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Montag, 17. August 2026

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Das Geheimnis der Monsterinsel (1981)


Der Millionär Kolderup (Peter Cushing) erwirbt aus einer Laune heraus eine Insel. Kurz darauf lässt er ein paar seiner Leute auf eine Expedition zur Insel los. Unter den Männern ist auch sein Neffe Morgan (Ian Sera), der mit dieser Reise etwas erzogen werden soll und dessen kauziger Hauslehrer (David Hatton). Allerdings verläuft die Fahrt mit dem Schiff nicht sonderlich gut und schon bald werden sie von Tang behangenen Seemonstern attackiert. Mit ihren letzten Kräften können die beiden Männer sich auf die Insel retten, aber auch dort warten einige Monstren auf die beiden.

Schon beim ersten Blick auf das Cover war klar, das diese mehr als lose Jules Verne Adaption ulkig werden sollte. Was mich dann aber erwartete konnte ich nicht ahnen. Die Monster sehen im Film nämlich noch knuffiger aus als ihr es ahnen könntet. Euch werden Seetangmonster, ein Gummidino, Blaseraupen und ein schießwütiger Affe geboten. Hinzu kommt noch ein Peter Cushing (Shock Waves, 1977), der überhaupt nicht weiß wie ihm geschieht und eine deutsch Synchro die sich gewaschen hat. Alles völlig scheiße, einiges macht dann durch den widersinnigen Twist irgendwie doch Sinn, aber unterhalten kann dieses Monstrum von Film auf voller Linie.

Richtig gut ist an diesem Stück Filmgeschichte aus den Händen von Juan Piquer Simon (Slugs, 1988) eigentlich nichts. Es sieht aber auch nie danach aus als hätte Jemand mehr von diesem Film erwartet. Alle haben aber augenscheinlich ihre Freude an dem Schabernack den sie da treiben, außer vielleicht Cushing. Der Humor ist schön daneben und die drei Hauptfiguren gespielt von David Hatton (Vaterland, 1994), Gasphar Ipua (Sea Devils, 1982) und Ian Sera (Pod People, 1983) haben eine tolle Chemie und spielen schön locker und so wie es sich für solch einen Film gehört. Klare Trash Empfehlung.


Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde (1977)

In einer Buchhandlung wird dem Professor Otto Lindenbrock (Kenneth More) ein alter Reisebericht des Wissenschaftlers Saknussem zugespielt. Darin ist die Rede von einer phantastischen Reise unter die Erde, bis tief nach unten zum Mittelpunkt der Erde. Das Interesse des Forschers ist geweckt. Sofort plant er eine Expedition, bei der er von seiner Tochter Glauben (Ivonne Sentis) und ihrem Verlobten Axel (Pep Munné) begleitet wird. Sie reisen nach Island wo der Abstieg bis zum Mittelpunkt der Erde möglich sein soll. Dort heuern sie den isländischen Schäfer Hans (Frank Braña) an, der mit ihnen in einen Vulkankrater hinabsteigt. Bald entdecken sie eine fremde Welt voll mit prähistorischen Monstern.

Diese spanische Verfilmung des Abenteuer Klassikers von Jules Verne, ist im Grunde nichts anderes als eine aufgewärmte Variante der Version von 1959. Beide Verfilmungen sind sich sehr ähnlich und unterscheiden sich abgesehen von einem der Nebenhandlungen beinahe gar nicht. Leider ist der Humor hier nicht ganz so gelungen, dafür funktioniert der Film im Abenteuer Teil ganz gut. Die Dinosaurier sehen richtig schön schäbig aus und sind ein Fest für die Augen. Gummieidechsen auf Rädern, ganz großes Kino. Nur die Menschenfressenden Schildkröten sehen ganz cool aus, aber auch der Kampf der Plesiosaurier ist nicht total verkehrt.

Aber nicht nur in Sachen Monstereffekte und Kulissen ist diese Verfilmung schwächer, sondern auch bei der Besetzung. Frank Braña (Pod People, 1983) hat eine ungehörige Badass Trash Attitüde, die restlichen Darsteller*innen, die viel wichtiger für den Film sind, haben aber keine besondere Ausstrahlung und spielen nie besser als nur okay. Für Verne Fans also durchaus ein gelungenes Werk, wer aber nur mal Interesse an der Geschichte hat hält sich an die Verfilmung von 1959.


Das Monster von Tokio (1959)

Der amerikanische Journalist Larry Stanford (Peter Dyneley) reist nach Japan, um dort den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Robert Suzuki (Tetsu Nakamura) zu interviewen. Als der unvorsichtige Reporter im Berglabor des Doktors ankommt, merkt dieser zugleich wie unaufmerksam er ist. Damit erweist er sich als perfektes Versuchskaninchen für die nächsten Experimente. Er betäubt ihn und injiziert ihm darauf ein mysteriöses Mittel, das immer mehr seine animalischen Triebe stärkt. Schon kurz darauf hat er sich ganz verändert, betrügt seine Frau Linda (Jane Hylton) mit Geishas und man könnte beinahe denken, ihm wächst da was komisches auf der Schulter.

“The Manster” ist eine US-amerikanisch, japanische Co-Produktion aus den späten Fünfzigern. Veröffentlicht werde der Film 1960 als Double Feature mit “Eyes Without a Face”. George P. Breakstons (Golden Ivory) Geschichte erzählt von einem US-Reporter, der an einen leicht wahnsinnigen Wissenschaftler aus Nippon gerät, der ihn dann auch gleich zu einer Bestie machen möchte. Relativ grafisch wird schon im Intro klar gemacht, dass mit Dr. Suzuki nicht gut Kirschen essen ist. Der gewissenlose Wissenschaftler, gespielt von dem aus Titeln wie “U 2000 - Tauchfahrt des Grauens” (1963) und “Das Grauen schleicht durch Tokio” (1958) wohlbekannten Tetsu Nakamura (hier jedoch unter dem Namen Satoshi Nakamura kreditiert), hat nämlich schon einige andere Kreationen hervorgebracht. So sehen wir schon in den ersten Minuten wie ein intelligenter Gorilla einige Geishas beim Baden abmurkst und dann ist da noch seine Ehefrau, die zu einer widerlichen Mutation verkommen ist und von ihm gefangen gehalten wird.

Auch wenn die Effekte des Mansters eher lächerlich wirken, ist gerade dieser nüchterne, aber für damals sehr harte kalte Anfang sehr effektiv. Besonders das Make-Up und die Prothesen seiner Frau kommen durch die gelungene Beleuchtung etwas sehr unheimliches. Außerdem wird dadurch schnell klar, wie wenig man sich an damalige Restriktionen halten wollte. Für die Entstehungszeit zweifellos einer der härteren und ernsteren Drive-In Movies. Nach dem Intro wird es aber doch erst einmal sehr zeitgemäß wie in allen Filmen der damaligen Zeit und besonders in billigen Horror und Sci-Fi Flicks, geht es darstellerisch sehr hölzern zu, Anderes wie im Theater sehr übertrieben und dick aufgetragen und natürlich wird es auch äußerst melodramatisch. Die schlechtesten, aber auch ungeteilt lustigsten Momente haben immer etwas mit dramatischen Ereignissen zwischen Larry und Linda zu tun. Man erkennt die Dramatik an einem starken Kamerazoom und dem unheilvollen Geräusch: “Döödüüm”. Wie beim Zonk.

