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Dienstag, 4. August 2026

Carlsen Manga im August 2026!

Carlsen Manga im August 2026!

Junji Ito – Mimi’s Tales of Terror

In diesem Hardcoversammelband findet ihr alle Kurzgeschichten aus der Feder von Hiokatsu Kihara und Ichiro Nakayama die von Junji Ito als Manga adaptiert wurden. Die Geschichten stammen ursprünglich aus dem „Shinmimibukuro“ in dem die Autoren wahre Geistergeschichten sammelten. Ito lässt sich dann bei seiner Mangaumsetzung ein paar Freiheiten und führt das Eine oder das Andere etwas mehr in extremere Richtungen. Die zehn Kurzgeschichten sind zwischen vier bis 40 Seiten lang und handeln meist von alltäglichen Situationen in denen aber etwas nicht so richtig stimmen kann. Schnell eskalieren die Ereignisse und führen teils zu den abstrusesten Arten von Klimax. Man denke nur an wild gewordene Prothesendamen und Bodybuilder die gerne Grabsteine umdrehen. Sehr absurde Geschichten darunter, aber keine davon so abwegig das dieser Band nicht auch etwas für Ito Neulinge sein könnte. Insgesamt gibt es jedenfalls auch deutlich härtere und verrücktere Arbeiten des Horroraltmeisters. Optisch sind diese Geschichten aus sehr gelungen. Sowohl die Schockmomente als auch einige der stimmungsvollen Szenerien, sind einige der hübschesten die Ito in den 2000er Jahren geschaffen hat. Wieder mal eine klare Empfehlung wert.

Haruko – Ein Leben für die Tiere #3

Mit diesem Band hat mich Huroku und der Manga selbst endgültig verloren. In jedem Moment verhält sich Haruko auf eine Art und Weise, die nicht nur für sich, sondern auch alle anderen Menschen und auch die Tiere lebensgefährlich ist. Am Ende wird dann irgendwie alles gut, weil Haruko ja so gut mit Tieren umgehen kann, auch wenn wir das nie wirklich miterleben, sondern immer nur mitbekommen was sie alles falsch macht. Auch hier bleibt die Kritik und der Umgang mit dem Zoogeschäft sehr oberflächlich und selbstgerecht, das was der Manga dann als besser darstellt ist nur auf andere Weise schlecht. Naja.

Sakura – I want to eat your pancreas

Idumi Kiriharas Mangaadaption von Yoru Suminos Roman gehört schon lange zu den modernen Klassikern des traurigromantischen Slice of Life Genre und wurde seitdem auch schon als Anime und realfverfilmt. Nun gibt es den Manga in seiner gänze als Doppelband bei Carlsen, was gerade für viele neue Leser*innen eine schöne Gelegenheit sein sollte mal reinzuschnuppern. Die Geschichte um die todkranke Sakura ist stets emotional packendes und dabei immer auch glaubhaftes Drama mit liebevoll kreierten, zerbrechlichen Charakteren. Es fällt leicht mitzufiebern, mitzufühlen und ganz in den Emotionen aufzugehen. Eine Geschichte die seitdem oft kopiert, aber nur selten erreicht wurde.

Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft: Der Manga #2

Auch der zweite Band illustriert sechs Erinnerungen von Betroffenen der Katastrophe von Tschernobyl.
Besonders schwer zu ertragen sind in diesem Fall die Erzählungen der Haustierjäger und die Geschichte der Kindergruppe die versucht hat nach dem Unfall die Natur zu erforschen. Unglaublich traurige Geschichten, die es für mich noch mal deutlich besser schaffen das grauen zu vermitteln als die in der Buchvorlage. Das Artwork transportiert den Schrecken deutlich ohne dabei reißerisch oder pietätlos zu sein. Kann diesen und auch den ersten Band wirklich allen Geschichtsinteressierten sehr empfehlen.

Mittwoch, 29. April 2026

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Hamnet (2025) [Plaion]

Chloé Zhao (Nomadland, 2010) verfilmt Maggie O'Farrell Roman „Hamnet“ in der es um die Entstehung des Theaterstücks „Hamlet“ geht. Nachdem Agnes (Jessie Buckley) und ihr Ehemann William Shakespeare (Paul Mescal) ihren Sohn Hamnet (Jacobi Jupe) verlieren droht die Familie auseinander zu brechen. Shakespeare arbeitet in London weiter am Theater während sich seine Frau um die verbleibenden Kinder kümmert und an ihrem Kummer zugrunde geht. Zhao schafft es erneut, einen Film durchgehend mit starken Bildern zu filmen. Keine Kameraeinstellung wird verschwendet, jeder Moment kann Emotionen vermitteln oder durch seine Schönheit verblüffen. Herausragend ist aber vor allem die Chemie zwischen den Darsteller*innen der Familie und vor allem das Acting des noch sehr jungen Jacobi Jupe, der wirklich allen anderen jede Szene stehlen kann. Obwohl dieser Film eine technisch zweifellose und stark geschriebene Abhandlung über Trauerbewältigung und die Kraft der Kunst ist, ist auch dieser Film von Zhao mitunter etwas zu trocken und auch wenn ich es selbst nicht so empfinde, kann ich jede*n verstehen die*der den Film etwas langweilig findet. Aber allein für das ungeahnt starke Finale sollten alle Cineast*innen den Film einmal gesehen haben.

