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Mittwoch, 7. Oktober 2026

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Backrooms (2026) [Leonine]

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Die Blu-ray von Leonine kommt mit ein paar kleineren Extras, sowie einem sehr interessanten Audiokommentar von Regisseur Kane Parsons.

Obsession – Du sollst mich lieben (2025) [Plaion]

Curry Barker holt alles aus der Prämisse raus was sie her gibt. Dabei entstand ein Psychohorrorfilm ohne der in jedem Moment unterhalten kann. Jump Scares werden effektiv und meist klischeefrei benutzt. Der Film spricht schwere Themen an ohne das der Horroranteil darunter leidet, die Figuren sind toll geschrieben und vor allem profitiert der Film von Inde Navarrette, die wirklich unglaublich fesselnd und losgelöst spielt. Selten eine solch beeindruckende Leistung einer noch eher unerfahrenen Schauspielerin gesehen. Sehr zu empfehlen und nicht ohne Grund der gehypteste Horrortitel des Jahres.

Die DVD kommt mit einem kleinen Making Of und einem Audiokommentar mit Regisseur.

Blade (1998)

„Blade“ war die erste und bis heute eine der wenigen edgy Comicverfilmungen die funktioniert haben. Wo „Spawn“ zum Cringefest verkommen ist, schafft Stephen Norrington mit „Blade“ stylishe Kämpfe, coole One-Liner und Gore Effekte zu einem rundum befriedigenden Film zu formen. Zu verdanken ist das wohl vor allem Wesley Snipes, der sichtlich Spaß hat und es vor allem auch physisch beherrscht die Rolle eines coolen Vampirantihelden einzunehmen. Eine physische Präsenz, die man nur sehr wenigen der MCU Darsteller*innen akkreditieren kann. Natürlich ist der Film nicht unbedingt gut gealtert, die Eröffnungsszene allein ist aber immer noch Grund genug ihn zu sehen. Ansonsten muss man aber sagen, das CGI hat sehr unter der Zeit gelitten und das Finale ist recht stark in die länge gezogen und würde mit etwas mehr Tempo sicherlich besser funktionieren.

Ein Toter spielt Klavier (1961)

Mystery-Thriller mit unheimlichen Momenten aus dem Hause Hammer. Christopher Lee ist hier nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen, die Hauptrolle übernimmt dafür Susan Strasberg, die hier eine verängstigte junge Frau im Rollstuhl spielt. Sie verkörpert ihre Rolle sehr überzeugend und findet einen glaubwürdigen zwischen Angst und einer recht rebellischen jungen Frau. Es ist ein langsamer Film, der die Spannung dennoch sehr gut halten und bis zum Ende steigern kann. Zudem bekommen wir ein paar Twists geboten, die ich in einem Film aus der Zeit nicht erwartet hätte. Schade das „Taste of Fear“ nicht die selbe Bekanntheit erreichen konnte wie andere, teilweise deutlich weniger ambitionierte Titel aus den Hammer Studios.

Die Uhr des Grauens (1989)

Einbrecher*innen Trio gegen altes Ehepaar mit Zeitreiseuhren! Dieses späte TV-Werk von Lucio Fulci hat zwar ein paar Qualitätsmale des Altmeisters, ist insgesamt aber eher langweilig. Wie gewohnt bekommt ihr ein paar schöne Aufnahmen, die durchaus Atmosphärisch sind. Die Gore Effekte sind durch die Restriktionen des Fernsehens natürlich etwas braver als von Fulci gewohnt, aber dennoch sind darunter ein paar eklige, wenn auch alberne Momente. Das Acting hingegen ist grausig und der Plot zwar eigentlich ganz interessant letztlich aber doof und repetitiv. Ein Film mit netten Momenten und Ideen, insgesamt aber absolut anstrengend und öde.

Das Omen (1976)

Immer noch guter okkulter Horror, klar angesiedelt im Fahrwasser von Friedkins „Der Exorzist“, dennoch eigenständig genug um nicht langweilig zu sein. Insgesamt auch gut gespielt, handwerklich ordentlich gefilmt, aber in meiner Erinnerung war das alles spannender und aufregender. Der Anfang bleibt sehr atmosphärisch, auch wenn schon da das Drehbuch seine ungelenken Züge zeigt. Aber ab der Mitte fühlt der Film sich streckenweise sehr schleppend an und verliert dadurch stark an Punkten. Die starken Momente bleiben in Erinnerung, dazwischen ist aber auch viel albernes, peinliche Dialoge und Ungereimtheiten.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Kalenderwochde 39: Zu heiß geduscht, skeptische Pflanzen, Schuppige Haare, eine heitere Seance & eine fliegende Schildkröte Namens Rupert!

Kalenderwochde 39: Zu heiß geduscht, skeptische Pflanzen, Schuppige Haare, eine heitere Seance & eine fliegende Schildkröte Namens Rupert!

Pulse (1988)

Geisterhausfilm ohne Geister, dafür aber mit bösem Strom. Wieso und weshalb die Elektrizität böse geworden ist wird hier nicht näher geklärt, auch richtige Regeln dafür was der Strom wie machen kann werden nicht etabliert. Somit ist der Horror hier ziemlich Random. Zugleich bleiben alle Figuren sehr blass und bleiben bis zum Ende wenig sympathisch und interessant. Ein paar der Horrorelemente hätten durchaus Potential wenn man Szenen anders arrangiert hätte. So bleibt am Ende nur wenig in Erinnerung und spannend war es auch nur in wenigen Momenten. Eher etwas zum Einschlafen.

Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)

Erstmal sei gesagt, diese Freddie Francis Horroranthologie von Amicus ist kein wirklich guter Film. Ein Blick lohnt sich dennoch allemal, denn geboten wird euch allemal genügend. Peter Cushing sagt fünf Männern, unter ihnen Christopher Lee, die Tarotkarten. In ihrer Zukunft wartet sicher kein Happy End. Stattdessen bekommt ihr in den einzelnen Segmenten einen Werwolf, Killerefeu, tödliche Voodooklänge, eiskalte Händchen & Vampire geboten. Da ist für alle was dabei und bis auf das Voodoo Segment, das nicht nur schlecht gealtert, sondern auch einfach uninteressant ist hat jeder Kurzfilm seine guten Momente.

Ich mag hier vor allem das es keinen doppelten Boden gibt, keine Metaebenen, nichts subversives. Alles ist immer genau das, was ihr seht. Das wirkt zwar zuerst platt und unintelligent, versprüht aber zugleich einen gewissen kindlichen Charme. Cushing und Lee haben sichtlich Spaß an ihten albernen Streitereien und zu allem Überfluss wird Lee auch noch von einem Schimpansen gedemütigt. Ich liebe es. Zusätzlich bekommt ihr auch noch Donald Sutherland als fiesen Vampirarzt. Alles toll.

