Dienstag, 4. August 2026

Carlsen Manga im August 2026!

Carlsen Manga im August 2026!

Junji Ito – Mimi’s Tales of Terror

In diesem Hardcoversammelband findet ihr alle Kurzgeschichten aus der Feder von Hiokatsu Kihara und Ichiro Nakayama die von Junji Ito als Manga adaptiert wurden. Die Geschichten stammen ursprünglich aus dem „Shinmimibukuro“ in dem die Autoren wahre Geistergeschichten sammelten. Ito lässt sich dann bei seiner Mangaumsetzung ein paar Freiheiten und führt das Eine oder das Andere etwas mehr in extremere Richtungen. Die zehn Kurzgeschichten sind zwischen vier bis 40 Seiten lang und handeln meist von alltäglichen Situationen in denen aber etwas nicht so richtig stimmen kann. Schnell eskalieren die Ereignisse und führen teils zu den abstrusesten Arten von Klimax. Man denke nur an wild gewordene Prothesendamen und Bodybuilder die gerne Grabsteine umdrehen. Sehr absurde Geschichten darunter, aber keine davon so abwegig das dieser Band nicht auch etwas für Ito Neulinge sein könnte. Insgesamt gibt es jedenfalls auch deutlich härtere und verrücktere Arbeiten des Horroraltmeisters. Optisch sind diese Geschichten aus sehr gelungen. Sowohl die Schockmomente als auch einige der stimmungsvollen Szenerien, sind einige der hübschesten die Ito in den 2000er Jahren geschaffen hat. Wieder mal eine klare Empfehlung wert.

Haruko – Ein Leben für die Tiere #3

Mit diesem Band hat mich Huroku und der Manga selbst endgültig verloren. In jedem Moment verhält sich Haruko auf eine Art und Weise, die nicht nur für sich, sondern auch alle anderen Menschen und auch die Tiere lebensgefährlich ist. Am Ende wird dann irgendwie alles gut, weil Haruko ja so gut mit Tieren umgehen kann, auch wenn wir das nie wirklich miterleben, sondern immer nur mitbekommen was sie alles falsch macht. Auch hier bleibt die Kritik und der Umgang mit dem Zoogeschäft sehr oberflächlich und selbstgerecht, das was der Manga dann als besser darstellt ist nur auf andere Weise schlecht. Naja.

Sakura – I want to eat your pancreas

Idumi Kiriharas Mangaadaption von Yoru Suminos Roman gehört schon lange zu den modernen Klassikern des traurigromantischen Slice of Life Genre und wurde seitdem auch schon als Anime und realfverfilmt. Nun gibt es den Manga in seiner gänze als Doppelband bei Carlsen, was gerade für viele neue Leser*innen eine schöne Gelegenheit sein sollte mal reinzuschnuppern. Die Geschichte um die todkranke Sakura ist stets emotional packendes und dabei immer auch glaubhaftes Drama mit liebevoll kreierten, zerbrechlichen Charakteren. Es fällt leicht mitzufiebern, mitzufühlen und ganz in den Emotionen aufzugehen. Eine Geschichte die seitdem oft kopiert, aber nur selten erreicht wurde.

Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft: Der Manga #2

Auch der zweite Band illustriert sechs Erinnerungen von Betroffenen der Katastrophe von Tschernobyl.
Besonders schwer zu ertragen sind in diesem Fall die Erzählungen der Haustierjäger und die Geschichte der Kindergruppe die versucht hat nach dem Unfall die Natur zu erforschen. Unglaublich traurige Geschichten, die es für mich noch mal deutlich besser schaffen das grauen zu vermitteln als die in der Buchvorlage. Das Artwork transportiert den Schrecken deutlich ohne dabei reißerisch oder pietätlos zu sein. Kann diesen und auch den ersten Band wirklich allen Geschichtsinteressierten sehr empfehlen.

