittliche Zerfall unseres einstigen Helden zeigt Parallelen zu “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” und geht ähnliche Wege, nur eben mit dem etwas exotischeren Background Japans.

Das menschliche Monster hat jedenfalls einiges zu bieten: Trash, unfreiwillige Komik, schlechte Effekte, gute Effekte, lustiges versuchtes Drama, einen mitreißenden Plot und ulkig vorgetragene Dialoge, die dennoch ein wenig gewagt sind. Für Trash Liebhaber, die trotzdem noch etwas Anspruch verlangen genau das Richtige.

Ein Fleck in der Sonne (1961)

Filmische Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, über das Unglück das eine schwarze Familie zu zerreißen droht: Eine große Versicherungssumme. Mit wenigen kleinen Änderungen könnte dies auch einfach eine Aufzeichnung einer Theatervorstellung sein, der Cast des Films, allen voran die großartigen Claudia McNeil (Moon of the Wolf, 1972) und Sydney Poitier (The Defiant Ones, 1958). Bis in jede Nebenrolle toll besetztes Sozialdrama, das Heute vielleicht teilweise etwas hölzern und verstaubt erscheint, doch gerade in der Frage um Klassismus noch aktuelle Lehren vermitteln kann. Ansonsten ein tolles Zeitstück mit vielen mitreißenden Szenen.

Freitag, 14. August 2026

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Pinocchio: Unstrung (2026) [Plaion]

Wie auch bei den anderen Filmen des Jagged Edge Poohniverse handelt es sich auch bei dieser eher freien Adaption des „Pinocchio“ Stoffes um einen krassen, kruden und effektreichen Billighorrorfilm. Der Film lebt von seinen überbordend extremen Effekten, die oftmals an klassische Warner Brothers Cartoons mit Gore erinnern. Die Kinderdarsteller sind eigentlich ganz cool gecastet und haben sichtlich ihren Spaß. Auch die Handgemachten Puppeneffekte können gefallen und Robert Englund (Galaxy of Terror, 1981) als die Stimme der bösen Variante von Jimminy Cricket ist was nettes für Genrefreund*innen. Insgesamt kommt öfter mal Langeweile auf und zumindest bei mir haben sich diese Goreszenen meist recht schnell totgelaufen vor allem da ohne eben diese kein echter Film mehr übrig bliebe.

Die Blu-ray hat einiges an Extras zu bieten. Neben einem Audiokommentar auch noch Making-Ofs, Behind the Scenes, Interviews und entfallene Szenen. Schöne Veröffentlichung, die vor allem auch zeigt wie viel Spaß die Macher*innen hatten.

Angel’s Egg (1985)

Auch Heute noch eine unbeschreiblich schöne OVA des „Ghost in the Shell“ (1995) Regisseurs Mamoru Oshii. Es handelt sich dabei um einen höchst philosophischen und ruhigen Anime, der die meiste Zeit völlig ohne Worte auskommt. Die Handlung bleibt vage und lädt dazu ein sich selbst eine Meinung zu bilden. Visuell ist das Ganze atemberaubend schön. Ein Gedicht in Finsternis.

Trigun: Badlands Rumble (2010)

Ganz netter Film zur „Trigun“ Animeserie. Ein paar nette Actionsequenzen und beliebte Charaktere der Serie machen den Film für Fans ganz brauchbar. Insgesamt ist die Serie jedoch sowohl tiefsinniger, emotionaler und vor allem deutlich besser geschrieben. Einige Folgen haben deutlich komplexere Handlungsfäden und ein besseres emotionales payoff als dieser 90 minütige Film.

Wake Up Dead Man (2025)

Rian Johnsons dritter Teil der „Knives Out“ Krimis beweist vor allem wieder das Johnson unglaublich interessante und merkwürdige Figuren schreiben kann. Hier werden diese von einem tollen Ensemble zum Leben erweckt, dass es eine Freude ist. Zum Ende hin vielleicht etwas zu sehr gestreckt unterhält der Film dennoch besser als der zweite Teil und kombiniert Cozy Crime mit viel Humor und einigen bissigen gesellschaftlichen Spitzen.

Freitag, 31. Juli 2026

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

The Muppets Take Manhattan (1984)

Niedlicher, wenn auch keiner der besten Muppets Filme. Gerade der Anfang funktioniert ziemlich gut und hat einige schöne Emotionale Momente. Danach zerfällt der Film leider ziemlich stark in Fragmente, kleine Ideen und eingestreute Sketche. So hangelt man sich dann vor allem im letzten Akt nur noch mäßig von Gastauftritt zu Gastauftritt. Und dann funktioniert das Finale auch nicht wirklich, es passiert einfach nur. Zum Glück bekommen wir aber dennoch gerade von Miss Piggy einige sehr schöne Szenen die eine Sichtung schon lohnend machen.


Monster in my Pocket: The Big Scream (1992)

MIMP sind eine meiner liebsten 90er Jahre Toylines. Doch die kleinen Taschenmonster haben nie ihre eigene Cartoonserie bekommen. Denn es blieb bei dieser Pilotfolge der Hanna-Barbera Productions, die aber insgesamt ganz gut unterhalten kann. Die Monster sind niedlich, haben Charakter und coole Designs. Wer hätte nicht gern als Kind eine Serie mit einem Werwolf mit jamaikanischen Akzent gesehen? Die Animationen sind auch ganz ordentlich für eine Spielzeugwerbung aus der Zeit. Retro und Monstefans könnten also gefallen daran haben.


