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Mittwoch, 7. Oktober 2026

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Kalenderwoche 40: Hinterzimmer, Wunschweiden, Blutbäder, badende Leichen, stehende Sanduhren & adoptierte Teufel!

Backrooms (2026) [Leonine]

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Die Blu-ray von Leonine kommt mit ein paar kleineren Extras, sowie einem sehr interessanten Audiokommentar von Regisseur Kane Parsons.

Obsession – Du sollst mich lieben (2025) [Plaion]

Curry Barker holt alles aus der Prämisse raus was sie her gibt. Dabei entstand ein Psychohorrorfilm ohne der in jedem Moment unterhalten kann. Jump Scares werden effektiv und meist klischeefrei benutzt. Der Film spricht schwere Themen an ohne das der Horroranteil darunter leidet, die Figuren sind toll geschrieben und vor allem profitiert der Film von Inde Navarrette, die wirklich unglaublich fesselnd und losgelöst spielt. Selten eine solch beeindruckende Leistung einer noch eher unerfahrenen Schauspielerin gesehen. Sehr zu empfehlen und nicht ohne Grund der gehypteste Horrortitel des Jahres.

Die DVD kommt mit einem kleinen Making Of und einem Audiokommentar mit Regisseur.

Blade (1998)

„Blade“ war die erste und bis heute eine der wenigen edgy Comicverfilmungen die funktioniert haben. Wo „Spawn“ zum Cringefest verkommen ist, schafft Stephen Norrington mit „Blade“ stylishe Kämpfe, coole One-Liner und Gore Effekte zu einem rundum befriedigenden Film zu formen. Zu verdanken ist das wohl vor allem Wesley Snipes, der sichtlich Spaß hat und es vor allem auch physisch beherrscht die Rolle eines coolen Vampirantihelden einzunehmen. Eine physische Präsenz, die man nur sehr wenigen der MCU Darsteller*innen akkreditieren kann. Natürlich ist der Film nicht unbedingt gut gealtert, die Eröffnungsszene allein ist aber immer noch Grund genug ihn zu sehen. Ansonsten muss man aber sagen, das CGI hat sehr unter der Zeit gelitten und das Finale ist recht stark in die länge gezogen und würde mit etwas mehr Tempo sicherlich besser funktionieren.

Ein Toter spielt Klavier (1961)

Mystery-Thriller mit unheimlichen Momenten aus dem Hause Hammer. Christopher Lee ist hier nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen, die Hauptrolle übernimmt dafür Susan Strasberg, die hier eine verängstigte junge Frau im Rollstuhl spielt. Sie verkörpert ihre Rolle sehr überzeugend und findet einen glaubwürdigen zwischen Angst und einer recht rebellischen jungen Frau. Es ist ein langsamer Film, der die Spannung dennoch sehr gut halten und bis zum Ende steigern kann. Zudem bekommen wir ein paar Twists geboten, die ich in einem Film aus der Zeit nicht erwartet hätte. Schade das „Taste of Fear“ nicht die selbe Bekanntheit erreichen konnte wie andere, teilweise deutlich weniger ambitionierte Titel aus den Hammer Studios.

Die Uhr des Grauens (1989)

Einbrecher*innen Trio gegen altes Ehepaar mit Zeitreiseuhren! Dieses späte TV-Werk von Lucio Fulci hat zwar ein paar Qualitätsmale des Altmeisters, ist insgesamt aber eher langweilig. Wie gewohnt bekommt ihr ein paar schöne Aufnahmen, die durchaus Atmosphärisch sind. Die Gore Effekte sind durch die Restriktionen des Fernsehens natürlich etwas braver als von Fulci gewohnt, aber dennoch sind darunter ein paar eklige, wenn auch alberne Momente. Das Acting hingegen ist grausig und der Plot zwar eigentlich ganz interessant letztlich aber doof und repetitiv. Ein Film mit netten Momenten und Ideen, insgesamt aber absolut anstrengend und öde.