Die Blu-ray von Plaion bietet neben dem Film noch ein paar Extras mit Blicken hinter die Kulissen und Interviews.


Longlegs (2024)

Nicolas Cage (Pig, 2021) als Serienmörder, der gar nicht so lange Beine hat wie viele behaupten. Hier treffen „Sieben“ (1995) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) auf Nicolas Cage typische Momente und eine gehörige Menge Satanismus. Objektiv müsste ich zugeben, dass der Film wahrscheinlich nicht so gut ist, wie ich ihn persönlich empfunden habe. Für mich stimmt hier aber eigentlich alles. Wie für Regisseur Osgood Perkins (The Monkey, 2025) typisch, ein sehr stylischer Film, der von Beginn an die Spannung halten kann, ohne sich dabei jemals in einer gehetzten Erzählform zu verlieren, gepaart mit sehr solidem Acting, vor allem Maika Monroe (It Follows, 2014) und Blair Underwood (Gattaca, 1997), Nicolas Cage selbst ist für den Film letztlich gar nicht so wichtig, wie man zuerst annehmen sollte. Verliebt man sich stilistisch allerdings nicht so wie ich augenblicklich in den Film, fallen schnell kleine Macken auf, Cage bekommt nur wenige Chancen, einen spannenden Bösewicht abzugeben, auch wenn es ihm trotzdem manchmal gelingt. Vor allem ist der Plot aber relativ simpel und lässt sich ziemlich schnell voraussehen. Davon abgesehen bekommt ihr aber einen knackigen FBI-Thriller mit einigen gruseligen okkulten Momenten. Mir hat’s sehr gefallen.


28 Years Later: The Bone Temple (2026) [Plaion]

Spike hat seine Insel verlassen, doch nur kurz muss er das Zombie verseuchte England alleine durchqueren. Denn schon bald lernt er Sir Jimmy Crystal (Jack O'Connell) und seine Jimmies kennen. Die verrückte Satanssekte nimmt ihn auf, nachdem er einen von ihnen getötet hat, aber leichter wird sein Leben dadurch nicht…

Nur mäßig konnte mir der dritte „28“ Film gefallen, aber da ich Spaß mit Nia DaCostas Remake von „Candyman“ (2021) hatte wollte ich auch dem Knochentempel eine Chance geben. Der erste Akt ähnelt leider stark dem vorherigen Film, wobei mich die Figuren am meisten stören. Vor allem die Jimmies sind zu Beginn so derartig drüber, dass es schwer ist, sich auf das Gesehene einzulassen. Dieses Problem legt sich aber immer mehr und vor allem wenn wir uns stattdessen mit dem von Ralph Fiennes (Grand Budapest Hotel, 2014) gespielten Doktor befassen, entwickelt der Film sich zu etwas größeren. Auch wenn Fiennes den Film über große Strecke tragen muss, scheint das für ihn kein Problem zu sein, zugleich hilft er seinen Kollegen in gemeinsamen Szenen zu besseren Leistungen. So haben sowohl Chi Lewis-Parry (Kraven: The Hunter, 2024) als Oberzombie Samson und auch Jack O'Connell (Blood & Sinners, 2025) mit ihm zusammen ihre ausdrucksstärksten Momente. Außerdem bekommen wir dank ihm auch den wohl besten „Iron Maiden“ Moment der Filmgeschichte.

Schwach angefangen mausert sich Bone Temple in seiner Laufzeit zum interessantesten und wohl vielschichtigsten Teil des Franchise, viele kleine Ideen und ungeahnte Momente halten die Spannung aufrecht und machen sogar Lust auf einen weiteren Titel.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit einigen kleinen Blicken hinter die Kulissen.

Montag, 23. März 2026

Kalenderwoche 12 2026: Oh no, our Table! It’s broken!

Kalenderwoche 12 2026: Oh no, our Table! It’s broken!

