Dienstag, 16. Juni 2026

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Kalenderwoche 24 2026: Knackige Zackenbarsche & Minen im Feld!

Das Stendhal Syndrom (1996) [Plaion]


Durchschnittlicher 90er Jahre Dario Argento (Die neunschwänzige Katze, 1971) Psycho-Thriller, der vor allem durch eine solide Leistung von Asia Argento (Das Phantom der Oper, 1998) in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist vor allem die Eröffnungsszene in Florenz unheimlich stark gefilmt und entwickelt dank des Soundtracks von Ennio Morricone (Black Angel, 2002) eine sehr dichte, fast hypnotische Atmosphäre. Überdies hinaus ist der Film wohl vor allem dafür bekannt, dass es der erste italienische Film mit CGI Effekten ist. Diese sind natürlich nicht sonderlich gut gealtert, aber ein interessantes Zeitstück. Ganz im Gegensatz zu dem mechatronischen Zackenbarsch mit dem Asia eine kurze Liebesszene hat, der ist natürlich top. Insgesamt krankt der Film vor allem an sehr schwachen Performances der Nebenfiguren, einem Twist der Niemanden erstaunen wird und Szenen sexueller Gewalt die eher voyeuristisch als schockierend gefilmt wurden. Auch bekommt das Titelgebende Syndrom zu wenig Aufmerksamkeit und wird ab der Hälfte der Spielzeit auch einfach zur Seite geräumt.

Für Argento Sammler*innen lohnt sich der neue 4K Release des Films von Plaion dennoch. Neben dem Film in schön restaurierten 4K bekommt ihr neben einem Audiokommentar, Trailern und internationalen Titelsequenzen auch noch eine zweite Schnittfassung des Films. Auf einer Bonus Blu-ray kommen noch eine ganze Reihe neuer, für diesen Release geführte Interviews mit Cast und Crew, sowie ein paar Interviews aus den Archiven, die auch schon auf der DVD zu finden waren.


JSA - Joint Security Area (2000) [Plaion]

Auf ungeklärte Weise sterben zwei Nord Koreanische Grenzwachen an der entmilitarisierten Zone. Eine unparteiische Person soll die Lage untersuchen, doch die Aussagen widersprechen sich. Park Chan-Wooks (Oldboy, 2003) Debütfilm-Meisterwerk zeigt schon zu Beginn seiner Karriere was wir von ihm erwarten können. Zwar ist der Film handwerklich nicht so ausgereift wie seine späteren Werke, jedoch beweist er schon hier eine extrem sichere Hand für Zwischentöne und raue, ungefilterte Emotionen. Die Mischung aus Drama und Thriller hat einen unheimlich herzigen Mittelteil, durch den das Ende umso trauriger wird und uns ratlos zurücklässt. Dennoch hat der Film auch viele menschliche, hoffnungsvolle Momente. Darstellerisch machen hier alle mindestens einen sehr guten, teilweise auch einmaligen Job. Vor allem Song Kang-ho (Durst – Thirst, 2009) sticht dabei schon damals als Ausnahmetalent heraus. Auch nach 26 Jahren noch eine klare Empfehlung wert, ein Drama, das sich nicht hinter den späteren, bekannteren, Werken des Regisseurs verstecken muss.

Die 4K Restauration ist sehr schön geworden. Außerdem enthält die UHD von Plaion auch noch zwei Audiokommentare. Zur Bonus Disc kann ich leider nichts sagen, das mir diese nicht vorliegt.


Snowbeast (1977)