Spawn (1997)

Fand ich sogar als Kind schon schäbig. Schafft es absolut nicht irgendetwas der peinlichen edgyness der Comics cool umzusetzen und erst das CGI… Wahrscheinlich mit das schlechteste das ich bisher gesehen habe in einem Film der Budget zur Verfügung hatte. Dennoch fühlte ich mich bei der ersten Sicht seit bestimmt über 20 Jahren erstaunlich gut erhalten. Alles ist derartig stumpfsinnig, drüber und extrem forciert versucht cool ohne auch nur einem Moment lang cool zu sein… Man muss es lieben. Einzig das Maskendesign von John Leguizamo (The Menu, 2022) als Clown ist wirklich zu loben. Unglaublich wie sehr sie den Mann verändert haben um eine gelungene Bildschirmversion des Comiccharakters auf die Beine zu stellen. Keine Ahnung was Martin Sheen (The Dead Zone, 1983) und Michael Jai White (Black Dynamite, 2009) hier eigentlich versuchen, zumindest ist es lustig.

Bugonia (2025) [Plaion]

Biene Maja mal ganz anders!

Yorgos Lanthimos (Dogtooth, 2009) versucht sich in seinem jüngsten Streich an einem Remake des koreanischen Kultfilms „Save the Green Planet“ (2003) von Jang Joon-hwan. Dabei macht er daraus so sehr sein eigenes Ding mit kleinen Merkwürdigkeiten, dass mir erst spät auffiel diese Geschichte, vor einigen Jahren, schon einmal gesehen zu haben. Einmal mehr engagierte er Emma Stone (The Curse, 2023-2024) für die Hauptrolle und einmal mehr macht sie ihre Sache sehr gut ständig zwischen verängstigtem Opfer zweier Verschwörungsideologen und voller Kontrolle über die Situation. Entweder wirklich Girlboss oder Alieninvasorin. Ihr Spiel lässt beide Möglichkeiten offen. Optisch ebenfalls ein schöner Film, der mitunter in schrecklichen Zwischentönen stecken bleibt, sich durch Gewaltausbrüche wieder befreit um regelmäßig in humoristische Absurdität zu driften. Sicherlich nicht etwas das allen gefallen wird, meinen Nerv trifft es aber sehr genau.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit dem Making Of und ein paar Interviews.


Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Figuren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die Blu-ray von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Fiuguren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die UHD von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als 
Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.


Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)

Takeshi Kitano (Battle Royale, 2000) versucht sich als Regisseur und Hauptdarsteller in einem Remake des japanischen Kultsamurai „Zatoichi“. Die Neuinterpretation behält zwar Ichis Kern bei, fügt dem ganzen aber blutigere Kämpfe, einiges an Slapstick und zusätzlich auch einige Musik- und Tanznummern hinzu. Das sollte auf dem ersten Blick eigentlich nicht funktionieren, tut es aber meist relativ gut. Kitano verkörpert Ichi sehr eindrücklich und macht ihn zu einem seiner Charaktere ohne die Essenz der Figur zu verfälschen. Thematisch handelt Kitanos Version von Täuschung, niemand ist wer er vorgibt es gibt immer noch einen letzten Twist der die Sicht umschwenken lässt und nur ein blinder Masseur kann die Wahrheit erkennen. Eine für Samurai Purist*innen vielleicht etwas zu gewagte Interpretation, aber insgesamt eine gelungene und vor allem eigenständige Version des Samurai Mythos.


Inventur – Metzstraße 11 (1975)

Želimir Žilnik stellt seine Kamera und ein Mikrofon ins Treppenhaus der Metzstraße 11 in München. Nun ist es Zeit für eine Inventur. Nacheinander lässt er alle Bewohner*innen des Hauses vor die Kameratreten. Die meisten der Bewohner*innen kommen ursprünglich nicht aus Deutschland. Die meisten sind Gastarbeiter*innen aus Italien, der Türkei, dem Ostblock oder Griechenland. Alle stellen sich kurz vor, sagen etwas über ihre Arbeitssituation, über ihre Finanzen, darüber wie es ihnen in Deutschland gefällt oder eben auch nicht. Ein Kurzfilm der eine perfekte Vorlage für eine soziologische Studie darstellt. Ein sehr kleiner, aber vielsagender Einblick in die Leben vieler Familien und eben auch die Inventur eines Hauses in München. Regisseur Želimir Žilnik ist ein wichtiger Filmemacher Serbiens, der vor allem immer wieder in Kurzdokumentationen auf soziale Probleme hinwies und ein scharfer Kritiker von staatlicher Zensur war. Er gilt wichtige Figur der Jugoslawischen schwarze Welle.

Dienstag, 9. Juni 2026

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Good Luck, Have Fun, Don’t Die (2025) [Leonine]

Ein Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) betritt zum 107 mal ein Diner in Los Angeles. Sein Ziel: Er muss in diesem Diner die perfekte Kombination aus Begleiter*innen auswählen mit denen er innerhalb einer Stunde die Entstehung einer KI verhindern muss, die in der Zukunft die gesamte Menschheit unterjochen wird.

