Dienstag, 24. Februar 2026

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

The Rule of Jenny Pen (2024) [Plaion]

Der griesgrämige Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) muss nach einem Schlaganfall in ein Senior*innenheim. Allerdings wird er nicht, wie er selbst denkt schon bald wieder in sein eigenes Haus zurück können, sondern noch einige, vermutlich seine gesamte verbleibende Zeit dort verbringen. Was auch so zu einer Tortur werden könnte, wird ein absoluter Albtraum durch Dave Crealy (John Lithgow). Ein Mitbewohner der alle anderen Senior*innen mit seiner Handpuppe Jenny Pen Terrorisiert.

Komplett abstruser Altenheimpsychothriller. Mit einem völlig abseitigen John Lithgow (Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren, 1981), der sichtlich Spaß beim mobben hat. Bin mir nicht wirklich sicher ob der Film wirklich gut oder nur einfach so anders als andere sind, das er deshalb funktioniert. Die Atmosphäre wird gekonnt aufgebaut und mündet in einigen unangenehmen Szenen, deren Horror durchaus funktioniert, auch wenn alles ein wenig grotesk wirkt. Letzten Endes verliert der Film zwischendurch jedoch mehrmals den Faden, präsentiert fake out Enden, die aber niemanden wirklich reinlegen könne und endet dann weniger aufregend als möglich gewesen wäre.

Somit wird der Film völlig von seinem merkwürdigen Setting und vor allem von John Lithgow und Geoffey Rush (The King's Speech - Die Rede des Königs, 2010) getragen, mit einigen guten Charaktermomenten von George Henare. Also schon eine Empfehlung falls für euch ein Psychothriller mit Horrorpuppe interessant klingt. Der Grat zwischen Horror und Albernheit ist hier jedoch sehr schmal.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit ein paar Interviews und einem kleinen Featuerette über die Entstehung.


Anaconda (2025) [Plaion]

Jack Black und der Ameisenmann wollen gemeinsam ein Legacy Sequel zum alten „Anaconda“ (1997) Film mit Ice Cube und J.Lo drehen. Was natürlich im Chaos und mit einer toten Riesenwürgeschlange endet.

Legacy Sequels haben die 2000er Horrorremakes seit einigen Jahren abgelöst und für jedes „Final Destination 6: Bloodlines“ (2025) bekommen wir mindestens zwei „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (2025). Schlimm. Regisseur Tom Gormican versucht es bei der Riesenschlange, allerdings mit sehr vielen Metaebenen und selbst referenziellen Humor, aber er macht dies auch mit einer spürbaren Liebe für die olle Anakonda. Natürlich machen Rudd und Black es dem Publikum recht leicht den Film sympathisch zu finden und gerade zu Anfang funktioniert das Konzept doch überraschend gut und der Film platziert sogar einige emotionale Beats treffsicher. Leider schafft der Film es dabei niemals spannend zu werden, auch gruselige Momente vermisst man spätestens nach dem ersten Schlangenangriff schmerzlich. Das letzte Drittel schlägt sich dann stattdessen mit den Gastauftritten von Ice Cube und J.Lo herum, die obligatorisch in dieser Art von Film sind aber wirklich absolut nichts besser machen und eher nerven. Schlimmer ist aber der Humor, der sich immer mehr ins infantile bewegt bis hin zu minutenlangem Pippihumor und einer absolut nicht fassbaren Schweineszene, die aber zumindest derart doof ist, das sie doch schon wieder amüsiert. Das Ende ist dann irgendwie an alles lose rangetackert und macht keinen der Charakter- oder Storyarcs zu einer runden Sache.

Es hätte ein überraschend gutes Legacy Sequel werden können. So kann man leider absolut nicht von einem guten Film sprechen, aber zumindest ist das fertige Produkt in manchen Punkten herausragend genug (wenn auch gut oder schlecht), dass diese Anakonda wohl zu den unterhaltenderen des Franchise gehört.

Die 4K Disc hat neben Interviews und etwas Promomaterial auch ein paar ganz nette Deleted Scenes zu bieten. Nicht viel aber mehr als viele andere große Veröffentlichungen.