Das Omen (1976)

Immer noch guter okkulter Horror, klar angesiedelt im Fahrwasser von Friedkins „Der Exorzist“, dennoch eigenständig genug um nicht langweilig zu sein. Insgesamt auch gut gespielt, handwerklich ordentlich gefilmt, aber in meiner Erinnerung war das alles spannender und aufregender. Der Anfang bleibt sehr atmosphärisch, auch wenn schon da das Drehbuch seine ungelenken Züge zeigt. Aber ab der Mitte fühlt der Film sich streckenweise sehr schleppend an und verliert dadurch stark an Punkten. Die starken Momente bleiben in Erinnerung, dazwischen ist aber auch viel albernes, peinliche Dialoge und Ungereimtheiten.

Freitag, 24. Juli 2026

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!


Slaxx (2020)

Hosenhorror! Ein wichtiges Genre! Der Rachegeist einer indischen Kinderarbeiterin beseelt eine hippe, angebliche Fairtrade, Öko und sonstwas Jeans und sorgt für einige Tode auf einer Releaseparty. Die Hoseneffekte sind gut gemacht mit einigen Greenscreen Tricks und einigen Puppenspielereien. Das funktioniert sogar so gut, das man es hier geschafft hat der Hose einen glaubhaften Charakter zu erarbeiten. Der satirische Teil ist meist relativ plump und frühstückt alle Gags ab die man hier erwarten würde. Schlecht ist der Film dadurch aber trotzdem nicht, denn auch wenn die Konsumkritik hier recht stumpf ist, trifft sie dennoch den Punkt der Sache. Ein netter kleiner Horrorfilm mit einigen netten Momenten. Sehr kurzweilig.


The Bedford Incident (1965)

Militär- / U-Bootdrama von James B. Harris (Paths of Glory, 1957) mit einer unglaublich guten Leistung von Richard Widmark (Das Urteil von Nürnberg, 1961), der hier eine kalte Kriegsversion von Captain Ahab spielt, dessen Moby Dick ein russisches U-Boot vor der Küste Grönlands ist. Beklemmend und Intensiv gefilmt, ist dieses Kriegsdrama eine sehr gutes Pendant zu Kubriks „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ (1964), nur eben ohne den Satirischen Teil. Stattdessen sehr trocken und düster erzählt. Am stärksten sind hier die sehr intensiven Dialoge zwischen Widmark und Sidney Poitier (In der Hitze der Nacht) und Eric Portman (One of Our Aircraft Is Missing, 1942). Ein starker Film, der wohl als erster auskommt Poitiers Rolle nicht zu rassifizieren, der damals schon Kritik an der NATO übt und es schafft ein beklemmendes Kriegsdrama zu sein, in dem es keinen Krieg gibt. Leider seitdem eher aktueller geworden.


Gamera gegen Zigra - Frankensteins Weltraumbestie schlägt zu (1971)

Eieieiei… Komplette Gurke, aber irgendwie trotzdem besser als die letzten Gamera Streifen. Diesmal also gegen einen Harnischwels aus dem All, der Hypnose beherrscht. Natürlich als Strafe für unsere Umweltverschmutzung. Die Kinderfiguren sind wohl schlimmer als je zuvor, aber die deutsche Synchro ist so dämlich das man es dann doch lieben muss. Und naja, wenn man Gamera Schabernack mag ist das hier auch nicht verkehrt. Jedenfalls mopst unsere liebste Schildkröte dem Vieh ein U-Boot unter den Flossen weg. Später spielt sie sogar Xylophon auf den Rückenfinnen des Biests. Der Rest ist aber leider entweder langweiliger Müll oder Stockfootage älterer Gamerafilme. Für die deutsche Vertonung lohnt sich dann ein halber Blick für Freund*innen des dusseligen Schabernacks.


Backrooms (2026)

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Dienstag, 16. Juni 2026

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Das Stendhal Syndrom (1996) [Plaion]


Durchschnittlicher 90er Jahre Dario Argento (Die neunschwänzige Katze, 1971) Psycho-Thriller, der vor allem durch eine solide Leistung von Asia Argento (Das Phantom der Oper, 1998) in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist vor allem die Eröffnungsszene in Florenz unheimlich stark gefilmt und entwickelt dank des Soundtracks von Ennio Morricone (Black Angel, 2002) eine sehr dichte, fast hypnotische Atmosphäre. Überdies hinaus ist der Film wohl vor allem dafür bekannt, dass es der erste italienische Film mit CGI Effekten ist. Diese sind natürlich nicht sonderlich gut gealtert, aber ein interessantes Zeitstück. Ganz im Gegensatz zu dem mechatronischen Zackenbarsch mit dem Asia eine kurze Liebesszene hat, der ist natürlich top. Insgesamt krankt der Film vor allem an sehr schwachen Performances der Nebenfiguren, einem Twist der Niemanden erstaunen wird und Szenen sexueller Gewalt die eher voyeuristisch als schockierend gefilmt wurden. Auch bekommt das Titelgebende Syndrom zu wenig Aufmerksamkeit und wird ab der Hälfte der Spielzeit auch einfach zur Seite geräumt.

