Donnerstag, 10. September 2026

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Kalenderwoche 37: Arme in der Spülmaschine, Wettervorhersage, geschenkte Rosen, Doctor Who beim Militär, Geisterwurst & Affensaft!

Thunderbolts* (2025)

Wenig bunt, wenig Situationscomic, ertragbar viele versucht witzige Sprüche und etwas mehr Anspruch als gewohnt lassen die „Thunderbolts“ zu einem der unterhaltsameren Marvel Filme der aktuellen Phase werden. Vor allem dass, das Thema Trauma und Depressionen in einem Film dieser Art halbwegs ernsthaft angegangen wird ist respektabel und dank Florence Pugh und Lewis Pullman bekommen die emotionalen Momente sogar etwas Gewicht. Der Rest ist aber nicht mehr als die vorherigen Marvel Filme. Adäquate Actionszenen, etwas leichter Humor mit Pathos und Gezanke.

Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit (2026) [Plaion]

Spielberg muss mal wieder über den Erstkontakt mit Alien reden. Hier macht er leider nichts neues, die Aliens sind langweilig, der Film insgesamt auch technisch nur auf akzeptablen Niveau. Es passiert eigentlich nie etwas wirklich interessantes und wenn doch, dann kommt ein merkwürdig aussehendes CGI Tier und macht alles kaputt. Wäre es nicht Spielberg, hätte der Film es sicherlich nur auf direkten Weg zu den Streaming Anbieter*innen geschafft. Schnarchig.

Als Bonusmaterial bekommt ihr lediglich ein kleines Video über die Zusammenarbeit zwischen Spielberg und John Williams.

Der goldene Pfeil (1962) [Plaion]

Heute ist der italienische Regisseur Antonio Margheriti wohl vor allem für „Asphalt-Kannibalen“ bekannt. Umso erstaunter war ich als ich feststellte das der Sandalenfilm „Der goldene Pfeil“ ebenfalls unter seiner Regie entstanden ist. Dabei handelt es sich nämlich um einen Film den ich in meiner Kindheit oftmals im Fernsehen sah, natürlich ohne zu wissen wer Margheriti war und womit er sonst so die Moral junger Menschen korrumpierte. Bei diesem 60er Jahre Machwerk geht es allerdings noch recht brav zu. Ein Gauner mit einem Herz aus Gold, aber etwas zu viel Arroganz will die Prinzessin von Damaskus ehelichen und dabei zugleich den despotischen Wesir stürzen. Dazu brauch er aber den goldenen Pfeil. An diesen wiederum gelangt er nur wenn er einige körperliche, geistige und moralische Aufgaben bewältigen kann. Das ganze ist solide gefilmt, bietet einige nette Kulissen, viel stumpfen Humor und natürlich eine altbackene Liebesgeschichte. Wer aber für das Plastikkrokodil bleibt wird belohnt. Insgesamt ein ganz amüsantes Märchen.

28 Days Later (2002) [Plaion]

Tierbefreier*innen dringen in ein Versuchslabor in London ein, in dem gefährliche Experimente mit Viren an Schimpansen durchgeführt werden. Entgegen das betteln einer der Forscher, öffnen sie fälschlicherweise den Käfig und lassen somit eine schreckliche Plage auf die Menschheit los. Schon kurz darauf sind fast alle Bürger*innen Groß Britanniens, die sich nicht ins Ausland absetzen konnten, mit dem Tollwut ähnlichen Virus infiziert.

28 Tage später wacht Jim (Cillian Murphy) allein, verwirrt und orientierungslos aus einem Koma auf. Er ist ganz allein in einem Krankenhaus und das mitten in London. Er weiß nicht was geschehen ist, aber schon bei seinem ersten Treffen auf die Infizierten muss er alles geben um nicht zu sterben. Im letzten Moment wird er von Selena (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley) gerettet. Die beiden bringen ihn auf den neuesten Stand der Dinge und gemeinsam versuchen sie einen sicheren Ort zu finden.