Spaßig düsterer Science-Fiction Horror mit einer tollen Leistung von Sam Rockwell (Jojo Rabbit, 2019) in der Hauptrolle. In Nebenrollen gefielen mir vor allem Haley Lu Richardson (Split, 2016), Michael Peña (Der Marsianer, 2015) und Zazie Beetz (Atlanta, 2016-2022). Die Setdesigns sind auch toll und ihr bekommt einige, absichtlich, müllige Effekte, die dennoch sehr lustig sind. Der Plot arbeitet sich ordentlich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen ab, dabei wird die Satire absurd genug um zu unterhalten, der mahnende Zeigefinger wird dabei oft genug zum verdienten Mittelfinger. Insgesamt hat Gore Verbinski (A Cure for Wellness, 2016) hiermit eine gelungene Techsatire geschaffen, auch wenn man manchmal den Eindruck nicht los wird man hätte einfach nur ein paar alte „Black Mirror“ Folgen durch den Mixer gejagt. Ansonsten stört eigentlich nur das Ende ein wenig, das sich durch ein paar klischeebeladene Momente und unnötige Erklärungen in die Länge gezogen wird.

Bonus der Collector’s Edition ist ein fünf minütige Featurette auf der Blu-ray und drei Postkarten die beiliegen. Da hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.


Scarlet (2025) [Plaion]

„Dark Souls“ das Musical! Zu Beginn schafft Mamoru Hosoda (Ame & Yuki, 2012) es mit Leichtigkeit uns in eine interessante Version des Fegefeuers zu entführen. Menschen aller Kulturen, Religionen und Epochen treffen hier aufeinander und warten auf Himmel oder Hölle. Dabei sind sie ständig Gefahren ausgesetzt. Am Himmel lauern Drachen, größer als Städte. Am Boden rauben Diebe, andere Diebe aus, die zuvor noch schwächere Menschen beklaut haben. Doch dann stolpert unsere Heldin Scarlet in diese Welt, nachdem sie durch den Plot von „Hamlet“ ihren Vater hat sterben sehen und schließlich ebenfalls durch ihren Onkel ums Leben kam. Was folgt ist ein diffuses Märchen, das von Rache, Vergebung und scheinbar auch von der Frage handelt was eigentlich Liebe ist. Substanz hat das Ganze jedenfalls nicht. Alles wird unendlich oft wiedergekäut und die moralische Botschaft des Films kann nur solange überleben wie man sich nicht daran erinnert was noch vor fünf Minuten geschehen ist. Als jemand der nur wenig mit modernen 3D Animationen in Anime anfangen kann, muss ich sagen, dass einige Szenen wirklich toll aussehen. Animationen sind geschmeidig und ausdrucksstark, manche Szenen sind unheimlich schön. Dazwischen gibt es aber auch sehr viele hässliche Momente, die teils sogar nicht ganz fertig aussehen, als hätte man nur Platzhalter Texturen genutzt oder die Licht Shader vergessen oder einfach nur ein jpg Bild als Hintergrund eingefügt. Hat mir gar nicht gefallen, vor allem ist es noch ärgerlicher, weil hier im Kern etwas sehr gutes versteckt ist, das leider nie das geworden ist was es sein könnte.

Der Film sieht in 4k wirklich schön aus und die Disc hat sogar ein paar kleine Extras wie Skizzengalerien und Storyboard vergleiche.


Der dunkle Kristall (1982) [Plaion]

Jim Hensons (Die Reise ins Labyrinth, 1986) erstes große Projekt außerhalb von „Sesamstraße“ und „Muppets“ war ein ambitioniertes, eher überambitioniertes, fast schon größenwahnsinniges Projekt. Seine Idee einen epischen, düsteren Fantasyfilm nur mit Puppen zu erschaffen war zu dem Zeitpunkt noch undenkbar und wurde auf diesem Niveau bis Heute nicht mehr versucht. Die Sets sind unglaublich schön und haben teilweise gigantische Ausmaße angenommen, auch wenn zusätzlich noch viel Tricktechnik mit Matte Paintings und Miniaturen zum Einsatz kamen. Unzählige Puppen jeder nur vorstellbaren Art kommen zum Einsatz und alle Trickeffekte, damals natürlich noch alles ohne Computer, aber auch ohne Zeichentrickeffekte, vereinen sich zu einer schlüssigen Welt, die unsere Realität schnell vergessen macht. So ist es auch Heute noch möglich völlig in die Welt des dunklen Kristalls einzutauchen und mit seinen Bewohner*innen mit zu fiebern. Ein wirklich fantastischer Film, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Magie verloren hat und groß und klein weiterhin in seinen Bann ziehen kann.

Die 4k Version von Plaion kommt mit einem toll restaurierten Bild und einem Audiokommentar von Brian Froud. Auf der Bonus Disc gibt es mehrere Dokus über die Entstehung des Filmes, Deleted Scenes und eine Q&A Runde mit Linda Henson, sowie eine sehr umfangreiche Bildergalerie.


Das Schloss im Schatten (1955) [Plaion]

Späte US-amerikanische Fritz Lang (Vor dem neuen Tag, 1952) Produktion. Es handelt sich dabei um einen gediegenen Abenteuerfilm, in dem ein Waisenkind (Jon Whiteley) nach dem Diamantschatz seiner Urahnen sucht und dabei eine unkonventionelle Allianz mit einem Schmuggler (Stewart Granger) mit heimlichen Herz aus Gold eingeht. Der Film ist nach heutigen Maßstäben sicherlich nichts aufregendes mehr und auch erwartet man bei dem Namen Fritz Lang ein größeres Kunstwerk, aber „Moonfleet“ kann durchweg gut unterhalten und bietet mit Sets wie der unterfriedhöflichen Schmuggler Höhle oder dem Brunnenturm viel fürs Auge. Auch weinige aufwendige Kostümszenen zeigen, dass es sich hier nicht um einen günstigen Film handelte. Ein ruhiges, gut inszeniertes und insgesamt stark gespieltes Abenteuer. Vielleicht kein großer Klassiker aber genau die richtige Unterhaltung für einen faulen Nachmittag.