Freitag, 31. Juli 2026

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

Kalenderwoche 30 2026: Rollschuhschweine, Taschenmonster, Höllenfeuer, Intergalaktischer Honig & Intergalaktische Schwestern

The Muppets Take Manhattan (1984)

Niedlicher, wenn auch keiner der besten Muppets Filme. Gerade der Anfang funktioniert ziemlich gut und hat einige schöne Emotionale Momente. Danach zerfällt der Film leider ziemlich stark in Fragmente, kleine Ideen und eingestreute Sketche. So hangelt man sich dann vor allem im letzten Akt nur noch mäßig von Gastauftritt zu Gastauftritt. Und dann funktioniert das Finale auch nicht wirklich, es passiert einfach nur. Zum Glück bekommen wir aber dennoch gerade von Miss Piggy einige sehr schöne Szenen die eine Sichtung schon lohnend machen.


Monster in my Pocket: The Big Scream (1992)

MIMP sind eine meiner liebsten 90er Jahre Toylines. Doch die kleinen Taschenmonster haben nie ihre eigene Cartoonserie bekommen. Denn es blieb bei dieser Pilotfolge der Hanna-Barbera Productions, die aber insgesamt ganz gut unterhalten kann. Die Monster sind niedlich, haben Charakter und coole Designs. Wer hätte nicht gern als Kind eine Serie mit einem Werwolf mit jamaikanischen Akzent gesehen? Die Animationen sind auch ganz ordentlich für eine Spielzeugwerbung aus der Zeit. Retro und Monstefans könnten also gefallen daran haben.


Spawn (1997)

Fand ich sogar als Kind schon schäbig. Schafft es absolut nicht irgendetwas der peinlichen edgyness der Comics cool umzusetzen und erst das CGI… Wahrscheinlich mit das schlechteste das ich bisher gesehen habe in einem Film der Budget zur Verfügung hatte. Dennoch fühlte ich mich bei der ersten Sicht seit bestimmt über 20 Jahren erstaunlich gut erhalten. Alles ist derartig stumpfsinnig, drüber und extrem forciert versucht cool ohne auch nur einem Moment lang cool zu sein… Man muss es lieben. Einzig das Maskendesign von John Leguizamo (The Menu, 2022) als Clown ist wirklich zu loben. Unglaublich wie sehr sie den Mann verändert haben um eine gelungene Bildschirmversion des Comiccharakters auf die Beine zu stellen. Keine Ahnung was Martin Sheen (The Dead Zone, 1983) und Michael Jai White (Black Dynamite, 2009) hier eigentlich versuchen, zumindest ist es lustig.

Bugonia (2025) [Plaion]

Biene Maja mal ganz anders!

Yorgos Lanthimos (Dogtooth, 2009) versucht sich in seinem jüngsten Streich an einem Remake des koreanischen Kultfilms „Save the Green Planet“ (2003) von Jang Joon-hwan. Dabei macht er daraus so sehr sein eigenes Ding mit kleinen Merkwürdigkeiten, dass mir erst spät auffiel diese Geschichte, vor einigen Jahren, schon einmal gesehen zu haben. Einmal mehr engagierte er Emma Stone (The Curse, 2023-2024) für die Hauptrolle und einmal mehr macht sie ihre Sache sehr gut ständig zwischen verängstigtem Opfer zweier Verschwörungsideologen und voller Kontrolle über die Situation. Entweder wirklich Girlboss oder Alieninvasorin. Ihr Spiel lässt beide Möglichkeiten offen. Optisch ebenfalls ein schöner Film, der mitunter in schrecklichen Zwischentönen stecken bleibt, sich durch Gewaltausbrüche wieder befreit um regelmäßig in humoristische Absurdität zu driften. Sicherlich nicht etwas das allen gefallen wird, meinen Nerv trifft es aber sehr genau.

Die Blu-ray von Plaion kommt mit dem Making Of und ein paar Interviews.


Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Figuren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die Blu-ray von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.

Freitag, 24. Juli 2026

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!

Kalenderwoche 29 2026: Mörderische Hosen, versteckspielen im Eis, eine Coladose am Strand & Räumungsverkauf!