Trotz all des Trashs handelt es sich hierbei doch um einen der frühen Genreergüssen, mit durchaus subversiven Inhalt. Sexualität wird oft angedeutet und erwähnt. Die Hauptfigur betrügt seine Frau, verlässt sie und macht mit Geishas rum. Und das alles zu einer Zeit, während der man im Mainstream nicht mal zeigen durfte, wie Ehepaare sich ein Bett teilten. Die körperliche Transformation sieht etwas albern aus (auch wenn Sam Raimi bei “Army of Darkness“ klar darauf anspielt), die psychische packt dafür umso mehr. Anspielungen auf Alkohol- und Drogensucht sind sicherlich kein Zufall und gerade der damit einhergehende sittliche Zerfall unseres einstigen Helden zeigt Parallelen zu “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” und geht ähnliche Wege, nur eben mit dem etwas exotischeren Background Japans.

Das menschliche Monster hat jedenfalls einiges zu bieten: Trash, unfreiwillige Komik, schlechte Effekte, gute Effekte, lustiges versuchtes Drama, einen mitreißenden Plot und ulkig vorgetragene Dialoge, die dennoch ein wenig gewagt sind. Für Trash Liebhaber, die trotzdem noch etwas Anspruch verlangen genau das Richtige.

Ein Fleck in der Sonne (1961)

Filmische Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, über das Unglück das eine schwarze Familie zu zerreißen droht: Eine große Versicherungssumme. Mit wenigen kleinen Änderungen könnte dies auch einfach eine Aufzeichnung einer Theatervorstellung sein, der Cast des Films, allen voran die großartigen Claudia McNeil (Moon of the Wolf, 1972) und Sydney Poitier (The Defiant Ones, 1958). Bis in jede Nebenrolle toll besetztes Sozialdrama, das Heute vielleicht teilweise etwas hölzern und verstaubt erscheint, doch gerade in der Frage um Klassismus noch aktuelle Lehren vermitteln kann. Ansonsten ein tolles Zeitstück mit vielen mitreißenden Szenen.

Freitag, 14. August 2026

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Pinocchio: Unstrung (2026) [Plaion]

Wie auch bei den anderen Filmen des Jagged Edge Poohniverse handelt es sich auch bei dieser eher freien Adaption des „Pinocchio“ Stoffes um einen krassen, kruden und effektreichen Billighorrorfilm. Der Film lebt von seinen überbordend extremen Effekten, die oftmals an klassische Warner Brothers Cartoons mit Gore erinnern. Die Kinderdarsteller sind eigentlich ganz cool gecastet und haben sichtlich ihren Spaß. Auch die Handgemachten Puppeneffekte können gefallen und Robert Englund (Galaxy of Terror, 1981) als die Stimme der bösen Variante von Jimminy Cricket ist was nettes für Genrefreund*innen. Insgesamt kommt öfter mal Langeweile auf und zumindest bei mir haben sich diese Goreszenen meist recht schnell totgelaufen vor allem da ohne eben diese kein echter Film mehr übrig bliebe.

Die Blu-ray hat einiges an Extras zu bieten. Neben einem Audiokommentar auch noch Making-Ofs, Behind the Scenes, Interviews und entfallene Szenen. Schöne Veröffentlichung, die vor allem auch zeigt wie viel Spaß die Macher*innen hatten.

Angel’s Egg (1985)

Auch Heute noch eine unbeschreiblich schöne OVA des „Ghost in the Shell“ (1995) Regisseurs Mamoru Oshii. Es handelt sich dabei um einen höchst philosophischen und ruhigen Anime, der die meiste Zeit völlig ohne Worte auskommt. Die Handlung bleibt vage und lädt dazu ein sich selbst eine Meinung zu bilden. Visuell ist das Ganze atemberaubend schön. Ein Gedicht in Finsternis.

Trigun: Badlands Rumble (2010)

Ganz netter Film zur „Trigun“ Animeserie. Ein paar nette Actionsequenzen und beliebte Charaktere der Serie machen den Film für Fans ganz brauchbar. Insgesamt ist die Serie jedoch sowohl tiefsinniger, emotionaler und vor allem deutlich besser geschrieben. Einige Folgen haben deutlich komplexere Handlungsfäden und ein besseres emotionales payoff als dieser 90 minütige Film.

Wake Up Dead Man (2025)

Rian Johnsons dritter Teil der „Knives Out“ Krimis beweist vor allem wieder das Johnson unglaublich interessante und merkwürdige Figuren schreiben kann. Hier werden diese von einem tollen Ensemble zum Leben erweckt, dass es eine Freude ist. Zum Ende hin vielleicht etwas zu sehr gestreckt unterhält der Film dennoch besser als der zweite Teil und kombiniert Cozy Crime mit viel Humor und einigen bissigen gesellschaftlichen Spitzen.

Freitag, 31. Juli 2026

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

The Muppets Take Manhattan (1984)

Niedlicher, wenn auch keiner der besten Muppets Filme. Gerade der Anfang funktioniert ziemlich gut und hat einige schöne Emotionale Momente. Danach zerfällt der Film leider ziemlich stark in Fragmente, kleine Ideen und eingestreute Sketche. So hangelt man sich dann vor allem im letzten Akt nur noch mäßig von Gastauftritt zu Gastauftritt. Und dann funktioniert das Finale auch nicht wirklich, es passiert einfach nur. Zum Glück bekommen wir aber dennoch gerade von Miss Piggy einige sehr schöne Szenen die eine Sichtung schon lohnend machen.


Monster in my Pocket: The Big Scream (1992)

MIMP sind eine meiner liebsten 90er Jahre Toylines. Doch die kleinen Taschenmonster haben nie ihre eigene Cartoonserie bekommen. Denn es blieb bei dieser Pilotfolge der Hanna-Barbera Productions, die aber insgesamt ganz gut unterhalten kann. Die Monster sind niedlich, haben Charakter und coole Designs. Wer hätte nicht gern als Kind eine Serie mit einem Werwolf mit jamaikanischen Akzent gesehen? Die Animationen sind auch ganz ordentlich für eine Spielzeugwerbung aus der Zeit. Retro und Monstefans könnten also gefallen daran haben.


Spawn (1997)

Fand ich sogar als Kind schon schäbig. Schafft es absolut nicht irgendetwas der peinlichen edgyness der Comics cool umzusetzen und erst das CGI… Wahrscheinlich mit das schlechteste das ich bisher gesehen habe in einem Film der Budget zur Verfügung hatte. Dennoch fühlte ich mich bei der ersten Sicht seit bestimmt über 20 Jahren erstaunlich gut erhalten. Alles ist derartig stumpfsinnig, drüber und extrem forciert versucht cool ohne auch nur einem Moment lang cool zu sein… Man muss es lieben. Einzig das Maskendesign von John Leguizamo (The Menu, 2022) als Clown ist wirklich zu loben. Unglaublich wie sehr sie den Mann verändert haben um eine gelungene Bildschirmversion des Comiccharakters auf die Beine zu stellen. Keine Ahnung was Martin Sheen (The Dead Zone, 1983) und Michael Jai White (Black Dynamite, 2009) hier eigentlich versuchen, zumindest ist es lustig.