Wonder Man (2026)

Nach sehr langer Marvel Abstinenz (abgesehen von Sonys Trashperlen „Morbius“, „Kraven“ und „Madame Web“) traue ich mich mal wieder in den Disney Teil von Marvel und wurde dafür mit einer charmant cleveren Dramedy Serie rund um Wonder Man (Yahya Abdul-Mateen II) und den Ex-Mandarin (Ben Kingsley) belohnt. Die knackigen Folgen vergehen wie im Flug und sind neben einer der niedlichsten Bromance mit vielen Metagags rund um Hollywood, die Schauspielkunst und der Welt von Superhelden gefüllt. Wer sich etwas mehr mit Marvel Comics auseinander gesetzt hat, wird ein paar Details mehr mitschneiden, insgesamt ist es aber nicht mal notwendig andere Filme oder Serien aus dem Universum gesehen zu haben. Dann funktioniert die Serie immer noch als Komödie mit leichten Superhelden Elementen. Neben einigen Menschen aus dem Showbiz die sich selbst spielen, lebt die Serie vor allem von dem Zusammenspiel von Abdul-Mateen und Kingsley, die hier Beide eine wirklich tolle Leistung abgelegt haben. Durch die beiden wirkt der Rest des Casts leider etwas blass, was vor allem zu einem etwas zu simplen Finale führt, das auch an Spannung vermissen lässt. Ansonsten aber vor allem ein kurzweiliger und dabei nicht völlig anspruchsloser Spaß.


The Details (2011)

Tobey Maguire vs. Waschbären. Ein Film in dem sehr viele Charaktere, sehr viele falsche Entscheidungen treffen. So richtig begründet ist ihr verhalten nicht. Weder wirklich dramatisch, noch komisch genug um als düstere Komödie durchzugehen. Was bleibt sind einige merkwürdige Momente die mich dazu gebracht haben dabei zu bleiben. Ansonsten ist es höchstens interessant zu Rätseln wer als nächstes welche unsinnige Aktion bringt. Im Kern ist hier sicherlich ein guter Film versteckt, leider wird nicht genug aus den merkwürdigen Situationen gemacht und am Ende verläuft sich sowieso alles im Sand ohne ein dringend benötigtes Crescendo.


Rat mal, wer zum Essen kommt (1967)

Mal besser, mal weniger gut gealtertes (vor allem in der deutschen Synchro) Melodrama, das vor allem durch einige unvergessen gute Schauspielleistungen brilliert. Spencer Tracy gibt in seiner letzten Rolle alles und noch stärker ist einmal mehr Katherine Hepburn. Niemanden im alten Hollywood kullerten die Tränen glaubhafter aus den Augen. Sidney Poitier ist ebenfalls toll, auch wenn man wie so oft Ecken und Kanten an ihm vermisst. Denn gerade in den ambivalenten Charaktermomenten kann man erkennen wie gut sein Spiel wahrlich ist, wozu er hier nur sporadisch die Chance bekommt. Wie so viele andere Kramer Filme ist auch dieser hier ein wichtiges Zeitstück das soziale Konflikte und Errungenschaften der Zeit, ebenso wie damalige und oftmals auch Heute noch aktuelle Missstände gut vermittelt. Manchmal wirkt der Umgang mit Rassismus und der Bürger*innenrechtsbewegung etwas platt und natürlich liegt hier der Fokus auch auf einigen sehr priviligierten Menschen, Kramer scheint sich dem aber durchaus bewusst gewesen zu sein und so verfügt der Film keine einfachen Lösungen und für alle die genau hinsehen ebenso sehr viele spannende Beobachtungen. Sicherlich auch Heute noch ein lohnender Film.


Flucht in Ketten (1958)

Tony Curtis und Sidney Poitier als entflohene Sträflinge in einem Sozialdrama / Thriller von Stanley Kramer. Wunderschön, realistisch, hoffnungsvoll und melancholisch zugleich gefilmt, handelt der Film offensichtlich von Rassismus, in den Zwischentönen und das ist hier viel interessanter, auch davon wie nicht nur Hautfarbe, sondern vor allem auch Klasse und Geschlecht Menschen in vorbestimmte Bahnen steckt aus denen es nur schwer möglich ist auszubrechen. Umso schöner sind die kleinen Momente der Freiheit, sowie Funken der Solidarität. Poitier spielt hier unfassbar gut, wohl besser als in fast allen seiner Rollen, aber auch Tony Curtis spielt sehr eindringlich einen hoffnungslos wütenden Mann, der immer wieder Facetten seines besseren Ichs, aber auch eine sehr viel bösere Version von sich selbst zum Vorschein kommen lässt.

Sonntag, 8. März 2026

Carlsen Manga im Februar 2026!

Carlsen Manga im Februar 2026!