Plaion präsentiert den Film erstmals deutsch vertont auf DVD und Blu-ray. Das Bild könnte noch etwas knackiger sein. Sound und Synchro sind aber schön geworden. Als Bonus findet ihr auf der Disc noch einige Featurettes und eine Bildergalerie.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!


Die Reise ins Labyrinth (1986) [Plaion]

Teenager-Mädchen: Gerade noch hat Sarah (Jennifer Connelly) ihren Stiefbruder Toby (Toby Froud) an den Goblinkönig Jareth (David Bowie) verschenkt, da plagt sie das schlechte Gewissen. Vielleicht doch so keine gute Idee. Und so folgt sie ihm ins Labyrinth, denn nur wenn sie das Schloss des Königs in 13 Stunden erreicht kann sie Toby davor bewahren auch ein Goblin zu werden.

Wundervoll fantasievolles Coming-of-Ages Abenteuer von Jim Henson (Der dunkle Kristall, 1982). Jedes Set quillt über vor liebevoll kreierten Muppets, Puppen, Marionetten und Suitmation. Jede Kreatur lustiger und merkwürdiger als die zuvor. Zudem noch David Bowie in knappen Hosen und einigen tollen Musiknummern. Ein wirklich toller Film der in jeder Szene etwas neues aufregendes bieten kann, immer lustig, immer spannend und mitreißend.

Die 4K Version von Plaion bietet ein schönes Bild und guten Ton, als Bonus enthält die Disc einen Audiokommentar vom Produktionsdesigner Brian Froud und Trailer. Eigentlich ist noch eine weitere Bonus Disc enthalten, die mir jedoch nicht zugesandt wurde, daher kann ich nichts zum weiteren Bonusmaterial sagen.


GOAT (2026) [Plaion]

Eine Ziege soll als erstes kleine Tier in er Tierbasketball Liga antreten. Gegner*innen lachen ihn aus, sein Team ist genervt von ihm. So hat er sich das Profiballerleben nicht vorgestellt.

Mäßig unterhaltsame 3D-Animationskomödie, mit schablonenhaften Charakteren, Gags und Story. Einzig einige gute Charakterdesigns und der sehr schöne und einfallsreiche Animationsstil lassen zumindest die Zielgruppe ganz okay unterhalten zurück. In 4K macht das aber zumindest was her und die Disc von Plaion bietet wenigstens ein paar Promo Featuerettes als Bonus.


Thrash (2026)

Komplett planloser Haihorror von Netflix, der sehr stark an den anderen Hai Netflix Film „Im Wasser der Seine“ (2024) erinnert. Hier überflutet ein Hurricane einen kleinen US-Ort. Im Wasser lauern von nun an vor allem hungrige Bullenhaie, die alle Essen die dumm genug waren nicht zu evakuieren. Eines der schlimmsten Drehbücher der letzten Zeit, dessen Charaktere scheinbar nichts anderes im Sinn haben als gefressen zu werden. Mein Lieblingsmoment ist, wenn ein Teenager aus dem überfluteten Wohnzimmer, in dem schon Haie sind, in den Keller taucht um Steaks aus dem Kühlschrank zu besorgen. Mit diesen Steaks sollen dann die Haie abgelenkt werden. Ihr werdet nicht glauben wie überrascht ich war das dieser Plan nicht funktioniert hat. Genauso doof ist nur noch eine junge Frau, die lieber ertrinkt als einen Ast abzubrechen und später ihr Baby auf die Weltbringt während ein Hai unter ihr herumschwimmt. Ein Film der ohne die suizidalen Tendenzen seiner Charaktere nicht mal 15 Minuten lang wäre, denn für nichts was in diesem Film passiert gibt es einen Grund.

Dienstag, 2. Juni 2026

Carlsen Manga im Juni 2026!

Carlsen Manga im Juni 2026!

Dragon Hunt Tribe #1

Ein Drachenjäger findet in ein
em Drachennest ein von eben diesen Drachen aufgezogenes, wildes Mädchen. Er tötet die Drachenbrut und bringt sie mit in sein Dorf. Dort soll sie nun als Mensch aufwachsen, ihr Leben als Teil der Drachenhorde kann sie jedoch nur schwer ablegen.

Shiro Kuroi, ebenfalls der Erschaffer der Mangareihe „Leviathan“ überrascht mit einer epischen und düsteren Fantasygeschichte, die sich neben großen Kämpfen zwischen Menschen und Drachen, auch philosophischen und sozialen Fragen stellt. Dabei wirken viele Ideen etwas zu großzügig zusammen gesammelt. Einflüsse wie „Nausicaä“ oder „Attack on Titan“ oder auch „Herr der Ringe“ sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Was ja aber auch nichts schlimmes sein muss. Denn zum Glück kann Kuroi den Manga auch mit einigen eigenen und Interessanten Ideen füllen. Vor allem der Drachenlore ist komplexer und vielschichtiger als man zuerst annehmen würde. Das Artwork ist sehr interessant, wobei hier besonders auffällt das Kuroi auf Rasterfolien verzichtet und vor allem bei den Texturen von Rüstungen und Drachenschuppen Details händisch zeichnet. Sehr aufwendig, bringt aber auch sehr schöne Ergebnisse. Der erste Band kann Interesse wecken und macht in jedem Fall Lust auf mehr. Bin gespannt wohin die Reise geht, Potential ist in jedem Fall vorhanden.
 