Bugonia (2025) [Plaion]

Biene Maja mal ganz anders!

Yorgos Lanthimos (Dogtooth, 2009) versucht sich in seinem jüngsten Streich an einem Remake des koreanischen Kultfilms „Save the Green Planet“ (2003) von Jang Joon-hwan. Dabei macht er daraus so sehr sein eigenes Ding mit kleinen Merkwürdigkeiten, dass mir erst spät auffiel diese Geschichte, vor einigen Jahren, schon einmal gesehen zu haben. Einmal mehr engagierte er Emma Stone (The Curse, 2023-2024) für die Hauptrolle und einmal mehr macht sie ihre Sache sehr gut ständig zwischen verängstigtem Opfer zweier Verschwörungsideologen und voller Kontrolle über die Situation. Entweder wirklich Girlboss oder Alieninvasorin. Ihr Spiel lässt beide Möglichkeiten offen. Optisch ebenfalls ein schöner Film, der mitunter in schrecklichen Zwischentönen stecken bleibt, sich durch Gewaltausbrüche wieder befreit um regelmäßig in humoristische Absurdität zu driften. Sicherlich nicht etwas das allen gefallen wird, meinen Nerv trifft es aber sehr genau.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit dem Making Of und ein paar Interviews.


Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Figuren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die Blu-ray von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.

Freitag, 24. Juli 2026

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!


Slaxx (2020)

Hosenhorror! Ein wichtiges Genre! Der Rachegeist einer indischen Kinderarbeiterin beseelt eine hippe, angebliche Fairtrade, Öko und sonstwas Jeans und sorgt für einige Tode auf einer Releaseparty. Die Hoseneffekte sind gut gemacht mit einigen Greenscreen Tricks und einigen Puppenspielereien. Das funktioniert sogar so gut, das man es hier geschafft hat der Hose einen glaubhaften Charakter zu erarbeiten. Der satirische Teil ist meist relativ plump und frühstückt alle Gags ab die man hier erwarten würde. Schlecht ist der Film dadurch aber trotzdem nicht, denn auch wenn die Konsumkritik hier recht stumpf ist, trifft sie dennoch den Punkt der Sache. Ein netter kleiner Horrorfilm mit einigen netten Momenten. Sehr kurzweilig.


The Bedford Incident (1965)

Militär- / U-Bootdrama von James B. Harris (Paths of Glory, 1957) mit einer unglaublich guten Leistung von Richard Widmark (Das Urteil von Nürnberg, 1961), der hier eine kalte Kriegsversion von Captain Ahab spielt, dessen Moby Dick ein russisches U-Boot vor der Küste Grönlands ist. Beklemmend und Intensiv gefilmt, ist dieses Kriegsdrama eine sehr gutes Pendant zu Kubriks „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ (1964), nur eben ohne den Satirischen Teil. Stattdessen sehr trocken und düster erzählt. Am stärksten sind hier die sehr intensiven Dialoge zwischen Widmark und Sidney Poitier (In der Hitze der Nacht) und Eric Portman (One of Our Aircraft Is Missing, 1942). Ein starker Film, der wohl als erster auskommt Poitiers Rolle nicht zu rassifizieren, der damals schon Kritik an der NATO übt und es schafft ein beklemmendes Kriegsdrama zu sein, in dem es keinen Krieg gibt. Leider seitdem eher aktueller geworden.


Gamera gegen Zigra - Frankensteins Weltraumbestie schlägt zu (1971)

Eieieiei… Komplette Gurke, aber irgendwie trotzdem besser als die letzten Gamera Streifen. Diesmal also gegen einen Harnischwels aus dem All, der Hypnose beherrscht. Natürlich als Strafe für unsere Umweltverschmutzung. Die Kinderfiguren sind wohl schlimmer als je zuvor, aber die deutsche Synchro ist so dämlich das man es dann doch lieben muss. Und naja, wenn man Gamera Schabernack mag ist das hier auch nicht verkehrt. Jedenfalls mopst unsere liebste Schildkröte dem Vieh ein U-Boot unter den Flossen weg. Später spielt sie sogar Xylophon auf den Rückenfinnen des Biests. Der Rest ist aber leider entweder langweiliger Müll oder Stockfootage älterer Gamerafilme. Für die deutsche Vertonung lohnt sich dann ein halber Blick für Freund*innen des dusseligen Schabernacks.


Backrooms (2026)

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Der verkehrte Sherlock Holmes (1971) [Plaion]

Seit dem Tod seiner Frau hält Justin Playfair (George C. Scott) sich für den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes. Psychologin Mildred Watson (Joanne Woodward) soll seinen Wahn attestieren. Stattdessen lässt sie sich von dem charismatischen Mann mitreißen und betritt mit ihm eine spannende Welt, in der hinter jeder Ecke der üble Professor Moriarty lauern könnte. Wunderschön schrullige Krimi-Groteske die sich recht erfolgreich von Situationskomik zu Situationskomik hangelt. Vor allem sind es die vielen kauzigen Nebenfiguren und der sehr spielfreudige Scott (Der Exorzist III, 1990), die den Film so sehenswert machen. Aus heutiger Sicht fehlt es dem ganzen vielleicht ein wenig an Schauwerten und manches ist etwas zu träge inszeniert. So passt der Film doch eher in die späten Sechzigerjahre als in die Siebziger, unterhaltsam ist er meist aber dennoch. Und am Ende sind es einige bittersüße Charakterinteraktionen die den Film auch Heute noch sehr liebenswürdig erscheinen lassen.

Explosive Media bringt diesen kleinen Klassiker über Plaion erstmals in HD auf Blu-ray heraus. Das Bild ist recht gur geraten. Die deutsche Synchro eher so mittelmäßig. Vorsicht auch beim Kauf, denn auf der Plaion Seite wird mit einem Featuerette und einem Audiokommentar geworben. Beides findet sich allerdings nicht auf der Disc wieder. Enthalten sind lediglich ein Trailer zum Film, eine alternative Szene, der Vorspann ohne Text und eine Diashow.


Die Prophezeiung (1979)

Etwas naive Mischung aus Ökothriller und Tierhorror. Die erste Hälfte hat interessante und mitreißende Momente. Vor allem der Konflikt zwischen den Indigenen und den Holzfällern funktioniert gut. Vor allem ist aber die Szene bei der Holzfabrik packend und auf merkwürdige Art erschreckend. Letztlich ist die Besichtigung der Fabrik sicherlich der gruseligste Moment des Film, eine sehr starke, bedrückende Szene. Wenn dann aber der eigentliche Horrorteil kommt, nämlich der Kampf zwischen mutiertem Bären und den Menschen klären sich alles zwischenmenschlichen Konflikte wie magisch auf. Was leider auch die Botschaft des Films massiv untergräbt. Zudem zieht sich der Bärenkampf dann auch noch sehr in die Länge, wodurch diesem, eigentlich gelungenen Bärenhorror dann den Todesschuss verpasst. Schade drum.


