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Freitag, 16. Oktober 2026

Kalenderwoche 41: Pizza, Milch, Bub, Tentakel, Dingos, mehr Tentakel, mächtige Schwerter & Murmeltiere!

Kalenderwoche 41: Pizza, Milch, Bub, Tentakel, Dingos, mehr Tentakel, mächtige Schwerter & Murmeltiere!

A Quiet Place: Day One (2024)


Emotional überraschend packend mit einer, wie gewohnt tollen Lupita Nyong'o in der Hauptrolle. Außerdem eine Katze die in echt Schnitzel heißt. Der Film erzählt vom Beginn der Alieninvasion, doch anstatt hier groß den Untergang der Menschheit zu Inszenieren, erzählt Michael Sarnoski hier eine sehr intime Geschichte einer Krebskranken jungen Frau, auf der Suche nach einer Pizza. Das funktioniert insgesamt sehr gut, vor allem wenn man sich nicht zu sehr auf Lücken in der Logik konzentriert. Statt eines Katastrophen-Thrillers mit viel Krachbumm, bekommt ihr dann aber einen eher leisen Film über Verlust, Tod und die Selbstermächtigung sich seinen Tod so zu gestalten wie man es möchte. Überraschend.

Milk & Serial (2024)

Ultra Low Budget Film von Curry Barker, der euch zuletzt „Obsession“ (2025) gebracht hat. Hier filmte der junge Regisseur noch im WG-Appartment mit einigen Freunden und sich selbst in der Hauptrolle einen kleinen 64 Minüter. Es handelt von Bros. die einen Prank Youtube Kanal haben und die sich dabei immer mehr überbieten wollen. Bis einer von den Beiden deutlich zu weit geht. Sehr kurzweilig und unterhaltsam, zeigt der Film, dass es nichts diabolischeres gibt als ein Freundeskreis von Influencern. Hier wird mit extrem wenigen Mitteln ein sehr kompetenter Psychothriller im Found Footage Stil kreiert, dem man sein Budget nur in manchmal deutlich anmerkt. Der Rest ist gut gelungen und muss sich vor alle, vom Fun Faktor nicht hinter größeren Produktionen verstecken.

Day of the Dead (1984)

Meine Güte wie gut zerlegt Romero eigentlich in diesem Film aus dem Jahre 1984 toxische Männlichkeit und militärischen Machismo? Er war echt immer einer von den Guten. Lori Cardilles Figur muss sich mit den dümmsten, sexistischen Schlägertypen aller Zeiten rumärgern und macht nebenbei trotzdem ihren Job. Bewundernswerte Frau. Unglaublich gut gealtert, mit einigen von Savinis besten Effekten seiner Karriere. Eine starke politische Botschaft und zeitgleich schafft es Romero dennoch seinen eigenen Zombiemythos auszubauen und verliert dabei niemals die Spannung aus den Augen. Zwar für mich der schwächste der originalen Romero Trilogie, aber immer noch einer der besten Zombiefilme überhaupt.

Das Grauen aus der Tiefe (1955)

Abseits von Ray Harryhausens Effekten gibt es hier nur wenig erwähnenswertes. Die Stop Motion Tricks sind natürlich beeindruckend. Gerade wenn Live Action Soldaten mit Flammenwerfern auf Knetgummi Tentakel treffen und das ganze auch heute noch plausibel wirkt, weiß man das Altmeister Harryhausen seinen Job gut macht. Der Rest ist viel Gerede auf einen U-Boot und militärische Männer, die sich mit dem Schrecken moderner Frauen rumplagen müssen. Diese wollen jetzt nämlich auch Arbeiten, Wissenschaftler*innen sein und Hosen anziehen. Wenn diese aber zum Love Interest werden, werden sie erst etwas beleidigt und später zum Hummeressen eingeladen. Dann verlieben die sich natürlich und ihnen vergehen die Flausen. Trailer gucken reicht.

Roadgames (1981)

Richard Franklin (Psycho II, 1983) hat mit „Roadgames“ einen packenden Roadthriller im Stile Hitchcocks erschaffen. Da der Film im Zuge der Slasher Welle, aber als eben solcher vermarktet wurde ging dieser interessante Roadmovie leider viel zu sehr unter. Stacy Keach spielt einen redseligen, gutmütigen, vegetarischen Trucker, der Schweinehälften durch Australien kutschiert.

An seiner Seite sitzt stets sein getreuer Dingo. Während seiner Tour sucht die Polizei einen Serienmörder, dem schließlich Keach und die Anhalterin, gespielt von Jamie Lee Curtis, auf die Spur kommen. Obwohl der Film lange Zeit ohne Action auskommt und fast komplett in der Sonne Australiens gefilmt wurde, kann der Streifen eine dichte und spannende Atmosphäre aufrecht erhalten. Der Film verfügt über eine illustre Riege von merkwürdigen Nebenfiguren und ebenso viele ungeahnte Twists. Das ganze kulminiert dann in der wohl langsamsten Verfolgungsjagd die jemals ernst gemeint war. Überraschungshit mit vielen liebenswerten Eigenschaften.

Der Leuchtturm (2019)

Ein unglaublicher Kraftakt in schwarz, weiß, Dreck, Pisse, Wichse, Scheiße und Alkohol. Robert Eggers, Willem Dafoe und Robert Pattinson schließen sich zusammen um einen Gewaltmarsch von Film zu absolvieren. Von Beginn an ist alles trostlos, einsam, anstrengend und nass und der Komfort sinkt mit jeder Minute. Ein absolut mächtiger Psychothriller halb lovecraftscher Horror, halb queeres Ehedrama. Irgendwo zwischen homoerotischen Arbeiter*innen Drama und klassenbewusster Prometheus Nacherzählung liegt einer der besten nautischen Horrorfilme und ganz sicher einer meiner liebsten Filme des vergangenen Jahrzehnts.

Masters of the Universe (2026) [Plaion]

Moderne Neuinterpretation des 80er Kults. Insgesamt zu wenig Battlecat und zu wenig Orko, ansonsten aber gut geraten für das was es ist. Die überholten Designs ser alten Charaktere funktionieren ziemlich gut. Vor allem Figuren wie Trapjaw, Spikor und Man-At-Arms funktionieren toll. Und auch wenn es weh tut zu sagen, dass er etwas richtig macht, Jared Leto ist eine gute Wahl für einen armseligen und lächerlichen Skeletor. Für alle alten Fans des Franchise gibt es viele Inside Jokes und selbst obskurste Figuren kommen vor. Selbst aus den Minicomics haben es Charaktere in den Film geschafft. Für Fans in jedem Fall empfehlenswert, jedenfalls wenn euch der postironische Ton zusagt. Ich fands unterhaltsam, denke aber nicht, das jemand der*die vorher nichts mit He-Man anfangen konnte durch diesen Film zum Fan werden könnte.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit ein paar Promo Videos und als weiteres Extra könnt ihr euch die MOTU Drohnenshow ansehen.