Slaxx (2020)

Hosenhorror! Ein wichtiges Genre! Der Rachegeist einer indischen Kinderarbeiterin beseelt eine hippe, angebliche Fairtrade, Öko und sonstwas Jeans und sorgt für einige Tode auf einer Releaseparty. Die Hoseneffekte sind gut gemacht mit einigen Greenscreen Tricks und einigen Puppenspielereien. Das funktioniert sogar so gut, das man es hier geschafft hat der Hose einen glaubhaften Charakter zu erarbeiten. Der satirische Teil ist meist relativ plump und frühstückt alle Gags ab die man hier erwarten würde. Schlecht ist der Film dadurch aber trotzdem nicht, denn auch wenn die Konsumkritik hier recht stumpf ist, trifft sie dennoch den Punkt der Sache. Ein netter kleiner Horrorfilm mit einigen netten Momenten. Sehr kurzweilig.


The Bedford Incident (1965)

Militär- / U-Bootdrama von James B. Harris (Paths of Glory, 1957) mit einer unglaublich guten Leistung von Richard Widmark (Das Urteil von Nürnberg, 1961), der hier eine kalte Kriegsversion von Captain Ahab spielt, dessen Moby Dick ein russisches U-Boot vor der Küste Grönlands ist. Beklemmend und Intensiv gefilmt, ist dieses Kriegsdrama eine sehr gutes Pendant zu Kubriks „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“ (1964), nur eben ohne den Satirischen Teil. Stattdessen sehr trocken und düster erzählt. Am stärksten sind hier die sehr intensiven Dialoge zwischen Widmark und Sidney Poitier (In der Hitze der Nacht) und Eric Portman (One of Our Aircraft Is Missing, 1942). Ein starker Film, der wohl als erster auskommt Poitiers Rolle nicht zu rassifizieren, der damals schon Kritik an der NATO übt und es schafft ein beklemmendes Kriegsdrama zu sein, in dem es keinen Krieg gibt. Leider seitdem eher aktueller geworden.


Gamera gegen Zigra - Frankensteins Weltraumbestie schlägt zu (1971)

Eieieiei… Komplette Gurke, aber irgendwie trotzdem besser als die letzten Gamera Streifen. Diesmal also gegen einen Harnischwels aus dem All, der Hypnose beherrscht. Natürlich als Strafe für unsere Umweltverschmutzung. Die Kinderfiguren sind wohl schlimmer als je zuvor, aber die deutsche Synchro ist so dämlich das man es dann doch lieben muss. Und naja, wenn man Gamera Schabernack mag ist das hier auch nicht verkehrt. Jedenfalls mopst unsere liebste Schildkröte dem Vieh ein U-Boot unter den Flossen weg. Später spielt sie sogar Xylophon auf den Rückenfinnen des Biests. Der Rest ist aber leider entweder langweiliger Müll oder Stockfootage älterer Gamerafilme. Für die deutsche Vertonung lohnt sich dann ein halber Blick für Freund*innen des dusseligen Schabernacks.


Backrooms (2026)

Backrooms macht einiges richtig. Die Setdesigns sind toll. Einige der bekannteren Liminal Spaces Fotos werden detailgetreu nachgestellt und gerade in den Found Footage Momenten funktioniert auch der Horror ziemlich gut. Ein paar Dialoge schaffen es zudem relativ gut persönliche Traumata in den Symbolismus der Backrooms einzuweben. Am Ende interessierten mich die Charaktere aber nicht so richtig. Die Backrooms dafür umso mehr und es war schön dieses Konzept derart ausgearbeitet in einem Film zu sehen. Am Ende wird dann der Monsteranteil etwas zu groß. Ich mag meine Spaces eher ohne monströse Bedrohung, weil ich das Konzept auch ohne Monster gruselig und auch gruseliger finde. Außerdem fühlt sich der dritte Akt an, als hätte man einen dritten Akt vergessen.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Kalenderwoche 28 2026: Miesepeterkäfer, falsche Würfel & Jungs die Gennaro heißen!