Hotel Inhumans #2

Verrückt geht es weiter im merkwürdigen Hotel für Auftragskiller. Wieder gibt es neue Besucher*innen mit neuen Wünschen. Diese werden natürlich gewissenhaft von Ikuro und Sara erfüllt. Unter anderem müssen sie für eine Kundin ein letztes Abendmahl kreieren, aber ihnen läuft die Zeit davon. Auch der zweite Band ist ganz unterhaltsam. Der Manga lebt von seinen merkwürdigen Figuren und absurden Situationen. Wenn diese Stärken voll ausgekostet werden, kann der Manga klar punkten. Dazwischen kommt es aber oft zu kleineren Durststrecken und die Erzählung kann das Niveau der guten Momente nur selten länger aufrecht erhalten. Das Artwork ist aber schön und hat einige nette Ideen.


Königin der 1000 Jahre #3

La-Metal kommt immer näher, droht die Erde zu zerstören und egal was er auch tut, Hajime gelingt es nicht die Wahrheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Gleichzeitig muss Yayoi sich entscheiden auf wessen Seite sie steht. Hilft sie der Menschheit, der sie mittlerweile wohl mehr angehört oder überwiegt doch ihr Pflichtgefühl gegenüber La-Metal?

Leiji Matsumotos Meisterwerk geht in die Dritte Runde. Das Artwork ist fantastisch und hat viele traumhaft gute Ideen, die ständig zwischen klassischem Manga und westlichen Comicstil balancieren. Die Handlung ist komplex, vielschichtig und hat starke emotionale Höhepunkte ohne aber auch in manchen Momenten eine gewisse Leichtigkeit zu verlieren. Vollkommen zu Recht einer der großen Science-Fiction Manga Klassiker und gerade in dieser, von Carlsen toll aufbereiteten Hardcover Version eine pralle Empfehlung!


Ran und die graue Welt Doppelpack #1-#2

Ran ist eine freche Junghexe, die ihren Vater und großen Bruder pausenlos auf trab hält. Vor allem wenn sie ihre magischen Sneaker anzieht, durch die Sie sich in eine Teenagerin verwandeln kann. Das sorgt natürlich für allerlei Ärger und so manche unangenehme Situation. Aki Irie ist eine ganz besonders tolle Zeichnerin und mit diesem Doppelpack habt ihr die Möglichkeit günstig in die Serie um Ran einzusteigen. Geboten wird euch dabei eine rasante Fantasy-Komödie mit vielen Coming-of-Age Anteilen. Leider ist dieser auch recht vollgepackt mit einigen creepy Momenten, die so wirklich nicht sein müssten. Dafür ist aber wie gesagt das Artwork so dynamisch, flauschig und liebenswürdig. Iries Talent liegt dabei sowohl im Kreieren spannender Figuren, als auch darin modische Designs unglaublich cool und lässig auf die Seiten zu bringen. Allein fürs Artwork lohnt sich also zumindest mal ein Blick in die Bücher. Der zweite Band enthält als Bonus einen kleinen Artprint.


Stitch reist in der Zeit #1

Und dann zum Schluss noch was tolles für die kleineren Leser*innen. Diesmal reist Stitch durch die Zeit und es verschlägt ihn ins alte Ägypten wo er zwischen Pyramiden, Sphinx und Pharaonen so manches Chaos anrichtet. Knuffig bleibt das blaue Alien dabei aber dennoch. Lange böse kann man ihm jedenfalls nie sein, vor allem nicht bei einem so niedlichen Artwork. Rasant erzählt, mit vielen Gags und nebenbei lernt man auch noch ein wenig über die Epoche, auch wenn Stitch das eine oder andere vielleicht etwas verändert.

Montag, 11. Mai 2026

Carlsen Manga im Mai 2026!


Carlsen Manga im Mai 2026!

Haruko − Ein Leben für die Tiere #2

Heilige Salmonellen Batman! Gleich auf dem Cover steckt Haruko ihre Füße ins Pinguin becken. Meine Güte diese Person hat wirklich keine Ahnung vom Umgang mit Tieren und Mangaka Saku Yamaura wohl genauso wenig. Die Idee hinter dem Manga bleibt ganz nett, Harukos Fähigkeit Emotionen zu erschnuppern bleibt, spielt aber keine allzu große Rolle. Hätte man sich am Ende also auch sparen können. Auch hier wird ein wenig versucht über die Zustände und den Umgang mit Tieren im Zoo zu sprechen. Aber selbst für einen locker leichten Manga bleibt die Beschäftigung auch in Betracht mit der Zielgruppe des Manga extrem vereinfacht und oberflächlich betrachtet. Ein paar Momente sind ganz gelungen, wie zum Beispiel die Aufzucht des Wolfnachwuchs. Ansonsten aber ein nur wenig unterhaltsamer Manga, der zugleich seiner Botschaft nicht gerecht wird.