All You Need Is Kill (2025) [KSM Anime]

Light Novel wird zum Manga, der wird zum Realfilm mit Tom Cruise und der wird zu 3D Animation. Und das lustige ist, weiterhin ist jede Reinkarnation dieser Geschichte gut gelungen. Hier liegt das vor allem an den wunderbaren 3D Animationen und tollen Monsterdesigns. Eigentlich kann ich nicht viel mit 3D CG Movies Anfangen, hier ist der Artstyle aber sehr auf die Technik angepasst und nutzt die Möglichkeiten der Kunstform bestens aus. Gerade in den Actionsequenzen zeigt sich die volle Schönheit des Films. Nach der ersten sehr starken Hälfte verliert der Film im Verlauf des letzten Aktes deutlich an Tempo und kohärenten Erzählfluss. Zurück bleibt ein sehr unterhaltsamer Film, der dennoch seine Probleme hat. Unterhalten war ich dennoch fast durchgängig ziemlich gut. Durchaus empfehlenswert für Freund*innen von CG Movies.

Für einen Anime hat man dieser Blu-ray verblüffend viele Extras spendiert. So bekommt ihr Storyboards und einzelne Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs, sowie Interviews, Promovideos und eine extrem umfangreiche Bildergalerie. Ein sehr löblicher Release.

Donnerstag, 10. September 2026

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Thunderbolts* (2025)

Wenig bunt, wenig Situationscomic, ertragbar viele versucht witzige Sprüche und etwas mehr Anspruch als gewohnt lassen die „Thunderbolts“ zu einem der unterhaltsameren Marvel Filme der aktuellen Phase werden. Vor allem dass, das Thema Trauma und Depressionen in einem Film dieser Art halbwegs ernsthaft angegangen wird ist respektabel und dank Florence Pugh und Lewis Pullman bekommen die emotionalen Momente sogar etwas Gewicht. Der Rest ist aber nicht mehr als die vorherigen Marvel Filme. Adäquate Actionszenen, etwas leichter Humor mit Pathos und Gezanke.

Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit (2026) [Plaion]

Spielberg muss mal wieder über den Erstkontakt mit Alien reden. Hier macht er leider nichts neues, die Aliens sind langweilig, der Film insgesamt auch technisch nur auf akzeptablen Niveau. Es passiert eigentlich nie etwas wirklich interessantes und wenn doch, dann kommt ein merkwürdig aussehendes CGI Tier und macht alles kaputt. Wäre es nicht Spielberg, hätte der Film es sicherlich nur auf direkten Weg zu den Streaming Anbieter*innen geschafft. Schnarchig.

Als Bonusmaterial bekommt ihr lediglich ein kleines Video über die Zusammenarbeit zwischen Spielberg und John Williams.

Der goldene Pfeil (1962) [Plaion]

Heute ist der italienische Regisseur Antonio Margheriti wohl vor allem für „Asphalt-Kannibalen“ bekannt. Umso erstaunter war ich als ich feststellte das der Sandalenfilm „Der goldene Pfeil“ ebenfalls unter seiner Regie entstanden ist. Dabei handelt es sich nämlich um einen Film den ich in meiner Kindheit oftmals im Fernsehen sah, natürlich ohne zu wissen wer Margheriti war und womit er sonst so die Moral junger Menschen korrumpierte. Bei diesem 60er Jahre Machwerk geht es allerdings noch recht brav zu. Ein Gauner mit einem Herz aus Gold, aber etwas zu viel Arroganz will die Prinzessin von Damaskus ehelichen und dabei zugleich den despotischen Wesir stürzen. Dazu brauch er aber den goldenen Pfeil. An diesen wiederum gelangt er nur wenn er einige körperliche, geistige und moralische Aufgaben bewältigen kann. Das ganze ist solide gefilmt, bietet einige nette Kulissen, viel stumpfen Humor und natürlich eine altbackene Liebesgeschichte. Wer aber für das Plastikkrokodil bleibt wird belohnt. Insgesamt ein ganz amüsantes Märchen.

28 Days Later (2002) [Plaion]

Tierbefreier*innen dringen in ein Versuchslabor in London ein, in dem gefährliche Experimente mit Viren an Schimpansen durchgeführt werden. Entgegen das betteln einer der Forscher, öffnen sie fälschlicherweise den Käfig und lassen somit eine schreckliche Plage auf die Menschheit los. Schon kurz darauf sind fast alle Bürger*innen Groß Britanniens, die sich nicht ins Ausland absetzen konnten, mit dem Tollwut ähnlichen Virus infiziert.

28 Tage später wacht Jim (Cillian Murphy) allein, verwirrt und orientierungslos aus einem Koma auf. Er ist ganz allein in einem Krankenhaus und das mitten in London. Er weiß nicht was geschehen ist, aber schon bei seinem ersten Treffen auf die Infizierten muss er alles geben um nicht zu sterben. Im letzten Moment wird er von Selena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley) gerettet. Die beiden bringen ihn auf den neuesten Stand der Dinge und gemeinsam versuchen sie einen sicheren Ort zu finden.

„28 Days Later“ war lange Zeit ein Hassobjekt für mich, was daran lag das der Plot von Zombieähnlichen Monstern handelt die rennen können. Ein Frevel, so was würde ich nicht unterstützen. Als Teenager hielt ich es für unmöglich so einen Film gut zu finden. Durch einen Zufall sah ich dann irgendwann doch. Es kam wie es kommen musste und natürlich bin ich heute großer „28“ Fan. Ich finde soviel daran toll. Es fängt mit den Tierbefreier*innen an, diese Menschen wollen ein paar Affen aus der Hölle dieser Versuchsanstalt befreien und lösen damit diese Katastrophe aus. Zeigt uns das die Menschen selbst mit den edelsten Motiven nur in der Lage ist die Welt untergehen zu lassen. Danach geht es weiter mit Cillian Murphy (Inception), der mir auch als Scarecrow in den Nolan Batmen sehr gefällt. Diese Szenen in denen er ohne Dialog durch die verlassenen Straßen von London läuft haben soviel Atmosphäre, einfach toll. Und dann ist da noch Selena, gespielt von Naomie Harris (hat sie jemals wieder etwas gutes gedreht? Dinotopia und Ninja Assassin sind schöner trash aber doll ist das nu auch nicht.). Eine starke schwarze Frau, womit man wohl versucht hat noch einen draufzusetzen auf Duane Jones Figur aus „Night of the Living Dead“. Zumindest erinnert sie doch sehr stark an Ben.

Das die „Infizierten“ sich so schnell bewegen können sagt mir trotzdem nicht zu und zum Ende hin bricht die Atmosphäre immer wieder ein wenig ein. Insgesamt handelt es sich bei „28 Days Later“ aber um einen gelungenen und äußerst stimmigen Epidemie Film.

Die 4k Disc von Plaion bietet neben einem Audiokommentar auch deleted Scenes, auch diese wenn gewünscht mit Audiokommentar, Storyboards, eine Fotogalerie und mehr.

La Maison ensorcelée (1907)

Sechs minütiger Kurzfilm aus dem Jahre 1907. Eine französische Produktion des spanischen Regisseurs Segundo de Chomón (The Frog, 1908). Darin suchen drei Reisende Zuflucht in einer alten Hütte, in der sie sich dann aber mit Poltergeistern herumärgern müssen. Diese lassen Möbel verschwinden, drehen das Haus oder bereiten in einer putzigen Stop-Motion Sequenz auch das Frühstück vor. Charmanter kleiner Film, der vor allem durch tolle Set-Ideen, aber auch durch Stop-Motion, sowie Front- und Rückprojektionen Arbeitet. Ein tolles Beispiel für frühe Filmtricktechnik.