Für Argento Sammler*innen lohnt sich der neue 4K Release des Films von Plaion dennoch. Neben dem Film in schön restaurierten 4K bekommt ihr neben einem Audiokommentar, Trailern und internationalen Titelsequenzen auch noch eine zweite Schnittfassung des Films. Auf einer Bonus Blu-ray kommen noch eine ganze Reihe neuer, für diesen Release geführte Interviews mit Cast und Crew, sowie ein paar Interviews aus den Archiven, die auch schon auf der DVD zu finden waren.


JSA - Joint Security Area (2000) [Plaion]

Auf ungeklärte Weise sterben zwei Nord Koreanische Grenzwachen an der entmilitarisierten Zone. Eine unparteiische Person soll die Lage untersuchen, doch die Aussagen widersprechen sich. Park Chan-Wooks (Oldboy, 2003) Debütfilm-Meisterwerk zeigt schon zu Beginn seiner Karriere was wir von ihm erwarten können. Zwar ist der Film handwerklich nicht so ausgereift wie seine späteren Werke, jedoch beweist er schon hier eine extrem sichere Hand für Zwischentöne und raue, ungefilterte Emotionen. Die Mischung aus Drama und Thriller hat einen unheimlich herzigen Mittelteil, durch den das Ende umso trauriger wird und uns ratlos zurücklässt. Dennoch hat der Film auch viele menschliche, hoffnungsvolle Momente. Darstellerisch machen hier alle mindestens einen sehr guten, teilweise auch einmaligen Job. Vor allem Song Kang-ho (Durst – Thirst, 2009) sticht dabei schon damals als Ausnahmetalent heraus. Auch nach 26 Jahren noch eine klare Empfehlung wert, ein Drama, das sich nicht hinter den späteren, bekannteren, Werken des Regisseurs verstecken muss.

Die 4K Restauration ist sehr schön geworden. Außerdem enthält die UHD von Plaion auch noch zwei Audiokommentare. Zur Bonus Disc kann ich leider nichts sagen, das mir diese nicht vorliegt.


Snowbeast (1977)

Bigfoot TV-Film aus den 70ern. Beginnt erst relativ vielversprechend. Einige der Außenaufnahmen zeigen schöne Berglandschaften und nette Skifahrmontagen. Der Bigfoot schleicht sich dabei oftmals in POV Shots an nichts ahnende Damen heran. Selbst der Bigfootanzug sieht für einen TV-Film eigentlich ganz passabel aus, wird allerdings nur wenig befriedigend Eingesetzt. Im Verlauf wird immer deutlicher das alle Figuren sich konstant gegenseitig den Plot, ihre Gefühle und vor allem ihre Verwandtschaftsverhältnisse erklären müssen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen dreisten Abklatsch von „Jaws“ (1975), denn auch hier will man die Piste nicht schließen und sagt die Feierlichkeiten nicht ab. Am Ende wird es dann noch höchstgradig melodramatisch und wir verlieren mehr Laufzeit ans wieder aufflammen einer lieblosen Ehe als wir das verdammte Vieh jagen. Dann wird noch recht lange und noch planloser nach dem Schneemenschen gejagt, oder geflohen (so richtig weiß man das nie) und dann endet das Ganze ziemlich abrupt und vor allem egal. Na ja zumindest ist es schön Sylvia Sidney (Fury, 1936) mal wieder zu sehen und Bo Svenson (Butcher, Baker, Nightmare Maker, 1981) ist für Exploitation Fans natürlich auch immer eine Freude.


