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Dienstag, 27. Oktober 2026

Kalenderwoche 43: Puppen, Krokos, Schleim, Schafe, Ausgänge und Hochzeiten!

Kalenderwoche 43: Puppen, Krokos, Schleim, Schafe, Ausgänge und Hochzeiten!

Curse of Chucky (2013)

Chucky kehrt nach langer Abwesenheit zurück und sieht frischer aus denn je. Diesmal terrorisiert er eine Junge Frau im Rollstuhl, gespielt von Fiona Dourif, der Tochter von Brad Dourif, den wir ja vor allem als die Stimme von Chucky kennen. Der Look der Puppe gefällt mir etwas weniger als in den vorhergegangenen Filmen, dafür mag ich aber, dass der Fokus nicht mehr so sehr auf Comedy liegt und Chucky wieder etwas weniger redet und flucht. Macht es dann umso effektiver wenn er endlich wieder anfängt zu reden. Die Kills sind unterhaltsam und ideenreich, die Effekte für das Budget auch voll in Ordnung und die Figuren sind auch interessant genug um dran zu bleiben. „Child’s Play“ (1988) und „Bride of Chucky“ bleiben meine Lieblingsfilme des Franchise, aber „Curse of Chucky“ ist nicht viel schlechter und gleichauf mit Teil 2.

Eaten Alive (1976)

In den Sümpfen von Ost Texas führt der geistig nicht ganz fitte Judd (Neville Brand) ein schäbiges Motel. Bei seinem angeschlagenen Gemüt, kann es schon mal passieren, dass er einen Gast tötet. Besonders wenn es sich dabei um leichte Mädchen handelt, damit kann er nämlich nicht unbedingt umgehen. Um es einfacher zu machen, die Leichen los zu werden, hat er ein afrikanisches Krokodil im Tümpel hinter dem Motel, dass seine Opfer gerne mit Haut, Haar und Beinkleid verputzt. Langsam wird die Luft allerdings dünner für Judd, da er allmählich etwas zu auffällig agiert und einige Hinweise offensichtlich auf ihn zeigen.

Ich weiß ja nicht wie ich es geschafft habe diesen Film nie gesehen zu haben. Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“, war eine meiner gruseligsten Jugend Filmerfahrungen. Auch „Poltergeist“ hat bleibenden Eindruck auf mich gemacht. Ich würde also schon sagen ein kleiner Hooper Fan zu sein. Dann noch Robert Englund (Jack Brooks) in einer Rolle die einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird, plus verrücktem Redneck mit Alligator. Was kann man da falsch machen?

Schon nach einigen Minuten wird klar warum der Film nicht so bekannt ist wie TCM. Die Atmosphäre ist zwar auch bedrückend, aber nicht annähernd so dicht wie in dem Vorhergegangenen Werk Hoopers. Insgesamt ist der Look auch ziemlich trashy und besonders der Alligator ist wohl eines der schlechtesten Animatronics überhaupt. Nach ein paar Drehtagen hat sich das Ding wohl völlig mit dem brackigen Wasser vollgesogen und konnte weder im Wasser hin und her bewegt werden, noch irgendwie bedrohlich wirken. Nicht mal der Kiefer lies sich mehr richtig öffnen und schließen. Selbst als man in den Zoo fuhr um dort Alligatoren zu Filmen, damit man wenigsten ein paar Bilder hat in dem sich das Reptil bewegt, konnten die Tiere nicht dazu motiviert werden irgendwas zu machen.

Alles wirkt also irgendwie sehr billig und improvisiert. Zudem wurde der ganze Streifen im Studio gedreht, was einerseits durch sehr gelungene Beleuchtung ein ganz eigenartiges Feeling erzeugt, andererseits aber sofort erkenntlich ist und den Film noch billiger wirken lässt. Insgesamt ist der Film aber so dreckig und sleazy, die meisten Figuren so absurd und schrecklich das man den Film einfach mögen muss. Allein Englunds und Neville Brands Leistungen sind eine Sichtung wert. Erschreckender ist noch, dass man bei den Interviews und dem Kommentar immer wieder hört, dass Brand teilweise gar nicht wirklich spielt und am Set zu jeder Zeit eher unangenehm war. Es war wohl ein recht angespanntes und intensives Erlebnis für alle Beteiligten, was sich auf die Zuschauer*innen schnell überträgt.

Gore technisch hat der Film nicht viel zu bieten, wenn dann aber recht deftig und ungehalten. Alles zusammen gibt einen zwar eher räudigen Film ab, trotzdem kann man sich dem unangenehmen, dreckigen Gefühl nicht entziehen, das der Film versprüht. Ich fühlte mich echt gut unterhalten und empfehle „Eaten Alive“ allen Fans von Sleazy 70‘s Flicks.

The Blob (1958)

Steve McQueen, in der Rolle des ältesten Teenagers der Welt, im Kampf gegen einen nur wenig bedrohlichen Weltraumschleims. Natürlich ist der Blob ein Kultfilm, aber bis auf die ulkige Prämisse hat der Film heute nicht mehr sonderlich viel zu bieten. Dabei fängt es so gut an, nämlich mit einem schmissigen Surfrocksong, der uns vor dem Titel gebenden Monster und seinen Gefahren warnt. Toll! Dann erst mal lange nichts, außer Schauspieler*innen Anfang 30 die Teens spielen sollen. Immer gut so was. Dann der erste Blob Angriff, der schon etwas unheimlich, eklig aber auch albern ist. Danach mäandert der Film noch einige Zeit dahin. Stimmig finde ich dann nur noch den blobbigen Angriff aufs Kino. Der Rest unterhält dann nur mäßig. Insgesamt zwar schon ein sympathisches Filmchen, wüsste aber nicht warum man bei Blob Bock nicht besser auf das Remake ausweichen sollte.

Glennkill: Ein Schafskrimi (2026) [Plaion]

Ein Schafskrimi angesiedelt, irgendwo zwischen Agatha Christie und „Knives Out“. Hugh Jackman ist ein liebevoller Schäfer in einem kleinen englischen Örtchen. Als er überraschend ermordet wird, kommen gleich mehrere Verdächtige in Frage, denn so mancher im Ort würde durch seinen Tod profitieren. Da die örtliche Polizei aber vollkommen nutzlos ist, ist es die Aufgabe seiner treuen Schafherde den oder die wahre Mörder*in zu ermitteln. Ein insgesamt sehr liebenswerter Cozy-Krimi mit niedlichen CG Schafen. Die Animationen sind leider nicht so gut wie man sich das wünschen würde, man gewöhnt sich aber recht schnell daran und dann geht’s. Sowohl im O-Ton als auch in der deutschen Synchro sind einige Schafe toll besetzt. Zum Beispiel mit Patrick Stewart oder Bastian Pastewka. Der Humor kann dabei manchmal etwas stumpf werden, ist insgesamt aber auch einen Schmunzler wert. Kein herausragender Film, aber gerade als Krimi für die ganze Familie sehr gut geeignet.

Die Blu-ray von Plaion kommt leider gänzlich ohne Extras.