The Ape Man (1943)

Bela Lugosi spielt einen verrückten Wissenschaftler der sich zu viel Affensaft gespritzt hat. Jetzt hilft nur noch menschliches Rückenmark, aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Freiwillig will sich jedenfalls niemand ins Rückenmark piksen lassen und so muss Affenmann Lugosi mit seinem treuen Begleiter, einem echten Gorilla (oder eher einem Menschen im Gorillavollkostüm) auf Menschenjagd gehen.

Mit nur 64 Minuten Spielzeit ist der Spuk zum Glück schnell vorbei. Allein das blöde 4th Wall breaking Ende und das Gorillakostüm sind somit eine Sichtung wert. Ansonsten hat Lugosi noch 1-2 starke Monologe in denen man erahnen kann wozu er eigentlich fähig ist. Der Rest verirrt sich leider in immer selben Szenen in den immer selben drei Räumen, ein Horrorthrillermysterykrimi mit vielen Charakteren die nichts zur Handlung beisteuern und am Ende ist es natürlich die Liebe die das Ungeheuer getötet hat.

Freitag, 28. August 2026

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Kalenderwoche 35 2026: Bubble Buddies, blockige Buben & Schusssichere Tänzerinnen!

Der Astronaut - Project Hail Mary (2026) [Plaion]

Nach dem großen Erfolg von „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ (2015) nun also die nächste Verfilmung eines Science-Fiction Romans von Andy Weir. Gewohnt unverschämt charismatisch schlingelt sich Ryan Gosling (Blade Runner 2049, 2017) auch hier gekonnt durch den Film und kein seine spleenige Rolle publikumsfreundlich auf die Leinwand bringen. Dabei können seine Interaktionen mit seinem Alienfreund, wie aber auch mit der gewohnt großartigen Sandra Hüller (In den Gängen, 2018) ulkig, albern, herzlich aber auch herzzerreißend sein. Der Film schwankt dabei zwischen harter Science-Fiction, Drama, Komödie und ist dabei aber auch immer ein wenig wie ein 80er Jahre Science-Fiction für die ganze Familie. Kann durchaus verstehen wenn das für viele etwas zu sehr gezuckert oder gar kitschig erscheint. Ich fühlte mich aber oft daran erinnert das viele Science-Fiction Filme meiner Kindheit eine ähnliche Stimmung hatten, die bei mir Interesse an Wissenschaft und ebenso eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckten. Etwas das wir heute sicherlich dringend brauchen können, gerade wenn sogar unser Eskapismus von Sarkasmus und Nihilismus durchzogen ist. Auch schön ist hier, dass einige der Alieneffekte noch handgemachtes Puppenspiel sind und der Eridianer dadurch sehr viel mehr Persönlichkeit bekommt, als wenn es ein CGI Wesen wäre.

Im Bonusteil der Plaion Scheibe bekommt ihr ein paar entfallene Szenen, einen kurzen Blick hinter die Kulissen und einen recht interessanten Audiokommentar der Regisseure.

Ein Minecraft Film (2025)

Joa der Titel hat recht, dass ist ein Minecraft Film. Was Jack Black und Jason Momoa da machen weiß ich nicht so recht. Ich habe keine Ahnung vom Spiel, denke aber nicht, dass der Film mir bei meinem Verständnis geholfen hat. Teilweise ist das CGI schon ganz beeindruckend und ein paar Witze sind so doof, es ist dann doch ganz witzig. Glaube aber insgesamt war mir bisher wenig so egal wie dieser Streifen und ehrlich gesagt erinner ich mich auch an nichts mehr außer das da ein Schwein ist, das aussieht wie ein From Software Endgegner.

Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht (1967)

„Lola Colt... sie spuckt dem Teufel ins Gesicht“ ist erstmal ein starker Titel und Lola, gespielt von der US-amerikanischen Tänzerin Lola Falana ist durchaus charismatisch genug ein paar der Szenen zu stemmen. Nur ein paar Jahre zuvor wurde Lola ein kleiner Star nachdem sie am Broadway als Tänzerin für Sammy Davis Jr. auftrat. Diese Bekanntheit führte sie schließlich nach Italien wo sie diesen kleinen, familientauglichen Italo-Western abdrehte. Es geht um eine Tanzmaus, die aber auch gut mit Colt und Pferd umgehen kann und schließlich nicht nur das Herz des ortsansässigen fast Arzt erobert, sondern auch eine kleine Stadt vor El Diablo und seiner Gang rettet. Das ist recht kurzweilig und meist ziemlich unaufgeregt. Die Action ist herrlich planlos und einen logisch nachvollziehbaren Handlungsablauf brauch man dann auch nicht. Am Ende ist jedenfalls alles gut, Lola findet Liebe. Sant’Anna ist gerettet. Wir verdrücken eine Träne für den kleinen irischen Jungen der sich im Kampf geopfert hat. Ordnung ist wieder hergestellt.

Freitag, 14. August 2026

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Kalenderwoche 32 2026: Albtraumgrille, Geisterfische, chaotische Kopfgeldjäger*innen & Auferstehung!

Pinocchio: Unstrung (2026) [Plaion]

Wie auch bei den anderen Filmen des Jagged Edge Poohniverse handelt es sich auch bei dieser eher freien Adaption des „Pinocchio“ Stoffes um einen krassen, kruden und effektreichen Billighorrorfilm. Der Film lebt von seinen überbordend extremen Effekten, die oftmals an klassische Warner Brothers Cartoons mit Gore erinnern. Die Kinderdarsteller sind eigentlich ganz cool gecastet und haben sichtlich ihren Spaß. Auch die Handgemachten Puppeneffekte können gefallen und Robert Englund (Galaxy of Terror, 1981) als die Stimme der bösen Variante von Jimminy Cricket ist was nettes für Genrefreund*innen. Insgesamt kommt öfter mal Langeweile auf und zumindest bei mir haben sich diese Goreszenen meist recht schnell totgelaufen vor allem da ohne eben diese kein echter Film mehr übrig bliebe.

Die Blu-ray hat einiges an Extras zu bieten. Neben einem Audiokommentar auch noch Making-Ofs, Behind the Scenes, Interviews und entfallene Szenen. Schöne Veröffentlichung, die vor allem auch zeigt wie viel Spaß die Macher*innen hatten.

Angel’s Egg (1985)

Auch Heute noch eine unbeschreiblich schöne OVA des „Ghost in the Shell“ (1995) Regisseurs Mamoru Oshii. Es handelt sich dabei um einen höchst philosophischen und ruhigen Anime, der die meiste Zeit völlig ohne Worte auskommt. Die Handlung bleibt vage und lädt dazu ein sich selbst eine Meinung zu bilden. Visuell ist das Ganze atemberaubend schön. Ein Gedicht in Finsternis.