Bigfoot TV-Film aus den 70ern. Beginnt erst relativ vielversprechend. Einige der Außenaufnahmen zeigen schöne Berglandschaften und nette Skifahrmontagen. Der Bigfoot schleicht sich dabei oftmals in POV Shots an nichts ahnende Damen heran. Selbst der Bigfootanzug sieht für einen TV-Film eigentlich ganz passabel aus, wird allerdings nur wenig befriedigend Eingesetzt. Im Verlauf wird immer deutlicher das alle Figuren sich konstant gegenseitig den Plot, ihre Gefühle und vor allem ihre Verwandtschaftsverhältnisse erklären müssen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen dreisten Abklatsch von „Jaws“ (1975), denn auch hier will man die Piste nicht schließen und sagt die Feierlichkeiten nicht ab. Am Ende wird es dann noch höchstgradig melodramatisch und wir verlieren mehr Laufzeit ans wieder aufflammen einer lieblosen Ehe als wir das verdammte Vieh jagen. Dann wird noch recht lange und noch planloser nach dem Schneemenschen gejagt, oder geflohen (so richtig weiß man das nie) und dann endet das Ganze ziemlich abrupt und vor allem egal. Na ja zumindest ist es schön Sylvia Sidney (Fury, 1936) mal wieder zu sehen und Bo Svenson (Butcher, Baker, Nightmare Maker, 1981) ist für Exploitation Fans natürlich auch immer eine Freude.


Naked Vengeance (1985)

Von Roger Corman (Dementia 13, 1963) produzierter und vom legendären philippinischen Regisseur Cirio H. Santiago (Vampire Hookers, 1978) realisierter Rape and Revenge Thriller. Alles beginnt mit einer epischen Rockballade und einem sehr traurigen Hochzeitstag. Denn nicht nur das Carla (Deborah Tranelli) Abends mit ansehen muss wie er Mann von einem Vergewaltiger erschossen wird, nein auch vorher war der Tag schon echt doof. Ihr Mann hatte den Tag nämlich vergessen, musste dann ohne mit ihr zu Frühstücken auf die Arbeit und kam dann noch zu spät nach Hause. Nach dem Intro das uns sehr an „Death Wish“ (1974) erinnert, wechseln wir danach zu einer Kopie von „I Spit on Your Grave“ (1978). Carla besucht danach nämlich ihre Eltern in einem kleinen Örtchen in dem alle Männer zumindest Machos, Spanner und Grabscher, die meisten von ihnen aber schlimmeres sind. Jedenfalls habe ich noch nie gesehen das alle männlichen Figuren derart platt, eklig geschrieben wurden. Gefällt mir. Das größte Problem des Films ist ohne Frage die Vergewaltigungsszene, die auf vielen Ebenen geschmacklos, albern, inkompetent und äußerst fragwürdig inszeniert wurde. Danach bekommt der Film aber etwas Tempo zurück und entwickelt sich im Verlauf etwas vom klassischen Rachefilm weg und nimmt einige Anleihen bei „Rambo“ (1982) auf. Merkwürdiger Mix. Funktioniert auch alles nicht so richtig. Dafür sind die Typen aber genauso drüber eklig, wie Carlas Rache an ihnen zufriedenstellend ist. Am Ende bleiben aber alle etwas ratlos zurück, ein insgesamt völlig undurchdachter Rachethriller, der durchaus seine guten Exploitation Momente hat, aber wohl dennoch nur was für die hartgesottenen Santiago Fans ist.

Dienstag, 9. Juni 2026

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!

Good Luck, Have Fun, Don’t Die (2025) [Leonine]

Ein Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) betritt zum 107 mal ein Diner in Los Angeles. Sein Ziel: Er muss in diesem Diner die perfekte Kombination aus Begleiter*innen auswählen mit denen er innerhalb einer Stunde die Entstehung einer KI verhindern muss, die in der Zukunft die gesamte Menschheit unterjochen wird.

Spaßig düsterer Science-Fiction Horror mit einer tollen Leistung von Sam Rockwell (Jojo Rabbit, 2019) in der Hauptrolle. In Nebenrollen gefielen mir vor allem Haley Lu Richardson (Split, 2016), Michael Peña (Der Marsianer, 2015) und Zazie Beetz (Atlanta, 2016-2022). Die Setdesigns sind auch toll und ihr bekommt einige, absichtlich, müllige Effekte, die dennoch sehr lustig sind. Der Plot arbeitet sich ordentlich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen ab, dabei wird die Satire absurd genug um zu unterhalten, der mahnende Zeigefinger wird dabei oft genug zum verdienten Mittelfinger. Insgesamt hat Gore Verbinski (A Cure for Wellness, 2016) hiermit eine gelungene Techsatire geschaffen, auch wenn man manchmal den Eindruck nicht los wird man hätte einfach nur ein paar alte „Black Mirror“ Folgen durch den Mixer gejagt. Ansonsten stört eigentlich nur das Ende ein wenig, das sich durch ein paar klischeebeladene Momente und unnötige Erklärungen in die Länge gezogen wird.