Junji Ito - Alley – Das Grauen in der Gasse

Der aktuelle Juni Ito Hardcover Sammelband bietet elf weitere Kurzgeschichten des Mangahorror Altmeisters. Aus vorherigen Sammlungen kennt ihr Itos Klassiker „Das Model“ und „Stadt ohne Straßen“ bereits. Unter den weiten Storys gibt es einige Highlights wie die Titelgebende Geschichte „Alley – Die Gasse“ in der Geister ihrer Mörderin in einer abgeschotteten Gasse auflauern. Eine einfache Geschichte die aber mit einem sehr effektiven Ende aufwarten kann. Unter den Anderen Geschichten gehören noch „Mehrbettzimmer“ und „Sie fallen“ und „Die Herberge“ zu meinen Lieblingen. In der Herberge buddelt ein Vater ein Loch im Haus um eine heiße Quelle anzuzapfen, buddelt sich dabei aber direkt in die Hölle, was zu einem sehr an Lovecraft erinnerndes Ende führt. „Mehrbettzimmer“ handelt vor der Angst, die Individualität zu verlieren, Krankenhaus Horror mit etwas „Body Snatchers“ beigemengt. Und in „Sie fallen“ bekommen wir sehr typischen Ito Horror mit kosmischen Anstrich. Nichts wird erklärt, es passieren einfach von Heute auf Morgen unerklärliche Dinge, niemand kann was dagegen tun. Effektiv und unheimlich. Gleichzeitig sind aber Kapitel wie „Schimmel“, „Der Raucherclub“ oder „Vaters Segen“ sehr Ito typische Geschichten, die im Grunde nur wenig abgewandelte Variationen anderer ähnlich gelagerter Storys sind. Sie sind alle nicht schlecht, wenn man aber ein paar Details im Setting austauscht wie Zum Beispiel den Tabak mit Honig oder den Schimmel mit Fett, dann bekommt man eine andere existierende Geschichte des Autoren. Insgesamt ein Starker Band, auch wenn nicht alle Geschichten neues bieten. Atmosphärisch intelligent Erzählt sind sie dennoch alle und es fehlt diesem Band nicht an effektiven Schockmomenten. Für Horrorfans also weiterhin eine deutliche Empfehlung.


Search And Destroy Komplettpack #1-#3

Nach dem großen Krieg, für den die meisten der Roboter, die sogenannten Kreaturen, gebaut wurden, verloren die Maschinen ihre Bedeutung für die Menschen, von den Robotern Sapos genannt. Die Maschinen leben nun entweder auf der Straße oder haben sich zu Yakuza Familien zusammengefunden. Andere werden von Menschen für einfache Arbeiten ausgenutzt. In dieser Welt lebt Doro. Ein junges Waisenmädchen, das sich als Taschendiebin durchkämpft. Als sie eines Tages von den örtlichen Yakuza fasst exekutiert wird, ist eine junge Frau, fast eine Maschine gehüllt in stinkendem Pelz und mit tödlichen Scherenhänden ausgestattet ihre letzte Chance fürs Überleben. Doch anstatt mit ihr herumzuziehen, hat die mysteriöse Frau eigene Pläne, denn insgesamt 48 Roboter haben Körperteile von ihr geraubt, die sie nun zurückfordern möchte um wieder ein vollwertiger Mensch zu werden.

Osamu Tezuka, einer der Grundsteine der Anime und Manga Welt erschuf die Serie „Dororo“ Ende der 1960er Jahre. Auf die Mangareihe folgte die Animeserie und bis Heute mehrere Reboots der Geschichte. Die neueste Reinkarnation dieses Stoffes kommt von Atsushi Kaneko (Wet Moon) und versetzt die Geschichte aus dem Samurai Setting in eine leicht retro angehauchte Cyberpunk Zukunft. Die Handlung erscheint zwar in neuem Gewand, an dem Plot selbst wurde aber nicht zu viel geändert bisher. Was allerdings bei Tezuka vor 50 Jahren noch bahnbrechend neu und aufregend war erscheint hier eher wie der Plot eines mittelmäßigen Shounen Manga. Das Konzept von „du musst eine bestimmte Anzahl an Feinden besiegen um dein Ziel zu erreichen und um das Rätsel deiner Vergangenheit zu lösen“ ist heute doch stark überstrapaziert und eher einfallslosem schreiben zu zuordnen. So bietet die Handlung auch im ersten der drei Bände wenig besonderes. Die Charaktere sind jedoch gut geschrieben, so dass man mit den Protagonist*innen gut mitfühlen kann und die Bösewichte sind so eklig das man ihnen schnell gönnt was auf sie zu kommt.

Wo dieser Mangaband aber durchaus glänzen kann ist das tolle Artwork. Sofort fallen die vielen interessanten und teils sehr ungewöhnlichen Charakteredesigns auf. Während Hyaku noch sehr starke Ähnlichkeit zu Battle Angel Alita aufweist sind alle anderen Figuren ziemlich aufregend und cool gestaltet. Ebenfalls sehr positiv aufgefallen sind mir die einfallsreichen Verwundungsmöglichkeiten von Rasterfolien. Zudem muss das spannende Spiel mit negativem Raum gelobt werden, das teils an die Comics von Daniel Clowes erinnert. Auch in Punkto düsterer Atmosphäre und mildem, aber dennoch effektivem Body Horror haben beide Autoren Ähnlichkeiten zueinander.

Optisch ein totaler Hit. Inhaltlich gelingt es mir nicht sehr begeistert zu sein. Ich fühle mich ganz gut unterhalten, aber insgesamt habe ich mir von einer modernen Neuauflage solch einer Geschichte mehr erwartet.

Bei Carlsen gibt es nun auch alle drei Bände als günstiges Komplettpaket.

Mittwoch, 22. April 2026

Carlsen Manga im April 2026!

Carlsen Manga im April 2026!