Trigun: Badlands Rumble (2010)

Ganz netter Film zur „Trigun“ Animeserie. Ein paar nette Actionsequenzen und beliebte Charaktere der Serie machen den Film für Fans ganz brauchbar. Insgesamt ist die Serie jedoch sowohl tiefsinniger, emotionaler und vor allem deutlich besser geschrieben. Einige Folgen haben deutlich komplexere Handlungsfäden und ein besseres emotionales payoff als dieser 90 minütige Film.

Wake Up Dead Man (2025)

Rian Johnsons dritter Teil der „Knives Out“ Krimis beweist vor allem wieder das Johnson unglaublich interessante und merkwürdige Figuren schreiben kann. Hier werden diese von einem tollen Ensemble zum Leben erweckt, dass es eine Freude ist. Zum Ende hin vielleicht etwas zu sehr gestreckt unterhält der Film dennoch besser als der zweite Teil und kombiniert Cozy Crime mit viel Humor und einigen bissigen gesellschaftlichen Spitzen.

Freitag, 31. Juli 2026

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

The Muppets Take Manhattan (1984)

Niedlicher, wenn auch keiner der besten Muppets Filme. Gerade der Anfang funktioniert ziemlich gut und hat einige schöne Emotionale Momente. Danach zerfällt der Film leider ziemlich stark in Fragmente, kleine Ideen und eingestreute Sketche. So hangelt man sich dann vor allem im letzten Akt nur noch mäßig von Gastauftritt zu Gastauftritt. Und dann funktioniert das Finale auch nicht wirklich, es passiert einfach nur. Zum Glück bekommen wir aber dennoch gerade von Miss Piggy einige sehr schöne Szenen die eine Sichtung schon lohnend machen.


Monster in my Pocket: The Big Scream (1992)

MIMP sind eine meiner liebsten 90er Jahre Toylines. Doch die kleinen Taschenmonster haben nie ihre eigene Cartoonserie bekommen. Denn es blieb bei dieser Pilotfolge der Hanna-Barbera Productions, die aber insgesamt ganz gut unterhalten kann. Die Monster sind niedlich, haben Charakter und coole Designs. Wer hätte nicht gern als Kind eine Serie mit einem Werwolf mit jamaikanischen Akzent gesehen? Die Animationen sind auch ganz ordentlich für eine Spielzeugwerbung aus der Zeit. Retro und Monstefans könnten also gefallen daran haben.


Spawn (1997)

Fand ich sogar als Kind schon schäbig. Schafft es absolut nicht irgendetwas der peinlichen edgyness der Comics cool umzusetzen und erst das CGI… Wahrscheinlich mit das schlechteste das ich bisher gesehen habe in einem Film der Budget zur Verfügung hatte. Dennoch fühlte ich mich bei der ersten Sicht seit bestimmt über 20 Jahren erstaunlich gut erhalten. Alles ist derartig stumpfsinnig, drüber und extrem forciert versucht cool ohne auch nur einem Moment lang cool zu sein… Man muss es lieben. Einzig das Maskendesign von John Leguizamo (The Menu, 2022) als Clown ist wirklich zu loben. Unglaublich wie sehr sie den Mann verändert haben um eine gelungene Bildschirmversion des Comiccharakters auf die Beine zu stellen. Keine Ahnung was Martin Sheen (The Dead Zone, 1983) und Michael Jai White (Black Dynamite, 2009) hier eigentlich versuchen, zumindest ist es lustig.

Bugonia (2025) [Plaion]

Biene Maja mal ganz anders!

Yorgos Lanthimos (Dogtooth, 2009) versucht sich in seinem jüngsten Streich an einem Remake des koreanischen Kultfilms „Save the Green Planet“ (2003) von Jang Joon-hwan. Dabei macht er daraus so sehr sein eigenes Ding mit kleinen Merkwürdigkeiten, dass mir erst spät auffiel diese Geschichte, vor einigen Jahren, schon einmal gesehen zu haben. Einmal mehr engagierte er Emma Stone (The Curse, 2023-2024) für die Hauptrolle und einmal mehr macht sie ihre Sache sehr gut ständig zwischen verängstigtem Opfer zweier Verschwörungsideologen und voller Kontrolle über die Situation. Entweder wirklich Girlboss oder Alieninvasorin. Ihr Spiel lässt beide Möglichkeiten offen. Optisch ebenfalls ein schöner Film, der mitunter in schrecklichen Zwischentönen stecken bleibt, sich durch Gewaltausbrüche wieder befreit um regelmäßig in humoristische Absurdität zu driften. Sicherlich nicht etwas das allen gefallen wird, meinen Nerv trifft es aber sehr genau.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit dem Making Of und ein paar Interviews.


Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Figuren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die Blu-ray von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Fiuguren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die UHD von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als 
Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.


Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)

Takeshi Kitano (Battle Royale, 2000) versucht sich als Regisseur und Hauptdarsteller in einem Remake des japanischen Kultsamurai „Zatoichi“. Die Neuinterpretation behält zwar Ichis Kern bei, fügt dem ganzen aber blutigere Kämpfe, einiges an Slapstick und zusätzlich auch einige Musik- und Tanznummern hinzu. Das sollte auf dem ersten Blick eigentlich nicht funktionieren, tut es aber meist relativ gut. Kitano verkörpert Ichi sehr eindrücklich und macht ihn zu einem seiner Charaktere ohne die Essenz der Figur zu verfälschen. Thematisch handelt Kitanos Version von Täuschung, niemand ist wer er vorgibt es gibt immer noch einen letzten Twist der die Sicht umschwenken lässt und nur ein blinder Masseur kann die Wahrheit erkennen. Eine für Samurai Purist*innen vielleicht etwas zu gewagte Interpretation, aber insgesamt eine gelungene und vor allem eigenständige Version des Samurai Mythos.


Inventur – Metzstraße 11 (1975)

Želimir Žilnik stellt seine Kamera und ein Mikrofon ins Treppenhaus der Metzstraße 11 in München. Nun ist es Zeit für eine Inventur. Nacheinander lässt er alle Bewohner*innen des Hauses vor die Kameratreten. Die meisten der Bewohner*innen kommen ursprünglich nicht aus Deutschland. Die meisten sind Gastarbeiter*innen aus Italien, der Türkei, dem Ostblock oder Griechenland. Alle stellen sich kurz vor, sagen etwas über ihre Arbeitssituation, über ihre Finanzen, darüber wie es ihnen in Deutschland gefällt oder eben auch nicht. Ein Kurzfilm der eine perfekte Vorlage für eine soziologische Studie darstellt. Ein sehr kleiner, aber vielsagender Einblick in die Leben vieler Familien und eben auch die Inventur eines Hauses in München. Regisseur Želimir Žilnik ist ein wichtiger Filmemacher Serbiens, der vor allem immer wieder in Kurzdokumentationen auf soziale Probleme hinwies und ein scharfer Kritiker von staatlicher Zensur war. Er gilt wichtige Figur der Jugoslawischen schwarze Welle.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Der verkehrte Sherlock Holmes (1971) [Plaion]

Seit dem Tod seiner Frau hält Justin Playfair (George C. Scott) sich für den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes. Psychologin Mildred Watson (Joanne Woodward) soll seinen Wahn attestieren. Stattdessen lässt sie sich von dem charismatischen Mann mitreißen und betritt mit ihm eine spannende Welt, in der hinter jeder Ecke der üble Professor Moriarty lauern könnte. Wunderschön schrullige Krimi-Groteske die sich recht erfolgreich von Situationskomik zu Situationskomik hangelt. Vor allem sind es die vielen kauzigen Nebenfiguren und der sehr spielfreudige Scott (Der Exorzist III, 1990), die den Film so sehenswert machen. Aus heutiger Sicht fehlt es dem ganzen vielleicht ein wenig an Schauwerten und manches ist etwas zu träge inszeniert. So passt der Film doch eher in die späten Sechzigerjahre als in die Siebziger, unterhaltsam ist er meist aber dennoch. Und am Ende sind es einige bittersüße Charakterinteraktionen die den Film auch Heute noch sehr liebenswürdig erscheinen lassen.