Die Akademie (2024)

Schrecklich belangloses über den angeblich waren Blick in die Kunstuni, das Kunstgewerbe und die persönlichen Schicksale dieser Industrie. Charaktere durchleben keine wirklichen Entwicklungen, die Dialoge kommen nie über ihre anfänglichen Plattitüden hinaus. Leblos, schablonenartig gefilmt und fast durchgängig hölzern gespielt. Lediglich Maja Bons möchte ich positiv erwähnen. Sie versucht zumindest etwas eigenes mit einzubringen und wäre wohl bei einem besseren Drehbuch zu mehr in der Lage.


Vincent muss sterben (2023)

Plötzliche, unprovozierte Attacken halten Frankreich im Atem. Eines der Oper ist Vincent (Karim Leklou) der aus heiterem Himmel von teils völlig fremden Menschen attackiert wird. Ungewöhnlicher Horrorfilm der zugleich Sozialdrama, wie auch ein äußerst toxischer Liebesfilm ist. Lose ans Zombiegenre angelehnt bewegt sich der Film irgendwo in der Nähe anderer Außensteier*innen wie Romeros „The Crazies“ (1973) oder dem Verbalvirus Horror von „Pontypool“ (2008). Äußerst spannend und zwiespältig, gerade weil der Film letztlich keinem Genre so richtig gerecht wird. Ebenfalls hochzuhalten: Die wirklich starken schauspielerischen Leistungen von Karim Leklou und Vimala Pons (Eden Log, 2007).


Comic Book Confidential (1988)

Kleine, sehr unaufgeregte Comic Doku die mir bis dato völlig unbekannt war. Der Film ackert sich chronologisch durch die Geschichte der neunten Kunst. Dabei kommen viele bekannte Künstler*innen wie Robert Crumb, Jack Kirby, Lynda Barry, Harvey Pekar, Frank Miller und einige mehr zu Wort. Die Doku behandelt dabei überraschend wenig Superheld*innen und räumt dafür sehr viel mehr Zeit für EC Horror und deren Zensurgeschichte, aber vor allem für die Underground Comics der 70er Jahre ein. Schön ist auch die Zeit das wir inszenierte Lesungen aller vertretenen Künstler*innen bekommen und dadurch einen tieferen Einblick in einzelne Werke der Künstler*innen erlangen als es in solch einer Doku eigentlich üblich wäre. Vermutlich eher eine Doku für den harten Kern von Comicfans, für diese aber schon allein als Zeitdokument einen Blick wert.

Montag, 22. Juni 2026

Kalenderwoche 25 2026: Marmelade & eine Schüssel Erdbeeren!

Kalenderwoche 25 2026: Marmelade & eine Schüssel Erdbeeren!

Paddington (2014)


Teils mühselige Familienkomödie mit vielen herzlichen, schönen Momenten. Großteils verläuft der Humor hier ins leere, dafür können aber ein paar Actionsequenzen und Ekelmomente wohl den Kleinsten Freude bereiten. Ich denke vor allem ohne Nicole Kidmans (Babygirl, 2024) Villain Part könnte der Film um einiges weniger anstrengend sein.


Das siebente Siegel (1957)

Mein liebster Ingmar Bergman (Wilde Erdbeeren, 1957) Film. Wunderschöne Bilder, gelenke Dialoge und ein großer Reigen interessanter Charaktere, angeführt von Max von Sydow (Der Exorzist, 1973) als Ritter Block. Der Film setzt sich auch Heute noch auf Interessante weise mit Religion, Tod, Krieg und Seuche auseinander. Dabei ist Manches besser als Anderes und wieder Anderes besser als geahnt gealtert. Ein manchmal schwerfälliges, aber auch leichteres Kunstwerk als man annehmen würde. Für mich ist der Film voller ergreifender Szenen und er enthält sogar eine meiner liebsten Filmszenen überhaupt.


Hellraiser (2022)

Komplett hassenswerte Charaktere machen nur dummes Zeug in einem Film der mit dem Cenobiten Mythos macht was er will. Stimmig ist das jedenfalls nicht. Die neuen Cenobiten Designs sind merkwürdig clean, ungruselig und ohne jegliche sexuelle Energie. Insgesamt ein super unaufregender und sauberer Film fürs Hellraiser Franchise. Fühlt sich nicht nach Hellraiser an, sieht auch nicht so aus. Technisch sicherlich besser als spätere Filme der Reihe, aber dennoch komplett uninteressanter und viel zu langer Hochglanzmüll.

Dienstag, 16. Juni 2026

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Das Stendhal Syndrom (1996) [Plaion]


Durchschnittlicher 90er Jahre Dario Argento (Die neunschwänzige Katze, 1971) Psycho-Thriller, der vor allem durch eine solide Leistung von Asia Argento (Das Phantom der Oper, 1998) in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist vor allem die Eröffnungsszene in Florenz unheimlich stark gefilmt und entwickelt dank des Soundtracks von Ennio Morricone (Black Angel, 2002) eine sehr dichte, fast hypnotische Atmosphäre. Überdies hinaus ist der Film wohl vor allem dafür bekannt, dass es der erste italienische Film mit CGI Effekten ist. Diese sind natürlich nicht sonderlich gut gealtert, aber ein interessantes Zeitstück. Ganz im Gegensatz zu dem mechatronischen Zackenbarsch mit dem Asia eine kurze Liebesszene hat, der ist natürlich top. Insgesamt krankt der Film vor allem an sehr schwachen Performances der Nebenfiguren, einem Twist der Niemanden erstaunen wird und Szenen sexueller Gewalt die eher voyeuristisch als schockierend gefilmt wurden. Auch bekommt das Titelgebende Syndrom zu wenig Aufmerksamkeit und wird ab der Hälfte der Spielzeit auch einfach zur Seite geräumt.

Für Argento Sammler*innen lohnt sich der neue 4K Release des Films von Plaion dennoch. Neben dem Film in schön restaurierten 4K bekommt ihr neben einem Audiokommentar, Trailern und internationalen Titelsequenzen auch noch eine zweite Schnittfassung des Films. Auf einer Bonus Blu-ray kommen noch eine ganze Reihe neuer, für diesen Release geführte Interviews mit Cast und Crew, sowie ein paar Interviews aus den Archiven, die auch schon auf der DVD zu finden waren.


JSA - Joint Security Area (2000) [Plaion]

Auf ungeklärte Weise sterben zwei Nord Koreanische Grenzwachen an der entmilitarisierten Zone. Eine unparteiische Person soll die Lage untersuchen, doch die Aussagen widersprechen sich. Park Chan-Wooks (Oldboy, 2003) Debütfilm-Meisterwerk zeigt schon zu Beginn seiner Karriere was wir von ihm erwarten können. Zwar ist der Film handwerklich nicht so ausgereift wie seine späteren Werke, jedoch beweist er schon hier eine extrem sichere Hand für Zwischentöne und raue, ungefilterte Emotionen. Die Mischung aus Drama und Thriller hat einen unheimlich herzigen Mittelteil, durch den das Ende umso trauriger wird und uns ratlos zurücklässt. Dennoch hat der Film auch viele menschliche, hoffnungsvolle Momente. Darstellerisch machen hier alle mindestens einen sehr guten, teilweise auch einmaligen Job. Vor allem Song Kang-ho (Durst – Thirst, 2009) sticht dabei schon damals als Ausnahmetalent heraus. Auch nach 26 Jahren noch eine klare Empfehlung wert, ein Drama, das sich nicht hinter den späteren, bekannteren, Werken des Regisseurs verstecken muss.