Haruko – Ein Leben für die Tiere #1

Haruko stellt sich immer ziemlich doof an, will allen gefallen und schnüffelt dann auch noch komisch an Leuten. Letzte Chance: Tierpflegerin in einem Zoo, der scheinbar jede*n einstellt. Die Bezahlung ist schlecht, den Tieren geht es nicht besser, aber dafür ist die Stimmung bei der Arbeit schlimm. Und am ersten Tag lässt sie einen Löwen frei. Was kann schon schiefgehen. Was entweder nach einem sehr deprimierenden Drama oder einem Gag Manga klingt ist in Wahrheit ein seichter Comedy Manga mit wenigen bis gar keinen zündenden Gags. Jedenfalls glaube ich Comedy ist das Genre. Jedenfalls steht es auf dem Buchrücken. Lustig ist das aber alles nicht wirklich. Eher traurig. Es geht allen Tieren im Zoo und den Menschen die dort arbeiten schlecht und Harukos geniale Ideen sind immer: „Last uns aufhören die Tiere zu quälen.“ Und dann geht es den Tieren wie durch ein Wunder sofort besser. In jedem Fall wird auch versucht die Diskrepanz zwischen Tierwohl und besseren Profit des Zoos angesprochen und irgendwie auch kritisiert. So richtig stimmig ist das alles aber nicht. Einige der Tierzeichnungen sind aber gelungen und bieten daher optisch schöne Momente.


Magic Knight Rayearth #1

Drei japanische Schülerinnen werden vom Tokyo Tower in eine magische Welt verfrachtet und zu magischen Ritterinnen auserkoren. Von nun an kämpfen sie gegen den fiesen Priester Zagato und versuchen Prinzessin Emeraude aus seinen Fängen zu befreien. „Magic Knight Rayearth“ ist eine der großen Magical Girl Mangas aus den frühen 90ern. Auch Heute kann der Manga des CLAMP Kollektivs noch begeistern, was vor allem an den super schön nostalgischen Artwork liegt, das überraschend gut gealtert ist. Das gleich kann man von der Story nicht wirklich behaupten, auch wenn man dem Manga zu Gute halten kann, dass auch schon damals das Magical Girl Genre hier mit einem großen Augenzwinkern präsentiert wurde und man sich unterdessen selbst hier und da über typische Genre Tropen lustig macht. Spaßig und kurzweilig, aber vor allem was für die Nostalgiker*innen, die sich über diese schöne Neufauflage im größeren Format freuen. Und wenn ich mich richtig erinnere ist diese Auflage auch das erste mal hierzulande das wir MKR in der Originalleserichtung bekommen.


Von der Natur des Menschen

Jiro Taniguchi zeichnet acht Kurzgeschichten von Ryuichiro Utsumi. Das tut er in seiner gewohnt entschleunigenden Art, mit einem wunderbaren Blick für Details, sehr oft mit dem Fokus auf Kleinigkeiten, die andere Künstler*innen übergehen oder weglassen würden. Diese Kleinigkeiten sind es, die Seine Manga so emotional packend machen, warum wir solch eine tiefe Verbindung zu den Figuren empfinden die er zeichnet. Hier wird es emotional wenn es um Jahreszeiten geht, um Bäume oder auch darum etwas nicht zu tun obwohl man denkt es wäre das richtige, aber in Wahrheit würde man es nicht für die andere Person, sondern für sich selbst machen. Meist sind es kleine Dinge die diese Geschichten antreiben, aber oft steckt dahinter viel größeres. Dinge die nie vergessen werden, nicht mehr gut gemacht werden oder Zeit die vergangen ist, ungenutzt. Der Blick auf oftmals als unwichtig angesehene Details gibt uns die Chance Schleier und vorgeschobene Emotionen von Situationen zu entfernen und endlich das zu sehen was wirklich wichtig ist. In diesen Geschichten wird nicht wieder alles gut, das ist in einigen Fällen unmöglich. Taniguchi macht aber deutlich, es geht weiter und allein das bedeutet es kann Hoffnung auf etwas besseres geben.