Explosive Media bringt diesen kleinen Klassiker über Plaion erstmals in HD auf Blu-ray heraus. Das Bild ist recht gur geraten. Die deutsche Synchro eher so mittelmäßig. Vorsicht auch beim Kauf, denn auf der Plaion Seite wird mit einem Featuerette und einem Audiokommentar geworben. Beides findet sich allerdings nicht auf der Disc wieder. Enthalten sind lediglich ein Trailer zum Film, eine alternative Szene, der Vorspann ohne Text und eine Diashow.


Die Prophezeiung (1979)

Etwas naive Mischung aus Ökothriller und Tierhorror. Die erste Hälfte hat interessante und mitreißende Momente. Vor allem der Konflikt zwischen den Indigenen und den Holzfällern funktioniert gut. Vor allem ist aber die Szene bei der Holzfabrik packend und auf merkwürdige Art erschreckend. Letztlich ist die Besichtigung der Fabrik sicherlich der gruseligste Moment des Film, eine sehr starke, bedrückende Szene. Wenn dann aber der eigentliche Horrorteil kommt, nämlich der Kampf zwischen mutiertem Bären und den Menschen klären sich alles zwischenmenschlichen Konflikte wie magisch auf. Was leider auch die Botschaft des Films massiv untergräbt. Zudem zieht sich der Bärenkampf dann auch noch sehr in die Länge, wodurch diesem, eigentlich gelungenen Bärenhorror dann den Todesschuss verpasst. Schade drum.


Die Akademie (2024)

Schrecklich belangloses über den angeblich waren Blick in die Kunstuni, das Kunstgewerbe und die persönlichen Schicksale dieser Industrie. Charaktere durchleben keine wirklichen Entwicklungen, die Dialoge kommen nie über ihre anfänglichen Plattitüden hinaus. Leblos, schablonenartig gefilmt und fast durchgängig hölzern gespielt. Lediglich Maja Bons möchte ich positiv erwähnen. Sie versucht zumindest etwas eigenes mit einzubringen und wäre wohl bei einem besseren Drehbuch zu mehr in der Lage.


Vincent muss sterben (2023)

Plötzliche, unprovozierte Attacken halten Frankreich im Atem. Eines der Oper ist Vincent (Karim Leklou) der aus heiterem Himmel von teils völlig fremden Menschen attackiert wird. Ungewöhnlicher Horrorfilm der zugleich Sozialdrama, wie auch ein äußerst toxischer Liebesfilm ist. Lose ans Zombiegenre angelehnt bewegt sich der Film irgendwo in der Nähe anderer Außensteier*innen wie Romeros „The Crazies“ (1973) oder dem Verbalvirus Horror von „Pontypool“ (2008). Äußerst spannend und zwiespältig, gerade weil der Film letztlich keinem Genre so richtig gerecht wird. Ebenfalls hochzuhalten: Die wirklich starken schauspielerischen Leistungen von Karim Leklou und Vimala Pons (Eden Log, 2007).


Comic Book Confidential (1988)

Kleine, sehr unaufgeregte Comic Doku die mir bis dato völlig unbekannt war. Der Film ackert sich chronologisch durch die Geschichte der neunten Kunst. Dabei kommen viele bekannte Künstler*innen wie Robert Crumb, Jack Kirby, Lynda Barry, Harvey Pekar, Frank Miller und einige mehr zu Wort. Die Doku behandelt dabei überraschend wenig Superheld*innen und räumt dafür sehr viel mehr Zeit für EC Horror und deren Zensurgeschichte, aber vor allem für die Underground Comics der 70er Jahre ein. Schön ist auch die Zeit das wir inszenierte Lesungen aller vertretenen Künstler*innen bekommen und dadurch einen tieferen Einblick in einzelne Werke der Künstler*innen erlangen als es in solch einer Doku eigentlich üblich wäre. Vermutlich eher eine Doku für den harten Kern von Comicfans, für diese aber schon allein als Zeitdokument einen Blick wert.

Dienstag, 16. Juni 2026

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Das Stendhal Syndrom (1996) [Plaion]


Durchschnittlicher 90er Jahre Dario Argento (Die neunschwänzige Katze, 1971) Psycho-Thriller, der vor allem durch eine solide Leistung von Asia Argento (Das Phantom der Oper, 1998) in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist vor allem die Eröffnungsszene in Florenz unheimlich stark gefilmt und entwickelt dank des Soundtracks von Ennio Morricone (Black Angel, 2002) eine sehr dichte, fast hypnotische Atmosphäre. Überdies hinaus ist der Film wohl vor allem dafür bekannt, dass es der erste italienische Film mit CGI Effekten ist. Diese sind natürlich nicht sonderlich gut gealtert, aber ein interessantes Zeitstück. Ganz im Gegensatz zu dem mechatronischen Zackenbarsch mit dem Asia eine kurze Liebesszene hat, der ist natürlich top. Insgesamt krankt der Film vor allem an sehr schwachen Performances der Nebenfiguren, einem Twist der Niemanden erstaunen wird und Szenen sexueller Gewalt die eher voyeuristisch als schockierend gefilmt wurden. Auch bekommt das Titelgebende Syndrom zu wenig Aufmerksamkeit und wird ab der Hälfte der Spielzeit auch einfach zur Seite geräumt.

Für Argento Sammler*innen lohnt sich der neue 4K Release des Films von Plaion dennoch. Neben dem Film in schön restaurierten 4K bekommt ihr neben einem Audiokommentar, Trailern und internationalen Titelsequenzen auch noch eine zweite Schnittfassung des Films. Auf einer Bonus Blu-ray kommen noch eine ganze Reihe neuer, für diesen Release geführte Interviews mit Cast und Crew, sowie ein paar Interviews aus den Archiven, die auch schon auf der DVD zu finden waren.