Bonus der Collector’s Edition ist ein fünf minütige Featurette auf der Blu-ray und drei Postkarten die beiliegen. Da hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.


Scarlet (2025) [Plaion]

„Dark Souls“ das Musical! Zu Beginn schafft Mamoru Hosoda (Ame & Yuki, 2012) es mit Leichtigkeit uns in eine interessante Version des Fegefeuers zu entführen. Menschen aller Kulturen, Religionen und Epochen treffen hier aufeinander und warten auf Himmel oder Hölle. Dabei sind sie ständig Gefahren ausgesetzt. Am Himmel lauern Drachen, größer als Städte. Am Boden rauben Diebe, andere Diebe aus, die zuvor noch schwächere Menschen beklaut haben. Doch dann stolpert unsere Heldin Scarlet in diese Welt, nachdem sie durch den Plot von „Hamlet“ ihren Vater hat sterben sehen und schließlich ebenfalls durch ihren Onkel ums Leben kam. Was folgt ist ein diffuses Märchen, das von Rache, Vergebung und scheinbar auch von der Frage handelt was eigentlich Liebe ist. Substanz hat das Ganze jedenfalls nicht. Alles wird unendlich oft wiedergekäut und die moralische Botschaft des Films kann nur solange überleben wie man sich nicht daran erinnert was noch vor fünf Minuten geschehen ist. Als jemand der nur wenig mit modernen 3D Animationen in Anime anfangen kann, muss ich sagen, dass einige Szenen wirklich toll aussehen. Animationen sind geschmeidig und ausdrucksstark, manche Szenen sind unheimlich schön. Dazwischen gibt es aber auch sehr viele hässliche Momente, die teils sogar nicht ganz fertig aussehen, als hätte man nur Platzhalter Texturen genutzt oder die Licht Shader vergessen oder einfach nur ein jpg Bild als Hintergrund eingefügt. Hat mir gar nicht gefallen, vor allem ist es noch ärgerlicher, weil hier im Kern etwas sehr gutes versteckt ist, das leider nie das geworden ist was es sein könnte.

Der Film sieht in 4k wirklich schön aus und die Disc hat sogar ein paar kleine Extras wie Skizzengalerien und Storyboard vergleiche.


Der dunkle Kristall (1982) [Plaion]

Jim Hensons (Die Reise ins Labyrinth, 1986) erstes große Projekt außerhalb von „Sesamstraße“ und „Muppets“ war ein ambitioniertes, eher überambitioniertes, fast schon größenwahnsinniges Projekt. Seine Idee einen epischen, düsteren Fantasyfilm nur mit Puppen zu erschaffen war zu dem Zeitpunkt noch undenkbar und wurde auf diesem Niveau bis Heute nicht mehr versucht. Die Sets sind unglaublich schön und haben teilweise gigantische Ausmaße angenommen, auch wenn zusätzlich noch viel Tricktechnik mit Matte Paintings und Miniaturen zum Einsatz kamen. Unzählige Puppen jeder nur vorstellbaren Art kommen zum Einsatz und alle Trickeffekte, damals natürlich noch alles ohne Computer, aber auch ohne Zeichentrickeffekte, vereinen sich zu einer schlüssigen Welt, die unsere Realität schnell vergessen macht. So ist es auch Heute noch möglich völlig in die Welt des dunklen Kristalls einzutauchen und mit seinen Bewohner*innen mit zu fiebern. Ein wirklich fantastischer Film, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Magie verloren hat und groß und klein weiterhin in seinen Bann ziehen kann.

Die 4k Version von Plaion kommt mit einem toll restaurierten Bild und einem Audiokommentar von Brian Froud. Auf der Bonus Disc gibt es mehrere Dokus über die Entstehung des Filmes, Deleted Scenes und eine Q&A Runde mit Linda Henson, sowie eine sehr umfangreiche Bildergalerie.