Der Super Mario Galaxy Film (2026) [Plaion]

Als würde man eine Stunde und 38 Minuten lang mit den Schlüsseln klimpern um ein Kleinkind zu bespaßen. Natürlich sind die Luma extrem süß, Yoshi hat ein paar sehr drollige Momente und Rosalinas Kampf im Intro ist cool. Mehr als das hat der Film letztlich nicht zu bieten. Alle weiteren Gags, Gastauftritte und Referenzen verschmelzen zu einem Zuckersüßen und Bunten Klumpen in dem selbst erwachsene nur noch schwer so etwas wie einen Handlungsstrang entdecken können. Der Fanservice ist gerade für alte Nerds nett, aber allem ist so zufällig zusammengewürfelt das es auch immer seelen- und sinnlos erscheint. Es wäre schön gewesen hätte man sich einfach nur auf einen fanfavorisierten Charakter wie Yoshi, Rosalina oder auch Bowser Jr. konzentriert und den Film davon handeln lassen. Letztlich sehen wir hier wie Kinder planlos ihre Action Fiuguren gegeneinanderprallen lassen bis endlich die Credits rollen.

Die UHD von Plaion hat überraschend viele Extras zu bieten, die sich dann aber doch alle nur als 
Werbeinterviews ohne jeglichen Informationsgehalt entpuppen.


Zatoichi – Der blinde Samurai (2003)

Takeshi Kitano (Battle Royale, 2000) versucht sich als Regisseur und Hauptdarsteller in einem Remake des japanischen Kultsamurai „Zatoichi“. Die Neuinterpretation behält zwar Ichis Kern bei, fügt dem ganzen aber blutigere Kämpfe, einiges an Slapstick und zusätzlich auch einige Musik- und Tanznummern hinzu. Das sollte auf dem ersten Blick eigentlich nicht funktionieren, tut es aber meist relativ gut. Kitano verkörpert Ichi sehr eindrücklich und macht ihn zu einem seiner Charaktere ohne die Essenz der Figur zu verfälschen. Thematisch handelt Kitanos Version von Täuschung, niemand ist wer er vorgibt es gibt immer noch einen letzten Twist der die Sicht umschwenken lässt und nur ein blinder Masseur kann die Wahrheit erkennen. Eine für Samurai Purist*innen vielleicht etwas zu gewagte Interpretation, aber insgesamt eine gelungene und vor allem eigenständige Version des Samurai Mythos.


Inventur – Metzstraße 11 (1975)

Želimir Žilnik stellt seine Kamera und ein Mikrofon ins Treppenhaus der Metzstraße 11 in München. Nun ist es Zeit für eine Inventur. Nacheinander lässt er alle Bewohner*innen des Hauses vor die Kameratreten. Die meisten der Bewohner*innen kommen ursprünglich nicht aus Deutschland. Die meisten sind Gastarbeiter*innen aus Italien, der Türkei, dem Ostblock oder Griechenland. Alle stellen sich kurz vor, sagen etwas über ihre Arbeitssituation, über ihre Finanzen, darüber wie es ihnen in Deutschland gefällt oder eben auch nicht. Ein Kurzfilm der eine perfekte Vorlage für eine soziologische Studie darstellt. Ein sehr kleiner, aber vielsagender Einblick in die Leben vieler Familien und eben auch die Inventur eines Hauses in München. Regisseur Želimir Žilnik ist ein wichtiger Filmemacher Serbiens, der vor allem immer wieder in Kurzdokumentationen auf soziale Probleme hinwies und ein scharfer Kritiker von staatlicher Zensur war. Er gilt wichtige Figur der Jugoslawischen schwarze Welle.