JSA - Joint Security Area (2000) [Plaion]

Auf ungeklärte Weise sterben zwei Nord Koreanische Grenzwachen an der entmilitarisierten Zone. Eine unparteiische Person soll die Lage untersuchen, doch die Aussagen widersprechen sich. Park Chan-Wooks (Oldboy, 2003) Debütfilm-Meisterwerk zeigt schon zu Beginn seiner Karriere was wir von ihm erwarten können. Zwar ist der Film handwerklich nicht so ausgereift wie seine späteren Werke, jedoch beweist er schon hier eine extrem sichere Hand für Zwischentöne und raue, ungefilterte Emotionen. Die Mischung aus Drama und Thriller hat einen unheimlich herzigen Mittelteil, durch den das Ende umso trauriger wird und uns ratlos zurücklässt. Dennoch hat der Film auch viele menschliche, hoffnungsvolle Momente. Darstellerisch machen hier alle mindestens einen sehr guten, teilweise auch einmaligen Job. Vor allem Song Kang-ho (Durst – Thirst, 2009) sticht dabei schon damals als Ausnahmetalent heraus. Auch nach 26 Jahren noch eine klare Empfehlung wert, ein Drama, das sich nicht hinter den späteren, bekannteren, Werken des Regisseurs verstecken muss.

Die 4K Restauration ist sehr schön geworden. Außerdem enthält die UHD von Plaion auch noch zwei Audiokommentare. Zur Bonus Disc kann ich leider nichts sagen, das mir diese nicht vorliegt.


Snowbeast (1977)

Bigfoot TV-Film aus den 70ern. Beginnt erst relativ vielversprechend. Einige der Außenaufnahmen zeigen schöne Berglandschaften und nette Skifahrmontagen. Der Bigfoot schleicht sich dabei oftmals in POV Shots an nichts ahnende Damen heran. Selbst der Bigfootanzug sieht für einen TV-Film eigentlich ganz passabel aus, wird allerdings nur wenig befriedigend Eingesetzt. Im Verlauf wird immer deutlicher das alle Figuren sich konstant gegenseitig den Plot, ihre Gefühle und vor allem ihre Verwandtschaftsverhältnisse erklären müssen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen dreisten Abklatsch von „Jaws“ (1975), denn auch hier will man die Piste nicht schließen und sagt die Feierlichkeiten nicht ab. Am Ende wird es dann noch höchstgradig melodramatisch und wir verlieren mehr Laufzeit ans wieder aufflammen einer lieblosen Ehe als wir das verdammte Vieh jagen. Dann wird noch recht lange und noch planloser nach dem Schneemenschen gejagt, oder geflohen (so richtig weiß man das nie) und dann endet das Ganze ziemlich abrupt und vor allem egal. Na ja zumindest ist es schön Sylvia Sidney (Fury, 1936) mal wieder zu sehen und Bo Svenson (Butcher, Baker, Nightmare Maker, 1981) ist für Exploitation Fans natürlich auch immer eine Freude.


Naked Vengeance (1985)

Von Roger Corman (Dementia 13, 1963) produzierter und vom legendären philippinischen Regisseur Cirio H. Santiago (Vampire Hookers, 1978) realisierter Rape and Revenge Thriller. Alles beginnt mit einer epischen Rockballade und einem sehr traurigen Hochzeitstag. Denn nicht nur das Carla (Deborah Tranelli) Abends mit ansehen muss wie er Mann von einem Vergewaltiger erschossen wird, nein auch vorher war der Tag schon echt doof. Ihr Mann hatte den Tag nämlich vergessen, musste dann ohne mit ihr zu Frühstücken auf die Arbeit und kam dann noch zu spät nach Hause. Nach dem Intro das uns sehr an „Death Wish“ (1974) erinnert, wechseln wir danach zu einer Kopie von „I Spit on Your Grave“ (1978). Carla besucht danach nämlich ihre Eltern in einem kleinen Örtchen in dem alle Männer zumindest Machos, Spanner und Grabscher, die meisten von ihnen aber schlimmeres sind. Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das alle männlichen Figuren derart platt, eklig geschrieben wurden. Gefällt mir. Das größte Problem des Films ist ohne Frage die Vergewaltigungsszene, die auf vielen Ebenen geschmacklos, albern, inkompetent und äußerst fragwürdig inszeniert wurde. Danach bekommt der Film aber etwas Tempo zurück und entwickelt sich im Verlauf etwas vom klassischen Rachefilm weg und nimmt einige Anleihen bei „Rambo“ (1982) auf. Merkwürdiger Mix. Funktioniert auch alles nicht so richtig. Dafür sind die Typen aber genauso drüber eklig, wie Carlas Rache an ihnen zufriedenstellend ist. Am Ende bleiben aber alle etwas ratlos zurück, ein insgesamt völlig undurchdachter Rachethriller, der durchaus seine guten Exploitation Momente hat, aber wohl dennoch nur was für die hartgesottenen Santiago Fans ist.

Dienstag, 9. Juni 2026

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Good Luck, Have Fun, Don’t Die (2025) [Leonine]

Ein Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) betritt zum 107 mal ein Diner in Los Angeles. Sein Ziel: Er muss in diesem Diner die perfekte Kombination aus Begleiter*innen auswählen mit denen er innerhalb einer Stunde die Entstehung einer KI verhindern muss, die in der Zukunft die gesamte Menschheit unterjochen wird.

Spaßig düsterer Science-Fiction Horror mit einer tollen Leistung von Sam Rockwell (Jojo Rabbit, 2019) in der Hauptrolle. In Nebenrollen gefielen mir vor allem Haley Lu Richardson (Split, 2016), Michael Peña (Der Marsianer, 2015) und Zazie Beetz (Atlanta, 2016-2022). Die Setdesigns sind auch toll und ihr bekommt einige, absichtlich, müllige Effekte, die dennoch sehr lustig sind. Der Plot arbeitet sich ordentlich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen ab, dabei wird die Satire absurd genug um zu unterhalten, der mahnende Zeigefinger wird dabei oft genug zum verdienten Mittelfinger. Insgesamt hat Gore Verbinski (A Cure for Wellness, 2016) hiermit eine gelungene Techsatire geschaffen, auch wenn man manchmal den Eindruck nicht los wird man hätte einfach nur ein paar alte „Black Mirror“ Folgen durch den Mixer gejagt. Ansonsten stört eigentlich nur das Ende ein wenig, das sich durch ein paar klischeebeladene Momente und unnötige Erklärungen in die Länge gezogen wird.

Bonus der Collector’s Edition ist ein fünf minütige Featurette auf der Blu-ray und drei Postkarten die beiliegen. Da hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.


Scarlet (2025) [Plaion]

„Dark Souls“ das Musical! Zu Beginn schafft Mamoru Hosoda (Ame & Yuki, 2012) es mit Leichtigkeit uns in eine interessante Version des Fegefeuers zu entführen. Menschen aller Kulturen, Religionen und Epochen treffen hier aufeinander und warten auf Himmel oder Hölle. Dabei sind sie ständig Gefahren ausgesetzt. Am Himmel lauern Drachen, größer als Städte. Am Boden rauben Diebe, andere Diebe aus, die zuvor noch schwächere Menschen beklaut haben. Doch dann stolpert unsere Heldin Scarlet in diese Welt, nachdem sie durch den Plot von „Hamlet“ ihren Vater hat sterben sehen und schließlich ebenfalls durch ihren Onkel ums Leben kam. Was folgt ist ein diffuses Märchen, das von Rache, Vergebung und scheinbar auch von der Frage handelt was eigentlich Liebe ist. Substanz hat das Ganze jedenfalls nicht. Alles wird unendlich oft wiedergekäut und die moralische Botschaft des Films kann nur solange überleben wie man sich nicht daran erinnert was noch vor fünf Minuten geschehen ist. Als jemand der nur wenig mit modernen 3D Animationen in Anime anfangen kann, muss ich sagen, dass einige Szenen wirklich toll aussehen. Animationen sind geschmeidig und ausdrucksstark, manche Szenen sind unheimlich schön. Dazwischen gibt es aber auch sehr viele hässliche Momente, die teils sogar nicht ganz fertig aussehen, als hätte man nur Platzhalter Texturen genutzt oder die Licht Shader vergessen oder einfach nur ein jpg Bild als Hintergrund eingefügt. Hat mir gar nicht gefallen, vor allem ist es noch ärgerlicher, weil hier im Kern etwas sehr gutes versteckt ist, das leider nie das geworden ist was es sein könnte.