Das Schloss im Schatten (1955) [Plaion]

Späte US-amerikanische Fritz Lang (Vor dem neuen Tag, 1952) Produktion. Es handelt sich dabei um einen gediegenen Abenteuerfilm, in dem ein Waisenkind (Jon Whiteley) nach dem Diamantschatz seiner Urahnen sucht und dabei eine unkonventionelle Allianz mit einem Schmuggler (Stewart Granger) mit heimlichen Herz aus Gold eingeht. Der Film ist nach heutigen Maßstäben sicherlich nichts aufregendes mehr und auch erwartet man bei dem Namen Fritz Lang ein größeres Kunstwerk, aber „Moonfleet“ kann durchweg gut unterhalten und bietet mit Sets wie der unterfriedhöflichen Schmuggler Höhle oder dem Brunnenturm viel fürs Auge. Auch weinige aufwendige Kostümszenen zeigen, dass es sich hier nicht um einen günstigen Film handelte. Ein ruhiges, gut inszeniertes und insgesamt stark gespieltes Abenteuer. Vielleicht kein großer Klassiker aber genau die richtige Unterhaltung für einen faulen Nachmittag.

Plaion präsentiert den Film erstmals deutsch vertont auf DVD und Blu-ray. Das Bild könnte noch etwas knackiger sein. Sound und Synchro sind aber schön geworden. Als Bonus findet ihr auf der Disc noch einige Featurettes und eine Bildergalerie.

Montag, 8. Juni 2026

Attack on Titan – Die erste Staffel (2014) [Plaion]

Attack on Titan – Die erste Staffel (2014) [Plaion]

Die Menschheit war einst Herrscher über ihre eigene Welt. Niemand konnte ihnen etwas antun und sie lebten in Freiheit und Wohlstand. Über Nacht endete dies aber sehr abrupt und für alle Zeit. Aus dem Nichts tauchten plötzlich Titanen auf. Dabei handelt es sich um meist circa 15 Meter große, menschenähnliche Monstren. Ihr einziges Ziel scheint es zu sein Menschen zu fressen. Alle anderen Lebewesen lassen sie in Frieden und selbst ohne Nahrung kommen sie gut klar. Sie wollen also wirklich nur Menschen fressen, keinen anderen Sinn hat ihr Dasein. Es dauerte nicht lange bis die Menschheit fast vollkommen ausgerottet wurde. Seit über 100 Jahren haben sich die letzten Überlebenden in ihre letzte Stadt zurückgezogen. Dort lebten sie bis vor kurzem ziemlich sicher hinter einigen 50 Meter hohen Schutzmauern. Jedenfalls solange bis ein Titan auftauchte der selbst genauso groß war. Er trat die Mauer ein, wodurch die Titanen den äußersten Verteidigungsring vollkommen einnehmen konnten.

Sonntag, 7. Juni 2026

Sherlock Holmes – 72 – Der Aluminiumdolch (Titania Medien)

Sherlock Holmes – 72 – Der Aluminiumdolch (Titania Medien)

Nach dem Mord an einem jungen Mann gerät dessen Verlobte in Verdacht. Um ihre Unschuld zu beweisen, reist ihr Vater, Henry Curtis (Lutz Mackensy), nach London, um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Joachim Tennstedt) um Unterstützung zu bitten. Gemeinsam begutachten er und sein Assistent Dr. Watson (Detlef Bierstedt), gemeinsam mit Inspektor Lestrade (Lutz Reichert), den Tatort. Dabei gibt den Männern neben der Tatwaffe vor allem der verschlossene Raum ein Rätsel auf.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!

Kalenderwoche 22 2026: Glaskugeln, Basketball mit Ziegen und nicht näher geklärte Charaktermotivationen!


Die Reise ins Labyrinth (1986) [Plaion]

Teenager-Mädchen: Gerade noch hat Sarah (Jennifer Connelly) ihren Stiefbruder Toby (Toby Froud) an den Goblinkönig Jareth (David Bowie) verschenkt, da plagt sie das schlechte Gewissen. Vielleicht doch so keine gute Idee. Und so folgt sie ihm ins Labyrinth, denn nur wenn sie das Schloss des Königs in 13 Stunden erreicht kann sie Toby davor bewahren auch ein Goblin zu werden.