Usagi Yojimbo #28 – Der Rote Skorpion (Dantes Verlag)

Usagi Yojimbo #28 – Der Rote Skorpion (Dantes Verlag)

Immer auf der Reise durchs feudale Japan stolpert unser heldenhafte Hase auch diesmal wieder in so manche brenzlige Situation. Ein alter Trommelbauer muss schnellsten sein Meisterwerk fertigstellen, denn nur wenn die Götter durch seine Trommel geehert werden, schenken sie den Menschen Regen, der dringend für die Reissaat benötigt wird. Allerdings werden die Einwohner*innen des Dorfes von der Bande des Roten Skorpions ausgenommen und mit dem Leben bedroht.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Kalenderwoche 27 2026: Schlussfolgerungen, Riesenkaulquappen, brotlose Kunst, bellende Hunde & Trashman!

Der verkehrte Sherlock Holmes (1971) [Plaion]

Seit dem Tod seiner Frau hält Justin Playfair (George C. Scott) sich für den genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes. Psychologin Mildred Watson (Joanne Woodward) soll seinen Wahn attestieren. Stattdessen lässt sie sich von dem charismatischen Mann mitreißen und betritt mit ihm eine spannende Welt, in der hinter jeder Ecke der üble Professor Moriarty lauern könnte. Wunderschön schrullige Krimi-Groteske die sich recht erfolgreich von Situationskomik zu Situationskomik hangelt. Vor allem sind es die vielen kauzigen Nebenfiguren und der sehr spielfreudige Scott (Der Exorzist III, 1990), die den Film so sehenswert machen. Aus heutiger Sicht fehlt es dem ganzen vielleicht ein wenig an Schauwerten und manches ist etwas zu träge inszeniert. So passt der Film doch eher in die späten Sechzigerjahre als in die Siebziger, unterhaltsam ist er meist aber dennoch. Und am Ende sind es einige bittersüße Charakterinteraktionen die den Film auch Heute noch sehr liebenswürdig erscheinen lassen.

Explosive Media bringt diesen kleinen Klassiker über Plaion erstmals in HD auf Blu-ray heraus. Das Bild ist recht gur geraten. Die deutsche Synchro eher so mittelmäßig. Vorsicht auch beim Kauf, denn auf der Plaion Seite wird mit einem Featuerette und einem Audiokommentar geworben. Beides findet sich allerdings nicht auf der Disc wieder. Enthalten sind lediglich ein Trailer zum Film, eine alternative Szene, der Vorspann ohne Text und eine Diashow.


Die Prophezeiung (1979)

Etwas naive Mischung aus Ökothriller und Tierhorror. Die erste Hälfte hat interessante und mitreißende Momente. Vor allem der Konflikt zwischen den Indigenen und den Holzfällern funktioniert gut. Vor allem ist aber die Szene bei der Holzfabrik packend und auf merkwürdige Art erschreckend. Letztlich ist die Besichtigung der Fabrik sicherlich der gruseligste Moment des Film, eine sehr starke, bedrückende Szene. Wenn dann aber der eigentliche Horrorteil kommt, nämlich der Kampf zwischen mutiertem Bären und den Menschen klären sich alles zwischenmenschlichen Konflikte wie magisch auf. Was leider auch die Botschaft des Films massiv untergräbt. Zudem zieht sich der Bärenkampf dann auch noch sehr in die Länge, wodurch diesem, eigentlich gelungenen Bärenhorror dann den Todesschuss verpasst. Schade drum.


Die Akademie (2024)

Schrecklich belangloses über den angeblich waren Blick in die Kunstuni, das Kunstgewerbe und die persönlichen Schicksale dieser Industrie. Charaktere durchleben keine wirklichen Entwicklungen, die Dialoge kommen nie über ihre anfänglichen Plattitüden hinaus. Leblos, schablonenartig gefilmt und fast durchgängig hölzern gespielt. Lediglich Maja Bons möchte ich positiv erwähnen. Sie versucht zumindest etwas eigenes mit einzubringen und wäre wohl bei einem besseren Drehbuch zu mehr in der Lage.