Wie die meisten Amicus Filme sind auch hier einige schön dekorierte Studiosets zu sehen. Das wirkt zwar alles recht billig und manchmal auch wenig durchdacht, gleichzeitig ist alles liebevoll arrangiert. Ein typischer Film für einen faulen Sonntag.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore (1964)

Zuerst einmal etwas sehr peinliches: Ich habe Christopher Lee (Rasputin – Der wahnsinnige Mönch, 1966) nicht erkannt… naja aber er hat hier auch einen komischen Schnäuzer und ein komisches Gebiss und komische Haare und spielt einen komischen Professor aus Leipzig. Auf der anderen Seite haben wir Peter Cushing (Die Bande des Captain Clegg, 1962), der hier zwar nur wenig mit den Machenschaften der Gorgonin zu tun hat, am Ende ist er aber irgendwie doch mehr der Bösewicht als das Schlangenweib selbst. Insgesamt ein handwerklich, wie gewohnt, gekonnter Hammer Streifen von Terrence Fisher (Frankensteins Höllenmonster, 1974). Die Schauspieler*innen machen ihre Sache ebenfalls gut, dennoch kann der Film nicht die Qualität der 1. Liga aus den Hammer Studios erreichen. Vor allem liegt das allerdings an dem Drehbuch, das besonders im Mittelteil länger auf der Stelle tritt. Außerdem hüpfen wie zu Beginn recht lange von einer Hauptperson zur anderen bis der Film in die Puschen kommt. Ansonsten alle wie gewohnt. Wundervolle Details, super Sets und eine überaus getragene Stimmung machen diesen Film zu einem kleinen Horrorklassiker, der leider an eingien Stellen etwas Potential verschenkt.


The Thirteenth Chair (1929)

Tod Browning (Dracula, 1931) und Bela Lugosi (The Ape Man, 1943) sind natürlich immer eine gute Kombo, zu viel dürft ihr hier allerdings nicht erwarten. Es handelt sich bei „The Thirteenth Chair“ um Brownings erste Tonfilmarbeit, was man hier an jeder Ecke deutlich merkt. Alle Darsteller spielen sehr hölzern und jede Szene ist sehr statisch angelegt, was wohl beides an der damals noch sehr schwierigen Tontechnik zu tun hat. Insgesamt wirkt der Film also eher wie ein Theater Mitschnitt. Leider ist der recht schnörkellose Krimi mit leichten übernatürlichen Elementen nicht gerade voller Überraschungen oder unvorhergesehenen Wendungen. Filmhistorisch durchaus ein wichtiger Film, Heute aber leider nur noch wenig unterhaltsam.

Schloss des Schreckens (1961)

Fantastisch gut gealterter Gothic/Social Horror von Regisseur Jack Clayton (Der Große Gatsby, 1974), basierend auf dem Roman „The turn of the screw“ von Henry James. Die Sets sind unheimlich stimmungsvoll, jede Szene ist toll ausgeleuchtet und auch die Schauspieler*innen, inklusive der Kinderdarsteller*innen, machen einen tollen Job. Die Handlung ist durchweg spannend und zugleich bleibt genug Raum für Charakterentwicklung. Eben diese Machen den Film letztlich auch so stark, sehr interessant was für gute Analysen solch ein alter Roman und fast so alter Film zu Themen wie toxischer Männlichkeit haben kann. Die Geschichte wurde bis Heute dutzende Male verfilmt, so perfekt wie hier wurde der Stoff danach aber nie wieder auf die Leinwand gebracht. Große Empfehlung für alle die auf der Sache nach schwarzweiß Geisterhäuserfilmen sind.

Freitag, 24. Juli 2026

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!


Slaxx (2020)

Hosenhorror! Ein wichtiges Genre! Der Rachegeist einer indischen Kinderarbeiterin beseelt eine hippe, angebliche Fairtrade, Öko und sonstwas Jeans und sorgt für einige Tode auf einer Releaseparty. Die Hoseneffekte sind gut gemacht mit einigen Greenscreen Tricks und einigen Puppenspielereien. Das funktioniert sogar so gut, das man es hier geschafft hat der Hose einen glaubhaften Charakter zu erarbeiten. Der satirische Teil ist meist relativ plump und frühstückt alle Gags ab die man hier erwarten würde. Schlecht ist der Film dadurch aber trotzdem nicht, denn auch wenn die Konsumkritik hier recht stumpf ist, trifft sie dennoch den Punkt der Sache. Ein netter kleiner Horrorfilm mit einigen netten Momenten. Sehr kurzweilig.


The Bedford Incident (1965)

Militär- / U-Bootdrama von James B. Harris (Paths of Glory, 1957) mit einer unglaublich guten Leistung von Richard Widmark (Das Urteil von Nürnberg, 1961), der hier eine kalte Kriegsversion von Captain Ahab spielt, dessen Moby Dick ein russisches U-Boot vor der Küste Grönlands ist. Beklemmend und Intensiv gefilmt, ist dieses Kriegsdrama eine sehr gutes Pendant zu Kubriks „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ (1964), nur eben ohne den Satirischen Teil. Stattdessen sehr trocken und düster erzählt. Am stärksten sind hier die sehr intensiven Dialoge zwischen Widmark und Sidney Poitier (In der Hitze der Nacht) und Eric Portman (One of Our Aircraft Is Missing, 1942). Ein starker Film, der wohl als erster auskommt Poitiers Rolle nicht zu rassifizieren, der damals schon Kritik an der NATO übt und es schafft ein beklemmendes Kriegsdrama zu sein, in dem es keinen Krieg gibt. Leider seitdem eher aktueller geworden.


Gamera gegen Zigra - Frankensteins Weltraumbestie schlägt zu (1971)

Eieieiei… Komplette Gurke, aber irgendwie trotzdem besser als die letzten Gamera Streifen. Diesmal also gegen einen Harnischwels aus dem All, der Hypnose beherrscht. Natürlich als Strafe für unsere Umweltverschmutzung. Die Kinderfiguren sind wohl schlimmer als je zuvor, aber die deutsche Synchro ist so dämlich das man es dann doch lieben muss. Und naja, wenn man Gamera Schabernack mag ist das hier auch nicht verkehrt. Jedenfalls mopst unsere liebste Schildkröte dem Vieh ein U-Boot unter den Flossen weg. Später spielt sie sogar Xylophon auf den Rückenfinnen des Biests. Der Rest ist aber leider entweder langweiliger Müll oder Stockfootage älterer Gamerafilme. Für die deutsche Vertonung lohnt sich dann ein halber Blick für Freund*innen des dusseligen Schabernacks.


Backrooms (2026)

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Fiuguren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die UHD von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als 
Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.


Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)

Takeshi Kitano (Battle Royale, 2000) versucht sich als Regisseur und Hauptdarsteller in einem Remake des japanischen Kultsamurai „Zatoichi“. Die Neuinterpretation behält zwar Ichis Kern bei, fügt dem ganzen aber blutigere Kämpfe, einiges an Slapstick und zusätzlich auch einige Musik- und Tanznummern hinzu. Das sollte auf dem ersten Blick eigentlich nicht funktionieren, tut es aber meist relativ gut. Kitano verkörpert Ichi sehr eindrücklich und macht ihn zu einem seiner Charaktere ohne die Essenz der Figur zu verfälschen. Thematisch handelt Kitanos Version von Täuschung, niemand ist wer er vorgibt es gibt immer noch einen letzten Twist der die Sicht umschwenken lässt und nur ein blinder Masseur kann die Wahrheit erkennen. Eine für Samurai Purist*innen vielleicht etwas zu gewagte Interpretation, aber insgesamt eine gelungene und vor allem eigenständige Version des Samurai Mythos.