Naked Vengeance (1985)

Von Roger Corman (Dementia 13, 1963) produzierter und vom legendären philippinischen Regisseur Cirio H. Santiago (Vampire Hookers, 1978) realisierter Rape and Revenge Thriller. Alles beginnt mit einer epischen Rockballade und einem sehr traurigen Hochzeitstag. Denn nicht nur das Carla (Deborah Tranelli) Abends mit ansehen muss wie er Mann von einem Vergewaltiger erschossen wird, nein auch vorher war der Tag schon echt doof. Ihr Mann hatte den Tag nämlich vergessen, musste dann ohne mit ihr zu Frühstücken auf die Arbeit und kam dann noch zu spät nach Hause. Nach dem Intro das uns sehr an „Death Wish“ (1974) erinnert, wechseln wir danach zu einer Kopie von „I Spit on Your Grave“ (1978). Carla besucht danach nämlich ihre Eltern in einem kleinen Örtchen in dem alle Männer zumindest Machos, Spanner und Grabscher, die meisten von ihnen aber schlimmeres sind. Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das alle männlichen Figuren derart platt, eklig geschrieben wurden. Gefällt mir. Das größte Problem des Films ist ohne Frage die Vergewaltigungsszene, die auf vielen Ebenen geschmacklos, albern, inkompetent und äußerst fragwürdig inszeniert wurde. Danach bekommt der Film aber etwas Tempo zurück und entwickelt sich im Verlauf etwas vom klassischen Rachefilm weg und nimmt einige Anleihen bei „Rambo“ (1982) auf. Merkwürdiger Mix. Funktioniert auch alles nicht so richtig. Dafür sind die Typen aber genauso drüber eklig, wie Carlas Rache an ihnen zufriedenstellend ist. Am Ende bleiben aber alle etwas ratlos zurück, ein insgesamt völlig undurchdachter Rachethriller, der durchaus seine guten Exploitation Momente hat, aber wohl dennoch nur was für die hartgesottenen Santiago Fans ist.

Dienstag, 24. Februar 2026

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

Kalenderwoche 8 2026: Fiese Opas, angeklebte Schweine!

The Rule of Jenny Pen (2024) [Plaion]

Der griesgrämige Richter Stefan Mortensen (Geoffrey Rush) muss nach einem Schlaganfall in ein Senior*innenheim. Allerdings wird er nicht, wie er selbst denkt schon bald wieder in sein eigenes Haus zurück können, sondern noch einige, vermutlich seine gesamte verbleibende Zeit dort verbringen. Was auch so zu einer Tortur werden könnte, wird ein absoluter Albtraum durch Dave Crealy (John Lithgow). Ein Mitbewohner der alle anderen Senior*innen mit seiner Handpuppe Jenny Pen Terrorisiert.

Montag, 16. Februar 2026

Kalenderwoche 7 2026: Ein guter Junge, Haie in Tokyo und ein tödlicher Einfluss!

Kalenderwoche 7 2026: Ein guter Junge, Haie in Tokyo und ein tödlicher Einfluss!

Good Boy (2025)

Horror mit Hund in der Hauptrolle. Zieht sich leider teilweise etwas langatmig, der Hund in der Hauptrolle, ist allerdings unglaublich ausdrucksstark und natürlich auch niedlich. Interessante Idee Traumabewältigung aus der Sichtweise eines Hundes zu zeigen, ebenso wie die Idee den Film so zu filmen als wäre die Zielgruppe Hunde und somit nicht den Human-Gaze anzuwenden. Ist putzig und einmalig, daher eine Sichtung wert.

Montag, 2. Juni 2025

Kalenderwoche 22: Armer Andrew, ein schlechter Doktor, Kiemanatmer und musikalische Affen

Kalenderwoche 22: Armer Andrew, ein schlechter Doktor, Kiemanatmer und musikalische Affen

Sleep (2023) [Plaion]

Jason Yu bisher vor allem als Regieassistent in „Okja“ (2017) in Erscheinung getreten, liefert mit seinem Regiedebüt „Sleep“ einen rundum gelungenen Psychothriller mit Horror und Comedy Elementen vor. In den Hauptrollen brillieren Jung Yu-mi (Train to Busan, 2016) und Lee Sun-kyun (Parasite, 2019) als junges Ehepaar mit Schlafproblemen. Weitere Figuren bekommen nur selten mehr als 1-2 Dialogzeilen, weshalb das Paar den Film fast gänzlich allein tragen müssen. Dies gelingt den Beiden zum Glück durchweg bestens, auch mit der Hilfe des sehr kompakt und stimmig geschriebenen Drehbuchs und der toll inszenierten sehr dichten Atmosphäre. Einige unerwartet lustige Momente ergänzen unangenehme Angespanntheit und interessante und unerwartete Twist und machen „Sleep“ zu einem vollends gelungenen Thriller an dem es nichts auszusetzen gibt.