Black Paradox

Etwas weniger Hoffnung und sicherlich auch weniger schönes findet ihr im neuesten Hardcoversammelband von Junji Ito. „Black Paradox“ erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen mit dem Wunsch danach ihr eigenes Leben zu beenden. Doch sind sie nicht was sie vorgeben zu sein und das ist nur der Anfang. Ein makabres Abenteuer mit Edelsteinen, Geistern, Body Horror und Robotern. Das ganze ist dann noch eine Parabel auf unseren Umgang mit fossilen Brennstoffen. Als Bonus gibt es noch eine schleckende Dame dazu. Ito ist mal wieder bester Laune und die gesamte „Black Paradox“ Geschichte wirkt mal wieder als hätte er Schlagworte gewürfelt. Es sollte nicht funktionieren, aber irgendwie tut es das. Insgesamt ist der wilde Mix aus Horror, Comedy, Science-Fiction, Drama und Umweltmärchen seinem früheren Werk „Gyo“ nicht ganz unähnlich, nur das der Mix hier deutlich besser funktioniert und nicht so sehr ins grotesk alberne abrutscht. Das alles funktioniert nicht nur wegen des gewohnt abgefahrenen Artwork des Horroraltmeisters, sondern auch weil wir einmal etwas komplexere Figuren bekommen als in vielen anderen seiner Geschichten. Letztlich sind nämlich alle Figuren hier auf ihre Art interessant und wenig platt. Jedenfalls bis zu dem Punkt an dem der Plot genau das benötigt um voran zu kommen.

Sonntag, 15. Februar 2026

Ame & Yuki – Die Wolfskinder (2012) [Plaion]

Ame & Yuki – Die Wolfskinder (2012) [Plaion]

Yuki (Haru Kuroki) erzählt ihre Geschichte, denn sie ist eine ganz besondere junge Frau. Einst, als ihre Mutter Hana (Aoi Miyazaki) noch eine junge Studentin war, lernte sie in der Uni einen ruhigen und smarten Mann kennen. Was sie damals aber noch nicht wusste ist, dass er ein Wolfmann war. Die Beiden verliebten sich ineinander und bekamen bald ihr erstes Kind Yuki, benannt nach dem verschneiten Tag an dem sie zur Welt kam. Ein Jahr später wurde ihr kleiner Bruder Ame (Yukito Nishii) geboren, der wiederum nach dem verregneten Tag benannt wurde an dem er geboren wurde. Kurz danach verstarb ihr Vater und Hana musste alleine versuchen die Kinder groß zu ziehen. Nachdem das Leben für sie in der Stadt immer schwerer wurde, schließlich kann man zwei Wolfskinder nicht ewig verstecken, zogen sie aufs Land. Dort begann Hana Gemüse anzubauen und langsam Freundschaften mit den Dorfbewohner*innen zu schließen. Auch die Kinder konnten dort ihre animalische Seite ausleben, ohne angst zu haben sobald entdeckt zu werden. Doch während Yuki aufbrausend und wild war, war ihr kleiner Bruder Ame schüchtern und zurückhaltend. Über die Jahre kam es dann aber anders als man zuerst denken sollte. Immer mehr stellt sich heraus, dass Yuki ein Leben in der Menschenwelt anstrebt, während Ame sich immer mehr in den nahegelegenen Wald zurück zieht.

Mittwoch, 17. September 2025

Carlsen Manga im September 2025!

Carlsen Manga im September 2025!

Hachi & Maruru #1 – Streuner halten zusammen

Hachi ist ein erfahrener Straßenkater, der das Leben auf der Straße gekonnt meistert. Maruru ist eher ungeschickt, unbekümmert und würde ohne Hilfe wohl nicht all zulange allein überleben. Daher bekommt er Unterstützung von Hachi und bald werden die Beiden grundverschiedenen Kater zu einem tollen Team.
Yuri Sonodas putziger Tiermanga präsentiert ein ungleiche Paar, das trotz ihrer Unterschiede alle Probleme des Straßenkatzenalltags meistert. Meist geht es dabei süß zu, aber es gibt hier auch gruselige und traurige Momente. Der Manga lebt von seinen liebenswert schrulligen Hauptfiguren und vielen alltäglichen Katzenmomente, die von Sonoda äußerst niedlich aufs Papier gebracht wurden. Empfehlung, vor allem für die kleinen Katzenfans.

Montag, 23. Juni 2025

Kalenderwoche 25: Verstörende Telefonnachrichten, Pönker, Killer Sittiche und ein netter Familienhund!

Kalenderwoche 25: Verstörende Telefonnachrichten, Pönker, Killer Sittiche und ein netter 
Familienhund!

The Last Showgirl (2024) [Constantin Film]

Pamela Anderson (Barb Wire, 1996) spielt in diesem Drama von Gia Coppola ein in die Jahre gekommenes Showgirl dessen Las Vegas Revueshow nach 30 Jahren abgesetzt werden soll. Ein packendes Drama über Träume die sich nicht erfüllen, trügerische Nostalgie und der Moloch Las Vegas der alle verschluckt die sich nicht rechtzeitig vom Glitzer und Blinken der Stadt lösen können. Der Film brilliert durch das fantastische Casting von Pamela Anderson, Jamie Lee Curtis (Monster im Nachtexpress, 1980) und Dave Bautista (Blade Runner 2049, 2017) als die alte Las Vegas Garde, alle drei hat man so wohl nur selten und vielleicht nie so verletzbar wie hier gesehen. Wunderschön intim gefilmt entwickelt der Film eine sehr eigene melancholische Magie, vor allem weil der Film auch keine Lösungen für die Lebensprobleme der Protagonist*innen bieten will. Fast alles bleibt am Ende offen, viel Hoffnung bleibt nicht, aber vielleicht doch ein wenig. Empfehlenswert. Leider bietet die Blu-ray von Constantin keinerlei Bonusmaterial.