Inventur – Metzstraße 11 (1975)

Želimir Žilnik stellt seine Kamera und ein Mikrofon ins Treppenhaus der Metzstraße 11 in München. Nun ist es Zeit für eine Inventur. Nacheinander lässt er alle Bewohner*innen des Hauses vor die Kameratreten. Die meisten der Bewohner*innen kommen ursprünglich nicht aus Deutschland. Die meisten sind Gastarbeiter*innen aus Italien, der Türkei, dem Ostblock oder Griechenland. Alle stellen sich kurz vor, sagen etwas über ihre Arbeitssituation, über ihre Finanzen, darüber wie es ihnen in Deutschland gefällt oder eben auch nicht. Ein Kurzfilm der eine perfekte Vorlage für eine soziologische Studie darstellt. Ein sehr kleiner, aber vielsagender Einblick in die Leben vieler Familien und eben auch die Inventur eines Hauses in München. Regisseur Želimir Žilnik ist ein wichtiger Filmemacher Serbiens, der vor allem immer wieder in Kurzdokumentationen auf soziale Probleme hinwies und ein scharfer Kritiker von staatlicher Zensur war. Er gilt wichtige Figur der Jugoslawischen schwarze Welle.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Der verkehrte Sherlock Holmes (1971) [Plaion]

Seit dem Tod seiner Frau hält Justin Playfair (George C. Scott) sich für den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes. Psychologin Mildred Watson (Joanne Woodward) soll seinen Wahn attestieren. Stattdessen lässt sie sich von dem charismatischen Mann mitreißen und betritt mit ihm eine spannende Welt, in der hinter jeder Ecke der üble Professor Moriarty lauern könnte. Wunderschön schrullige Krimi-Groteske die sich recht erfolgreich von Situationskomik zu Situationskomik hangelt. Vor allem sind es die vielen kauzigen Nebenfiguren und der sehr spielfreudige Scott (Der Exorzist III, 1990), die den Film so sehenswert machen. Aus heutiger Sicht fehlt es dem ganzen vielleicht ein wenig an Schauwerten und manches ist etwas zu träge inszeniert. So passt der Film doch eher in die späten Sechzigerjahre als in die Siebziger, unterhaltsam ist er meist aber dennoch. Und am Ende sind es einige bittersüße Charakterinteraktionen die den Film auch Heute noch sehr liebenswürdig erscheinen lassen.

Explosive Media bringt diesen kleinen Klassiker über Plaion erstmals in HD auf Blu-ray heraus. Das Bild ist recht gur geraten. Die deutsche Synchro eher so mittelmäßig. Vorsicht auch beim Kauf, denn auf der Plaion Seite wird mit einem Featuerette und einem Audiokommentar geworben. Beides findet sich allerdings nicht auf der Disc wieder. Enthalten sind lediglich ein Trailer zum Film, eine alternative Szene, der Vorspann ohne Text und eine Diashow.


Die Prophezeiung (1979)

Etwas naive Mischung aus Ökothriller und Tierhorror. Die erste Hälfte hat interessante und mitreißende Momente. Vor allem der Konflikt zwischen den Indigenen und den Holzfällern funktioniert gut. Vor allem ist aber die Szene bei der Holzfabrik packend und auf merkwürdige Art erschreckend. Letztlich ist die Besichtigung der Fabrik sicherlich der gruseligste Moment des Film, eine sehr starke, bedrückende Szene. Wenn dann aber der eigentliche Horrorteil kommt, nämlich der Kampf zwischen mutiertem Bären und den Menschen klären sich alles zwischenmenschlichen Konflikte wie magisch auf. Was leider auch die Botschaft des Films massiv untergräbt. Zudem zieht sich der Bärenkampf dann auch noch sehr in die Länge, wodurch diesem, eigentlich gelungenen Bärenhorror dann den Todesschuss verpasst. Schade drum.


Die Akademie (2024)

Schrecklich belangloses über den angeblich waren Blick in die Kunstuni, das Kunstgewerbe und die persönlichen Schicksale dieser Industrie. Charaktere durchleben keine wirklichen Entwicklungen, die Dialoge kommen nie über ihre anfänglichen Plattitüden hinaus. Leblos, schablonenartig gefilmt und fast durchgängig hölzern gespielt. Lediglich Maja Bons möchte ich positiv erwähnen. Sie versucht zumindest etwas eigenes mit einzubringen und wäre wohl bei einem besseren Drehbuch zu mehr in der Lage.


Vincent muss sterben (2023)

Plötzliche, unprovozierte Attacken halten Frankreich im Atem. Eines der Oper ist Vincent (Karim Leklou) der aus heiterem Himmel von teils völlig fremden Menschen attackiert wird. Ungewöhnlicher Horrorfilm der zugleich Sozialdrama, wie auch ein äußerst toxischer Liebesfilm ist. Lose ans Zombiegenre angelehnt bewegt sich der Film irgendwo in der Nähe anderer Außensteier*innen wie Romeros „The Crazies“ (1973) oder dem Verbalvirus Horror von „Pontypool“ (2008). Äußerst spannend und zwiespältig, gerade weil der Film letztlich keinem Genre so richtig gerecht wird. Ebenfalls hochzuhalten: Die wirklich starken schauspielerischen Leistungen von Karim Leklou und Vimala Pons (Eden Log, 2007).


Comic Book Confidential (1988)

Kleine, sehr unaufgeregte Comic Doku die mir bis dato völlig unbekannt war. Der Film ackert sich chronologisch durch die Geschichte der neunten Kunst. Dabei kommen viele bekannte Künstler*innen wie Robert Crumb, Jack Kirby, Lynda Barry, Harvey Pekar, Frank Miller und einige mehr zu Wort. Die Doku behandelt dabei überraschend wenig Superheld*innen und räumt dafür sehr viel mehr Zeit für EC Horror und deren Zensurgeschichte, aber vor allem für die Underground Comics der 70er Jahre ein. Schön ist auch die Zeit das wir inszenierte Lesungen aller vertretenen Künstler*innen bekommen und dadurch einen tieferen Einblick in einzelne Werke der Künstler*innen erlangen als es in solch einer Doku eigentlich üblich wäre. Vermutlich eher eine Doku für den harten Kern von Comicfans, für diese aber schon allein als Zeitdokument einen Blick wert.