Exit 8 (2025) [Plaion]

Extrem akkurate Verfilmung des gleichnamigen Indiegames. Ein junger Mann verirrt sich in den Gängen einer japanischen U-Bahnstation. Nur wenn er alle Anomalien in dem Gang rechtzeitig erkennt kann er dem echten Ausgang finden. Effektiver und minimalistischer Backrooms / Subliminal Space Horror, der die meiste Zeit ohne große Schockmomente auskommt und fast gänzlich von seiner Backrooms Atmosphäre zehren kann. Hauptdarsteller Kazunari Ninomiya macht seine Sache ziemlich gut und auch die wenigen Nebenfiguren wurden gut besetzt. Falls euch das Backrooms Thema interessiert ein sehr guter Film, andernfalls ist es vielleicht etwas schwer sich auf das sehr spielerische Konzept einzulassen. Einen Blick ist er aber wert finde ich.

Leider wieder ohne Extras.

Crazy for You (2025) [Plaion]

Regiedebüt von Jimmy Warden, dem Autor von „Cocaine Bear“. Handelt von einem Popstar gespielt von Samara Weaving (Ready or Not), die von einem Stalker, der von Ray Nicholson (Smile 2) gespielt wird, bedroht und entführt wird. Das Ganze ist solide gefilmt und auch fast durchweg gut gespielt, das Drehbuch allerdings funktioniert nur an wenigen Stellen wirklich gut. Am launigsten wird der Film wenn er völlig einsteigt in die Absurdität des Stalkers, Verlassen wir aber seine Fantasiewelt und müssen uns mit den realen Konsequenzen seiner Taten auseinander setzen zerfleddert der Film. Vor allem wird dabei das Stalking-Thema zu sehr für billige Gags genutzt und somit verharmlost. Dies würde vielleicht funktionieren wenn es einen Stilbruch gäbe zwischen der Wahrnehmung des Stalkers und der Realität, den gibt es jedoch nur bedingt im Punkt der Inszenierung. Tonal tut sich das leider wenig, wodurch teilweise die Reale Ebene noch mehr nach billiger Slapstick anfühlt. Insgesamt aber sehr schade, da der durchaus interessante Momente bietet, daraus dann aber nichts macht.

Die Blu-ray bietet noch ein Making-Of als Extra.

Freitag, 16. Oktober 2026

Kalenderwoche 41: Pizza, Milch, Bub, Tentakel, Dingos, mehr Tentakel, mächtige Schwerter & Murmeltiere!

Kalenderwoche 41: Pizza, Milch, Bub, Tentakel, Dingos, mehr Tentakel, mächtige Schwerter & Murmeltiere!

A Quiet Place: Day One (2024)


Emotional überraschend packend mit einer, wie gewohnt tollen Lupita Nyong'o in der Hauptrolle. Außerdem eine Katze die in echt Schnitzel heißt. Der Film erzählt vom Beginn der Alieninvasion, doch anstatt hier groß den Untergang der Menschheit zu Inszenieren, erzählt Michael Sarnoski hier eine sehr intime Geschichte einer Krebskranken jungen Frau, auf der Suche nach einer Pizza. Das funktioniert insgesamt sehr gut, vor allem wenn man sich nicht zu sehr auf Lücken in der Logik konzentriert. Statt eines Katastrophen-Thrillers mit viel Krachbumm, bekommt ihr dann aber einen eher leisen Film über Verlust, Tod und die Selbstermächtigung sich seinen Tod so zu gestalten wie man es möchte. Überraschend.

Milk & Serial (2024)

Ultra Low Budget Film von Curry Barker, der euch zuletzt „Obsession“ (2025) gebracht hat. Hier filmte der junge Regisseur noch im WG-Appartment mit einigen Freunden und sich selbst in der Hauptrolle einen kleinen 64 Minüter. Es handelt von Bros. die einen Prank Youtube Kanal haben und die sich dabei immer mehr überbieten wollen. Bis einer von den Beiden deutlich zu weit geht. Sehr kurzweilig und unterhaltsam, zeigt der Film, dass es nichts diabolischeres gibt als ein Freundeskreis von Influencern. Hier wird mit extrem wenigen Mitteln ein sehr kompetenter Psychothriller im Found Footage Stil kreiert, dem man sein Budget nur in manchmal deutlich anmerkt. Der Rest ist gut gelungen und muss sich vor alle, vom Fun Faktor nicht hinter größeren Produktionen verstecken.

Day of the Dead (1984)

Meine Güte wie gut zerlegt Romero eigentlich in diesem Film aus dem Jahre 1984 toxische Männlichkeit und militärischen Machismo? Er war echt immer einer von den Guten. Lori Cardilles Figur muss sich mit den dümmsten, sexistischen Schlägertypen aller Zeiten rumärgern und macht nebenbei trotzdem ihren Job. Bewundernswerte Frau. Unglaublich gut gealtert, mit einigen von Savinis besten Effekten seiner Karriere. Eine starke politische Botschaft und zeitgleich schafft es Romero dennoch seinen eigenen Zombiemythos auszubauen und verliert dabei niemals die Spannung aus den Augen. Zwar für mich der schwächste der originalen Romero Trilogie, aber immer noch einer der besten Zombiefilme überhaupt.

Das Grauen aus der Tiefe (1955)

Abseits von Ray Harryhausens Effekten gibt es hier nur wenig erwähnenswertes. Die Stop Motion Tricks sind natürlich beeindruckend. Gerade wenn Live Action Soldaten mit Flammenwerfern auf Knetgummi Tentakel treffen und das ganze auch heute noch plausibel wirkt, weiß man das Altmeister Harryhausen seinen Job gut macht. Der Rest ist viel Gerede auf einen U-Boot und militärische Männer, die sich mit dem Schrecken moderner Frauen rumplagen müssen. Diese wollen jetzt nämlich auch Arbeiten, Wissenschaftler*innen sein und Hosen anziehen. Wenn diese aber zum Love Interest werden, werden sie erst etwas beleidigt und später zum Hummeressen eingeladen. Dann verlieben die sich natürlich und ihnen vergehen die Flausen. Trailer gucken reicht.

Roadgames (1981)

Richard Franklin (Psycho II, 1983) hat mit „Roadgames“ einen packenden Roadthriller im Stile Hitchcocks erschaffen. Da der Film im Zuge der Slasher Welle, aber als eben solcher vermarktet wurde ging dieser interessante Roadmovie leider viel zu sehr unter. Stacy Keach spielt einen redseligen, gutmütigen, vegetarischen Trucker, der Schweinehälften durch Australien kutschiert.

An seiner Seite sitzt stets sein getreuer Dingo. Während seiner Tour sucht die Polizei einen Serienmörder, dem schließlich Keach und die Anhalterin, gespielt von Jamie Lee Curtis, auf die Spur kommen. Obwohl der Film lange Zeit ohne Action auskommt und fast komplett in der Sonne Australiens gefilmt wurde, kann der Streifen eine dichte und spannende Atmosphäre aufrecht erhalten. Der Film verfügt über eine illustre Riege von merkwürdigen Nebenfiguren und ebenso viele ungeahnte Twists. Das ganze kulminiert dann in der wohl langsamsten Verfolgungsjagd die jemals ernst gemeint war. Überraschungshit mit vielen liebenswerten Eigenschaften.

Der Leuchtturm (2019)

Ein unglaublicher Kraftakt in schwarz, weiß, Dreck, Pisse, Wichse, Scheiße und Alkohol. Robert Eggers, Willem Dafoe und Robert Pattinson schließen sich zusammen um einen Gewaltmarsch von Film zu absolvieren. Von Beginn an ist alles trostlos, einsam, anstrengend und nass und der Komfort sinkt mit jeder Minute. Ein absolut mächtiger Psychothriller halb lovecraftscher Horror, halb queeres Ehedrama. Irgendwo zwischen homoerotischen Arbeiter*innen Drama und klassenbewusster Prometheus Nacherzählung liegt einer der besten nautischen Horrorfilme und ganz sicher einer meiner liebsten Filme des vergangenen Jahrzehnts.