Montag, 16. Juni 2025

The First Time I Never Met You (2024)


The First Time I Never Met You (2024)

Der trauernde Physiker John (Eric Kole) dreht die Zeit zurück um zu verhindern was geschah. Dazu kehrt er zum ersten Date mit seiner Frau Esmé (Renee Bailey) zurück, doch das Wissen über die Zukunft ist ihm in dieser Situation keine Hilfe…

Montag, 2. Juni 2025

Kalenderwoche 22: Armer Andrew, ein schlechter Doktor, Kiemanatmer und musikalische Affen

Kalenderwoche 22: Armer Andrew, ein schlechter Doktor, Kiemanatmer und musikalische Affen

Sleep (2023) [Plaion]

Jason Yu bisher vor allem als Regieassistent in „Okja“ (2017) in Erscheinung getreten, liefert mit seinem Regiedebüt „Sleep“ einen rundum gelungenen Psychothriller mit Horror und Comedy Elementen vor. In den Hauptrollen brillieren Jung Yu-mi (Train to Busan, 2016) und Lee Sun-kyun (Parasite, 2019) als junges Ehepaar mit Schlafproblemen. Weitere Figuren bekommen nur selten mehr als 1-2 Dialogzeilen, weshalb das Paar den Film fast gänzlich allein tragen müssen. Dies gelingt den Beiden zum Glück durchweg bestens, auch mit der Hilfe des sehr kompakt und stimmig geschriebenen Drehbuchs und der toll inszenierten sehr dichten Atmosphäre. Einige unerwartet lustige Momente ergänzen unangenehme Angespanntheit und interessante und unerwartete Twist und machen „Sleep“ zu einem vollends gelungenen Thriller an dem es nichts auszusetzen gibt.

Samstag, 7. Dezember 2024

Carlsen Manga im November & Dezember!

Carlsen Manga im November & Dezember!


Attack on Titan – Lost Girls Deluxe

„Lost Girls“ ist eine Miniserie innerhalb der Welt von „Attack on Titan“. Abgeschlossen in zwei Bänden, werden hier bisher unbekannte Momente im Leben von Mikasa und Annie, den stärksten Frauen der „Attack on Titan“ gezeigt. Hier jetzt erstmals beide Bände zusammen als schickes Hardcover zu bekommen, perfekt passend zur schon erhältlichen Deluxe Variante der Hauptserie.

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Der Mann meines Bruders #3 - Kopfzerbrechen (Carlsen Manga)

Der Mann meines Bruders #3 - Kopfzerbrechen (Carlsen Manga)

Noch immer lebt Mike bei seinem Schwager Yaichi und dessen Tochter Kana. Auch wenn Mike durch seinen Besuch in Japan vor allem sich selbst dabei helfen wollte den Tod seines Mannes Ryoji zu verarbeiten, so scheint er nun aber vor allem Yaichis Denkweise zu verändern. Zum ersten Mal setzt Yaichi sich mit der Homosexualität seines verstorbenen Bruders auseinander, erkennt durch Mike welchen Formen von homofeindlichkeit auch im heutigen Japan ganz alltäglich ist. Und so beginnt er darüber nachzudenken was er tun würde, wenn zum Beispiel seine Tochter Kana sich outen würde. Gleichzeitig werden die drei allmählich zu einer richtigen Familie, kochen und essen zusammen, machen Ausflüge und genießen ihr Beisammensein.

Sonntag, 13. Oktober 2024

Carlsen Manga im Oktober 2024!

Carlsen Manga im Oktober 2024!

Die Gesellschaft der Tiere #1

Ein Vater und seine Tochter überleben nur knapp einen Autounfall, werden aber zum Glück von den Bewohner*innen eines kleinen Dorfes gerettet und versorgt. Leider müssen sie am nächsten Morgen feststellen, dass ihre Retter*innen sehr eigennützig gehandelt haben. Denn es handelt sich bei ihnen um eine Gesellschaft von Mensch-Tier-Hybriden, die Menschen nur bei der Jagd, als Haustiere oder auf dem Teller tolerieren.

Freitag, 2. August 2024

Carlsen Manga im August 2024!

Carlsen Manga im August 2024!