Mittwoch, 15. November 2023

Carlsen Manga Empfehlungen November 2023

Carlsen Manga Empfehlungen November 2023

Junji Ito – Fragments of Horror

Die neueste deutsche Ito Veröffentlichung „Fragments of Horror“ beinhaltet acht weitere Kurzgeschichten des Horror-Meisters. Mit nur knapp über 200 Seiten ist es einer der bisher kürzesten Sammelbände, der aber dennoch ein paar Highlights zu bieten hat. „Futon“ kann trotz einer Länge von unter zehn Seiten Spannung aufbauen und einen netten Twist bieten, während „Ein langsamer Abschied“ gänzlich gegenteilig eine sehr gemächlich erzählte Geistergeschichte darstellt. „Autopsina“ ist etwas kinky und wartet mit einer gehörigen Portion Body Horror auf. „Die Flüsterin“ kommt weniger krawallig um die Ecke und legt den Fokus mehr auf das Drama zweier junger Frauen die sich gegenseitig komplettieren. Ein weiteres Highlight ist „Tomio mit dem roten Rollkragenpullover“ wobei Tomio zwar einen schicken neuen Pullover bekommt aber schnell mehr als nur seine Freundin verlieren könnte. Und dann ist da noch „Holzmonster“, eine Geschichte die uns zeigt, das die Liebe zum Eigenheim auch zu weit gehen kann. Ein weiterer schöner Hardcover-Sammelband mit ein paar eher weniger bekannten Ito Geschichten und dennoch sind darunter einige seiner sehr starken Arbeiten.

Samstag, 4. November 2023

Carlsen Manga Empfehlungen Oktober 2023

Carlsen Manga Empfehlungen Oktober 2023


Museum – The serial killer is laughing in the rain

Starten wir meine Carlen Manga Empfehlungen für den Oktober gleich mal mit meinem Höhepunkt des Monats und einem meiner liebsten Neu-Releases der letzten Monate: Museum von Ryousuke Tomoe. Hierbei handelt es sich um einen äußerst düsteren Thriller, der vor allem von seinen überaus kreativen Morden und einem optisch beeindrucken Killer überzeugen kann. Das Froschmaskendesign ist großartig und auch bizarr amüsant. Der Ermittlungsteil ist etwas zu sehr nach Genre typischer Schablone, schafft es aber dennoch ein paar ungeahnte Kniffe anzuwenden. Optisch ist der über 700 Seiten umfassende Manga durchweg toll anzuschauen. Dabei hat es mir vor allem der Erzählrhythmus der Panel angetan, mit dem Tomoe oft nicht nur Bewegungsabläufe nachvollziehbar aufs Papier bringt, sondern auch immense Spannung aufbauen kann. Außerdem enthält der wunderschöne Hardcoverband ebenso noch zwei Kurzgeschichten das Mangaka. „Girl and Killer“ ist ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines Auftragskillers und einem Mädchen das zur Prostitution gezwungen wird und dessen Wege sich eines Tages auf einem Hochhausdach kreuzen. Eine süßlich bittere Geschichte über Freiheit und Rache. In „Nur mal angenommen, wir hätten beste Freunde sein können“ müssen drei Freund*innen bei ihrem ersten gemeinsamen Roadtrip feststellen, das ein Unglück auch eine lange bestehende Kinderfreundschaft für immer auseinander bringen kann, mit schrecklichen Folgen. Beide Kurzgeschichten weisen zwar die selben Stärken wie auch „Museum“ auf, durch ihre Kürze kann hier aber nicht eine ähnliche Atmosphäre wie in der Hauptstory erzeugt werden. Fans von deftigen Thrillern sollten in jedem Fall in die Leseprobe reinschauen.