Masters of the Universe (2026) [Plaion]

Moderne Neuinterpretation des 80er Kults. Insgesamt zu wenig Battlecat und zu wenig Orko, ansonsten aber gut geraten für das was es ist. Die überholten Designs ser alten Charaktere funktionieren ziemlich gut. Vor allem Figuren wie Trapjaw, Spikor und Man-At-Arms funktionieren toll. Und auch wenn es weh tut zu sagen, dass er etwas richtig macht, Jared Leto ist eine gute Wahl für einen armseligen und lächerlichen Skeletor. Für alle alten Fans des Franchise gibt es viele Inside Jokes und selbst obskurste Figuren kommen vor. Selbst aus den Minicomics haben es Charaktere in den Film geschafft. Für Fans in jedem Fall empfehlenswert, jedenfalls wenn euch der postironische Ton zusagt. Ich fands unterhaltsam, denke aber nicht, das jemand der*die vorher nichts mit He-Man anfangen konnte durch diesen Film zum Fan werden könnte.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit ein paar Promo Videos und als weiteres Extra könnt ihr euch die MOTU Drohnenshow ansehen.

All You Need Is Kill (2025) [KSM Anime]

Light Novel wird zum Manga, der wird zum Realfilm mit Tom Cruise und der wird zu 3D Animation. Und das lustige ist, weiterhin ist jede Reinkarnation dieser Geschichte gut gelungen. Hier liegt das vor allem an den wunderbaren 3D Animationen und tollen Monsterdesigns. Eigentlich kann ich nicht viel mit 3D CG Movies Anfangen, hier ist der Artstyle aber sehr auf die Technik angepasst und nutzt die Möglichkeiten der Kunstform bestens aus. Gerade in den Actionsequenzen zeigt sich die volle Schönheit des Films. Nach der ersten sehr starken Hälfte verliert der Film im Verlauf des letzten Aktes deutlich an Tempo und kohärenten Erzählfluss. Zurück bleibt ein sehr unterhaltsamer Film, der dennoch seine Probleme hat. Unterhalten war ich dennoch fast durchgängig ziemlich gut. Durchaus empfehlenswert für Freund*innen von CG Movies.

Für einen Anime hat man dieser Blu-ray verblüffend viele Extras spendiert. So bekommt ihr Storyboards und einzelne Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs, sowie Interviews, Promovideos und eine extrem umfangreiche Bildergalerie. Ein sehr löblicher Release.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Backrooms (2026) [Leonine]

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Die Blu-ray von Leonine kommt mit ein paar kleineren Extras, sowie einem sehr interessanten Audiokommentar von Regisseur Kane Parsons.

Obsession – Du sollst mich lieben (2025) [Plaion]

Curry Barker holt alles aus der Prämisse raus was sie her gibt. Dabei entstand ein Psychohorrorfilm ohne der in jedem Moment unterhalten kann. Jump Scares werden effektiv und meist klischeefrei benutzt. Der Film spricht schwere Themen an ohne das der Horroranteil darunter leidet, die Figuren sind toll geschrieben und vor allem profitiert der Film von Inde Navarrette, die wirklich unglaublich fesselnd und losgelöst spielt. Selten eine solch beeindruckende Leistung einer noch eher unerfahrenen Schauspielerin gesehen. Sehr zu empfehlen und nicht ohne Grund der gehypteste Horrortitel des Jahres.

Die DVD kommt mit einem kleinen Making Of und einem Audiokommentar mit Regisseur.

Blade (1998)

„Blade“ war die erste und bis heute eine der wenigen edgy Comicverfilmungen die funktioniert haben. Wo „Spawn“ zum Cringefest verkommen ist, schafft Stephen Norrington mit „Blade“ stylishe Kämpfe, coole One-Liner und Gore Effekte zu einem rundum befriedigenden Film zu formen. Zu verdanken ist das wohl vor allem Wesley Snipes, der sichtlich Spaß hat und es vor allem auch physisch beherrscht die Rolle eines coolen Vampirantihelden einzunehmen. Eine physische Präsenz, die man nur sehr wenigen der MCU Darsteller*innen akkreditieren kann. Natürlich ist der Film nicht unbedingt gut gealtert, die Eröffnungsszene allein ist aber immer noch Grund genug ihn zu sehen. Ansonsten muss man aber sagen, das CGI hat sehr unter der Zeit gelitten und das Finale ist recht stark in die länge gezogen und würde mit etwas mehr Tempo sicherlich besser funktionieren.

Ein Toter spielt Klavier (1961)

Mystery-Thriller mit unheimlichen Momenten aus dem Hause Hammer. Christopher Lee ist hier nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen, die Hauptrolle übernimmt dafür Susan Strasberg, die hier eine verängstigte junge Frau im Rollstuhl spielt. Sie verkörpert ihre Rolle sehr überzeugend und findet einen glaubwürdigen zwischen Angst und einer recht rebellischen jungen Frau. Es ist ein langsamer Film, der die Spannung dennoch sehr gut halten und bis zum Ende steigern kann. Zudem bekommen wir ein paar Twists geboten, die ich in einem Film aus der Zeit nicht erwartet hätte. Schade das „Taste of Fear“ nicht die selbe Bekanntheit erreichen konnte wie andere, teilweise deutlich weniger ambitionierte Titel aus den Hammer Studios.

Die Uhr des Grauens (1989)

Einbrecher*innen Trio gegen altes Ehepaar mit Zeitreiseuhren! Dieses späte TV-Werk von Lucio Fulci hat zwar ein paar Qualitätsmale des Altmeisters, ist insgesamt aber eher langweilig. Wie gewohnt bekommt ihr ein paar schöne Aufnahmen, die durchaus Atmosphärisch sind. Die Gore Effekte sind durch die Restriktionen des Fernsehens natürlich etwas braver als von Fulci gewohnt, aber dennoch sind darunter ein paar eklige, wenn auch alberne Momente. Das Acting hingegen ist grausig und der Plot zwar eigentlich ganz interessant letztlich aber doof und repetitiv. Ein Film mit netten Momenten und Ideen, insgesamt aber absolut anstrengend und öde.

Das Omen (1976)

Immer noch guter okkulter Horror, klar angesiedelt im Fahrwasser von Friedkins „Der Exorzist“, dennoch eigenständig genug um nicht langweilig zu sein. Insgesamt auch gut gespielt, handwerklich ordentlich gefilmt, aber in meiner Erinnerung war das alles spannender und aufregender. Der Anfang bleibt sehr atmosphärisch, auch wenn schon da das Drehbuch seine ungelenken Züge zeigt. Aber ab der Mitte fühlt der Film sich streckenweise sehr schleppend an und verliert dadurch stark an Punkten. Die starken Momente bleiben in Erinnerung, dazwischen ist aber auch viel albernes, peinliche Dialoge und Ungereimtheiten.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Kalenderwochde 39: Zu heiß geduscht, skeptische Pflanzen, Schuppige Haare, eine heitere Seance & eine fliegende Schildkröte Namens Rupert!

Kalenderwochde 39: Zu heiß geduscht, skeptische Pflanzen, Schuppige Haare, eine heitere Seance & eine fliegende Schildkröte Namens Rupert!