Nichiko’s Island #1

Nichiko ist 34 Jahre alt und ist nach vielen Jahren auf die Insel zurückgekehrt auf der sie geboren ist. Sie ist zurück um ihren Vater zu pflegen der im sterben liegt, aber auch weil ihr Leben auf dem Festland in Scherben liegt und es langsam Zeit wird ihre traurige Kindheit zu verarbeiten. Dort trifft sie den jüngeren Chimaki, dessen liebevolle, helfende davon ablenkt, dass auch er eine schwere Traurigkeit mit sich schleppt. Mangaka Kaori Ozaki kehrt nach ihrem Erfolgmanga „Our Summer Holiday“ nicht mit Pauken und Trompeten zurück, sondern wie von ihr gewohnt mit sehr leisen, einfühlsamen Tönen. Im ersten Band schafft sie es liebenswerte und vielschichtige Figuren vorzustellen und vermittelt gleichzeitig sehr anschaulich den Alltag und das Lebensgefühl auf der kleinen Insel. Dazu noch eine Hauptfigur, die zugleich eine starke weibliche Rolle darstellt, aber auch verletzlich sein kann, Fehler macht und schlechte Eigenschaften haben darf. Das Artwork ist schön anzusehen, besonders gefällt mir die etwas merkwürdige Ziege aber ansonsten bietet vor allem Nichikos Zuhause einige schöne Details. Hat mir sehr gefallen!

Dienstag, 2. Juli 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Juli 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Juli 2024

Human Extinction #2

Gerade noch Prüfungsstress in der Schule, Angst sich mit Corona anzustecken und plötzlich hört alles auf. Bis auf vier japanische Schüler*innen scheinen alle anderen Menschen plötzlich verschwunden zu sein. Im zweiten Band von Edogawa edogawas Manga „Human Extinction“, bleibt der Untergang der Menschheit mysteriös. Zugleich verschärfen sich die Spannungen innerhalb der Gruppe der Überlebenden. Die Einsamkeit bringt Sie allmählich dem Wahnsinn nahe und die Situation droht zu eskalieren. Spannend, gut gezeichnet, macht Lust auf mehr, auch wenn die Handlung im nächsten Band gerne etwas schneller voran schreiten darf.

Dienstag, 28. Mai 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Juni 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Juni 2024

The Promised Neverland – Art Book World

„Promised Neverland“ von Zeichnerin Posuka Demizu und Autor Kaiu Shirai handelt von einer Gruppe Kindern, die in der nahen Zukunft des Jahres 2045 in einem Waisenhaus leben. Sie dürfen zwar das Gelände des Waisenhauses nicht verlassen, aber es gefällt ihnen dort allen so gut, dass sie sich darüber keine großen Gedanken machen. Eines Tages müssen sie jedoch auf grausame Art feststellen wo sie wirklich leben. Nämlich nicht in einem Waisenhaus, sondern in einer Zuchtfarm für Monster, die am liebsten kleine Kinder verzehren.
2016 erschien der erste von insgesamt 20 Sammelbänden und der Erfolg des Manga reichte auch für eine zwei Staffeln umfassende Anime Serie. Wer aber immer noch nicht genug hat kann sich darauf freuen, dass Carlsen nun auch das Artbook zum Manga auf deutsch veröffentlicht. Das Artbook im Großformat mit Umschlag bietet euch eine Covergalerie, einige Seiten die nicht in gesamter Größe in den Manga passten, Farbseiten, Cover der Doppelausgaben, DVD und Blu-ray Umschläge, Online-Illus und einige Skizzen. Für Fans der Reihe eine klare Empfehlung und auch sonst ein sehr hübsches Artbook.

Freitag, 23. Februar 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Februar 2024

Carlsen Manga Empfehlungen Februar 2024

Angel Sanctuary Pearls #2

Während mich der erste Sammelband der neuen „Angel Sanctuary“ eher kalt lies und meine nostalgischen Erinnerungen deutlich besser waren als Kaori Yukis Shojo Klassiker gealtert war, konnte mich der zweite Doppelband doch noch abholen. Yuki hat dazugelernt und vor allem Ihr Seitenlayout ist auffallend strukturierter geworden. Dies erhöht den Lesefluss, womit der Manga leichter zugänglich ist. Über den Inhalt kann man sich oftmals Streiten, es gibt viele merkwürdige Momente, meistens ist das ganze jedoch schon mitreißend, emotional und auch spannend. Das Artwork bleibt auch nach all den Jahren wunderschön und „Angel Sanctuary“ zu recht unvergessen.