Der Film sieht in 4k wirklich schön aus und die Disc hat sogar ein paar kleine Extras wie Skizzengalerien und Storyboard vergleiche.


Der dunkle Kristall (1982) [Plaion]

Jim Hensons (Die Reise ins Labyrinth, 1986) erstes große Projekt außerhalb von „Sesamstraße“ und „Muppets“ war ein ambitioniertes, eher überambitioniertes, fast schon größenwahnsinniges Projekt. Seine Idee einen epischen, düsteren Fantasyfilm nur mit Puppen zu erschaffen war zu dem Zeitpunkt noch undenkbar und wurde auf diesem Niveau bis Heute nicht mehr versucht. Die Sets sind unglaublich schön und haben teilweise gigantische Ausmaße angenommen, auch wenn zusätzlich noch viel Tricktechnik mit Matte Paintings und Miniaturen zum Einsatz kamen. Unzählige Puppen jeder nur vorstellbaren Art kommen zum Einsatz und alle Trickeffekte, damals natürlich noch alles ohne Computer, aber auch ohne Zeichentrickeffekte, vereinen sich zu einer schlüssigen Welt, die unsere Realität schnell vergessen macht. So ist es auch Heute noch möglich völlig in die Welt des dunklen Kristalls einzutauchen und mit seinen Bewohner*innen mit zu fiebern. Ein wirklich fantastischer Film, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Magie verloren hat und groß und klein weiterhin in seinen Bann ziehen kann.

Die 4k Version von Plaion kommt mit einem toll restaurierten Bild und einem Audiokommentar von Brian Froud. Auf der Bonus Disc gibt es mehrere Dokus über die Entstehung des Filmes, Deleted Scenes und eine Q&A Runde mit Linda Henson, sowie eine sehr umfangreiche Bildergalerie.


Das Schloss im Schatten (1955) [Plaion]

Späte US-amerikanische Fritz Lang (Vor dem neuen Tag, 1952) Produktion. Es handelt sich dabei um einen gediegenen Abenteuerfilm, in dem ein Waisenkind (Jon Whiteley) nach dem Diamantschatz seiner Urahnen sucht und dabei eine unkonventionelle Allianz mit einem Schmuggler (Stewart Granger) mit heimlichen Herz aus Gold eingeht. Der Film ist nach heutigen Maßstäben sicherlich nichts aufregendes mehr und auch erwartet man bei dem Namen Fritz Lang ein größeres Kunstwerk, aber „Moonfleet“ kann durchweg gut unterhalten und bietet mit Sets wie der unterfriedhöflichen Schmuggler Höhle oder dem Brunnenturm viel fürs Auge. Auch weinige aufwendige Kostümszenen zeigen, dass es sich hier nicht um einen günstigen Film handelte. Ein ruhiges, gut inszeniertes und insgesamt stark gespieltes Abenteuer. Vielleicht kein großer Klassiker aber genau die richtige Unterhaltung für einen faulen Nachmittag.

Plaion präsentiert den Film erstmals deutsch vertont auf DVD und Blu-ray. Das Bild könnte noch etwas knackiger sein. Sound und Synchro sind aber schön geworden. Als Bonus findet ihr auf der Disc noch einige Featurettes und eine Bildergalerie.

Montag, 8. Juni 2026

Attack on Titan – Die erste Staffel (2014) [Plaion]

Attack on Titan – Die erste Staffel (2014) [Plaion]

Die Menschheit war einst Herrscher über ihre eigene Welt. Niemand konnte ihnen etwas antun und sie lebten in Freiheit und Wohlstand. Über Nacht endete dies aber sehr abrupt und für alle Zeit. Aus dem Nichts tauchten plötzlich Titanen auf. Dabei handelt es sich um meist circa 15 Meter große, menschenähnliche Monstren. Ihr einziges Ziel scheint es zu sein Menschen zu fressen. Alle anderen Lebewesen lassen sie in Frieden und selbst ohne Nahrung kommen sie gut klar. Sie wollen also wirklich nur Menschen fressen, keinen anderen Sinn hat ihr Dasein. Es dauerte nicht lange bis die Menschheit fast vollkommen ausgerottet wurde. Seit über 100 Jahren haben sich die letzten Überlebenden in ihre letzte Stadt zurückgezogen. Dort lebten sie bis vor kurzem ziemlich sicher hinter einigen 50 Meter hohen Schutzmauern. Jedenfalls solange bis ein Titan auftauchte der selbst genauso groß war. Er trat die Mauer ein, wodurch die Titanen den äußersten Verteidigungsring vollkommen einnehmen konnten.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!


Die Reise ins Labyrinth (1986) [Plaion]

Teenager-Mädchen: Gerade noch hat Sarah (Jennifer Connelly) ihren Stiefbruder Toby (Toby Froud) an den Goblinkönig Jareth (David Bowie) verschenkt, da plagt sie das schlechte Gewissen. Vielleicht doch so keine gute Idee. Und so folgt sie ihm ins Labyrinth, denn nur wenn sie das Schloss des Königs in 13 Stunden erreicht kann sie Toby davor bewahren auch ein Goblin zu werden.

Wundervoll fantasievolles Coming-of-Ages Abenteuer von Jim Henson (Der dunkle Kristall, 1982). Jedes Set quillt über vor liebevoll kreierten Muppets, Puppen, Marionetten und Suitmation. Jede Kreatur lustiger und merkwürdiger als die zuvor. Zudem noch David Bowie in knappen Hosen und einigen tollen Musiknummern. Ein wirklich toller Film der in jeder Szene etwas neues aufregendes bieten kann, immer lustig, immer spannend und mitreißend.

Die 4K Version von Plaion bietet ein schönes Bild und guten Ton, als Bonus enthält die Disc einen Audiokommentar vom Produktionsdesigner Brian Froud und Trailer. Eigentlich ist noch eine weitere Bonus Disc enthalten, die mir jedoch nicht zugesandt wurde, daher kann ich nichts zum weiteren Bonusmaterial sagen.


GOAT (2026) [Plaion]

Eine Ziege soll als erstes kleine Tier in er Tierbasketball Liga antreten. Gegner*innen lachen ihn aus, sein Team ist genervt von ihm. So hat er sich das Profiballerleben nicht vorgestellt.