Vincent muss sterben (2023)

Plötzliche, unprovozierte Attacken halten Frankreich im Atem. Eines der Oper ist Vincent (Karim Leklou) der aus heiterem Himmel von teils völlig fremden Menschen attackiert wird. Ungewöhnlicher Horrorfilm der zugleich Sozialdrama, wie auch ein äußerst toxischer Liebesfilm ist. Lose ans Zombiegenre angelehnt bewegt sich der Film irgendwo in der Nähe anderer Außensteier*innen wie Romeros „The Crazies“ (1973) oder dem Verbalvirus Horror von „Pontypool“ (2008). Äußerst spannend und zwiespältig, gerade weil der Film letztlich keinem Genre so richtig gerecht wird. Ebenfalls hochzuhalten: Die wirklich starken schauspielerischen Leistungen von Karim Leklou und Vimala Pons (Eden Log, 2007).


Comic Book Confidential (1988)

Kleine, sehr unaufgeregte Comic Doku die mir bis dato völlig unbekannt war. Der Film ackert sich chronologisch durch die Geschichte der neunten Kunst. Dabei kommen viele bekannte Künstler*innen wie Robert Crumb, Jack Kirby, Lynda Barry, Harvey Pekar, Frank Miller und einige mehr zu Wort. Die Doku behandelt dabei überraschend wenig Superheld*innen und räumt dafür sehr viel mehr Zeit für EC Horror und deren Zensurgeschichte, aber vor allem für die Underground Comics der 70er Jahre ein. Schön ist auch die Zeit das wir inszenierte Lesungen aller vertretenen Künstler*innen bekommen und dadurch einen tieferen Einblick in einzelne Werke der Künstler*innen erlangen als es in solch einer Doku eigentlich üblich wäre. Vermutlich eher eine Doku für den harten Kern von Comicfans, für diese aber schon allein als Zeitdokument einen Blick wert.

Dienstag, 30. Juni 2026

Carlsen Manga im Juli 2026!


Carlsen Manga im Juli 2026!

Dead Rock #3

Yakuta steckt in einem gefährlichen Labyrinth fest, das nur kurz zuvor noch die Bibliothek der Dead Rock Schule war. Dort ist er auf der Suche nach einem geheimnisvollen Buch, dass Informationen über die Schwachstelle Gottes enthält. In diesem Labyrinth muss er sich Cougar stellen, dem unglaublich starken Schülerboss.

Standard Shonen Manga mit ein paar ganz netten Ideen. Das Artwork ist auch okay, ein paar der Charakterdesigns haben sogar Potential für etwas besseres. Insgesamt wirkt das Ganze aber stark nach Genre Fließbandarbeit. Nicht wirklich schlecht, aber auch so egal und identitätslos, das es wohl nur was für alle ist, die bereits den Rest des Genres abgefrühstückt haben.


Fukuneko – Die Glückskatzen #3

In einer kleinen Stadt in Japan bekommen Menschen, die einsam sind oder emotionale Unterstützung brauchen kleine Katzenmädchen mit magischen Kräften an ihre Seite. Sowie Yota der seine Mutter vermisst oder Midori das ihr Kind verloren hat.

Zuckersüße Mischung Ultracuteness und Slice of Life. Das Artwork ist Zweck mäßig, die Handlung meist leider auch. Ist zwar schon süß, aber wenn wir vom Cutenessfaktor absehen bleibt hier nicht viel. Vor allem da die hier angesprochenen Probleme leider nie ernsthaft thematisiert werden oder man hierbei mehr in die Tiefe geht. Am Ende bleiben nur niedliche Katzenmädchen die als Schlüsselanhänger wohl ihre Fans finden werden, aber ihre alltäglichen Abenteuer geben leider nur wenig her.


Shinobi Undercover #1

Auch in unserer modernen Zeit hüpfen Ninjas nachts von Dach zu Dach um geheime Missionen zu erfüllen. Nun soll Ninja Geheimagent Yodaka allerdings eine Mission im hellen Tageslicht ausführen. Er soll die Oberschülerin Aoi Mukai beschützen. Als Ninja zwar ein Ass, als Oberschüler aber eher awkward, wird der Schulalltag wohl seine bisher schwerste Aufgabe.