Wundervoll fantasievolles Coming-of-Ages Abenteuer von Jim Henson (Der dunkle Kristall, 1982). Jedes Set quillt über vor liebevoll kreierten Muppets, Puppen, Marionetten und Suitmation. Jede Kreatur lustiger und merkwürdiger als die zuvor. Zudem noch David Bowie in knappen Hosen und einigen tollen Musiknummern. Ein wirklich toller Film der in jeder Szene etwas neues aufregendes bieten kann, immer lustig, immer spannend und mitreißend.

Die 4K Version von Plaion bietet ein schönes Bild und guten Ton, als Bonus enthält die Disc einen Audiokommentar vom Produktionsdesigner Brian Froud und Trailer. Eigentlich ist noch eine weitere Bonus Disc enthalten, die mir jedoch nicht zugesandt wurde, daher kann ich nichts zum weiteren Bonusmaterial sagen.


GOAT (2026) [Plaion]

Eine Ziege soll als erstes kleine Tier in er Tierbasketball Liga antreten. Gegner*innen lachen ihn aus, sein Team ist genervt von ihm. So hat er sich das Profiballerleben nicht vorgestellt.

Mäßig unterhaltsame 3D-Animationskomödie, mit schablonenhaften Charakteren, Gags und Story. Einzig einige gute Charakterdesigns und der sehr schöne und einfallsreiche Animationsstil lassen zumindest die Zielgruppe ganz okay unterhalten zurück. In 4K macht das aber zumindest was her und die Disc von Plaion bietet wenigstens ein paar Promo Featuerettes als Bonus.


Thrash (2026)

Komplett planloser Haihorror von Netflix, der sehr stark an den anderen Hai Netflix Film „Im Wasser der Seine“ (2024) erinnert. Hier überflutet ein Hurricane einen kleinen US-Ort. Im Wasser lauern von nun an vor allem hungrige Bullenhaie, die alle Essen die dumm genug waren nicht zu evakuieren. Eines der schlimmsten Drehbücher der letzten Zeit, dessen Charaktere scheinbar nichts anderes im Sinn haben als gefressen zu werden. Mein Lieblingsmoment ist, wenn ein Teenager aus dem überfluteten Wohnzimmer, in dem schon Haie sind, in den Keller taucht um Steaks aus dem Kühlschrank zu besorgen. Mit diesen Steaks sollen dann die Haie abgelenkt werden. Ihr werdet nicht glauben wie überrascht ich war das dieser Plan nicht funktioniert hat. Genauso doof ist nur noch eine junge Frau, die lieber ertrinkt als einen Ast abzubrechen und später ihr Baby auf die Weltbringt während ein Hai unter ihr herumschwimmt. Ein Film der ohne die suizidalen Tendenzen seiner Charaktere nicht mal 15 Minuten lang wäre, denn für nichts was in diesem Film passiert gibt es einen Grund.

Dienstag, 2. Juni 2026

Carlsen Manga im Juni 2026!

Carlsen Manga im Juni 2026!

Dragon Hunt Tribe #1

Ein Drachenjäger findet in ein
em Drachennest ein von eben diesen Drachen aufgezogenes, wildes Mädchen. Er tötet die Drachenbrut und bringt sie mit in sein Dorf. Dort soll sie nun als Mensch aufwachsen, ihr Leben als Teil der Drachenhorde kann sie jedoch nur schwer ablegen.