Die 4K Restauration ist sehr schön geworden. Außerdem enthält die UHD von Plaion auch noch zwei Audiokommentare. Zur Bonus Disc kann ich leider nichts sagen, das mir diese nicht vorliegt.


Snowbeast (1977)

Bigfoot TV-Film aus den 70ern. Beginnt erst relativ vielversprechend. Einige der Außenaufnahmen zeigen schöne Berglandschaften und nette Skifahrmontagen. Der Bigfoot schleicht sich dabei oftmals in POV Shots an nichts ahnende Damen heran. Selbst der Bigfootanzug sieht für einen TV-Film eigentlich ganz passabel aus, wird allerdings nur wenig befriedigend Eingesetzt. Im Verlauf wird immer deutlicher das alle Figuren sich konstant gegenseitig den Plot, ihre Gefühle und vor allem ihre Verwandtschaftsverhältnisse erklären müssen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen dreisten Abklatsch von „Jaws“ (1975), denn auch hier will man die Piste nicht schließen und sagt die Feierlichkeiten nicht ab. Am Ende wird es dann noch höchstgradig melodramatisch und wir verlieren mehr Laufzeit ans wieder aufflammen einer lieblosen Ehe als wir das verdammte Vieh jagen. Dann wird noch recht lange und noch planloser nach dem Schneemenschen gejagt, oder geflohen (so richtig weiß man das nie) und dann endet das Ganze ziemlich abrupt und vor allem egal. Na ja zumindest ist es schön Sylvia Sidney (Fury, 1936) mal wieder zu sehen und Bo Svenson (Butcher, Baker, Nightmare Maker, 1981) ist für Exploitation Fans natürlich auch immer eine Freude.


Naked Vengeance (1985)

Von Roger Corman (Dementia 13, 1963) produzierter und vom legendären philippinischen Regisseur Cirio H. Santiago (Vampire Hookers, 1978) realisierter Rape and Revenge Thriller. Alles beginnt mit einer epischen Rockballade und einem sehr traurigen Hochzeitstag. Denn nicht nur das Carla (Deborah Tranelli) Abends mit ansehen muss wie er Mann von einem Vergewaltiger erschossen wird, nein auch vorher war der Tag schon echt doof. Ihr Mann hatte den Tag nämlich vergessen, musste dann ohne mit ihr zu Frühstücken auf die Arbeit und kam dann noch zu spät nach Hause. Nach dem Intro das uns sehr an „Death Wish“ (1974) erinnert, wechseln wir danach zu einer Kopie von „I Spit on Your Grave“ (1978). Carla besucht danach nämlich ihre Eltern in einem kleinen Örtchen in dem alle Männer zumindest Machos, Spanner und Grabscher, die meisten von ihnen aber schlimmeres sind. Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das alle männlichen Figuren derart platt, eklig geschrieben wurden. Gefällt mir. Das größte Problem des Films ist ohne Frage die Vergewaltigungsszene, die auf vielen Ebenen geschmacklos, albern, inkompetent und äußerst fragwürdig inszeniert wurde. Danach bekommt der Film aber etwas Tempo zurück und entwickelt sich im Verlauf etwas vom klassischen Rachefilm weg und nimmt einige Anleihen bei „Rambo“ (1982) auf. Merkwürdiger Mix. Funktioniert auch alles nicht so richtig. Dafür sind die Typen aber genauso drüber eklig, wie Carlas Rache an ihnen zufriedenstellend ist. Am Ende bleiben aber alle etwas ratlos zurück, ein insgesamt völlig undurchdachter Rachethriller, der durchaus seine guten Exploitation Momente hat, aber wohl dennoch nur was für die hartgesottenen Santiago Fans ist.

Dienstag, 9. Juni 2026

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Good Luck, Have Fun, Don’t Die (2025) [Leonine]

Ein Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) betritt zum 107 mal ein Diner in Los Angeles. Sein Ziel: Er muss in diesem Diner die perfekte Kombination aus Begleiter*innen auswählen mit denen er innerhalb einer Stunde die Entstehung einer KI verhindern muss, die in der Zukunft die gesamte Menschheit unterjochen wird.

Spaßig düsterer Science-Fiction Horror mit einer tollen Leistung von Sam Rockwell (Jojo Rabbit, 2019) in der Hauptrolle. In Nebenrollen gefielen mir vor allem Haley Lu Richardson (Split, 2016), Michael Peña (Der Marsianer, 2015) und Zazie Beetz (Atlanta, 2016-2022). Die Setdesigns sind auch toll und ihr bekommt einige, absichtlich, müllige Effekte, die dennoch sehr lustig sind. Der Plot arbeitet sich ordentlich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen ab, dabei wird die Satire absurd genug um zu unterhalten, der mahnende Zeigefinger wird dabei oft genug zum verdienten Mittelfinger. Insgesamt hat Gore Verbinski (A Cure for Wellness, 2016) hiermit eine gelungene Techsatire geschaffen, auch wenn man manchmal den Eindruck nicht los wird man hätte einfach nur ein paar alte „Black Mirror“ Folgen durch den Mixer gejagt. Ansonsten stört eigentlich nur das Ende ein wenig, das sich durch ein paar klischeebeladene Momente und unnötige Erklärungen in die Länge gezogen wird.

Bonus der Collector’s Edition ist ein fünf minütige Featurette auf der Blu-ray und drei Postkarten die beiliegen. Da hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.


Scarlet (2025) [Plaion]

„Dark Souls“ das Musical! Zu Beginn schafft Mamoru Hosoda (Ame & Yuki, 2012) es mit Leichtigkeit uns in eine interessante Version des Fegefeuers zu entführen. Menschen aller Kulturen, Religionen und Epochen treffen hier aufeinander und warten auf Himmel oder Hölle. Dabei sind sie ständig Gefahren ausgesetzt. Am Himmel lauern Drachen, größer als Städte. Am Boden rauben Diebe, andere Diebe aus, die zuvor noch schwächere Menschen beklaut haben. Doch dann stolpert unsere Heldin Scarlet in diese Welt, nachdem sie durch den Plot von „Hamlet“ ihren Vater hat sterben sehen und schließlich ebenfalls durch ihren Onkel ums Leben kam. Was folgt ist ein diffuses Märchen, das von Rache, Vergebung und scheinbar auch von der Frage handelt was eigentlich Liebe ist. Substanz hat das Ganze jedenfalls nicht. Alles wird unendlich oft wiedergekäut und die moralische Botschaft des Films kann nur solange überleben wie man sich nicht daran erinnert was noch vor fünf Minuten geschehen ist. Als jemand der nur wenig mit modernen 3D Animationen in Anime anfangen kann, muss ich sagen, dass einige Szenen wirklich toll aussehen. Animationen sind geschmeidig und ausdrucksstark, manche Szenen sind unheimlich schön. Dazwischen gibt es aber auch sehr viele hässliche Momente, die teils sogar nicht ganz fertig aussehen, als hätte man nur Platzhalter Texturen genutzt oder die Licht Shader vergessen oder einfach nur ein jpg Bild als Hintergrund eingefügt. Hat mir gar nicht gefallen, vor allem ist es noch ärgerlicher, weil hier im Kern etwas sehr gutes versteckt ist, das leider nie das geworden ist was es sein könnte.