Sonntag, 20. Juni 2021

Harmony (2015) [Kazé]

Harmony (2015) [Kazé]

Eine utopische Zukunft. Alle Menschen leben friedlich zusammen, niemand muss mehr sterben und Krankheiten wurden gänzlich besiegt. Möglich war all das durch WatchMe, einer digitalen Körpererweiterung, die nicht nur den Alterungsprozess beendet, sondern auch Krankheiten verhindert. Gleichzeitig verhilft dieses Implantat der Regierung aber auch zu einer vollkommenen Kontrolle über die Bürger*innen. So konnten nicht nur Körperform und Aussehen normiert werden, sondern auch das Verhalten der Menschen wird beträchtlich kontrolliert. Da aber alle glücklich sind, rebelliert auch niemand gegen diese subtile Art der Unterdrückung. Allerdings steigt die Selbstmordrate unter Jugendlichen stetig, die sich noch umbringen, bevor ihnen WatchMe installiert wird. Auch Tuan, eine Agentin der Weltgesundheitsorganisation versuchte sich gemeinsam mit ihren Freundinnen das Leben zu nehmen. Seitdem sind dreizehn Jahre vergangen, doch ihre Vergangenheit scheint sie wieder einzuholen.

Samstag, 8. Februar 2020

Monster Perfect Edition #3 (Carlsen Manga)

Monster Perfect Edition #3 (Carlsen Manga)

Gibt es vielleicht die Möglichkeit, dass Johann nicht aus Bosheit tötet sondern an einer psychischen Krankheit leidet? Jedenfalls hat Dr. Tenma den Verdacht es könnte so sein. Daher kontaktiert er den Kriminalpsychologen Dr. Gillen, mit dem er einst zusammen zur Uni ging. Gillen jedoch, hegt den Verdacht Tenma könnte unter Schizophrenie leiden und für die Mordserie an den Paaren verantwortlich sein. Während Tenma weiterhin quer durch Deutschland und Europa vor der Polizei flieht studiert Johann Jura und verdient sein Geld als Vorleser für einen blinden Multimillionär.

Sonntag, 12. Januar 2020

Mirai Nikki – Blu-ray Box 3 (2011) [Kazé]


Mirai Nikki – Blu-ray Box 3 (2011) [Kazé]

Das Wettspiel das den neuen Gott ausrufen soll geht weiter. Noch immer sind einige der Tagebuchträger*innen im Spiel und streiten darum wer Deus ersetzen darf. Jedoch wird nur der*die letzte Überlebende den Thron der Erde besteigen dürfen. Favoriten sind weiterhin der unscheinbare und weinerliche Yukiteru Amano, der zwar allein keine Chance hätte, jedoch Unterstützung von seiner Stalkerin Yuno Gasai und einigen neuen Freunden, die teilweise selbst magische Tagebücher besitzen. Die Situation von Yukiteru wird jedoch richtig brenzlig als Yuno sich entschließt ihn zu entführen. Schließlich kommen dann auch noch die Beiden Träger*innen des siebten Tagebuchs hinzu und so wie es scheint kann die Trägerin des achten Buches unbegrenzt viele andere Tagebücher erschaffen. Zu guter letzt taucht auch noch Yukiterus Vater auf, dem man jedoch so wie es scheint ebenfalls nicht trauen kann.

Freitag, 6. Dezember 2019

Monster Perfect Edition #1+#2 (Carlsen Manga)


Monster Perfect Edition #1+#2 (Carlsen Manga)

 1986 in Westdeutschland: Kenzo Tenma ist ein junger, aufstrebender Neurochirurg in der Düsseldorfer Eisler-Klinik. Schon einige Male musste der, in Japan geborene Arzt mit ansehen wie sein Chef prominente und einflussreiche Patient*innen bevorzugte und ihn beauftragte diese zu behandeln, statt der dringlicheren Fälle. Als er dann den Bürgermeister statt einem angeschossenen Kind operieren soll widerspricht er den Anordnungen und behandelt den Jungen. Der Bürgermeister stirbt während dessen, ein herber Schlag für das Krankenhaus, dem der Bürgermeister noch zuvor mehr Mittel zugesprochen hatte, doch der Junge überlebt. Dr. Tenma, der verlobt ist mit der Tochter des Klinikchefs verliert kurz darauf nicht nur seine Freundin an einen anderen Chirurgen, der leichter zu kontrollieren ist, sondern auch der Fall um den Jungen wird komplizierter.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Uzumaki Deluxe (Carlsen Manga)