Dienstag, 16. Juni 2026

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Das Stendhal Syndrom (1996) [Plaion]


Durchschnittlicher 90er Jahre Dario Argento (Die neunschwänzige Katze, 1971) Psycho-Thriller, der vor allem durch eine solide Leistung von Asia Argento (Das Phantom der Oper, 1998) in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist vor allem die Eröffnungsszene in Florenz unheimlich stark gefilmt und entwickelt dank des Soundtracks von Ennio Morricone (Black Angel, 2002) eine sehr dichte, fast hypnotische Atmosphäre. Überdies hinaus ist der Film wohl vor allem dafür bekannt, dass es der erste italienische Film mit CGI Effekten ist. Diese sind natürlich nicht sonderlich gut gealtert, aber ein interessantes Zeitstück. Ganz im Gegensatz zu dem mechatronischen Zackenbarsch mit dem Asia eine kurze Liebesszene hat, der ist natürlich top. Insgesamt krankt der Film vor allem an sehr schwachen Performances der Nebenfiguren, einem Twist der Niemanden erstaunen wird und Szenen sexueller Gewalt die eher voyeuristisch als schockierend gefilmt wurden. Auch bekommt das Titelgebende Syndrom zu wenig Aufmerksamkeit und wird ab der Hälfte der Spielzeit auch einfach zur Seite geräumt.

Für Argento Sammler*innen lohnt sich der neue 4K Release des Films von Plaion dennoch. Neben dem Film in schön restaurierten 4K bekommt ihr neben einem Audiokommentar, Trailern und internationalen Titelsequenzen auch noch eine zweite Schnittfassung des Films. Auf einer Bonus Blu-ray kommen noch eine ganze Reihe neuer, für diesen Release geführte Interviews mit Cast und Crew, sowie ein paar Interviews aus den Archiven, die auch schon auf der DVD zu finden waren.


JSA - Joint Security Area (2000) [Plaion]

Auf ungeklärte Weise sterben zwei Nord Koreanische Grenzwachen an der entmilitarisierten Zone. Eine unparteiische Person soll die Lage untersuchen, doch die Aussagen widersprechen sich. Park Chan-Wooks (Oldboy, 2003) Debütfilm-Meisterwerk zeigt schon zu Beginn seiner Karriere was wir von ihm erwarten können. Zwar ist der Film handwerklich nicht so ausgereift wie seine späteren Werke, jedoch beweist er schon hier eine extrem sichere Hand für Zwischentöne und raue, ungefilterte Emotionen. Die Mischung aus Drama und Thriller hat einen unheimlich herzigen Mittelteil, durch den das Ende umso trauriger wird und uns ratlos zurücklässt. Dennoch hat der Film auch viele menschliche, hoffnungsvolle Momente. Darstellerisch machen hier alle mindestens einen sehr guten, teilweise auch einmaligen Job. Vor allem Song Kang-ho (Durst – Thirst, 2009) sticht dabei schon damals als Ausnahmetalent heraus. Auch nach 26 Jahren noch eine klare Empfehlung wert, ein Drama, das sich nicht hinter den späteren, bekannteren, Werken des Regisseurs verstecken muss.

Die 4K Restauration ist sehr schön geworden. Außerdem enthält die UHD von Plaion auch noch zwei Audiokommentare. Zur Bonus Disc kann ich leider nichts sagen, das mir diese nicht vorliegt.


Snowbeast (1977)

Bigfoot TV-Film aus den 70ern. Beginnt erst relativ vielversprechend. Einige der Außenaufnahmen zeigen schöne Berglandschaften und nette Skifahrmontagen. Der Bigfoot schleicht sich dabei oftmals in POV Shots an nichts ahnende Damen heran. Selbst der Bigfootanzug sieht für einen TV-Film eigentlich ganz passabel aus, wird allerdings nur wenig befriedigend Eingesetzt. Im Verlauf wird immer deutlicher das alle Figuren sich konstant gegenseitig den Plot, ihre Gefühle und vor allem ihre Verwandtschaftsverhältnisse erklären müssen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen dreisten Abklatsch von „Jaws“ (1975), denn auch hier will man die Piste nicht schließen und sagt die Feierlichkeiten nicht ab. Am Ende wird es dann noch höchstgradig melodramatisch und wir verlieren mehr Laufzeit ans wieder aufflammen einer lieblosen Ehe als wir das verdammte Vieh jagen. Dann wird noch recht lange und noch planloser nach dem Schneemenschen gejagt, oder geflohen (so richtig weiß man das nie) und dann endet das Ganze ziemlich abrupt und vor allem egal. Na ja zumindest ist es schön Sylvia Sidney (Fury, 1936) mal wieder zu sehen und Bo Svenson (Butcher, Baker, Nightmare Maker, 1981) ist für Exploitation Fans natürlich auch immer eine Freude.


Naked Vengeance (1985)

Von Roger Corman (Dementia 13, 1963) produzierter und vom legendären philippinischen Regisseur Cirio H. Santiago (Vampire Hookers, 1978) realisierter Rape and Revenge Thriller. Alles beginnt mit einer epischen Rockballade und einem sehr traurigen Hochzeitstag. Denn nicht nur das Carla (Deborah Tranelli) Abends mit ansehen muss wie er Mann von einem Vergewaltiger erschossen wird, nein auch vorher war der Tag schon echt doof. Ihr Mann hatte den Tag nämlich vergessen, musste dann ohne mit ihr zu Frühstücken auf die Arbeit und kam dann noch zu spät nach Hause. Nach dem Intro das uns sehr an „Death Wish“ (1974) erinnert, wechseln wir danach zu einer Kopie von „I Spit on Your Grave“ (1978). Carla besucht danach nämlich ihre Eltern in einem kleinen Örtchen in dem alle Männer zumindest Machos, Spanner und Grabscher, die meisten von ihnen aber schlimmeres sind. Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das alle männlichen Figuren derart platt, eklig geschrieben wurden. Gefällt mir. Das größte Problem des Films ist ohne Frage die Vergewaltigungsszene, die auf vielen Ebenen geschmacklos, albern, inkompetent und äußerst fragwürdig inszeniert wurde. Danach bekommt der Film aber etwas Tempo zurück und entwickelt sich im Verlauf etwas vom klassischen Rachefilm weg und nimmt einige Anleihen bei „Rambo“ (1982) auf. Merkwürdiger Mix. Funktioniert auch alles nicht so richtig. Dafür sind die Typen aber genauso drüber eklig, wie Carlas Rache an ihnen zufriedenstellend ist. Am Ende bleiben aber alle etwas ratlos zurück, ein insgesamt völlig undurchdachter Rachethriller, der durchaus seine guten Exploitation Momente hat, aber wohl dennoch nur was für die hartgesottenen Santiago Fans ist.

Dienstag, 2. Juni 2026

Carlsen Manga im Juni 2026!

Carlsen Manga im Juni 2026!

Dragon Hunt Tribe #1

Ein Drachenjäger findet in ein
em Drachennest ein von eben diesen Drachen aufgezogenes, wildes Mädchen. Er tötet die Drachenbrut und bringt sie mit in sein Dorf. Dort soll sie nun als Mensch aufwachsen, ihr Leben als Teil der Drachenhorde kann sie jedoch nur schwer ablegen.

