Sherlock Holmes – 71 – Blaubarts Erbe (Titania Medien)
Gelb mit unbekannten Inhalt: Ein von ihm nicht bestellter Koffer wird eines Morgens dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Joachim Tennstedt) in die Baker Street 221b geliefert. Schockiert stellen er, sowie sein Chronist Dr. Watson (Detlef Bierstedt) und ihre Haushälterin Mrs. Hudson (Regina Lemnitz) fest, dass der mysteriöse Koffer gefüllt ist mit Damenunterwäsche, die zudem noch Blut verkrustet ist. Der Koffer führt Holmes und Watson auf einen alten Landsitz in Schottland. Dort versucht Holmes, verkleidet als Maler, der Frau des Hausherren das Leben zu retten.
Lange schon habe ich keinen der geheimen Fälle des Meisterdetektivs mehr gehört. „Blaubarts Erbe“ war scheinbar ein guter Neueinstieg, denn insgesamt gefiel mir Fall #71 ziemlich gut. Der Fall beginnt auf obskur, schrullige Art und Weise und kurz darauf entwickelt die Szenerie in dem Herrenhaus in Schottland eine dichte Atmosphäre. Es darf sogar so manches mal ein wenig unheimlich werden und insgesamt ist der Fall für Holmes Verhältnisse schon sehr makaber geraten. Zudem sorgt das Doppelspiel von Holmes als Detektiv / Maler für Schmunzelmomente. Mit 87 Minuten ist der Fall schon ein wenig monumental geraten, gerade, da der Plot am Ende gar nicht so kompliziert ist, die Ermittlungen einige Kurven und Schleifen gehen, die vielleicht nicht zur Spannung beitragen, eine knackigere Spielzeit hätte der Sache sicherlich gut getan.
Wie gewohnt bei den Hörspielen von Titania Medien, schöpft Marc Gruppe auch hier aus dem Vollen und bietet den Hörer*innen auch in diesem Hörspiel sämtliche Facetten von Geräuschen und passenden Musiken. Da wir diesmal in Schottland sind kommt sogar ein Dudelsack zum Einsatz. Die Qualität der Soundaufnahmen ist weiterhin erstklassig, was natürlich auch die bekannten Stimmen von Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und vor allem Marie Bierstedt, die hier Holmes um Hilfe bittet, toll in Szene setzt.
Insgesamt ein meist spannendes, wenn auch teilweise zu langatmiges Mystery Hörspiel. Bei der Laufzeit hört meine Kritik auch schon wieder auf, denn abgesehen davon, gibt es an dieser Folge nichts substantielles zu meckern. Toll besetzt, bestens vertont und das bei einem Fall der nicht an unheimlicher Atmosphäre geizt.
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