Uzumaki Deluxe (Carlsen Manga)

2013-2014 erschien Junji Itos wohl bekanntestes Werk in drei Sammelbänden auch deutsch. Passend zur Vorbereitung zur neuen Verfilmung des Stoffes, die 2020 erscheinen wird, bringt Carlsen Manga nun eine Deluxe Variante des Manga heraus. Ein wuchtiger Hardcoverband bringt euch alle drei Bände und somit die gesamte Geschichte in einem Paket. Außerdem ist diese Version ein wenig größer als ein Standardmanga. Also die Perfekte Möglichkeit um in die Welt von Junji Ito einzutauchen, vor allem da diese Version mit einem Preis von 28€ auch nur wenig teurer ist, als die einzelnen Veröffentlichungen. Mehr zu "Uzumaki" in meinen Reviews zu den einzelnen Bänden:

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Mirai Nikki – Blu-ray Box 2 (2011) [Kazé]


Mirai Nikki – Blu-ray Box 2 (2011) [Kazé]

Noch vor kurzem haben Yukiteru und Yuno die Mittelschule besucht. Yukiteru schien etwas sehr verschlossen, Yuno zu obsessiv, doch Beide letztlich irgendwie eher normal. Doch nun stecken sie mitten in einem tödlichen Spiel. Gott ist sein Job nämlich zu langweilig geworden, er hat 12 Personen magische Tagebücher geschenkt, mit denen sich die Zukunft voraussehen lässt. Nun sollen die Tagebuchträger*innen gegeneinander kämpfen und wer zu Letzt überlebt wird Gott auf seinem Thron ersetzen. Bisher halten Yukiteru und Yuno zusammen, doch auch gemeinsam wird es schwer gegen Killerhunde, geniale Detektive und mörderische Kinder zu bestehen. Dabei wird immer klarer, dass sie wirklich keinem Menschen mehr trauen dürfen.

Montag, 19. August 2019

H.P. Lovecrafts Der Hund und andere Geschichten (Carlsen Manga)


H.P. Lovecrafts Der Hund und andere Geschichten (Carlsen Manga)

Nach einem geheimnisvollen Unfall tötet sich die Besetzung eines Nazi-U-Bootes selbst. Nur einer der Männer bleibt am Leben und entdeckt einen unterirdischen Tempel unbekannter Herkunft. In einer weiteren Geschichte führt das morbide Interesse zweier Edelmänner sie zu ansagbaren Horror während sie auf der Suche nach dämonischen Artefakten sind. Die letzte Geschichte führt ihren Protagonisten zur Stadt ohne Namen. Dort entdeckt er eine verschollene Hochkultur in deren verschütteten Tempeln nie gesehene Wesen zu leben scheinen.

Samstag, 15. Juni 2019

Mirai Nikki – DVD Box 1 – Limited Edition mit Sammelbox (2011) [Kazé]


Mirai Nikki – DVD Box 1 – Limited Edition mit Sammelbox (2011) [Kazé]

Ständig kapselt Yukiteru (Misuzu Togashi) sich von seiner Umwelt ab. Anstatt mit seinen Mitschüler*innen zu interagieren beobachtet er das Geschehen aus der Entfernung und schreibt alles fleißig in sein Tagebuch. Eines Tages spendiert Gott ihm für seine akkurate Tagebuchführung ein magisches Tagebuch. Damit kann er alles was um ihn herum geschieht voraussehen. Bald darauf muss er jedoch lernen, nicht nur er, sondern auch elf weitere Menschen haben ein ähnliches Tagebuch erhalten. Nun stiftet gut die Tagebuchträger*innen dazu an, sich gegenseitig zu töten. Wer zuletzt überlebt soll Gottes Platz auf dem Erdenthron einnehmen. So dauert es nicht lange bis Yukiteru andere Tagebuchträger*innen trifft, die ihm allerdings nicht nur das Leben verkürzen wollen.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Martyrs (2008)

Martyrs (2008)