Shiro Kuroi, ebenfalls der Erschaffer der Mangareihe „Leviathan“ überrascht mit einer epischen und düsteren Fantasygeschichte, die sich neben großen Kämpfen zwischen Menschen und Drachen, auch philosophischen und sozialen Fragen stellt. Dabei wirken viele Ideen etwas zu großzügig zusammen gesammelt. Einflüsse wie „Nausicaä“ oder „Attack on Titan“ oder auch „Herr der Ringe“ sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Was ja aber auch nichts schlimmes sein muss. Denn zum Glück kann Kuroi den Manga auch mit einigen eigenen und Interessanten Ideen füllen. Vor allem der Drachenlore ist komplexer und vielschichtiger als man zuerst annehmen würde. Das Artwork ist sehr interessant, wobei hier besonders auffällt das Kuroi auf Rasterfolien verzichtet und vor allem bei den Texturen von Rüstungen und Drachenschuppen Details händisch zeichnet. Sehr aufwendig, bringt aber auch sehr schöne Ergebnisse. Der erste Band kann Interesse wecken und macht in jedem Fall Lust auf mehr. Bin gespannt wohin die Reise geht, Potential ist in jedem Fall vorhanden.
 

Hotel Inhumans #2

Verrückt geht es weiter im merkwürdigen Hotel für Auftragskiller. Wieder gibt es neue Besucher*innen mit neuen Wünschen. Diese werden natürlich gewissenhaft von Ikuro und Sara erfüllt. Unter anderem müssen sie für eine Kundin ein letztes Abendmahl kreieren, aber ihnen läuft die Zeit davon. Auch der zweite Band ist ganz unterhaltsam. Der Manga lebt von seinen merkwürdigen Figuren und absurden Situationen. Wenn diese Stärken voll ausgekostet werden, kann der Manga klar punkten. Dazwischen kommt es aber oft zu kleineren Durststrecken und die Erzählung kann das Niveau der guten Momente nur selten länger aufrecht erhalten. Das Artwork ist aber schön und hat einige nette Ideen.


Königin der 1000 Jahre #3

La-Metal kommt immer näher, droht die Erde zu zerstören und egal was er auch tut, Hajime gelingt es nicht die Wahrheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Gleichzeitig muss Yayoi sich entscheiden auf wessen Seite sie steht. Hilft sie der Menschheit, der sie mittlerweile wohl mehr angehört oder überwiegt doch ihr Pflichtgefühl gegenüber La-Metal?

Leiji Matsumotos Meisterwerk geht in die Dritte Runde. Das Artwork ist fantastisch und hat viele traumhaft gute Ideen, die ständig zwischen klassischem Manga und westlichen Comicstil balancieren. Die Handlung ist komplex, vielschichtig und hat starke emotionale Höhepunkte ohne aber auch in manchen Momenten eine gewisse Leichtigkeit zu verlieren. Vollkommen zu Recht einer der großen Science-Fiction Manga Klassiker und gerade in dieser, von Carlsen toll aufbereiteten Hardcover Version eine pralle Empfehlung!


Ran und die graue Welt Doppelpack #1-#2

Ran ist eine freche Junghexe, die ihren Vater und großen Bruder pausenlos auf trab hält. Vor allem wenn sie ihre magischen Sneaker anzieht, durch die Sie sich in eine Teenagerin verwandeln kann. Das sorgt natürlich für allerlei Ärger und so manche unangenehme Situation. Aki Irie ist eine ganz besonders tolle Zeichnerin und mit diesem Doppelpack habt ihr die Möglichkeit günstig in die Serie um Ran einzusteigen. Geboten wird euch dabei eine rasante Fantasy-Komödie mit vielen Coming-of-Age Anteilen. Leider ist dieser auch recht vollgepackt mit einigen creepy Momenten, die so wirklich nicht sein müssten. Dafür ist aber wie gesagt das Artwork so dynamisch, flauschig und liebenswürdig. Iries Talent liegt dabei sowohl im Kreieren spannender Figuren, als auch darin modische Designs unglaublich cool und lässig auf die Seiten zu bringen. Allein fürs Artwork lohnt sich also zumindest mal ein Blick in die Bücher. Der zweite Band enthält als Bonus einen kleinen Artprint.


Stitch reist in der Zeit #1

Und dann zum Schluss noch was tolles für die kleineren Leser*innen. Diesmal reist Stitch durch die Zeit und es verschlägt ihn ins alte Ägypten wo er zwischen Pyramiden, Sphinx und Pharaonen so manches Chaos anrichtet. Knuffig bleibt das blaue Alien dabei aber dennoch. Lange böse kann man ihm jedenfalls nie sein, vor allem nicht bei einem so niedlichen Artwork. Rasant erzählt, mit vielen Gags und nebenbei lernt man auch noch ein wenig über die Epoche, auch wenn Stitch das eine oder andere vielleicht etwas verändert.

Mittwoch, 29. April 2026

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Hamnet (2025) [Plaion]

Chloé Zhao (Nomadland, 2010) verfilmt Maggie O'Farrell Roman „Hamnet“ in der es um die Entstehung des Theaterstücks „Hamlet“ geht. Nachdem Agnes (Jessie Buckley) und ihr Ehemann William Shakespeare (Paul Mescal) ihren Sohn Hamnet (Jacobi Jupe) verlieren droht die Familie auseinander zu brechen. Shakespeare arbeitet in London weiter am Theater während sich seine Frau um die verbleibenden Kinder kümmert und an ihrem Kummer zugrunde geht. Zhao schafft es erneut, einen Film durchgehend mit starken Bildern zu filmen. Keine Kameraeinstellung wird verschwendet, jeder Moment kann Emotionen vermitteln oder durch seine Schönheit verblüffen. Herausragend ist aber vor allem die Chemie zwischen den Darsteller*innen der Familie und vor allem das Acting des noch sehr jungen Jacobi Jupe, der wirklich allen anderen jede Szene stehlen kann. Obwohl dieser Film eine technisch zweifellose und stark geschriebene Abhandlung über Trauerbewältigung und die Kraft der Kunst ist, ist auch dieser Film von Zhao mitunter etwas zu trocken und auch wenn ich es selbst nicht so empfinde, kann ich jede*n verstehen die*der den Film etwas langweilig findet. Aber allein für das ungeahnt starke Finale sollten alle Cineast*innen den Film einmal gesehen haben.

Die Blu-ray von Plaion bietet neben dem Film noch ein paar Extras mit Blicken hinter die Kulissen und Interviews.