Pulse (1988)

Geisterhausfilm ohne Geister, dafür aber mit bösem Strom. Wieso und weshalb die Elektrizität böse geworden ist wird hier nicht näher geklärt, auch richtige Regeln dafür was der Strom wie machen kann werden nicht etabliert. Somit ist der Horror hier ziemlich Random. Zugleich bleiben alle Figuren sehr blass und bleiben bis zum Ende wenig sympathisch und interessant. Ein paar der Horrorelemente hätten durchaus Potential wenn man Szenen anders arrangiert hätte. So bleibt am Ende nur wenig in Erinnerung und spannend war es auch nur in wenigen Momenten. Eher etwas zum Einschlafen.

Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)

Erstmal sei gesagt, diese Freddie Francis Horroranthologie von Amicus ist kein wirklich guter Film. Ein Blick lohnt sich dennoch allemal, denn geboten wird euch allemal genügend. Peter Cushing sagt fünf Männern, unter ihnen Christopher Lee, die Tarotkarten. In ihrer Zukunft wartet sicher kein Happy End. Stattdessen bekommt ihr in den einzelnen Segmenten einen Werwolf, Killerefeu, tödliche Voodooklänge, eiskalte Händchen & Vampire geboten. Da ist für alle was dabei und bis auf das Voodoo Segment, das nicht nur schlecht gealtert, sondern auch einfach uninteressant ist hat jeder Kurzfilm seine guten Momente.

Ich mag hier vor allem das es keinen doppelten Boden gibt, keine Metaebenen, nichts subversives. Alles ist immer genau das, was ihr seht. Das wirkt zwar zuerst platt und unintelligent, versprüht aber zugleich einen gewissen kindlichen Charme. Cushing und Lee haben sichtlich Spaß an ihten albernen Streitereien und zu allem Überfluss wird Lee auch noch von einem Schimpansen gedemütigt. Ich liebe es. Zusätzlich bekommt ihr auch noch Donald Sutherland als fiesen Vampirarzt. Alles toll.

Wie die meisten Amicus Filme sind auch hier einige schön dekorierte Studiosets zu sehen. Das wirkt zwar alles recht billig und manchmal auch wenig durchdacht, gleichzeitig ist alles liebevoll arrangiert. Ein typischer Film für einen faulen Sonntag.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore (1964)

Zuerst einmal etwas sehr peinliches: Ich habe Christopher Lee (Rasputin – Der wahnsinnige Mönch, 1966) nicht erkannt… naja aber er hat hier auch einen komischen Schnäuzer und ein komisches Gebiss und komische Haare und spielt einen komischen Professor aus Leipzig. Auf der anderen Seite haben wir Peter Cushing (Die Bande des Captain Clegg, 1962), der hier zwar nur wenig mit den Machenschaften der Gorgonin zu tun hat, am Ende ist er aber irgendwie doch mehr der Bösewicht als das Schlangenweib selbst. Insgesamt ein handwerklich, wie gewohnt, gekonnter Hammer Streifen von Terrence Fisher (Frankensteins Höllenmonster, 1974). Die Schauspieler*innen machen ihre Sache ebenfalls gut, dennoch kann der Film nicht die Qualität der 1. Liga aus den Hammer Studios erreichen. Vor allem liegt das allerdings an dem Drehbuch, das besonders im Mittelteil länger auf der Stelle tritt. Außerdem hüpfen wie zu Beginn recht lange von einer Hauptperson zur anderen bis der Film in die Puschen kommt. Ansonsten alle wie gewohnt. Wundervolle Details, super Sets und eine überaus getragene Stimmung machen diesen Film zu einem kleinen Horrorklassiker, der leider an eingien Stellen etwas Potential verschenkt.


The Thirteenth Chair (1929)

Tod Browning (Dracula, 1931) und Bela Lugosi (The Ape Man, 1943) sind natürlich immer eine gute Kombo, zu viel dürft ihr hier allerdings nicht erwarten. Es handelt sich bei „The Thirteenth Chair“ um Brownings erste Tonfilmarbeit, was man hier an jeder Ecke deutlich merkt. Alle Darsteller spielen sehr hölzern und jede Szene ist sehr statisch angelegt, was wohl beides an der damals noch sehr schwierigen Tontechnik zu tun hat. Insgesamt wirkt der Film also eher wie ein Theater Mitschnitt. Leider ist der recht schnörkellose Krimi mit leichten übernatürlichen Elementen nicht gerade voller Überraschungen oder unvorhergesehenen Wendungen. Filmhistorisch durchaus ein wichtiger Film, Heute aber leider nur noch wenig unterhaltsam.

Schloss des Schreckens (1961)

Fantastisch gut gealterter Gothic/Social Horror von Regisseur Jack Clayton (Der Große Gatsby, 1974), basierend auf dem Roman „The turn of the screw“ von Henry James. Die Sets sind unheimlich stimmungsvoll, jede Szene ist toll ausgeleuchtet und auch die Schauspieler*innen, inklusive der Kinderdarsteller*innen, machen einen tollen Job. Die Handlung ist durchweg spannend und zugleich bleibt genug Raum für Charakterentwicklung. Eben diese Machen den Film letztlich auch so stark, sehr interessant was für gute Analysen solch ein alter Roman und fast so alter Film zu Themen wie toxischer Männlichkeit haben kann. Die Geschichte wurde bis Heute dutzende Male verfilmt, so perfekt wie hier wurde der Stoff danach aber nie wieder auf die Leinwand gebracht. Große Empfehlung für alle die auf der Sache nach schwarzweiß Geisterhäuserfilmen sind.

Donnerstag, 10. September 2026

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Thunderbolts* (2025)

Wenig bunt, wenig Situationscomic, ertragbar viele versucht witzige Sprüche und etwas mehr Anspruch als gewohnt lassen die „Thunderbolts“ zu einem der unterhaltsameren Marvel Filme der aktuellen Phase werden. Vor allem dass, das Thema Trauma und Depressionen in einem Film dieser Art halbwegs ernsthaft angegangen wird ist respektabel und dank Florence Pugh und Lewis Pullman bekommen die emotionalen Momente sogar etwas Gewicht. Der Rest ist aber nicht mehr als die vorherigen Marvel Filme. Adäquate Actionszenen, etwas leichter Humor mit Pathos und Gezanke.

Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit (2026) [Plaion]

Spielberg muss mal wieder über den Erstkontakt mit Alien reden. Hier macht er leider nichts neues, die Aliens sind langweilig, der Film insgesamt auch technisch nur auf akzeptablen Niveau. Es passiert eigentlich nie etwas wirklich interessantes und wenn doch, dann kommt ein merkwürdig aussehendes CGI Tier und macht alles kaputt. Wäre es nicht Spielberg, hätte der Film es sicherlich nur auf direkten Weg zu den Streaming Anbieter*innen geschafft. Schnarchig.

Als Bonusmaterial bekommt ihr lediglich ein kleines Video über die Zusammenarbeit zwischen Spielberg und John Williams.

Der goldene Pfeil (1962) [Plaion]

Heute ist der italienische Regisseur Antonio Margheriti wohl vor allem für „Asphalt-Kannibalen“ bekannt. Umso erstaunter war ich als ich feststellte das der Sandalenfilm „Der goldene Pfeil“ ebenfalls unter seiner Regie entstanden ist. Dabei handelt es sich nämlich um einen Film den ich in meiner Kindheit oftmals im Fernsehen sah, natürlich ohne zu wissen wer Margheriti war und womit er sonst so die Moral junger Menschen korrumpierte. Bei diesem 60er Jahre Machwerk geht es allerdings noch recht brav zu. Ein Gauner mit einem Herz aus Gold, aber etwas zu viel Arroganz will die Prinzessin von Damaskus ehelichen und dabei zugleich den despotischen Wesir stürzen. Dazu brauch er aber den goldenen Pfeil. An diesen wiederum gelangt er nur wenn er einige körperliche, geistige und moralische Aufgaben bewältigen kann. Das ganze ist solide gefilmt, bietet einige nette Kulissen, viel stumpfen Humor und natürlich eine altbackene Liebesgeschichte. Wer aber für das Plastikkrokodil bleibt wird belohnt. Insgesamt ein ganz amüsantes Märchen.