Shiro Kuroi, ebenfalls der Erschaffer der Mangareihe „Leviathan“ überrascht mit einer epischen und düsteren Fantasygeschichte, die sich neben großen Kämpfen zwischen Menschen und Drachen, auch philosophischen und sozialen Fragen stellt. Dabei wirken viele Ideen etwas zu großzügig zusammen gesammelt. Einflüsse wie „Nausicaä“ oder „Attack on Titan“ oder auch „Herr der Ringe“ sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Was ja aber auch nichts schlimmes sein muss. Denn zum Glück kann Kuroi den Manga auch mit einigen eigenen und Interessanten Ideen füllen. Vor allem der Drachenlore ist komplexer und vielschichtiger als man zuerst annehmen würde. Das Artwork ist sehr interessant, wobei hier besonders auffällt das Kuroi auf Rasterfolien verzichtet und vor allem bei den Texturen von Rüstungen und Drachenschuppen Details händisch zeichnet. Sehr aufwendig, bringt aber auch sehr schöne Ergebnisse. Der erste Band kann Interesse wecken und macht in jedem Fall Lust auf mehr. Bin gespannt wohin die Reise geht, Potential ist in jedem Fall vorhanden.
 

Hotel Inhumans #2

Verrückt geht es weiter im merkwürdigen Hotel für Auftragskiller. Wieder gibt es neue Besucher*innen mit neuen Wünschen. Diese werden natürlich gewissenhaft von Ikuro und Sara erfüllt. Unter anderem müssen sie für eine Kundin ein letztes Abendmahl kreieren, aber ihnen läuft die Zeit davon. Auch der zweite Band ist ganz unterhaltsam. Der Manga lebt von seinen merkwürdigen Figuren und absurden Situationen. Wenn diese Stärken voll ausgekostet werden, kann der Manga klar punkten. Dazwischen kommt es aber oft zu kleineren Durststrecken und die Erzählung kann das Niveau der guten Momente nur selten länger aufrecht erhalten. Das Artwork ist aber schön und hat einige nette Ideen.


Königin der 1000 Jahre #3

La-Metal kommt immer näher, droht die Erde zu zerstören und egal was er auch tut, Hajime gelingt es nicht die Wahrheit in die Öffentlichkeit zu tragen. Gleichzeitig muss Yayoi sich entscheiden auf wessen Seite sie steht. Hilft sie der Menschheit, der sie mittlerweile wohl mehr angehört oder überwiegt doch ihr Pflichtgefühl gegenüber La-Metal?

Leiji Matsumotos Meisterwerk geht in die Dritte Runde. Das Artwork ist fantastisch und hat viele traumhaft gute Ideen, die ständig zwischen klassischem Manga und westlichen Comicstil balancieren. Die Handlung ist komplex, vielschichtig und hat starke emotionale Höhepunkte ohne aber auch in manchen Momenten eine gewisse Leichtigkeit zu verlieren. Vollkommen zu Recht einer der großen Science-Fiction Manga Klassiker und gerade in dieser, von Carlsen toll aufbereiteten Hardcover Version eine pralle Empfehlung!


Ran und die graue Welt Doppelpack #1-#2

Ran ist eine freche Junghexe, die ihren Vater und großen Bruder pausenlos auf trab hält. Vor allem wenn sie ihre magischen Sneaker anzieht, durch die Sie sich in eine Teenagerin verwandeln kann. Das sorgt natürlich für allerlei Ärger und so manche unangenehme Situation. Aki Irie ist eine ganz besonders tolle Zeichnerin und mit diesem Doppelpack habt ihr die Möglichkeit günstig in die Serie um Ran einzusteigen. Geboten wird euch dabei eine rasante Fantasy-Komödie mit vielen Coming-of-Age Anteilen. Leider ist dieser auch recht vollgepackt mit einigen creepy Momenten, die so wirklich nicht sein müssten. Dafür ist aber wie gesagt das Artwork so dynamisch, flauschig und liebenswürdig. Iries Talent liegt dabei sowohl im Kreieren spannender Figuren, als auch darin modische Designs unglaublich cool und lässig auf die Seiten zu bringen. Allein fürs Artwork lohnt sich also zumindest mal ein Blick in die Bücher. Der zweite Band enthält als Bonus einen kleinen Artprint.


