Junji Ito – Mimi’s Tales of Terror
In diesem Hardcoversammelband findet ihr alle Kurzgeschichten aus der Feder von Hiokatsu Kihara und Ichiro Nakayama die von Junji Ito als Manga adaptiert wurden. Die Geschichten stammen ursprünglich aus dem „Shinmimibukuro“ in dem die Autoren wahre Geistergeschichten sammelten. Ito lässt sich dann bei seiner Mangaumsetzung ein paar Freiheiten und führt das Eine oder das Andere etwas mehr in extremere Richtungen. Die zehn Kurzgeschichten sind zwischen vier bis 40 Seiten lang und handeln meist von alltäglichen Situationen in denen aber etwas nicht so richtig stimmen kann. Schnell eskalieren die Ereignisse und führen teils zu den abstrusesten Arten von Klimax. Man denke nur an wild gewordene Prothesendamen und Bodybuilder die gerne Grabsteine umdrehen. Sehr absurde Geschichten darunter, aber keine davon so abwegig das dieser Band nicht auch etwas für Ito Neulinge sein könnte. Insgesamt gibt es jedenfalls auch deutlich härtere und verrücktere Arbeiten des Horroraltmeisters. Optisch sind diese Geschichten aus sehr gelungen. Sowohl die Schockmomente als auch einige der stimmungsvollen Szenerien, sind einige der hübschesten die Ito in den 2000er Jahren geschaffen hat. Wieder mal eine klare Empfehlung wert.
Haruko – Ein Leben für die Tiere #3
Mit diesem Band hat mich Huroku und der Manga selbst endgültig verloren. In jedem Moment verhält sich Haruko auf eine Art und Weise, die nicht nur für sich, sondern auch alle anderen Menschen und auch die Tiere lebensgefährlich ist. Am Ende wird dann irgendwie alles gut, weil Haruko ja so gut mit Tieren umgehen kann, auch wenn wir das nie wirklich miterleben, sondern immer nur mitbekommen was sie alles falsch macht. Auch hier bleibt die Kritik und der Umgang mit dem Zoogeschäft sehr oberflächlich und selbstgerecht, das was der Manga dann als besser darstellt ist nur auf andere Weise schlecht. Naja.
Sakura – I want to eat your pancreas
Idumi Kiriharas Mangaadaption von Yoru Suminos Roman gehört schon lange zu den modernen Klassikern des traurigromantischen Slice of Life Genre und wurde seitdem auch schon als Anime und realfverfilmt. Nun gibt es den Manga in seiner gänze als Doppelband bei Carlsen, was gerade für viele neue Leser*innen eine schöne Gelegenheit sein sollte mal reinzuschnuppern. Die Geschichte um die todkranke Sakura ist stets emotional packendes und dabei immer auch glaubhaftes Drama mit liebevoll kreierten, zerbrechlichen Charakteren. Es fällt leicht mitzufiebern, mitzufühlen und ganz in den Emotionen aufzugehen. Eine Geschichte die seitdem oft kopiert, aber nur selten erreicht wurde.
Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft: Der Manga #2
Auch der zweite Band illustriert sechs Erinnerungen von Betroffenen der Katastrophe von Tschernobyl.
Besonders schwer zu ertragen sind in diesem Fall die Erzählungen der Haustierjäger und die Geschichte der Kindergruppe die versucht hat nach dem Unfall die Natur zu erforschen. Unglaublich traurige Geschichten, die es für mich noch mal deutlich besser schaffen das grauen zu vermitteln als die in der Buchvorlage. Das Artwork transportiert den Schrecken deutlich ohne dabei reißerisch oder pietätlos zu sein. Kann diesen und auch den ersten Band wirklich allen Geschichtsinteressierten sehr empfehlen.













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