Lucie (Mylène Jampanoï) wurde als Kind entführt und über mehrere Monate gefoltert und misshandelt, jedoch nicht vergewaltigt. Ihr gelingt die Flucht und so kommt sie in ein Krankenhaus. Dort lernt sie Anna (Morjana Alaoui) kennen die von ihrer Mutter auch nicht gerade gut behandelt wurde. Die beiden Freunden sich an und wachsen zusammen auf. Lucies Peiniger*innen werden aber nie gefasst, weil sie nie in der Lage war darüber zu sprechen was mit ihr geschehen ist. 15 Jahre später klingelt Lucie bei einer Familie und erschießt ohne Vorwarnung Vater, Mutter und die Kinder. Sie glaubt Rache genommen zu haben und anscheinend hat sie sogar Recht. Damit ist ihr Seelenheil doch noch lange nicht wieder hergestellt.

Samstag, 11. Mai 2019

Haus der Todsünden (1975) [Wicked Vision]


Haus der Todsünden (1975) [Wicked Vision]

Wie schon so oft zuvor hat Jenny Welch (Susan Penhaligon) Probleme mit ihrem Freund Terry Waytt (Stewart Bevan). Beratung sucht sie bei dem Pastor der örtlichen Kirche. Doch anstatt der verunsicherten jungen Frau Beistand zu leisten, fragt Xavier Meldrum (Anthony Sharp) sie nach ihrem Sexleben aus und bringt sie dazu zu verraten, dass sie vor kurzem eine Abtreibung vorgenommen hat. Verängstigt geht sie wieder nach Haus, stets in dem Glauben von einer mysteriösen Person verfolgt zu werden. Kurz darauf beginnt der Pastor, sie mit einer Tonaufnahme ihrer Beichte zu erpressen und den Männern in ihrer Umgebung passieren bald unheimliche Unfälle. Obwohl alles darauf hinweist, dass es Meldrum ist, der Jenny nachstellt und auch ihren Freunden Schlimmes antut, will ihr niemand glauben, dass der kirchliche Mann in Wahrheit ein von Lust getriebener Gewalttäter ist.

Samstag, 13. April 2019

Death Note Relight1: Visions of a God (2007) [Kazé]


Death Note Relight1: Visions of a God (2007) [Kazé]

Light Yagami (Mamoru Miyano) steht kurz vor seinem Abschluss und schaut auf eine blendende Zukunft. Er kommt aus gutem Hause - sein Vater Soichiro Yagami (Naoya Uchida) ist schließlich Oberkommissar bei der japanischen Polizei, er ist landesweit einer der besten Schüler und zwar in allen Fächern und jede Uni wird sich um ihn reißen. Dann aber, an einem Tag der sein Leben für immer verändern sollte, findet er ein eigentlich unscheinbares Notizbuch, das vom Himmel gefallen scheint. Etwas verdattert steckt er es erst mal einfach ein. Später erkennt er die Gebrauchsanweisung des sogenannten Death Note. Einst gehörte dieses Heft wohl einem Shinigami, einem japanischen Todesgott. Nun ist es so, dass Light nur den Namen eines Menschen in dieses Heft schreiben muss und schon stirbt diese Person an Herzversagen. Allerdings muss er dazu das Gesicht seines Opfers kennen. Wenn es jedoch noch präziser ablaufen soll, dann kann der Besitzer des Todesbüchleins noch den genauen Ort und Umstand des Todes aufschreiben.

Dienstag, 12. März 2019

Stille Nacht - Horror Nacht (1984) [Anolis]

Stille Nacht - Horror Nacht (1984) [Anolis]


Vor zehn Jahren musste der achtjährige Billy (Robert Brian Wilson) mit ansehen wie seine Eltern von einem Mann im Santa Kostüm brutal ermordet wurden. Nach einer schrecklichen Kindheit in einem von grausamen Nonnen geführten Waisenhaus findet er nun endlich seine Berufung als Lagerarbeiter in einem Spielzeugladen. Dort läuft auch zuerst alles gut für ihn, jedenfalls bis die Weihnachtssaison beginnt. Sein altes Trauma kehrt immer mehr zurück, bis er schließlich am Ende selbst den Weihnachtsmann im Laden spielen soll. Jetzt sind die Erinnerungen an den Tod seiner Eltern wieder vollends da und er selbst wird nun zum Killer im Weihnachtsmannmantel. Er wird alle bestrafen, die böse waren und hat sich schon seine Axt zurecht gelegt.