Stitch reist in der Zeit #1

Und dann zum Schluss noch was tolles für die kleineren Leser*innen. Diesmal reist Stitch durch die Zeit und es verschlägt ihn ins alte Ägypten wo er zwischen Pyramiden, Sphinx und Pharaonen so manches Chaos anrichtet. Knuffig bleibt das blaue Alien dabei aber dennoch. Lange böse kann man ihm jedenfalls nie sein, vor allem nicht bei einem so niedlichen Artwork. Rasant erzählt, mit vielen Gags und nebenbei lernt man auch noch ein wenig über die Epoche, auch wenn Stitch das eine oder andere vielleicht etwas verändert.

Montag, 11. Mai 2026

Carlsen Manga im Mai 2026!


Carlsen Manga im Mai 2026!

Haruko − Ein Leben für die Tiere #2

Heilige Salmonellen Batman! Gleich auf dem Cover steckt Haruko ihre Füße ins Pinguin becken. Meine Güte diese Person hat wirklich keine Ahnung vom Umgang mit Tieren und Mangaka Saku Yamaura wohl genauso wenig. Die Idee hinter dem Manga bleibt ganz nett, Harukos Fähigkeit Emotionen zu erschnuppern bleibt, spielt aber keine allzu große Rolle. Hätte man sich am Ende also auch sparen können. Auch hier wird ein wenig versucht über die Zustände und den Umgang mit Tieren im Zoo zu sprechen. Aber selbst für einen locker leichten Manga bleibt die Beschäftigung auch in Betracht mit der Zielgruppe des Manga extrem vereinfacht und oberflächlich betrachtet. Ein paar Momente sind ganz gelungen, wie zum Beispiel die Aufzucht des Wolfnachwuchs. Ansonsten aber ein nur wenig unterhaltsamer Manga, der zugleich seiner Botschaft nicht gerecht wird.


Junji Ito - Alley – Das Grauen in der Gasse

Der aktuelle Juni Ito Hardcover Sammelband bietet elf weitere Kurzgeschichten des Mangahorror Altmeisters. Aus vorherigen Sammlungen kennt ihr Itos Klassiker „Das Model“ und „Stadt ohne Straßen“ bereits. Unter den weiten Storys gibt es einige Highlights wie die Titelgebende Geschichte „Alley – Die Gasse“ in der Geister ihrer Mörderin in einer abgeschotteten Gasse auflauern. Eine einfache Geschichte die aber mit einem sehr effektiven Ende aufwarten kann. Unter den Anderen Geschichten gehören noch „Mehrbettzimmer“ und „Sie fallen“ und „Die Herberge“ zu meinen Lieblingen. In der Herberge buddelt ein Vater ein Loch im Haus um eine heiße Quelle anzuzapfen, buddelt sich dabei aber direkt in die Hölle, was zu einem sehr an Lovecraft erinnerndes Ende führt. „Mehrbettzimmer“ handelt vor der Angst, die Individualität zu verlieren, Krankenhaus Horror mit etwas „Body Snatchers“ beigemengt. Und in „Sie fallen“ bekommen wir sehr typischen Ito Horror mit kosmischen Anstrich. Nichts wird erklärt, es passieren einfach von Heute auf Morgen unerklärliche Dinge, niemand kann was dagegen tun. Effektiv und unheimlich. Gleichzeitig sind aber Kapitel wie „Schimmel“, „Der Raucherclub“ oder „Vaters Segen“ sehr Ito typische Geschichten, die im Grunde nur wenig abgewandelte Variationen anderer ähnlich gelagerter Storys sind. Sie sind alle nicht schlecht, wenn man aber ein paar Details im Setting austauscht wie Zum Beispiel den Tabak mit Honig oder den Schimmel mit Fett, dann bekommt man eine andere existierende Geschichte des Autoren. Insgesamt ein Starker Band, auch wenn nicht alle Geschichten neues bieten. Atmosphärisch intelligent Erzählt sind sie dennoch alle und es fehlt diesem Band nicht an effektiven Schockmomenten. Für Horrorfans also weiterhin eine deutliche Empfehlung.