Longlegs (2024)

Nicolas Cage (Pig, 2021) als Serienmörder, der gar nicht so lange Beine hat wie viele behaupten. Hier treffen „Sieben“ (1995) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) auf Nicolas Cage typische Momente und eine gehörige Menge Satanismus. Objektiv müsste ich zugeben, dass der Film wahrscheinlich nicht so gut ist, wie ich ihn persönlich empfunden habe. Für mich stimmt hier aber eigentlich alles. Wie für Regisseur Osgood Perkins (The Monkey, 2025) typisch, ein sehr stylischer Film, der von Beginn an die Spannung halten kann, ohne sich dabei jemals in einer gehetzten Erzählform zu verlieren, gepaart mit sehr solidem Acting, vor allem Maika Monroe (It Follows, 2014) und Blair Underwood (Gattaca, 1997), Nicolas Cage selbst ist für den Film letztlich gar nicht so wichtig, wie man zuerst annehmen sollte. Verliebt man sich stilistisch allerdings nicht so wie ich augenblicklich in den Film, fallen schnell kleine Macken auf, Cage bekommt nur wenige Chancen, einen spannenden Bösewicht abzugeben, auch wenn es ihm trotzdem manchmal gelingt. Vor allem ist der Plot aber relativ simpel und lässt sich ziemlich schnell voraussehen. Davon abgesehen bekommt ihr aber einen knackigen FBI-Thriller mit einigen gruseligen okkulten Momenten. Mir hat’s sehr gefallen.


28 Years Later: The Bone Temple (2026) [Plaion]

Spike hat seine Insel verlassen, doch nur kurz muss er das Zombie verseuchte England alleine durchqueren. Denn schon bald lernt er Sir Jimmy Crystal (Jack O'Connell) und seine Jimmies kennen. Die verrückte Satanssekte nimmt ihn auf, nachdem er einen von ihnen getötet hat, aber leichter wird sein Leben dadurch nicht…

Nur mäßig konnte mir der dritte „28“ Film gefallen, aber da ich Spaß mit Nia DaCostas Remake von „Candyman“ (2021) hatte wollte ich auch dem Knochentempel eine Chance geben. Der erste Akt ähnelt leider stark dem vorherigen Film, wobei mich die Figuren am meisten stören. Vor allem die Jimmies sind zu Beginn so derartig drüber, dass es schwer ist, sich auf das Gesehene einzulassen. Dieses Problem legt sich aber immer mehr und vor allem wenn wir uns stattdessen mit dem von Ralph Fiennes (Grand Budapest Hotel, 2014) gespielten Doktor befassen, entwickelt der Film sich zu etwas größeren. Auch wenn Fiennes den Film über große Strecke tragen muss, scheint das für ihn kein Problem zu sein, zugleich hilft er seinen Kollegen in gemeinsamen Szenen zu besseren Leistungen. So haben sowohl Chi Lewis-Parry (Kraven: The Hunter, 2024) als Oberzombie Samson und auch Jack O'Connell (Blood & Sinners, 2025) mit ihm zusammen ihre ausdrucksstärksten Momente. Außerdem bekommen wir dank ihm auch den wohl besten „Iron Maiden“ Moment der Filmgeschichte.

Schwach angefangen mausert sich Bone Temple in seiner Laufzeit zum interessantesten und wohl vielschichtigsten Teil des Franchise, viele kleine Ideen und ungeahnte Momente halten die Spannung aufrecht und machen sogar Lust auf einen weiteren Titel.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit einigen kleinen Blicken hinter die Kulissen.

Mittwoch, 22. April 2026

Carlsen Manga im April 2026!

Carlsen Manga im April 2026!

Revolt #1

Deutscher Cyberpunk Manga von Dominik Jell. Spielt in einer retro-futuristischen Dystopie in der Geld jedes Problem lösen und jedes körperliche Upgrade möglich ist. Wer aber arm ist oder sich dem Megakonzern entgegenstellt kann nicht auf ein gutes Leben hoffen. Offensichtlich wird hier das Genre nicht neu erfunden, die Floppy Disk Ästhetik hat jedoch Charme und die Charaktere werden einem schnell sympathisch. Optisch muss sich dieser Titel auch nicht hinter vielen der Genrekolleg*innen der Zeit verstecken und überzeugt mit einem weichen lebendigen und aufgeräumten Stil.


Hotel Inhumans #1

Das „Hotel Inhumans“ ist ein verschwiegener Rückzugsort für die besten Auftragskiller der Welt. Hier kann entspannt werden, Dinge können Diskret verschwinden und neue Ausrüstung erworben werden. Und der Concierge erfüllt jeden Wunsch. Nette Mischung aus „John Wick“ und den Auftragskiller Elementen aus „Spy x Family“ konnte mich wegen des zu überdrehten Erzählstils, der in jede Richtung immer etwas zu sehr drüber ist, nicht so richtig abholen. Einzelne Momente sind aber nett und komisch. Die Action ist dank des soliden Artworks auch voll okay. Wird einigen sicherlich besser gefallen als mir.


Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft – Der Manga #1

Am 26. April 2026 jährt sich zum 40. mal der verheerende Atomunfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl und um gegen das Vergessen und für die Stimmen der Opfer zu kämpfen reiste Swetlana Alexijewitsch jahrelang durch Weißrussland und die Ukraine um dort mit Opfern der Katastrophe und deren Angehörigen Interviews zu führen. Daraus entstand letztlich das Sachbuch „Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft“. Nun wurde dieses Buch von Yuta Kumagai auch als Manga veröffentlicht. Band 2 kommt im Sommer, Band 3 dann voraussichtlich Anfang nächsten Jahres bei Carlsen heraus. Die Kapitel beschäftigen sich mit verschiedenen Arten der Betroffenheit. Einmal geht es um die Frau eines Feuerwehrmanns, der an den Folgen der Strahlung nach dem Einsatz am Kraftwerk verstirbt. Ein Soldat erzählt vom Einsatz im Gebiet, wo er und andere ohne Schutzausrüstung die verstrahlte Erde abtragen mussten. Auch das Schicksal der aus Prypjat Geflüchteten und andere sehr private Auswirkungen werden hier besprochen. Die Schicksale sind sehr bewegend und passend dazu stark und emotional ins Bild gesetzt. Dabei bleibt sehr viel Raum für leise Momente, für die besonderen Details die den Betroffenen aus der Zeit in Erinnerung geblieben sind. Letztlich schafft der Manga es auch wunderbar die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen hervorzuheben, ihre Stärke mit der sie überlebten oder eben nicht und auch ihre Hoffnung wurde eingefangen. Dadurch wird hier zwar nichts geschönt, aber es wird dennoch herausgearbeitet wie in all diesem Leid menschliche Momente dafür sorgen dass, das Leben selbst nach solchen Unglücken weitergehen kann und soll. Ohne Zweifel der beste Manga des Monats.


Kleine Katze Chi in Frankreich

Die kleine Süße Katze Chi ist am Ende des letzten Manga mit ihrer Familie von Japan nach Frankreich gezogen. Jetzt wohnt sie in einem Vorort von Paris und hat sogar schon einmal den Eiffelturm gesehen. Jetzt warten neue Abenteuer auf sie und schnell stellt sie fest, dass es dort nicht nur ganz anders riecht, man kann mit den Katzen vor Ort auch einigen Schabernack treiben. Konami Kanata und Zeichnerin Catherine Bouvier haben wieder einen sehr niedlichen und leichtfüßigen Katzenmanga abgeliefert. In westlicher Leserichtung und komplett in Farbe darf Chis erneut viel erleben, was meistens in kleinen, sehr niedlichen Gags gipfelt. Sehr leichte Unterhaltung, auch für die ganz Kleinen geeignet. Katzenfans können hier wie immer bei Chi wenig verkehrt machen.