Freitag, 29. Dezember 2023

Carlsen Manga Empfehlungen Dezember 2023

Carlsen Manga Empfehlungen Dezember 2023

Gestatten, ich bin's, Isoji #1

Wir starten den letzten Monat des Jahres mit leichter Kost. „Gestatten, ich bin's, Isoji“ handelt von der Mangaka Yae die mit einem kleinen, gelben Nymphensittich mit dem Namen Isoji zusammenlebt. Der Manga zeigt uns den Alltag der Beiden, was natürlich immer lustig und niedlich ist. Vor allem wenn ein gewisser Vogel immer überall mitmischen und im Mittelpunkt stehen will. Insgesamt eine sehr süße Angelegenheit und alle Vogelbesitzer*innen werden viele Situationen wiedererkennen. Vor allem konnte mich begeistern wie sehr Mangaka Mie Washio in der Lage ist dem kleinen Isoji viel Charakter und einen ganz eigenen Willen einzuhauchen. Wirklich ein toller Vogel mit großer Attitüde.

Mittwoch, 15. November 2023

Carlsen Manga Empfehlungen November 2023

Carlsen Manga Empfehlungen November 2023

Junji Ito – Fragments of Horror

Die neueste deutsche Ito Veröffentlichung „Fragments of Horror“ beinhaltet acht weitere Kurzgeschichten des Horror-Meisters. Mit nur knapp über 200 Seiten ist es einer der bisher kürzesten Sammelbände, der aber dennoch ein paar Highlights zu bieten hat. „Futon“ kann trotz einer Länge von unter zehn Seiten Spannung aufbauen und einen netten Twist bieten, während „Ein langsamer Abschied“ gänzlich gegenteilig eine sehr gemächlich erzählte Geistergeschichte darstellt. „Autopsina“ ist etwas kinky und wartet mit einer gehörigen Portion Body Horror auf. „Die Flüsterin“ kommt weniger krawallig um die Ecke und legt den Fokus mehr auf das Drama zweier junger Frauen die sich gegenseitig komplettieren. Ein weiteres Highlight ist „Tomio mit dem roten Rollkragenpullover“ wobei Tomio zwar einen schicken neuen Pullover bekommt aber schnell mehr als nur seine Freundin verlieren könnte. Und dann ist da noch „Holzmonster“, eine Geschichte die uns zeigt, das die Liebe zum Eigenheim auch zu weit gehen kann. Ein weiterer schöner Hardcover-Sammelband mit ein paar eher weniger bekannten Ito Geschichten und dennoch sind darunter einige seiner sehr starken Arbeiten.

Freitag, 2. Dezember 2022

Beastars Vol. 1 (Kazé Manga)

Beastars Vol. 1 (Kazé Manga)

An der Schule stehen fleischfressende und pflanzenfressende Tiere auf der gleichen Stufe. Jedenfalls theoretisch. Praktische verhält es sich natürlich nicht ganz so: Pflanzenfresser*innen fürchten sich davor, dass die wilden Instinkte der Fleischfresser*innen vielleicht doch wieder durchkommen könnten und sie somit jederzeit auf der Speisekarte ihrer Mitschüler*innen stehen könnten. Die Fleischfresser*innen fühlen sich diskriminiert, müssen aber auch wirklich dagegen ankämpfen, sich nicht in die Kleineren in der Schule zu verbeißen. Hinter dem brüchigen Burgfrieden stecken also berechtigte und unberechtigte Ängste und Vorurteile. Die Lage droht allerdings endgültig zu kippen als Tem, ein Alpaka aus der Theater AG von einem der Fleischfresser*innen im Blutrausch ermordet wird. Die*Der Täter*in kann nicht ermittelt werden, wodurch natürlich Ängste und Gerüchte nur noch mehr geschürt werden. Mitten in all dem steht Legoshi, ein junger Wolf, ebenfalls Mitglied der Theater AG und ein guter Freund des verstorbenen Tem. Schnell vermuten manche Mitschüler*innen ihn hinter dem Mord, schließlich verhält er sich schon manchmal recht merkwürdig.

Donnerstag, 28. Juli 2022

Sing a Bit of Harmony (2021) [Kazé]

Sing a Bit of Harmony (2021) [Kazé]

Satomi (Haruka Fukuhara) und ihre Freund*innen gucken blöd aus der Wäsche als eines Morgens die Austauschschülerin Shion (Tao Tsuchiya) bei ihnen in der Klasse steht. Die neue Mitschülerin verhält sich nämlich etwas komisch. Zum Beispiel stellt sie sich vor, indem sie Satomi ein Lied vorträllert und auch ansonsten versucht sie immer auf unkonventionelle Art und Weise die anderen glücklich zu machen. Ihr Verhalten erklärt sich nur kurze Zeit später. Denn Shion ist kein normales Mädchen, sondern ein Roboter mit einer neuen Art von KI, erdacht von Satomis Mutter, die nun in der Schule ausgetestet werden soll.