28 Days Later (2002) [Plaion]

Tierbefreier*innen dringen in ein Versuchslabor in London ein, in dem gefährliche Experimente mit Viren an Schimpansen durchgeführt werden. Entgegen das betteln einer der Forscher, öffnen sie fälschlicherweise den Käfig und lassen somit eine schreckliche Plage auf die Menschheit los. Schon kurz darauf sind fast alle Bürger*innen Groß Britanniens, die sich nicht ins Ausland absetzen konnten, mit dem Tollwut ähnlichen Virus infiziert.

28 Tage später wacht Jim (Cillian Murphy) allein, verwirrt und orientierungslos aus einem Koma auf. Er ist ganz allein in einem Krankenhaus und das mitten in London. Er weiß nicht was geschehen ist, aber schon bei seinem ersten Treffen auf die Infizierten muss er alles geben um nicht zu sterben. Im letzten Moment wird er von Selena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley) gerettet. Die beiden bringen ihn auf den neuesten Stand der Dinge und gemeinsam versuchen sie einen sicheren Ort zu finden.

„28 Days Later“ war lange Zeit ein Hassobjekt für mich, was daran lag das der Plot von Zombieähnlichen Monstern handelt die rennen können. Ein Frevel, so was würde ich nicht unterstützen. Als Teenager hielt ich es für unmöglich so einen Film gut zu finden. Durch einen Zufall sah ich dann irgendwann doch. Es kam wie es kommen musste und natürlich bin ich heute großer „28“ Fan. Ich finde soviel daran toll. Es fängt mit den Tierbefreier*innen an, diese Menschen wollen ein paar Affen aus der Hölle dieser Versuchsanstalt befreien und lösen damit diese Katastrophe aus. Zeigt uns das die Menschen selbst mit den edelsten Motiven nur in der Lage ist die Welt untergehen zu lassen. Danach geht es weiter mit Cillian Murphy (Inception), der mir auch als Scarecrow in den Nolan Batmen sehr gefällt. Diese Szenen in denen er ohne Dialog durch die verlassenen Straßen von London läuft haben soviel Atmosphäre, einfach toll. Und dann ist da noch Selena, gespielt von Naomie Harris (hat sie jemals wieder etwas gutes gedreht? Dinotopia und Ninja Assassin sind schöner trash aber doll ist das nu auch nicht.). Eine starke schwarze Frau, womit man wohl versucht hat noch einen draufzusetzen auf Duane Jones Figur aus „Night of the Living Dead“. Zumindest erinnert sie doch sehr stark an Ben.

Das die „Infizierten“ sich so schnell bewegen können sagt mir trotzdem nicht zu und zum Ende hin bricht die Atmosphäre immer wieder ein wenig ein. Insgesamt handelt es sich bei „28 Days Later“ aber um einen gelungenen und äußerst stimmigen Epidemie Film.

Die 4k Disc von Plaion bietet neben einem Audiokommentar auch deleted Scenes, auch diese wenn gewünscht mit Audiokommentar, Storyboards, eine Fotogalerie und mehr.

La Maison ensorcelée (1907)

Sechs minütiger Kurzfilm aus dem Jahre 1907. Eine französische Produktion des spanischen Regisseurs Segundo de Chomón (The Frog, 1908). Darin suchen drei Reisende Zuflucht in einer alten Hütte, in der sie sich dann aber mit Poltergeistern herumärgern müssen. Diese lassen Möbel verschwinden, drehen das Haus oder bereiten in einer putzigen Stop-Motion Sequenz auch das Frühstück vor. Charmanter kleiner Film, der vor allem durch tolle Set-Ideen, aber auch durch Stop-Motion, sowie Front- und Rückprojektionen Arbeitet. Ein tolles Beispiel für frühe Filmtricktechnik.

The Ape Man (1943)

Bela Lugosi spielt einen verrückten Wissenschaftler der sich zu viel Affensaft gespritzt hat. Jetzt hilft nur noch menschliches Rückenmark, aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Freiwillig will sich jedenfalls niemand ins Rückenmark piksen lassen und so muss Affenmann Lugosi mit seinem treuen Begleiter, einem echten Gorilla (oder eher einem Menschen im Gorillavollkostüm) auf Menschenjagd gehen.

Mit nur 64 Minuten Spielzeit ist der Spuk zum Glück schnell vorbei. Allein das blöde 4th Wall breaking Ende und das Gorillakostüm sind somit eine Sichtung wert. Ansonsten hat Lugosi noch 1-2 starke Monologe in denen man erahnen kann wozu er eigentlich fähig ist. Der Rest verirrt sich leider in immer selben Szenen in den immer selben drei Räumen, ein Horrorthrillermysterykrimi mit vielen Charakteren die nichts zur Handlung beisteuern und am Ende ist es natürlich die Liebe die das Ungeheuer getötet hat.

Freitag, 4. September 2026

Kalenderwoche 36: Der Präsident wird rot vor Zorn, schwebende Schildkröten & hungrige Hummer!

Kalenderwoche 36: Der Präsident wird rot vor Zorn, schwebende Schildkröten & hungrige Hummer!

Captain America: Brave New World (2025)


Merkwürdiger Film der den Spagat sucht zwischen amerikanischer Power Fantasy und einer Kritik der aktuellen Sozialen Probleme des Landes. Am Ende schafft der Streifen aber beides nicht, sodass es egal ist was man selbst denkt, unzufrieden sind am Ende alle. Vor allem versucht man sich hier an einem politischen Gewissen ohne soziale oder geopolitische Konflikte anzusprechen. Alles komplett wischiwaschi ohne Rückgrat. Hinzukommt ein schrecklich unpassend gecasteter Harrison Ford, der sich müde durch den Film kämpft und Protagonist*innen sowie Schurken, die stets eindimensional bleiben und deren Dialoge jegliche Charakterentwicklungen behindern. Da helfen auch keine Gastauftritte von Liv Tyler und Sebastian Stan.

Gamera the Brave (2006)

Dieser, der bisher letzte abendfüllende Gamera Streifen, ist wieder deutlich kindgerechter als es die 90er Trilogie war. Etwas traurig darüber war ich schon, dafür bekommen wir hier auch einige Babygamera- und Teenagegameraaction geboten. Und da muss man zugeben: Knuffig ist das alles schon und selbst das CGI ist nicht so schlecht wie erwartet. Zudem sind die Monsterkostüme wieder richtig gut und ausdrucksstark geworden. Der Kampf zwischen Gamera und dem fiesen Varan hat es dann auch in sich und schafft es geschickt zwischen klamaukigen Momenten, viel Kitsch, aber auch bedrohlichen Szenen und einigen sehr guten Miniaturszenen zu balancieren. Insgesamt ist der Plot mit den Kindern etwas ermüdend, insgesamt fühlte ich mich aber gut unterhalten.