Ippon Takegushi und Santa Mitarashi, bekannt geworden durch „Candy Flurry“ das im Shonen Jump zu lesen war, präsentieren mit „Shinobi Undercover“ ihre neueste gemeinsame Serie. Genauso wie im Vorgänger bekommen wir auch hier eine rasante Mischung aus Action und Comedy, die mal mehr, mal weniger gut funktioniert und unterhält. Die Charakterdesigns, Action und vor allem das Seitenlayout sind wirklich sehr gut geraten. Einige Momente kommen sogar ein einige der besten Shonen Titel der aktuellen Zeit heran. Jedoch kann das alles nur durch eine sehr behelfsmäßige Handlung zusammen gehalten werden. Eine Story die Kapitel für Kapitel in einem Manga Magazin funktionieren kann, aber in Tankobon Form bietet der Manga nicht genug interessantes um die Aufmerksamkeit der Leser*innen lang genug halten zu können. Hat aber durchaus Potential.


Dr. Slump #4

Herzstück des vierten Sammelbands von Akira Toriyamas (Dragonball) Nonsense Comedy „Dr. Slump“ ist der mehrere Kapitel umfassende Epos über den großen Grand Prix von Pinguinhausen. Arale, Senbei, Parzan, Suppaman, Midori und viele andere liefern sich das wildeste Wettrennen seit „Speed Racer“. Da bleibt nichts heil und keine Hose trocken. Da helfen auch keine Ultraman und oder Samurai Parodien. Der Humor bleibt unglaublich blöde, aber dabei auch immer überraschend und unvorhersehbar. Die illustre Truppe aus schrulligen Charakteren ist immer ein fest und der stilsicher, stilfreie Stil von Toriyama bockt auf jeder Seite. Kann man nichts falsch machen wenn der Humor auch mal unterirdisch sein darf.

Montag, 22. Juni 2026

Kalenderwoche 25 2026: Marmelade & eine Schüssel Erdbeeren!

Kalenderwoche 25 2026: Marmelade & eine Schüssel Erdbeeren!

Paddington (2014)


Teils mühselige Familienkomödie mit vielen herzlichen, schönen Momenten. Großteils verläuft der Humor hier ins leere, dafür können aber ein paar Actionsequenzen und Ekelmomente wohl den Kleinsten Freude bereiten. Ich denke vor allem ohne Nicole Kidmans (Babygirl, 2024) Villain Part könnte der Film um einiges weniger anstrengend sein.


Das siebente Siegel (1957)

Mein liebster Ingmar Bergman (Wilde Erdbeeren, 1957) Film. Wunderschöne Bilder, gelenke Dialoge und ein großer Reigen interessanter Charaktere, angeführt von Max von Sydow (Der Exorzist, 1973) als Ritter Block. Der Film setzt sich auch Heute noch auf Interessante weise mit Religion, Tod, Krieg und Seuche auseinander. Dabei ist Manches besser als Anderes und wieder Anderes besser als geahnt gealtert. Ein manchmal schwerfälliges, aber auch leichteres Kunstwerk als man annehmen würde. Für mich ist der Film voller ergreifender Szenen und er enthält sogar eine meiner liebsten Filmszenen überhaupt.


Hellraiser (2022)

Komplett hassenswerte Charaktere machen nur dummes Zeug in einem Film der mit dem Cenobiten Mythos macht was er will. Stimmig ist das jedenfalls nicht. Die neuen Cenobiten Designs sind merkwürdig clean, ungruselig und ohne jegliche sexuelle Energie. Insgesamt ein super unaufregender und sauberer Film fürs Hellraiser Franchise. Fühlt sich nicht nach Hellraiser an, sieht auch nicht so aus. Technisch sicherlich besser als spätere Filme der Reihe, aber dennoch komplett uninteressanter und viel zu langer Hochglanzmüll.