Mittwoch, 29. April 2026

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Kalenderwoche 17 2026: Falkenherzen, lange Beinchen & ein Jimmy für jeden Fall!

Hamnet (2025) [Plaion]

Chloé Zhao (Nomadland, 2010) verfilmt Maggie O'Farrell Roman „Hamnet“ in der es um die Entstehung des Theaterstücks „Hamlet“ geht. Nachdem Agnes (Jessie Buckley) und ihr Ehemann William Shakespeare (Paul Mescal) ihren Sohn Hamnet (Jacobi Jupe) verlieren droht die Familie auseinander zu brechen. Shakespeare arbeitet in London weiter am Theater während sich seine Frau um die verbleibenden Kinder kümmert und an ihrem Kummer zugrunde geht. Zhao schafft es erneut, einen Film durchgehend mit starken Bildern zu filmen. Keine Kameraeinstellung wird verschwendet, jeder Moment kann Emotionen vermitteln oder durch seine Schönheit verblüffen. Herausragend ist aber vor allem die Chemie zwischen den Darsteller*innen der Familie und vor allem das Acting des noch sehr jungen Jacobi Jupe, der wirklich allen anderen jede Szene stehlen kann. Obwohl dieser Film eine technisch zweifellose und stark geschriebene Abhandlung über Trauerbewältigung und die Kraft der Kunst ist, ist auch dieser Film von Zhao mitunter etwas zu trocken und auch wenn ich es selbst nicht so empfinde, kann ich jede*n verstehen die*der den Film etwas langweilig findet. Aber allein für das ungeahnt starke Finale sollten alle Cineast*innen den Film einmal gesehen haben.

Die Blu-ray von Plaion bietet neben dem Film noch ein paar Extras mit Blicken hinter die Kulissen und Interviews.


Longlegs (2024)

Nicolas Cage (Pig, 2021) als Serienmörder, der gar nicht so lange Beine hat wie viele behaupten. Hier treffen „Sieben“ (1995) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) auf Nicolas Cage typische Momente und eine gehörige Menge Satanismus. Objektiv müsste ich zugeben, dass der Film wahrscheinlich nicht so gut ist, wie ich ihn persönlich empfunden habe. Für mich stimmt hier aber eigentlich alles. Wie für Regisseur Osgood Perkins (The Monkey, 2025) typisch, ein sehr stylischer Film, der von Beginn an die Spannung halten kann, ohne sich dabei jemals in einer gehetzten Erzählform zu verlieren, gepaart mit sehr solidem Acting, vor allem Maika Monroe (It Follows, 2014) und Blair Underwood (Gattaca, 1997), Nicolas Cage selbst ist für den Film letztlich gar nicht so wichtig, wie man zuerst annehmen sollte. Verliebt man sich stilistisch allerdings nicht so wie ich augenblicklich in den Film, fallen schnell kleine Macken auf, Cage bekommt nur wenige Chancen, einen spannenden Bösewicht abzugeben, auch wenn es ihm trotzdem manchmal gelingt. Vor allem ist der Plot aber relativ simpel und lässt sich ziemlich schnell voraussehen. Davon abgesehen bekommt ihr aber einen knackigen FBI-Thriller mit einigen gruseligen okkulten Momenten. Mir hat’s sehr gefallen.


28 Years Later: The Bone Temple (2026) [Plaion]

Spike hat seine Insel verlassen, doch nur kurz muss er das Zombie verseuchte England alleine durchqueren. Denn schon bald lernt er Sir Jimmy Crystal (Jack O'Connell) und seine Jimmies kennen. Die verrückte Satanssekte nimmt ihn auf, nachdem er einen von ihnen getötet hat, aber leichter wird sein Leben dadurch nicht…

Nur mäßig konnte mir der dritte „28“ Film gefallen, aber da ich Spaß mit Nia DaCostas Remake von „Candyman“ (2021) hatte wollte ich auch dem Knochentempel eine Chance geben. Der erste Akt ähnelt leider stark dem vorherigen Film, wobei mich die Figuren am meisten stören. Vor allem die Jimmies sind zu Beginn so derartig drüber, dass es schwer ist, sich auf das Gesehene einzulassen. Dieses Problem legt sich aber immer mehr und vor allem wenn wir uns stattdessen mit dem von Ralph Fiennes (Grand Budapest Hotel, 2014) gespielten Doktor befassen, entwickelt der Film sich zu etwas größeren. Auch wenn Fiennes den Film über große Strecke tragen muss, scheint das für ihn kein Problem zu sein, zugleich hilft er seinen Kollegen in gemeinsamen Szenen zu besseren Leistungen. So haben sowohl Chi Lewis-Parry (Kraven: The Hunter, 2024) als Oberzombie Samson und auch Jack O'Connell (Blood & Sinners, 2025) mit ihm zusammen ihre ausdrucksstärksten Momente. Außerdem bekommen wir dank ihm auch den wohl besten „Iron Maiden“ Moment der Filmgeschichte.

Schwach angefangen mausert sich Bone Temple in seiner Laufzeit zum interessantesten und wohl vielschichtigsten Teil des Franchise, viele kleine Ideen und ungeahnte Momente halten die Spannung aufrecht und machen sogar Lust auf einen weiteren Titel.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit einigen kleinen Blicken hinter die Kulissen.