Teenagers from Outerspace (1959)

Aliens haben die Erde als Weideort für ihre gigantischen Monsterhummer auserkoren. Einer der Aliens entdeckt dann jedoch das Menschen auf dem Planeten leben und bekommt plötzlich doch Gewissensbisse und versucht gemeinsam mit einem Mädchen und ihrem Opa seine Kumpels von diesem Plan abzuhalten. Herrlich wirres Drive-in Kino für alle, die grottige Effekte und Acting lieben, das so hölzern ist, dass wir damit den Amazonas wieder aufforsten könnten. Toll. Fünf von Fünf buttrige Hummerscheren!

Freitag, 28. August 2026

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Der Astronaut - Project Hail Mary (2026) [Plaion]

Nach dem großen Erfolg von „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ (2015) nun also die nächste Verfilmung eines Science-Fiction Romans von Andy Weir. Gewohnt unverschämt charismatisch schlingelt sich Ryan Gosling (Blade Runner 2049, 2017) auch hier gekonnt durch den Film und kein seine spleenige Rolle publikumsfreundlich auf die Leinwand bringen. Dabei können seine Interaktionen mit seinem Alienfreund, wie aber auch mit der gewohnt großartigen Sandra Hüller (In den Gängen, 2018) ulkig, albern, herzlich aber auch herzzerreißend sein. Der Film schwankt dabei zwischen harter Science-Fiction, Drama, Komödie und ist dabei aber auch immer ein wenig wie ein 80er Jahre Science-Fiction für die ganze Familie. Kann durchaus verstehen wenn das für viele etwas zu sehr gezuckert oder gar kitschig erscheint. Ich fühlte mich aber oft daran erinnert das viele Science-Fiction Filme meiner Kindheit eine ähnliche Stimmung hatten, die bei mir Interesse an Wissenschaft und ebenso eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckten. Etwas das wir heute sicherlich dringend brauchen können, gerade wenn sogar unser Eskapismus von Sarkasmus und Nihilismus durchzogen ist. Auch schön ist hier, dass einige der Alieneffekte noch handgemachtes Puppenspiel sind und der Eridianer dadurch sehr viel mehr Persönlichkeit bekommt, als wenn es ein CGI Wesen wäre.

Im Bonusteil der Plaion Scheibe bekommt ihr ein paar entfallene Szenen, einen kurzen Blick hinter die Kulissen und einen recht interessanten Audiokommentar der Regisseure.

Ein Minecraft Film (2025)

Joa der Titel hat recht, dass ist ein Minecraft Film. Was Jack Black und Jason Momoa da machen weiß ich nicht so recht. Ich habe keine Ahnung vom Spiel, denke aber nicht, dass der Film mir bei meinem Verständnis geholfen hat. Teilweise ist das CGI schon ganz beeindruckend und ein paar Witze sind so doof, es ist dann doch ganz witzig. Glaube aber insgesamt war mir bisher wenig so egal wie dieser Streifen und ehrlich gesagt erinner ich mich auch an nichts mehr außer das da ein Schwein ist, das aussieht wie ein From Software Endgegner.

Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht (1967)

„Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht“ ist erstmal ein starker Titel und Lola, gespielt von der US-amerikanischen Tänzerin Lola Falana ist durchaus charismatisch genug ein paar der Szenen zu stemmen. Nur ein paar Jahre zuvor wurde Lola ein kleiner Star nachdem sie am Broadway als Tänzerin für Sammy Davis Jr. auftrat. Diese Bekanntheit führte sie schließlich nach Italien wo sie diesen kleinen, familientauglichen Italo-Western abdrehte. Es geht um eine Tanzmaus, die aber auch gut mit Colt und Pferd umgehen kann und schließlich nicht nur das Herz des ortsansässigen fast Arzt erobert, sondern auch eine kleine Stadt vor El Diablo und seiner Gang rettet. Das ist recht kurzweilig und meist ziemlich unaufgeregt. Die Action ist herrlich planlos und einen logisch nachvollziehbaren Handlungsablauf brauch man dann auch nicht. Am Ende ist jedenfalls alles gut, Lola findet Liebe. Sant’Anna ist gerettet. Wir verdrücken eine Träne für den kleinen irischen Jungen der sich im Kampf geopfert hat. Ordnung ist wieder hergestellt.

Sonntag, 23. August 2026

Kalenderwoche 34 2026: Weltraummonser, ein Tag im Museum & Katzenrettung!

Kalenderwoche 34 2026: Weltraummonster, ein Tag im Museum & Katzenrettung!

Gamera Super Monster (1980)

Nach neun Jahren Abstinenz kehrt Superkröte Gamera zurück. Und wie! Der Film liefert uns ungefähr ein drittel der Laufzeit neuen Stoff und der hat sich gewaschen… Aber nur im negativen Sinne. Geboten werden drei Aliendamen im Supermandress und ein ordentlich los orgelnder Junge. Nervig, aber irgendwie noch infantil unterhaltsam. Der Rest des Films ist dann ein Stock Footage Best of aus Gameras glücklicheren Tagen. Einzige neue Gamera Szenen sind hier zusammenkopiert mit Sequenzen aus den Anime Serien „Spaceship Yamoto“ & „Galaxy Express 999“. Schmerzlich langweilig und blöde.

Junge Dornen (1967)

Lächerlich schlecht gealtertes Drama aus dem „How can I reach these Kids“ Subgenre. Sidney Poitier (The Defiant Ones, 1958) kann durch seinen Charme jedoch den Film auch durch so manche Durststrecke bringen. Er tanzt ungelenk und macht einen Frucht / Gemüsesalat und das ist schon viel Wert. Das vertröstet auch ein wenig bei den überflüssigen Bild-Montagen und den steinzeitlichen Geschlechtervorstellungen. Aber im ernst: „To Sir, with Love“ hatte damals sicherlich sehr gute Absichten und konnte damals wohl auch für etwas mehr Verständnis für rebellische Teens werben. Heute aber nur noch für Sidney und als Zeitdokument zu gebrauchen.

The Marvels (2023)

Kurzweiliger Marvelspaß. Höhepunkte sind natürlich Goose und Iman Vellani die in ihrer Rolle als Kamala offensichtlich viel Spaß hat, was man dem Film auch anmerkt. Die Teleportationsfähigkeiten der drei Marvels fügt einigen Kampfszenen etwas benötigtes Chaos hinzu. Sicherlich kein Meisterwerk, aber wer würde das schon ernsthaft über die anderen MCU Streifen sagen? Ich fands nett.

Montag, 17. August 2026

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Kalenderwoche 33 2026: Inselmonster, Untergrundmonster, Mannmonster & Sonnenstrahlen für alle!

Das Geheimnis der Monsterinsel (1981)


Der Millionär Kolderup (Peter Cushing) erwirbt aus einer Laune heraus eine Insel. Kurz darauf lässt er ein paar seiner Leute auf eine Expedition zur Insel los. Unter den Männern ist auch sein Neffe Morgan (Ian Sera), der mit dieser Reise etwas erzogen werden soll und dessen kauziger Hauslehrer (David Hatton). Allerdings verläuft die Fahrt mit dem Schiff nicht sonderlich gut und schon bald werden sie von Tang behangenen Seemonstern attackiert. Mit ihren letzten Kräften können die beiden Männer sich auf die Insel retten, aber auch dort warten einige Monstren auf die beiden.