Revolt #1

Deutscher Cyberpunk Manga von Dominik Jell. Spielt in einer retro-futuristischen Dystopie in der Geld jedes Problem lösen und jedes körperliche Upgrade möglich ist. Wer aber arm ist oder sich dem Megakonzern entgegenstellt kann nicht auf ein gutes Leben hoffen. Offensichtlich wird hier das Genre nicht neu erfunden, die Floppy Disk Ästhetik hat jedoch Charme und die Charaktere werden einem schnell sympathisch. Optisch muss sich dieser Titel auch nicht hinter vielen der Genrekolleg*innen der Zeit verstecken und überzeugt mit einem weichen lebendigen und aufgeräumten Stil.


Hotel Inhumans #1

Das „Hotel Inhumans“ ist ein verschwiegener Rückzugsort für die besten Auftragskiller der Welt. Hier kann entspannt werden, Dinge können Diskret verschwinden und neue Ausrüstung erworben werden. Und der Concierge erfüllt jeden Wunsch. Nette Mischung aus „John Wick“ und den Auftragskiller Elementen aus „Spy x Family“ konnte mich wegen des zu überdrehten Erzählstils, der in jede Richtung immer etwas zu sehr drüber ist, nicht so richtig abholen. Einzelne Momente sind aber nett und komisch. Die Action ist dank des soliden Artworks auch voll okay. Wird einigen sicherlich besser gefallen als mir.


Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft – Der Manga #1

Am 26. April 2026 jährt sich zum 40. mal der verheerende Atomunfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl und um gegen das Vergessen und für die Stimmen der Opfer zu kämpfen reiste Swetlana Alexijewitsch jahrelang durch Weißrussland und die Ukraine um dort mit Opfern der Katastrophe und deren Angehörigen Interviews zu führen. Daraus entstand letztlich das Sachbuch „Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft“. Nun wurde dieses Buch von Yuta Kumagai auch als Manga veröffentlicht. Band 2 kommt im Sommer, Band 3 dann voraussichtlich Anfang nächsten Jahres bei Carlsen heraus. Die Kapitel beschäftigen sich mit verschiedenen Arten der Betroffenheit. Einmal geht es um die Frau eines Feuerwehrmanns, der an den Folgen der Strahlung nach dem Einsatz am Kraftwerk verstirbt. Ein Soldat erzählt vom Einsatz im Gebiet, wo er und andere ohne Schutzausrüstung die verstrahlte Erde abtragen mussten. Auch das Schicksal der aus Prypjat Geflüchteten und andere sehr private Auswirkungen werden hier besprochen. Die Schicksale sind sehr bewegend und passend dazu stark und emotional ins Bild gesetzt. Dabei bleibt sehr viel Raum für leise Momente, für die besonderen Details die den Betroffenen aus der Zeit in Erinnerung geblieben sind. Letztlich schafft der Manga es auch wunderbar die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen hervorzuheben, ihre Stärke mit der sie überlebten oder eben nicht und auch ihre Hoffnung wurde eingefangen. Dadurch wird hier zwar nichts geschönt, aber es wird dennoch herausgearbeitet wie in all diesem Leid menschliche Momente dafür sorgen dass, das Leben selbst nach solchen Unglücken weitergehen kann und soll. Ohne Zweifel der beste Manga des Monats.


Kleine Katze Chi in Frankreich

Die kleine Süße Katze Chi ist am Ende des letzten Manga mit ihrer Familie von Japan nach Frankreich gezogen. Jetzt wohnt sie in einem Vorort von Paris und hat sogar schon einmal den Eiffelturm gesehen. Jetzt warten neue Abenteuer auf sie und schnell stellt sie fest, dass es dort nicht nur ganz anders riecht, man kann mit den Katzen vor Ort auch einigen Schabernack treiben. Konami Kanata und Zeichnerin Catherine Bouvier haben wieder einen sehr niedlichen und leichtfüßigen Katzenmanga abgeliefert. In westlicher Leserichtung und komplett in Farbe darf Chis erneut viel erleben, was meistens in kleinen, sehr niedlichen Gags gipfelt. Sehr leichte Unterhaltung, auch für die ganz Kleinen geeignet. Katzenfans können hier wie immer bei Chi wenig verkehrt machen.


Die Gesellschaft der Tiere #3

Eigentlich sollten sich Chika und Murph hassen und versuchen sich gegenseitig umzubringen, vor allem nachdem was kurz zuvor passiert ist. Doch jetzt wo Beide niemanden mehr haben außer die Andere beginnen sie zusammen zu überleben. Sie finden sogar neue Freunde im Wald. Eine Gruppe von genetischen Mischwesen, auf Frankensteins Weise zusammengeflickte Tiermenschen, nimmt sie bei sich auf. Kurz Leben sie fast schon idyllisch als Familie in ihrem Versteck. In einer Welt, in der es aber nur Beute oder Jäger*innen gibt, hat der Frieden nur eine kurze Chance.

Der dritte Band macht einiges besser, was ich in den vorherigen Bänden kritisiert hatte. Der übertrieben forcierte Splatter und Gore Anteil wird etwas heruntergeschraubt, wodurch diesmal mehr Raum für die Charaktere und eine Handlung bleibt. Das tut der Serie sehr gut und zum ersten Mal interessiere ich mich wirklich für die Figuren. Umso effektiver also, wenn der Horror zurück kommt. Leider fühlt es sich an als würde auch der nächste Band wieder so ziemlich von vorne beginnen und die Charaktere bekommen nicht so richtig die Chance sich zu entwickeln. Wir sind aber insgesamt mit diesem Manga mehr auf dem richtigen Weg als zuvor.