Der Film sieht in 4k wirklich schön aus und die Disc hat sogar ein paar kleine Extras wie Skizzengalerien und Storyboard vergleiche.


Der dunkle Kristall (1982) [Plaion]

Jim Hensons (Die Reise ins Labyrinth, 1986) erstes große Projekt außerhalb von „Sesamstraße“ und „Muppets“ war ein ambitioniertes, eher überambitioniertes, fast schon größenwahnsinniges Projekt. Seine Idee einen epischen, düsteren Fantasyfilm nur mit Puppen zu erschaffen war zu dem Zeitpunkt noch undenkbar und wurde auf diesem Niveau bis Heute nicht mehr versucht. Die Sets sind unglaublich schön und haben teilweise gigantische Ausmaße angenommen, auch wenn zusätzlich noch viel Tricktechnik mit Matte Paintings und Miniaturen zum Einsatz kamen. Unzählige Puppen jeder nur vorstellbaren Art kommen zum Einsatz und alle Trickeffekte, damals natürlich noch alles ohne Computer, aber auch ohne Zeichentrickeffekte, vereinen sich zu einer schlüssigen Welt, die unsere Realität schnell vergessen macht. So ist es auch Heute noch möglich völlig in die Welt des dunklen Kristalls einzutauchen und mit seinen Bewohner*innen mit zu fiebern. Ein wirklich fantastischer Film, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Magie verloren hat und groß und klein weiterhin in seinen Bann ziehen kann.

Die 4k Version von Plaion kommt mit einem toll restaurierten Bild und einem Audiokommentar von Brian Froud. Auf der Bonus Disc gibt es mehrere Dokus über die Entstehung des Filmes, Deleted Scenes und eine Q&A Runde mit Linda Henson, sowie eine sehr umfangreiche Bildergalerie.


Das Schloss im Schatten (1955) [Plaion]

Späte US-amerikanische Fritz Lang (Vor dem neuen Tag, 1952) Produktion. Es handelt sich dabei um einen gediegenen Abenteuerfilm, in dem ein Waisenkind (Jon Whiteley) nach dem Diamantschatz seiner Urahnen sucht und dabei eine unkonventionelle Allianz mit einem Schmuggler (Stewart Granger) mit heimlichen Herz aus Gold eingeht. Der Film ist nach heutigen Maßstäben sicherlich nichts aufregendes mehr und auch erwartet man bei dem Namen Fritz Lang ein größeres Kunstwerk, aber „Moonfleet“ kann durchweg gut unterhalten und bietet mit Sets wie der unterfriedhöflichen Schmuggler Höhle oder dem Brunnenturm viel fürs Auge. Auch weinige aufwendige Kostümszenen zeigen, dass es sich hier nicht um einen günstigen Film handelte. Ein ruhiges, gut inszeniertes und insgesamt stark gespieltes Abenteuer. Vielleicht kein großer Klassiker aber genau die richtige Unterhaltung für einen faulen Nachmittag.

Plaion präsentiert den Film erstmals deutsch vertont auf DVD und Blu-ray. Das Bild könnte noch etwas knackiger sein. Sound und Synchro sind aber schön geworden. Als Bonus findet ihr auf der Disc noch einige Featurettes und eine Bildergalerie.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!


Die Reise ins Labyrinth (1986) [Plaion]

Teenager-Mädchen: Gerade noch hat Sarah (Jennifer Connelly) ihren Stiefbruder Toby (Toby Froud) an den Goblinkönig Jareth (David Bowie) verschenkt, da plagt sie das schlechte Gewissen. Vielleicht doch so keine gute Idee. Und so folgt sie ihm ins Labyrinth, denn nur wenn sie das Schloss des Königs in 13 Stunden erreicht kann sie Toby davor bewahren auch ein Goblin zu werden.

Wundervoll fantasievolles Coming-of-Ages Abenteuer von Jim Henson (Der dunkle Kristall, 1982). Jedes Set quillt über vor liebevoll kreierten Muppets, Puppen, Marionetten und Suitmation. Jede Kreatur lustiger und merkwürdiger als die zuvor. Zudem noch David Bowie in knappen Hosen und einigen tollen Musiknummern. Ein wirklich toller Film der in jeder Szene etwas neues aufregendes bieten kann, immer lustig, immer spannend und mitreißend.

Die 4K Version von Plaion bietet ein schönes Bild und guten Ton, als Bonus enthält die Disc einen Audiokommentar vom Produktionsdesigner Brian Froud und Trailer. Eigentlich ist noch eine weitere Bonus Disc enthalten, die mir jedoch nicht zugesandt wurde, daher kann ich nichts zum weiteren Bonusmaterial sagen.


GOAT (2026) [Plaion]

Eine Ziege soll als erstes kleine Tier in er Tierbasketball Liga antreten. Gegner*innen lachen ihn aus, sein Team ist genervt von ihm. So hat er sich das Profiballerleben nicht vorgestellt.

Mäßig unterhaltsame 3D-Animationskomödie, mit schablonenhaften Charakteren, Gags und Story. Einzig einige gute Charakterdesigns und der sehr schöne und einfallsreiche Animationsstil lassen zumindest die Zielgruppe ganz okay unterhalten zurück. In 4K macht das aber zumindest was her und die Disc von Plaion bietet wenigstens ein paar Promo Featuerettes als Bonus.


Thrash (2026)

Komplett planloser Haihorror von Netflix, der sehr stark an den anderen Hai Netflix Film „Im Wasser der Seine“ (2024) erinnert. Hier überflutet ein Hurricane einen kleinen US-Ort. Im Wasser lauern von nun an vor allem hungrige Bullenhaie, die alle Essen die dumm genug waren nicht zu evakuieren. Eines der schlimmsten Drehbücher der letzten Zeit, dessen Charaktere scheinbar nichts anderes im Sinn haben als gefressen zu werden. Mein Lieblingsmoment ist, wenn ein Teenager aus dem überfluteten Wohnzimmer, in dem schon Haie sind, in den Keller taucht um Steaks aus dem Kühlschrank zu besorgen. Mit diesen Steaks sollen dann die Haie abgelenkt werden. Ihr werdet nicht glauben wie überrascht ich war das dieser Plan nicht funktioniert hat. Genauso doof ist nur noch eine junge Frau, die lieber ertrinkt als einen Ast abzubrechen und später ihr Baby auf die Weltbringt während ein Hai unter ihr herumschwimmt. Ein Film der ohne die suizidalen Tendenzen seiner Charaktere nicht mal 15 Minuten lang wäre, denn für nichts was in diesem Film passiert gibt es einen Grund.

Dienstag, 21. April 2026

Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!


Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!