Schon beim ersten Blick auf das Cover war klar, das diese mehr als lose Jules Verne Adaption ulkig werden sollte. Was mich dann aber erwartete konnte ich nicht ahnen. Die Monster sehen im Film nämlich noch knuffiger aus als ihr es ahnen könntet. Euch werden Seetangmonster, ein Gummidino, Blaseraupen und ein schießwütiger Affe geboten. Hinzu kommt noch ein Peter Cushing (Shock Waves, 1977), der überhaupt nicht weiß wie ihm geschieht und eine deutsch Synchro die sich gewaschen hat. Alles völlig scheiße, einiges macht dann durch den widersinnigen Twist irgendwie doch Sinn, aber unterhalten kann dieses Monstrum von Film auf voller Linie.

Richtig gut ist an diesem Stück Filmgeschichte aus den Händen von Juan Piquer Simon (Slugs, 1988) eigentlich nichts. Es sieht aber auch nie danach aus als hätte Jemand mehr von diesem Film erwartet. Alle haben aber augenscheinlich ihre Freude an dem Schabernack den sie da treiben, außer vielleicht Cushing. Der Humor ist schön daneben und die drei Hauptfiguren gespielt von David Hatton (Vaterland, 1994), Gasphar Ipua (Sea Devils, 1982) und Ian Sera (Pod People, 1983) haben eine tolle Chemie und spielen schön locker und so wie es sich für solch einen Film gehört. Klare Trash Empfehlung.


Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde (1977)

In einer Buchhandlung wird dem Professor Otto Lindenbrock (Kenneth More) ein alter Reisebericht des Wissenschaftlers Saknussem zugespielt. Darin ist die Rede von einer phantastischen Reise unter die Erde, bis tief nach unten zum Mittelpunkt der Erde. Das Interesse des Forschers ist geweckt. Sofort plant er eine Expedition, bei der er von seiner Tochter Glauben (Ivonne Sentis) und ihrem Verlobten Axel (Pep Munné) begleitet wird. Sie reisen nach Island wo der Abstieg bis zum Mittelpunkt der Erde möglich sein soll. Dort heuern sie den isländischen Schäfer Hans (Frank Braña) an, der mit ihnen in einen Vulkankrater hinabsteigt. Bald entdecken sie eine fremde Welt voll mit prähistorischen Monstern.

Diese spanische Verfilmung des Abenteuer Klassikers von Jules Verne, ist im Grunde nichts anderes als eine aufgewärmte Variante der Version von 1959. Beide Verfilmungen sind sich sehr ähnlich und unterscheiden sich abgesehen von einem der Nebenhandlungen beinahe gar nicht. Leider ist der Humor hier nicht ganz so gelungen, dafür funktioniert der Film im Abenteuer Teil ganz gut. Die Dinosaurier sehen richtig schön schäbig aus und sind ein Fest für die Augen. Gummieidechsen auf Rädern, ganz großes Kino. Nur die Menschenfressenden Schildkröten sehen ganz cool aus, aber auch der Kampf der Plesiosaurier ist nicht total verkehrt.

Aber nicht nur in Sachen Monstereffekte und Kulissen ist diese Verfilmung schwächer, sondern auch bei der Besetzung. Frank Braña (Pod People, 1983) hat eine ungehörige Badass Trash Attitüde, die restlichen Darsteller*innen, die viel wichtiger für den Film sind, haben aber keine besondere Ausstrahlung und spielen nie besser als nur okay. Für Verne Fans also durchaus ein gelungenes Werk, wer aber nur mal Interesse an der Geschichte hat hält sich an die Verfilmung von 1959.


Das Monster von Tokio (1959)

Der amerikanische Journalist Larry Stanford (Peter Dyneley) reist nach Japan, um dort den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Robert Suzuki (Tetsu Nakamura) zu interviewen. Als der unvorsichtige Reporter im Berglabor des Doktors ankommt, merkt dieser zugleich wie unaufmerksam er ist. Damit erweist er sich als perfektes Versuchskaninchen für die nächsten Experimente. Er betäubt ihn und injiziert ihm darauf ein mysteriöses Mittel, das immer mehr seine animalischen Triebe stärkt. Schon kurz darauf hat er sich ganz verändert, betrügt seine Frau Linda (Jane Hylton) mit Geishas und man könnte beinahe denken, ihm wächst da was komisches auf der Schulter.

“The Manster” ist eine US-amerikanisch, japanische Co-Produktion aus den späten Fünfzigern. Veröffentlicht werde der Film 1960 als Double Feature mit “Eyes Without a Face”. George P. Breakstons (Golden Ivory) Geschichte erzählt von einem US-Reporter, der an einen leicht wahnsinnigen Wissenschaftler aus Nippon gerät, der ihn dann auch gleich zu einer Bestie machen möchte. Relativ grafisch wird schon im Intro klar gemacht, dass mit Dr. Suzuki nicht gut Kirschen essen ist. Der gewissenlose Wissenschaftler, gespielt von dem aus Titeln wie “U 2000 - Tauchfahrt des Grauens” (1963) und “Das Grauen schleicht durch Tokio” (1958) wohlbekannten Tetsu Nakamura (hier jedoch unter dem Namen Satoshi Nakamura kreditiert), hat nämlich schon einige andere Kreationen hervorgebracht. So sehen wir schon in den ersten Minuten wie ein intelligenter Gorilla einige Geishas beim Baden abmurkst und dann ist da noch seine Ehefrau, die zu einer widerlichen Mutation verkommen ist und von ihm gefangen gehalten wird.

Auch wenn die Effekte des Mansters eher lächerlich wirken, ist gerade dieser nüchterne, aber für damals sehr harte kalte Anfang sehr effektiv. Besonders das Make-Up und die Prothesen seiner Frau kommen durch die gelungene Beleuchtung etwas sehr unheimliches. Außerdem wird dadurch schnell klar, wie wenig man sich an damalige Restriktionen halten wollte. Für die Entstehungszeit zweifellos einer der härteren und ernsteren Drive-In Movies. Nach dem Intro wird es aber doch erst einmal sehr zeitgemäß wie in allen Filmen der damaligen Zeit und besonders in billigen Horror und Sci-Fi Flicks, geht es darstellerisch sehr hölzern zu, Anderes wie im Theater sehr übertrieben und dick aufgetragen und natürlich wird es auch äußerst melodramatisch. Die schlechtesten, aber auch ungeteilt lustigsten Momente haben immer etwas mit dramatischen Ereignissen zwischen Larry und Linda zu tun. Man erkennt die Dramatik an einem starken Kamerazoom und dem unheilvollen Geräusch: “Döödüüm”. Wie beim Zonk.

Trotz all des Trashs handelt es sich hierbei doch um einen der frühen Genreergüssen, mit durchaus subversiven Inhalt. Sexualität wird oft angedeutet und erwähnt. Die Hauptfigur betrügt seine Frau, verlässt sie und macht mit Geishas rum. Und das alles zu einer Zeit, während der man im Mainstream nicht mal zeigen durfte, wie Ehepaare sich ein Bett teilten. Die körperliche Transformation sieht etwas albern aus (auch wenn Sam Raimi bei “Army of Darkness“ klar darauf anspielt), die psychische packt dafür umso mehr. Anspielungen auf Alkohol- und Drogensucht sind sicherlich kein Zufall und gerade der damit einhergehende sittliche Zerfall unseres einstigen Helden zeigt Parallelen zu “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” und geht ähnliche Wege, nur eben mit dem etwas exotischeren Background Japans.