Die Gesellschaft der Tiere #3

Eigentlich sollten sich Chika und Murph hassen und versuchen sich gegenseitig umzubringen, vor allem nachdem was kurz zuvor passiert ist. Doch jetzt wo Beide niemanden mehr haben außer die Andere beginnen sie zusammen zu überleben. Sie finden sogar neue Freunde im Wald. Eine Gruppe von genetischen Mischwesen, auf Frankensteins Weise zusammengeflickte Tiermenschen, nimmt sie bei sich auf. Kurz Leben sie fast schon idyllisch als Familie in ihrem Versteck. In einer Welt, in der es aber nur Beute oder Jäger*innen gibt, hat der Frieden nur eine kurze Chance.

Der dritte Band macht einiges besser, was ich in den vorherigen Bänden kritisiert hatte. Der übertrieben forcierte Splatter und Gore Anteil wird etwas heruntergeschraubt, wodurch diesmal mehr Raum für die Charaktere und eine Handlung bleibt. Das tut der Serie sehr gut und zum ersten Mal interessiere ich mich wirklich für die Figuren. Umso effektiver also, wenn der Horror zurück kommt. Leider fühlt es sich an als würde auch der nächste Band wieder so ziemlich von vorne beginnen und die Charaktere bekommen nicht so richtig die Chance sich zu entwickeln. Wir sind aber insgesamt mit diesem Manga mehr auf dem richtigen Weg als zuvor.

Montag, 2. März 2026

Kalenderwoche 9 2026: Bootspiele, Monsterrummel & Sektfreuden!

Kalenderwoche 9 2026: Bootspiele, Monsterrummel & Sektfreuden!

Sheila (1973)

Cleveres und letztlich in seinem Menschenbild nihilistischer Whodunnit-Krimi unter der Regie von Herbert Ross (Kein Koks für Sherlock Holmes, 1976). Das Drehbuch von Stephen Sondheim (Into the Woods, 2014) und „Psycho“ (1960) Star Anthony Perkins bietet viele Wendungen und schlaue Kniffe, sodass auch Genreexpert*innen mehrmals auf die falsche Fährte gelockt werden sollten. Das Ensamble um Richard Benjamin (Westworld, 1973) und Raquel Welch (Eine Million Jahre vor unserer Zeit, 1966) macht seine Sache durchweg überzeugend und alle Charaktere sind auf ihre eigene Weise unausstehlich. Die Bildsprache ist wohl der schwächste Teil dieses gelungenen Filmchens, was aber immer noch heißt das der Film gut aussieht, aber auch nicht durch besonders starke Kameraarbeit heraussticht. Getragen wird der Film eher von den Darsteller*innen und einem vielschichtigen, durchdachten und wunderbar kondensierten Drehbuch.

Die Blu-ray von Plaion bietet euch einen Audiokommentar zum Film, sowie eine Kurzdoku und die „Sheila“ Folge der „Trailer from Hell“ Reihe. Außerdem natürlich die obligatorischen Teaser, Trailer und Bildergalerie.


Gamera gegen Gaos - Frankensteins Kampf der Ungeheuer (1967)

Mit dem dritten Teil läutet Gamera mehr oder weniger seine kinderfreundliche Zeit ein. Unpassend in diesem Kontext sind daher die merkwürdig splattrigen Momente in denen Flederechse Gaos Gamera beinahe ein Bein absäbelt oder Gamera ihm sogar einen Fuß abreist. Ansonsten verabschiedet sich die Riesenkröte nun ganz ins reich des Cartoonhumors. So wird Gaos vom japanischen Militär zuerst mit Kunstblut angelockt und dann auf einer Riesenscheibe so lange gedreht bis dem fiesen Beißer kotzig wird, was aber nicht so richtig klappt. Auch toll wenn Gamera erst den Todesstrahlen gekonnt wie ein Kung-Fu-Kämpfer ausweicht und anschließend Gaos einen dicken Stein gekonnt in den Schnabel wirft. Ansonsten eher uninspiriert bis nerviges Kaiju Getümmel. Für Genrefans dank einiger kultiger Momente dennoch kein Totalausfall.


Dreißig Jahre an der Peitsche (2024)

Rosa von Praunheims vorletzte Regiearbeit vor seinem Tod 2025 ist zu einem Teil Dokumentation und zu zwei Teilen Biopic über Tina, eher bekannt als die Berliner Domina Lady MacLaine. Praunheim lebte viele Jahre im selben Haus in dem Tina arbeitete und so ergab sich die ganze Geschichte. Der dokumentarische Teil ist eigentlich ganz interessant, auch wenn ich das Gefühl habe das wir in vielen Momenten tiefer in Tinas Erinnerungen hätten gehen müssen um mehr substantielles zu erfahren. Das liegt wohl vor allem an dem sehr großen Biopic Anteil des Films. Vieles wird uns nämlich nicht von Tina erzählt sondern von Praunheim in sehr einfachen, eher bühnenartigen Sets, mit sehr durchwachsenen schauspielerischen Einlagen inszeniert. Das funktioniert manchmal in den absurderen Momenten der Geschichte, aber vor allem in dramatischen Begebenheiten geht das gezeigte so überhaupt nicht. Letztlich ziemlich schade, schließlich wäre hier ein spannenderer Film möglich gewesen mit viel einfacheren Mitteln und zugleich wäre man der Lebensgeschichte von Tina so auch gerechter geworden.

Dienstag, 24. Februar 2026

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

The Rule of Jenny Pen (2024) [Plaion]

Der griesgrämige Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) muss nach einem Schlaganfall in ein Senior*innenheim. Allerdings wird er nicht, wie er selbst denkt schon bald wieder in sein eigenes Haus zurück können, sondern noch einige, vermutlich seine gesamte verbleibende Zeit dort verbringen. Was auch so zu einer Tortur werden könnte, wird ein absoluter Albtraum durch Dave Crealy (John Lithgow). Ein Mitbewohner der alle anderen Senior*innen mit seiner Handpuppe Jenny Pen Terrorisiert.

Montag, 16. Februar 2026

Kalenderwoche 7 2026: Ein guter Junge, Haie in Tokyo und ein tödlicher Einfluss!

Kalenderwoche 7 2026: Ein guter Junge, Haie in Tokyo und ein tödlicher Einfluss!

Good Boy (2025)

Horror mit Hund in der Hauptrolle. Zieht sich leider teilweise etwas langatmig, der Hund in der Hauptrolle, ist allerdings unglaublich ausdrucksstark und natürlich auch niedlich. Interessante Idee Traumabewältigung aus der Sichtweise eines Hundes zu zeigen, ebenso wie die Idee den Film so zu filmen als wäre die Zielgruppe Hunde und somit nicht den Human-Gaze anzuwenden. Ist putzig und einmalig, daher eine Sichtung wert.

Freitag, 19. Dezember 2025

Kalenderwoche 50 2025: Rattige raten, angelockte Haie, ein Werstier, Stromvampire aus dem All und eine geklonte Familie!