DeepStar Six: Das Grauen in der Tiefe (1989) [Plaion]

Unterwasser Horror von „Freitag, der 13.“ (1980) Regisseur Sean S. Cunningham. Solide gefilmter Wasserasselhorror, der meist aber eher U-Bootkoller Grusel bietet. Stark von Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979) inspiriert, widmen wir auch hier unsere Aufmerksamkeit genervten Arbeiter*innen die für zu wenig Geld, zu schlechte Arbeit leisten und mehr fluchen als dass sie ihre Pflichten erfüllen. Allen voran Miguel Ferrer (RoboCop, 1987), der nun wirklich alles falsch macht, was man falsch machen kann und dann noch so manche moralische fragwürdige Entscheidung trifft. Er spielt einen Charakter, den man wirklich gerne hasst. Die Effekte für das Asselmonster sind richtig klasse, wenn auch manchmal etwas unfreiwillig komisch. Generell schafft man es aber ziemlich gut, das Tier nur dann zum Einsatz zu bringen, wenn es auch seinen Schockeffekt nicht verfehlt. Genauso gut sind die retrofuturistischen Sets und Modellspielereien mit Unterwasserstationen und niedlichen U-Booten. Diese Trickeffekte lassen diesen kleinen Grusler durchaus deutlich teurer erscheinen als er eigentlich ist. Trotz allem handelt es sich hier nicht wirklich um einen total zu unrecht vergessenen Titel. Leider zieht sich der Film teilweise doch sehr in die Länge, was unter anderem wohl an der Gleichförmigkeit des Films und den vielen Streitereien innerhalb der Crew liegt. So richtig nervt der Film zwar nie, aber ein knackigeres Skript hätte nicht geschadet. Vor allem für Unterwasserfans bietet der Film aber einige nette Effekte und wie gesagt ist das Monster auch nicht schlecht geraten.

Bild und Ton der Plaion Blu-ray sind gut geraten. Vor allem bekommt ihr hier aber endlich eine ungeschnittene Version des Films. In der deutschen Fassung fehlen nämlich sonst einige Minuten an Dialogen, die nicht immer unwichtig sind. Als Bonus sind neben gleich drei Audiokommentaren und anderen kleinen Extras auch die deutsche Schnittfassung enthalten, für alle die schneller zum Horrorteil kommen wollen.


Verdammt, die Zombies kommen (1985)

Zurecht immer noch kultiger Punkrock Zombie Spaß mit Scream Queen Linnea Quigley (Stille Nacht – Horror Nacht, 1984), Miguel A. Núñez Jr. (Freitag, der 13. Teil V - Ein neuer Anfang, 1985) und Thom Mathews (Freitag, der 13. Teil 6 - Jason lebt, 1986). Der Soundtrack ist voll mit coolen frühen Punk und Psychobilly Bands und die Effekte bis heute großartig. Allem voran natürlich Tarman, an dessen Entstehung auch Leute von Jim Henson beteiligt waren. Der Humor funktioniert super in dem Setting, lässt aber auch stets Raum für gruselige und eklige Momente. Herz der ganzen Angelegenheit ist eine Gruppe von befreundeten Punks die gemeinsam versuchen die Auferstehung der Toten zu überleben, dank der guten Chemie zwischen den Darsteller*innen wirkt die Clique glaubwürdig und die Figuren wachsen einen schnell ans Herz.


Toll treiben es die wilden Zombies (1988)

Der zweite Teil der „Return of the Living Dead“ Reihe, ist ein ungelenker und ungewolltes Sequel ohne Ideen oder Ambitionen. Regisseur Ken Wiederhorn wollte raus aus dem Horrorgenre und man merkt dem Film durchweg an, das hier ein Regisseur gegen den Film kämpft, Witze gegen über ihn und nicht mit ihm macht. Teilweise wirkt es so als hasse er alle Figuren und auch die Beteiligten attestieren, die Dreharbeiten wären alles andere als spaßig gewesen. Teilweise wiederholt der Film einfach Gags aus dem Erstling, sogar James Karen und Thom Mathews sind wieder mit dabei, allerdings in anderen Rollen. Dann bekommen wir noch eine Bootleg Version des Tarmans, sowie einen völlig albern, doofen Humor, der sich eher an Zehnjährige als an ein Horrorpublikum richtet. Wären da nicht ein paar wenige solide Effekte, die sich jedoch sehr schnell abnutzen oder von klamaukigen Einlagen zerstört werden, hätte der Film gar keine Schauwerte.


Return of the Living Dead III (1993)

„Return of the Living Dead III“ ist der erste Teil der Reihe, dem man keinen ulkigen deutschen Titel verpasst hat. Vermutlich gut so, denn Brian Yuznas (Welcome to Hell, 1980) Beitrag zum Franchise ist deutlich düsterer, hat zwar einen leicht satirischen Ansatz kann aber auch mit ziemlich deftigen Horror dienen. Diese Abwandlung von Romeo & Julia mit Zombies bietet einige skurrile Momente, eine Menge Body Horror und kultige Zombies in Kinky Dresses. Kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Mit dem mystischen Obdachlosen „Riverman“ gespielt von Basil Wallace lernen wir auch einen der Besten Charaktere des Franchise kennen. Sehr spaßig und verdreht, tolle Zombies, sympathische und interessante Charaktere, stimmungsvoll inszeniert. Klasse. Spart euch also wirklich den zweiten Teil und macht einfach hier weiter.

Donnerstag, 2. April 2026

Kalenderwoche 13 2026: Sexuellebelästigungs Roboter und automatische Rollschuhe!

Kalenderwoche 13 2026: Sexuellebelästigungs Roboter und automatische Rollschuhe!

The Muppet Show (2026)

Auf der Theaterbühne wimmelt es nach Jahren wieder nur so von Fröschen, Hühnern, Schweinen und was auch immer Gonzo ist. Seth Rogen produziert ein neues Muppet Show TV-Special mit Gaststar Sabrina Carpenter und vielleicht kommt es ja so gut an, dass die Muppets regelmäßig zurück ins Fernsehen können. Schön wäre es jedenfalls, denn dieses kleine Revival funktioniert eigentlich ganz gut. Carpenter hat Spaß mit den Muppets, ein paar der Songs sind charmant und schmissig und die meisten Sketche funktionieren durchaus. Um einen richtigen Hype auszulösen, dafür ist dieses Special zwar nicht, wenn eine neue Muppet Show regelmäßig das Niveau halten könnte würde ich sie schauen.


Robot on the Road (2015)

Ein Sexpestroboter lässt sich von jungen Frauen per Anhalter mitnehmen und macht dabei gegen ihren willen sexualisierte Fotos von ihnen, um diese dann auf seinen Internetblog zu stellen… ähm ja… Das schlimmste ist aber das wir das wohl irgendwie charmant oder lustig finden soll, am Ende bekommt er nicht mal eine Strafe für seine Taten und macht sofort mit der nächsten Frau weiter. Als Horrorfilm würde der Plot um einen eigentlich harmlos wirkenden Roboter vielleicht sogar funktionieren so ist’s totaler Müll und schade um die sehr hochwertigen Animationen.