Mäßig unterhaltsame 3D-Animationskomödie, mit schablonenhaften Charakteren, Gags und Story. Einzig einige gute Charakterdesigns und der sehr schöne und einfallsreiche Animationsstil lassen zumindest die Zielgruppe ganz okay unterhalten zurück. In 4K macht das aber zumindest was her und die Disc von Plaion bietet wenigstens ein paar Promo Featuerettes als Bonus.


Thrash (2026)

Komplett planloser Haihorror von Netflix, der sehr stark an den anderen Hai Netflix Film „Im Wasser der Seine“ (2024) erinnert. Hier überflutet ein Hurricane einen kleinen US-Ort. Im Wasser lauern von nun an vor allem hungrige Bullenhaie, die alle Essen die dumm genug waren nicht zu evakuieren. Eines der schlimmsten Drehbücher der letzten Zeit, dessen Charaktere scheinbar nichts anderes im Sinn haben als gefressen zu werden. Mein Lieblingsmoment ist, wenn ein Teenager aus dem überfluteten Wohnzimmer, in dem schon Haie sind, in den Keller taucht um Steaks aus dem Kühlschrank zu besorgen. Mit diesen Steaks sollen dann die Haie abgelenkt werden. Ihr werdet nicht glauben wie überrascht ich war das dieser Plan nicht funktioniert hat. Genauso doof ist nur noch eine junge Frau, die lieber ertrinkt als einen Ast abzubrechen und später ihr Baby auf die Weltbringt während ein Hai unter ihr herumschwimmt. Ein Film der ohne die suizidalen Tendenzen seiner Charaktere nicht mal 15 Minuten lang wäre, denn für nichts was in diesem Film passiert gibt es einen Grund.

Dienstag, 21. April 2026

Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!


Kalenderwoche 16 2026: In der Tiefe hört dich Niemand blubbern, Zombies, mehr Zombies & noch mehr Zombies!

DeepStar Six: Das Grauen in der Tiefe (1989) [Plaion]

Unterwasser Horror von „Freitag, der 13.“ (1980) Regisseur Sean S. Cunningham. Solide gefilmter Wasserasselhorror, der meist aber eher U-Bootkoller Grusel bietet. Stark von Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979) inspiriert, widmen wir auch hier unsere Aufmerksamkeit genervten Arbeiter*innen die für zu wenig Geld, zu schlechte Arbeit leisten und mehr fluchen als dass sie ihre Pflichten erfüllen. Allen voran Miguel Ferrer (RoboCop, 1987), der nun wirklich alles falsch macht, was man falsch machen kann und dann noch so manche moralische fragwürdige Entscheidung trifft. Er spielt einen Charakter, den man wirklich gerne hasst. Die Effekte für das Asselmonster sind richtig klasse, wenn auch manchmal etwas unfreiwillig komisch. Generell schafft man es aber ziemlich gut, das Tier nur dann zum Einsatz zu bringen, wenn es auch seinen Schockeffekt nicht verfehlt. Genauso gut sind die retrofuturistischen Sets und Modellspielereien mit Unterwasserstationen und niedlichen U-Booten. Diese Trickeffekte lassen diesen kleinen Grusler durchaus deutlich teurer erscheinen als er eigentlich ist. Trotz allem handelt es sich hier nicht wirklich um einen total zu unrecht vergessenen Titel. Leider zieht sich der Film teilweise doch sehr in die Länge, was unter anderem wohl an der Gleichförmigkeit des Films und den vielen Streitereien innerhalb der Crew liegt. So richtig nervt der Film zwar nie, aber ein knackigeres Skript hätte nicht geschadet. Vor allem für Unterwasserfans bietet der Film aber einige nette Effekte und wie gesagt ist das Monster auch nicht schlecht geraten.

Bild und Ton der Plaion Blu-ray sind gut geraten. Vor allem bekommt ihr hier aber endlich eine ungeschnittene Version des Films. In der deutschen Fassung fehlen nämlich sonst einige Minuten an Dialogen, die nicht immer unwichtig sind. Als Bonus sind neben gleich drei Audiokommentaren und anderen kleinen Extras auch die deutsche Schnittfassung enthalten, für alle die schneller zum Horrorteil kommen wollen.


Verdammt, die Zombies kommen (1985)

Zurecht immer noch kultiger Punkrock Zombie Spaß mit Scream Queen Linnea Quigley (Stille Nacht – Horror Nacht, 1984), Miguel A. Núñez Jr. (Freitag, der 13. Teil V - Ein neuer Anfang, 1985) und Thom Mathews (Freitag, der 13. Teil 6 - Jason lebt, 1986). Der Soundtrack ist voll mit coolen frühen Punk und Psychobilly Bands und die Effekte bis heute großartig. Allem voran natürlich Tarman, an dessen Entstehung auch Leute von Jim Henson beteiligt waren. Der Humor funktioniert super in dem Setting, lässt aber auch stets Raum für gruselige und eklige Momente. Herz der ganzen Angelegenheit ist eine Gruppe von befreundeten Punks die gemeinsam versuchen die Auferstehung der Toten zu überleben, dank der guten Chemie zwischen den Darsteller*innen wirkt die Clique glaubwürdig und die Figuren wachsen einen schnell ans Herz.


Toll treiben es die wilden Zombies (1988)

Der zweite Teil der „Return of the Living Dead“ Reihe, ist ein ungelenker und ungewolltes Sequel ohne Ideen oder Ambitionen. Regisseur Ken Wiederhorn wollte raus aus dem Horrorgenre und man merkt dem Film durchweg an, das hier ein Regisseur gegen den Film kämpft, Witze gegen über ihn und nicht mit ihm macht. Teilweise wirkt es so als hasse er alle Figuren und auch die Beteiligten attestieren, die Dreharbeiten wären alles andere als spaßig gewesen. Teilweise wiederholt der Film einfach Gags aus dem Erstling, sogar James Karen und Thom Mathews sind wieder mit dabei, allerdings in anderen Rollen. Dann bekommen wir noch eine Bootleg Version des Tarmans, sowie einen völlig albern, doofen Humor, der sich eher an Zehnjährige als an ein Horrorpublikum richtet. Wären da nicht ein paar wenige solide Effekte, die sich jedoch sehr schnell abnutzen oder von klamaukigen Einlagen zerstört werden, hätte der Film gar keine Schauwerte.


Return of the Living Dead III (1993)

„Return of the Living Dead III“ ist der erste Teil der Reihe, dem man keinen ulkigen deutschen Titel verpasst hat. Vermutlich gut so, denn Brian Yuznas (Welcome to Hell, 1980) Beitrag zum Franchise ist deutlich düsterer, hat zwar einen leicht satirischen Ansatz kann aber auch mit ziemlich deftigen Horror dienen. Diese Abwandlung von Romeo & Julia mit Zombies bietet einige skurrile Momente, eine Menge Body Horror und kultige Zombies in Kinky Dresses. Kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Mit dem mystischen Obdachlosen „Riverman“ gespielt von Basil Wallace lernen wir auch einen der Besten Charaktere des Franchise kennen. Sehr spaßig und verdreht, tolle Zombies, sympathische und interessante Charaktere, stimmungsvoll inszeniert. Klasse. Spart euch also wirklich den zweiten Teil und macht einfach hier weiter.