Kalenderwoche 50 2025: Rattige raten, angelockte Haie, ein Werstier, Stromvampire aus dem All und eine geklonte Familie!

Dangerous Animals (2025) [Constantin Film]

Starker Hai-Slasher Hybrid, der von Beginn an die Spannung halten kann. Dies nicht zuletzt wegen der grundsoliden Kameraarbeit und dem sehr charismatisch von Jai Courtney (The Suicide Squad, 2021) verkörperten Killler und den beiden sympathischen Hauptfiguren, gespielt von Hassie Harrison und Josh Heuston (Dune: Prophecy, 2024). Die Effekte sind gut, es geht auch mal etwas deftiger zur Sache und die Erzählweise bleibt düster humorig. Am Ende lag es aber vor allem daran, dass ich die Hauptcharaktere wirklich mochte und daher auch wirklich mitgefiebert habe wenn sie entkommen wollten, etwas was man ja leider nicht über viele Horrorfilmchen sagen kann. Die Haie waren auch nett und zuletzt ist mir noch der Einsatz des Soundtracks positiv aufgefallen, denn es werden ein paar nette Ideen mit der Musik des Films versucht. Für Genrefans auf jeden Fall einer der leider etwas untergegangenen Titel des Jahres, der aber sicherlich in den kommenden Jahren noch ein größeres Publikum finden wird.

Die Blu-ray bietet neben dem Trailer noch ein kleines Promo Featurette als Extra.

Dienstag, 4. November 2025

Kalenderwoche 44 2025: Augenflüssigkeit, blinde Mönche, durchgelatschte Sohlen, gute und schlechte Väter!

Kalenderwoche 44 2025: Augenflüssigkeit, blinde Mönche, durchgelatschte Sohlen, gute und schlechte Väter!


The Long Walk: Todesmarsch (2025)

Basierend auf der gleichnamigen Novelle von Stephen King aus dem Jahre 1979. Francis Lawrence (Die Tribute von Panem, 2013) versucht sich erfolgreich an einer zu unrecht nur wenig beachteten King Geschichte. Dabei hält er sich zum Großteil recht nahe an der Vorlage, was auch Problemlos gelingt. Zwar bezieht sich die Kritik von King im Buch deutlich auf den Vietnamkrieg, das im Film gezeigte Unrecht lässt sich aber auch ohne Umwege auf aktuelle Regierungen, soziale Konflikte und internationale Krisen anwenden. Somit kann der Stoff auch Heute noch emotional bewegen und zu Tränen rühren. Der Horror ist unmenschlich und umso mehr können die Figuren erstmals ihre eigene Menschlichkeit zulassen und wenn es auch nur bei einem einzogen schrecklichen Marsch ist. Mark Hamill (Die Abenteuer von Brigsby Bär, 2017) wirkt hier etwas deplatziert. Dafür bekommt Judy Greer (Halloween Kills, 2021) eine kleine Rolle. Die wahren Stars sind hier aber die jungen Darsteller. Allen voran David Jonsson (Alien: Romulus, 2024), der wirklich jede Szene ohne Probleme an sich reißen kann. Aber auch Cooper Hoffman, Charlie Plummer, Ben Wang und Joshua Odjick machen ihre Sache sehr gut. Starker Film der sich völlig auf sein Konzept einlässt und damit auf voller Länge punkten kann.

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Kalenderwoche 41: Ich weiß schon wieder was du letzten Sommer getan hast und Hornpulver!

Kalenderwoche 41: Ich weiß schon wieder was du letzten Sommer getan hast und Hornpulver!

I Know What You Did Last Summer (2025) [Plaion]


Liebloses Legacy Sequel zu einer, eh immer nur mäßig interessanten, hochglanz Slasher Serie, die auch durch die Gastaufritte von Freddie Prinze Jr., CGI-Sarah Michelle Gellar, Jennifer Love Hewitt und Brandy Norwood nicht gerettet werden kann. Knapp zwei Stunden müssen wir den wohl nervigsten Slasher-Charakteren seit dem Freitag Remake beim sterben zu sehen. Der Finale Twist ist nach zehn Minuten offensichtlich und was übrig bleibt sind langweilige Kills und dümmliche Dialoge, vollgepackt mit Buzzwords und dusseligkeit. Dabei wird es nervig wenn der Film versucht witzig zu sein und noch nerviger wenn er versucht ernst zu sein. Kompletter Anti-Spaß. Handwerklich solide gefilmt ansonsten würde mir aber nichts positives dazu einfallen. Am Release ist aber positiv hervorzuheben, dass dieser UHD Release im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Filmen tatsächlich wenigstens ein paar Extras vorzuweisen hat.

Dienstag, 29. Juli 2025

Kalenderwoche 30: Fliegende Schädel und aufgewärmter Clown!

Kalenderwoche 30: Fliegende Schädel und aufgewärmter Clown!

Der Schädel des Marquis de Sade (1965)

Peter Cushing (Die Bande des Captain Clegg, 1962) und Christopher Lee (Rasputin - Der wahnsinnige Mönch, 1966) streiten sich um okkulte Gegenstände, bis Cushing schließlich an den Schädel des Marquis de Sade gerät. Das ist dann sogar Lee zu gruselig. Der Schädel verleitet seinen Besitzer nämlich zum töten. Der Film hat vor allem zwei wunderschön ausgestattete, spooky Sets. Genre Fans freuen sich natürlich auch über Cushing und Lee, doch wer hier einen Hammer Klassiker erwartet wird enttäuscht es handelt sich nämlich um eine Amicus Billigproduktion was leider nur zu schnell offenbar wird. Denn nach einem okayen Intro und den ersten Szenen mit unseren beiden Stars wirds richtig mager. Nach 20 Minuten fällt dem Film nichts neues ein und die die nächsten 40 Minuten latscht Cushing hin und her zwischen seiner Wohnung und der eines verschrobenen Kunsthändlers. Locker weitere 20 Minuten sehen wir einem Schädel beim herumschweben zu während Cushing verschlafen guckt oder sich auch mal erschreckt. Totale Gurke.

Donnerstag, 24. Juli 2025

Kalenderwoche 29: Trust Issues, ein breites Lächeln und Maiskinder!

Kalenderwoche 29: Trust Issues!

The Trust: Big Trouble in Sin City (2016)

Nicolas Cage (Drive Angry, 2011) und Elijah Wood (Maniac, 2012) spielen zwei korrupte Las Vegas Bullen die Planen den Safe eines Drogendealer Ringes auszurauben. Kurzweiliger, aber nicht erinnerungswürdiger Heist-Movie. Weder ist die Planung wirklich clever noch der Raub selbst spannend, gefolgt von einem Ende das zugleich nicht überrascht und dennoch alle unbefriedigt zurück lassen wird. Trotzdem kann sich eine einmalige Sichtung durchaus lohnen, allein wegen des sehr amüsanten und charismatischen Zusammenspiel von Cage und Wood, das sehr pointierte und teils amüsante alberne Momente mit etwas Hoffnungslosigkeit und Düsternis garniert.