Der kleine Horrorladen (1986)

Herrlich überdrehtes Gruselmusical von Frank Oz und einem unfassbar guten Venusfliegenfallenmuppet. Rick Moranis spielt mal wieder den liebenswerten Nerdtrottel und hinzu gesellen sich in Cameos illustre Gäste wie Bill Murray, Steve Martin und John Candy. Großartig auch Levi Stubbs als Stimme der Killerpflanze Audrey II. Zwar können nicht alle Songs auf voller Länge ihren Charme halten, aber das macht das unglaublich gute Puppenspiel wieder wett. Teilweise kann ich gar nicht sagen wie Effekte realisiert wurden. Nicht zu glauben, dass alles hier ohne CGI erschaffen werden konnte. Top!


The Flying Luna Clipper (1987)

Einstündiger Kurzfilm. Animiert mit einem MSX Computer, vermutlich unter dem Einfluss lustiger Tabletten. In jedem Fall eine Sichtung wert. Bananenfetischist*innen kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Fans von coolen Schneemenschen und pausbackigen Tomatendamen. Der Film ist eine Art Kreuzfahrt Doku, aber eben mit merkwürdigen Pixelartcharakteren und einem Wasserfrachtschiff, statt eines Ozeandampfers. Da kann man wenig falsch machen.


Picasso Trigger (1988)

Andy Sidaris ferkelt erneut auf Hawaii herum. Diesmal sorgt der fingierte Mord am Kartellboss „Picasso Trigger“ für ordentlich Trubel auf der Insel. Wie immer bei den Sidaris Streifen könnt ihr viele Playboy Bunnys und Muskel Machos erwarten, die in abstrusen Actionseqzuenzen überall in der Welt rumballern und der fleischlichen Lust frönen. Sidaris hat ein Talent dafür seine billigen Filmchen sehr viel teurer aussehen zu lassen als sie eigentlich waren, für Schauwerte wird hier immer gesorgt. Nur diesmal fehlt es dem Ganzen leider etwas an verrückten Ideen und der Plot zieht sich zusehends während zu viele Nebenhandlungen das ganze völlig Sinnlos in die Länge ziehen. Nur was für alle die, die Sidaris Klassiker schon gesehen haben.


Der Regenschirmmörder (1980)

Sexistisch, homofeindlich und rassistisch. Sogar inklusive Minstrelshow und Blackfacing. Es gibt keinen einzigen Gag in der seichten Klamaukkomödie der nicht beleidigend oder völlig daneben ist. Keine Ahnung warum Arte genau so was bringen muss...

Montag, 23. März 2026

Kalenderwoche 12 2026: Oh no, our Table! It’s broken!

Kalenderwoche 12 2026: Oh no, our Table! It’s broken!

Wonder Man (2026)

Nach sehr langer Marvel Abstinenz (abgesehen von Sonys Trashperlen „Morbius“, „Kraven“ und „Madame Web“) traue ich mich mal wieder in den Disney Teil von Marvel und wurde dafür mit einer charmant cleveren Dramedy Serie rund um Wonder Man (Yahya Abdul-Mateen II) und den Ex-Mandarin (Ben Kingsley) belohnt. Die knackigen Folgen vergehen wie im Flug und sind neben einer der niedlichsten Bromance mit vielen Metagags rund um Hollywood, die Schauspielkunst und der Welt von Superhelden gefüllt. Wer sich etwas mehr mit Marvel Comics auseinander gesetzt hat, wird ein paar Details mehr mitschneiden, insgesamt ist es aber nicht mal notwendig andere Filme oder Serien aus dem Universum gesehen zu haben. Dann funktioniert die Serie immer noch als Komödie mit leichten Superhelden Elementen. Neben einigen Menschen aus dem Showbiz die sich selbst spielen, lebt die Serie vor allem von dem Zusammenspiel von Abdul-Mateen und Kingsley, die hier Beide eine wirklich tolle Leistung abgelegt haben. Durch die beiden wirkt der Rest des Casts leider etwas blass, was vor allem zu einem etwas zu simplen Finale führt, das auch an Spannung vermissen lässt. Ansonsten aber vor allem ein kurzweiliger und dabei nicht völlig anspruchsloser Spaß.


The Details (2011)

Tobey Maguire vs. Waschbären. Ein Film in dem sehr viele Charaktere, sehr viele falsche Entscheidungen treffen. So richtig begründet ist ihr verhalten nicht. Weder wirklich dramatisch, noch komisch genug um als düstere Komödie durchzugehen. Was bleibt sind einige merkwürdige Momente die mich dazu gebracht haben dabei zu bleiben. Ansonsten ist es höchstens interessant zu Rätseln wer als nächstes welche unsinnige Aktion bringt. Im Kern ist hier sicherlich ein guter Film versteckt, leider wird nicht genug aus den merkwürdigen Situationen gemacht und am Ende verläuft sich sowieso alles im Sand ohne ein dringend benötigtes Crescendo.


Rat mal, wer zum Essen kommt (1967)

Mal besser, mal weniger gut gealtertes (vor allem in der deutschen Synchro) Melodrama, das vor allem durch einige unvergessen gute Schauspielleistungen brilliert. Spencer Tracy gibt in seiner letzten Rolle alles und noch stärker ist einmal mehr Katherine Hepburn. Niemanden im alten Hollywood kullerten die Tränen glaubhafter aus den Augen. Sidney Poitier ist ebenfalls toll, auch wenn man wie so oft Ecken und Kanten an ihm vermisst. Denn gerade in den ambivalenten Charaktermomenten kann man erkennen wie gut sein Spiel wahrlich ist, wozu er hier nur sporadisch die Chance bekommt. Wie so viele andere Kramer Filme ist auch dieser hier ein wichtiges Zeitstück das soziale Konflikte und Errungenschaften der Zeit, ebenso wie damalige und oftmals auch Heute noch aktuelle Missstände gut vermittelt. Manchmal wirkt der Umgang mit Rassismus und der Bürger*innenrechtsbewegung etwas platt und natürlich liegt hier der Fokus auch auf einigen sehr priviligierten Menschen, Kramer scheint sich dem aber durchaus bewusst gewesen zu sein und so verfügt der Film keine einfachen Lösungen und für alle die genau hinsehen ebenso sehr viele spannende Beobachtungen. Sicherlich auch Heute noch ein lohnender Film.


Flucht in Ketten (1958)

Tony Curtis und Sidney Poitier als entflohene Sträflinge in einem Sozialdrama / Thriller von Stanley Kramer. Wunderschön, realistisch, hoffnungsvoll und melancholisch zugleich gefilmt, handelt der Film offensichtlich von Rassismus, in den Zwischentönen und das ist hier viel interessanter, auch davon wie nicht nur Hautfarbe, sondern vor allem auch Klasse und Geschlecht Menschen in vorbestimmte Bahnen steckt aus denen es nur schwer möglich ist auszubrechen. Umso schöner sind die kleinen Momente der Freiheit, sowie Funken der Solidarität. Poitier spielt hier unfassbar gut, wohl besser als in fast allen seiner Rollen, aber auch Tony Curtis spielt sehr eindringlich einen hoffnungslos wütenden Mann, der immer wieder Facetten seines besseren Ichs, aber auch eine sehr viel bösere Version von sich selbst zum Vorschein kommen lässt.