Das menschliche Monster hat jedenfalls einiges zu bieten: Trash, unfreiwillige Komik, schlechte Effekte, gute Effekte, lustiges versuchtes Drama, einen mitreißenden Plot und ulkig vorgetragene Dialoge, die dennoch ein wenig gewagt sind. Für Trash Liebhaber, die trotzdem noch etwas Anspruch verlangen genau das Richtige.

Ein Fleck in der Sonne (1961)

Filmische Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, über das Unglück das eine schwarze Familie zu zerreißen droht: Eine große Versicherungssumme. Mit wenigen kleinen Änderungen könnte dies auch einfach eine Aufzeichnung einer Theatervorstellung sein, der Cast des Films, allen voran die großartigen Claudia McNeil (Moon of the Wolf, 1972) und Sydney Poitier (The Defiant Ones, 1958). Bis in jede Nebenrolle toll besetztes Sozialdrama, das Heute vielleicht teilweise etwas hölzern und verstaubt erscheint, doch gerade in der Frage um Klassismus noch aktuelle Lehren vermitteln kann. Ansonsten ein tolles Zeitstück mit vielen mitreißenden Szenen.

Freitag, 14. August 2026

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Pinocchio: Unstrung (2026) [Plaion]

Wie auch bei den anderen Filmen des Jagged Edge Poohniverse handelt es sich auch bei dieser eher freien Adaption des „Pinocchio“ Stoffes um einen krassen, kruden und effektreichen Billighorrorfilm. Der Film lebt von seinen überbordend extremen Effekten, die oftmals an klassische Warner Brothers Cartoons mit Gore erinnern. Die Kinderdarsteller sind eigentlich ganz cool gecastet und haben sichtlich ihren Spaß. Auch die Handgemachten Puppeneffekte können gefallen und Robert Englund (Galaxy of Terror, 1981) als die Stimme der bösen Variante von Jimminy Cricket ist was nettes für Genrefreund*innen. Insgesamt kommt öfter mal Langeweile auf und zumindest bei mir haben sich diese Goreszenen meist recht schnell totgelaufen vor allem da ohne eben diese kein echter Film mehr übrig bliebe.

Die Blu-ray hat einiges an Extras zu bieten. Neben einem Audiokommentar auch noch Making-Ofs, Behind the Scenes, Interviews und entfallene Szenen. Schöne Veröffentlichung, die vor allem auch zeigt wie viel Spaß die Macher*innen hatten.

Angel’s Egg (1985)

Auch Heute noch eine unbeschreiblich schöne OVA des „Ghost in the Shell“ (1995) Regisseurs Mamoru Oshii. Es handelt sich dabei um einen höchst philosophischen und ruhigen Anime, der die meiste Zeit völlig ohne Worte auskommt. Die Handlung bleibt vage und lädt dazu ein sich selbst eine Meinung zu bilden. Visuell ist das Ganze atemberaubend schön. Ein Gedicht in Finsternis.

Trigun: Badlands Rumble (2010)

Ganz netter Film zur „Trigun“ Animeserie. Ein paar nette Actionsequenzen und beliebte Charaktere der Serie machen den Film für Fans ganz brauchbar. Insgesamt ist die Serie jedoch sowohl tiefsinniger, emotionaler und vor allem deutlich besser geschrieben. Einige Folgen haben deutlich komplexere Handlungsfäden und ein besseres emotionales payoff als dieser 90 minütige Film.

Wake Up Dead Man (2025)

Rian Johnsons dritter Teil der „Knives Out“ Krimis beweist vor allem wieder das Johnson unglaublich interessante und merkwürdige Figuren schreiben kann. Hier werden diese von einem tollen Ensemble zum Leben erweckt, dass es eine Freude ist. Zum Ende hin vielleicht etwas zu sehr gestreckt unterhält der Film dennoch besser als der zweite Teil und kombiniert Cozy Crime mit viel Humor und einigen bissigen gesellschaftlichen Spitzen.

Freitag, 31. Juli 2026

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

The Muppets Take Manhattan (1984)

Niedlicher, wenn auch keiner der besten Muppets Filme. Gerade der Anfang funktioniert ziemlich gut und hat einige schöne Emotionale Momente. Danach zerfällt der Film leider ziemlich stark in Fragmente, kleine Ideen und eingestreute Sketche. So hangelt man sich dann vor allem im letzten Akt nur noch mäßig von Gastauftritt zu Gastauftritt. Und dann funktioniert das Finale auch nicht wirklich, es passiert einfach nur. Zum Glück bekommen wir aber dennoch gerade von Miss Piggy einige sehr schöne Szenen die eine Sichtung schon lohnend machen.


Monster in my Pocket: The Big Scream (1992)

MIMP sind eine meiner liebsten 90er Jahre Toylines. Doch die kleinen Taschenmonster haben nie ihre eigene Cartoonserie bekommen. Denn es blieb bei dieser Pilotfolge der Hanna-Barbera Productions, die aber insgesamt ganz gut unterhalten kann. Die Monster sind niedlich, haben Charakter und coole Designs. Wer hätte nicht gern als Kind eine Serie mit einem Werwolf mit jamaikanischen Akzent gesehen? Die Animationen sind auch ganz ordentlich für eine Spielzeugwerbung aus der Zeit. Retro und Monstefans könnten also gefallen daran haben.


Spawn (1997)

Fand ich sogar als Kind schon schäbig. Schafft es absolut nicht irgendetwas der peinlichen edgyness der Comics cool umzusetzen und erst das CGI… Wahrscheinlich mit das schlechteste das ich bisher gesehen habe in einem Film der Budget zur Verfügung hatte. Dennoch fühlte ich mich bei der ersten Sicht seit bestimmt über 20 Jahren erstaunlich gut erhalten. Alles ist derartig stumpfsinnig, drüber und extrem forciert versucht cool ohne auch nur einem Moment lang cool zu sein… Man muss es lieben. Einzig das Maskendesign von John Leguizamo (The Menu, 2022) als Clown ist wirklich zu loben. Unglaublich wie sehr sie den Mann verändert haben um eine gelungene Bildschirmversion des Comiccharakters auf die Beine zu stellen. Keine Ahnung was Martin Sheen (The Dead Zone, 1983) und Michael Jai White (Black Dynamite, 2009) hier eigentlich versuchen, zumindest ist es lustig.

Bugonia (2025) [Plaion]

Biene Maja mal ganz anders!

Yorgos Lanthimos (Dogtooth, 2009) versucht sich in seinem jüngsten Streich an einem Remake des koreanischen Kultfilms „Save the Green Planet“ (2003) von Jang Joon-hwan. Dabei macht er daraus so sehr sein eigenes Ding mit kleinen Merkwürdigkeiten, dass mir erst spät auffiel diese Geschichte, vor einigen Jahren, schon einmal gesehen zu haben. Einmal mehr engagierte er Emma Stone (The Curse, 2023-2024) für die Hauptrolle und einmal mehr macht sie ihre Sache sehr gut ständig zwischen verängstigtem Opfer zweier Verschwörungsideologen und voller Kontrolle über die Situation. Entweder wirklich Girlboss oder Alieninvasorin. Ihr Spiel lässt beide Möglichkeiten offen. Optisch ebenfalls ein schöner Film, der mitunter in schrecklichen Zwischentönen stecken bleibt, sich durch Gewaltausbrüche wieder befreit um regelmäßig in humoristische Absurdität zu driften. Sicherlich nicht etwas das allen gefallen wird, meinen Nerv trifft es aber sehr genau.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit dem Making Of und ein paar Interviews.


Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Figuren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die Blu-ray von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.