Search And Destroy Komplettpack #1-#3

Nach dem großen Krieg, für den die meisten der Roboter, die sogenannten Kreaturen, gebaut wurden, verloren die Maschinen ihre Bedeutung für die Menschen, von den Robotern Sapos genannt. Die Maschinen leben nun entweder auf der Straße oder haben sich zu Yakuza Familien zusammengefunden. Andere werden von Menschen für einfache Arbeiten ausgenutzt. In dieser Welt lebt Doro. Ein junges Waisenmädchen, das sich als Taschendiebin durchkämpft. Als sie eines Tages von den örtlichen Yakuza fasst exekutiert wird, ist eine junge Frau, fast eine Maschine gehüllt in stinkendem Pelz und mit tödlichen Scherenhänden ausgestattet ihre letzte Chance fürs Überleben. Doch anstatt mit ihr herumzuziehen, hat die mysteriöse Frau eigene Pläne, denn insgesamt 48 Roboter haben Körperteile von ihr geraubt, die sie nun zurückfordern möchte um wieder ein vollwertiger Mensch zu werden.

Osamu Tezuka, einer der Grundsteine der Anime und Manga Welt erschuf die Serie „Dororo“ Ende der 1960er Jahre. Auf die Mangareihe folgte die Animeserie und bis Heute mehrere Reboots der Geschichte. Die neueste Reinkarnation dieses Stoffes kommt von Atsushi Kaneko (Wet Moon) und versetzt die Geschichte aus dem Samurai Setting in eine leicht retro angehauchte Cyberpunk Zukunft. Die Handlung erscheint zwar in neuem Gewand, an dem Plot selbst wurde aber nicht zu viel geändert bisher. Was allerdings bei Tezuka vor 50 Jahren noch bahnbrechend neu und aufregend war erscheint hier eher wie der Plot eines mittelmäßigen Shounen Manga. Das Konzept von „du musst eine bestimmte Anzahl an Feinden besiegen um dein Ziel zu erreichen und um das Rätsel deiner Vergangenheit zu lösen“ ist heute doch stark überstrapaziert und eher einfallslosem schreiben zu zuordnen. So bietet die Handlung auch im ersten der drei Bände wenig besonderes. Die Charaktere sind jedoch gut geschrieben, so dass man mit den Protagonist*innen gut mitfühlen kann und die Bösewichte sind so eklig das man ihnen schnell gönnt was auf sie zu kommt.

Wo dieser Mangaband aber durchaus glänzen kann ist das tolle Artwork. Sofort fallen die vielen interessanten und teils sehr ungewöhnlichen Charakteredesigns auf. Während Hyaku noch sehr starke Ähnlichkeit zu Battle Angel Alita aufweist sind alle anderen Figuren ziemlich aufregend und cool gestaltet. Ebenfalls sehr positiv aufgefallen sind mir die einfallsreichen Verwundungsmöglichkeiten von Rasterfolien. Zudem muss das spannende Spiel mit negativem Raum gelobt werden, das teils an die Comics von Daniel Clowes erinnert. Auch in Punkto düsterer Atmosphäre und mildem, aber dennoch effektivem Body Horror haben beide Autoren Ähnlichkeiten zueinander.

Optisch ein totaler Hit. Inhaltlich gelingt es mir nicht sehr begeistert zu sein. Ich fühle mich ganz gut unterhalten, aber insgesamt habe ich mir von einer modernen Neuauflage solch einer Geschichte mehr erwartet.

Bei Carlsen gibt es nun auch alle drei Bände als günstiges Komplettpaket.

Mittwoch, 29. April 2026

Sherlock Holmes – 71 – Blaubarts Erbe (Titania Medien)

Sherlock Holmes – 71 – Blaubarts Erbe (Titania Medien)

Gelb mit unbekannten Inhalt: Ein von ihm nicht bestellter Koffer wird eines Morgens dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Joachim Tennstedt) in die Baker Street 221b geliefert. Schockiert stellen er, sowie sein Chronist Dr. Watson (Detlef Bierstedt) und ihre Haushälterin Mrs. Hudson (Regina Lemnitz) fest, dass der mysteriöse Koffer gefüllt ist mit Damenunterwäsche, die zudem noch Blut verkrustet ist. Der Koffer führt Holmes und Watson auf einen alten Landsitz in Schottland. Dort versucht Holmes, verkleidet als Maler, der Frau des Hausherren das Leben zu retten.