„28 Days Later“ war lange Zeit ein Hassobjekt für mich, was daran lag das der Plot von Zombieähnlichen Monstern handelt die rennen können. Ein Frevel, so was würde ich nicht unterstützen. Als Teenager hielt ich es für unmöglich so einen Film gut zu finden. Durch einen Zufall sah ich dann irgendwann doch. Es kam wie es kommen musste und natürlich bin ich heute großer „28“ Fan. Ich finde soviel daran toll. Es fängt mit den Tierbefreier*innen an, diese Menschen wollen ein paar Affen aus der Hölle dieser Versuchsanstalt befreien und lösen damit diese Katastrophe aus. Zeigt uns das die Menschen selbst mit den edelsten Motiven nur in der Lage ist die Welt untergehen zu lassen. Danach geht es weiter mit Cillian Murphy (Inception), der mir auch als Scarecrow in den Nolan Batmen sehr gefällt. Diese Szenen in denen er ohne Dialog durch die verlassenen Straßen von London läuft haben soviel Atmosphäre, einfach toll. Und dann ist da noch Selena, gespielt von Naomie Harris (hat sie jemals wieder etwas gutes gedreht? Dinotopia und Ninja Assassin sind schöner trash aber doll ist das nu auch nicht.). Eine starke schwarze Frau, womit man wohl versucht hat noch einen draufzusetzen auf Duane Jones Figur aus „Night of the Living Dead“. Zumindest erinnert sie doch sehr stark an Ben.

Das die „Infizierten“ sich so schnell bewegen können sagt mir trotzdem nicht zu und zum Ende hin bricht die Atmosphäre immer wieder ein wenig ein. Insgesamt handelt es sich bei „28 Days Later“ aber um einen gelungenen und äußerst stimmigen Epidemie Film.

Die 4k Disc von Plaion bietet neben einem Audiokommentar auch deleted Scenes, auch diese wenn gewünscht mit Audiokommentar, Storyboards, eine Fotogalerie und mehr.

La Maison ensorcelée (1907)

Sechs minütiger Kurzfilm aus dem Jahre 1907. Eine französische Produktion des spanischen Regisseurs Segundo de Chomón (The Frog, 1908). Darin suchen drei Reisende Zuflucht in einer alten Hütte, in der sie sich dann aber mit Poltergeistern herumärgern müssen. Diese lassen Möbel verschwinden, drehen das Haus oder bereiten in einer putzigen Stop-Motion Sequenz auch das Frühstück vor. Charmanter kleiner Film, der vor allem durch tolle Set-Ideen, aber auch durch Stop-Motion, sowie Front- und Rückprojektionen Arbeitet. Ein tolles Beispiel für frühe Filmtricktechnik.

The Ape Man (1943)

Bela Lugosi spielt einen verrückten Wissenschaftler der sich zu viel Affensaft gespritzt hat. Jetzt hilft nur noch menschliches Rückenmark, aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Freiwillig will sich jedenfalls niemand ins Rückenmark piksen lassen und so muss Affenmann Lugosi mit seinem treuen Begleiter, einem echten Gorilla (oder eher einem Menschen im Gorillavollkostüm) auf Menschenjagd gehen.

Mit nur 64 Minuten Spielzeit ist der Spuk zum Glück schnell vorbei. Allein das blöde 4th Wall breaking Ende und das Gorillakostüm sind somit eine Sichtung wert. Ansonsten hat Lugosi noch 1-2 starke Monologe in denen man erahnen kann wozu er eigentlich fähig ist. Der Rest verirrt sich leider in immer selben Szenen in den immer selben drei Räumen, ein Horrorthrillermysterykrimi mit vielen Charakteren die nichts zur Handlung beisteuern und am Ende ist es natürlich die Liebe die das Ungeheuer getötet hat.