Dienstag, 21. April 2026

Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!


Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!

DeepStar Six: Das Grauen in der Tiefe (1989) [Plaion]

Unterwasser Horror von „Freitag, der 13.“ (1980) Regisseur Sean S. Cunningham. Solide gefilmter Wasserasselhorror, der meist aber eher U-Bootkoller Grusel bietet. Stark von Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979) inspiriert, widmen wir auch hier unsere Aufmerksamkeit genervten Arbeiter*innen die für zu wenig Geld, zu schlechte Arbeit leisten und mehr fluchen als dass sie ihre Pflichten erfüllen. Allen voran Miguel Ferrer (RoboCop, 1987), der nun wirklich alles falsch macht, was man falsch machen kann und dann noch so manche moralische fragwürdige Entscheidung trifft. Er spielt einen Charakter, den man wirklich gerne hasst. Die Effekte für das Asselmonster sind richtig klasse, wenn auch manchmal etwas unfreiwillig komisch. Generell schafft man es aber ziemlich gut, das Tier nur dann zum Einsatz zu bringen, wenn es auch seinen Schockeffekt nicht verfehlt. Genauso gut sind die retrofuturistischen Sets und Modellspielereien mit Unterwasserstationen und niedlichen U-Booten. Diese Trickeffekte lassen diesen kleinen Grusler durchaus deutlich teurer erscheinen als er eigentlich ist. Trotz allem handelt es sich hier nicht wirklich um einen total zu unrecht vergessenen Titel. Leider zieht sich der Film teilweise doch sehr in die Länge, was unter anderem wohl an der Gleichförmigkeit des Films und den vielen Streitereien innerhalb der Crew liegt. So richtig nervt der Film zwar nie, aber ein knackigeres Skript hätte nicht geschadet. Vor allem für Unterwasserfans bietet der Film aber einige nette Effekte und wie gesagt ist das Monster auch nicht schlecht geraten.

Bild und Ton der Plaion Blu-ray sind gut geraten. Vor allem bekommt ihr hier aber endlich eine ungeschnittene Version des Films. In der deutschen Fassung fehlen nämlich sonst einige Minuten an Dialogen, die nicht immer unwichtig sind. Als Bonus sind neben gleich drei Audiokommentaren und anderen kleinen Extras auch die deutsche Schnittfassung enthalten, für alle die schneller zum Horrorteil kommen wollen.


Verdammt, die Zombies kommen (1985)

Zurecht immer noch kultiger Punkrock Zombie Spaß mit Scream Queen Linnea Quigley (Stille Nacht – Horror Nacht, 1984), Miguel A. Núñez Jr. (Freitag, der 13. Teil V - Ein neuer Anfang, 1985) und Thom Mathews (Freitag, der 13. Teil 6 - Jason lebt, 1986). Der Soundtrack ist voll mit coolen frühen Punk und Psychobilly Bands und die Effekte bis heute großartig. Allem voran natürlich Tarman, an dessen Entstehung auch Leute von Jim Henson beteiligt waren. Der Humor funktioniert super in dem Setting, lässt aber auch stets Raum für gruselige und eklige Momente. Herz der ganzen Angelegenheit ist eine Gruppe von befreundeten Punks die gemeinsam versuchen die Auferstehung der Toten zu überleben, dank der guten Chemie zwischen den Darsteller*innen wirkt die Clique glaubwürdig und die Figuren wachsen einen schnell ans Herz.


Toll treiben es die wilden Zombies (1988)

Der zweite Teil der „Return of the Living Dead“ Reihe, ist ein ungelenker und ungewolltes Sequel ohne Ideen oder Ambitionen. Regisseur Ken Wiederhorn wollte raus aus dem Horrorgenre und man merkt dem Film durchweg an, das hier ein Regisseur gegen den Film kämpft, Witze gegen über ihn und nicht mit ihm macht. Teilweise wirkt es so als hasse er alle Figuren und auch die Beteiligten attestieren, die Dreharbeiten wären alles andere als spaßig gewesen. Teilweise wiederholt der Film einfach Gags aus dem Erstling, sogar James Karen und Thom Mathews sind wieder mit dabei, allerdings in anderen Rollen. Dann bekommen wir noch eine Bootleg Version des Tarmans, sowie einen völlig albern, doofen Humor, der sich eher an Zehnjährige als an ein Horrorpublikum richtet. Wären da nicht ein paar wenige solide Effekte, die sich jedoch sehr schnell abnutzen oder von klamaukigen Einlagen zerstört werden, hätte der Film gar keine Schauwerte.


Return of the Living Dead III (1993)

„Return of the Living Dead III“ ist der erste Teil der Reihe, dem man keinen ulkigen deutschen Titel verpasst hat. Vermutlich gut so, denn Brian Yuznas (Welcome to Hell, 1980) Beitrag zum Franchise ist deutlich düsterer, hat zwar einen leicht satirischen Ansatz kann aber auch mit ziemlich deftigen Horror dienen. Diese Abwandlung von Romeo & Julia mit Zombies bietet einige skurrile Momente, eine Menge Body Horror und kultige Zombies in Kinky Dresses. Kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Mit dem mystischen Obdachlosen „Riverman“ gespielt von Basil Wallace lernen wir auch einen der Besten Charaktere des Franchise kennen. Sehr spaßig und verdreht, tolle Zombies, sympathische und interessante Charaktere, stimmungsvoll inszeniert. Klasse. Spart euch also wirklich den zweiten Teil und macht einfach hier weiter.