Kalenderwoche 23 2026: Nur ein Mops, VERGEBUNG, Geier in teuren Roben & vom Tisch getretene Gläser!
Good Luck, Have Fun, Don’t Die (2025) [Leonine]
Ein Mann aus der Zukunft (Sam Rockwell) betritt zum 107 mal ein Diner in Los Angeles. Sein Ziel: Er muss in diesem Diner die perfekte Kombination aus Begleiter*innen auswählen mit denen er innerhalb einer Stunde die Entstehung einer KI verhindern muss, die in der Zukunft die gesamte Menschheit unterjochen wird.
Spaßig düsterer Science-Fiction Horror mit einer tollen Leistung von Sam Rockwell (Jojo Rabbit, 2019) in der Hauptrolle. In Nebenrollen gefielen mir vor allem Haley Lu Richardson (Split, 2016), Michael Peña (Der Marsianer, 2015) und Zazie Beetz (Atlanta, 2016-2022). Die Setdesigns sind auch toll und ihr bekommt einige, absichtlich, müllige Effekte, die dennoch sehr lustig sind. Der Plot arbeitet sich ordentlich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen ab, dabei wird die Satire absurd genug um zu unterhalten, der mahnende Zeigefinger wird dabei oft genug zum verdienten Mittelfinger. Insgesamt hat Gore Verbinski (A Cure for Wellness, 2016) hiermit eine gelungene Techsatire geschaffen, auch wenn man manchmal den Eindruck nicht los wird man hätte einfach nur ein paar alte „Black Mirror“ Folgen durch den Mixer gejagt. Ansonsten stört eigentlich nur das Ende ein wenig, das sich durch ein paar klischeebeladene Momente und unnötige Erklärungen in die Länge gezogen wird.
Bonus der Collector’s Edition ist ein fünf minütige Featurette auf der Blu-ray und drei Postkarten die beiliegen. Da hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.
Scarlet (2025) [Plaion]
„Dark Souls“ das Musical! Zu Beginn schafft Mamoru Hosoda (Ame & Yuki, 2012) es mit Leichtigkeit uns in eine interessante Version des Fegefeuers zu entführen. Menschen aller Kulturen, Religionen und Epochen treffen hier aufeinander und warten auf Himmel oder Hölle. Dabei sind sie ständig Gefahren ausgesetzt. Am Himmel lauern Drachen, größer als Städte. Am Boden rauben Diebe, andere Diebe aus, die zuvor noch schwächere Menschen beklaut haben. Doch dann stolpert unsere Heldin Scarlet in diese Welt, nachdem sie durch den Plot von „Hamlet“ ihren Vater hat sterben sehen und schließlich ebenfalls durch ihren Onkel ums Leben kam. Was folgt ist ein diffuses Märchen, das von Rache, Vergebung und scheinbar auch von der Frage handelt was eigentlich Liebe ist. Substanz hat das Ganze jedenfalls nicht. Alles wird unendlich oft wiedergekäut und die moralische Botschaft des Films kann nur solange überleben wie man sich nicht daran erinnert was noch vor fünf Minuten geschehen ist. Als jemand der nur wenig mit modernen 3D Animationen in Anime anfangen kann, muss ich sagen, dass einige Szenen wirklich toll aussehen. Animationen sind geschmeidig und ausdrucksstark, manche Szenen sind unheimlich schön. Dazwischen gibt es aber auch sehr viele hässliche Momente, die teils sogar nicht ganz fertig aussehen, als hätte man nur Platzhalter Texturen genutzt oder die Licht Shader vergessen oder einfach nur ein jpg Bild als Hintergrund eingefügt. Hat mir gar nicht gefallen, vor allem ist es noch ärgerlicher, weil hier im Kern etwas sehr gutes versteckt ist, das leider nie das geworden ist was es sein könnte.
Der Film sieht in 4k wirklich schön aus und die Disc hat sogar ein paar kleine Extras wie Skizzengalerien und Storyboard vergleiche.
Der dunkle Kristall (1982) [Plaion]
Jim Hensons (Die Reise ins Labyrinth, 1986) erstes große Projekt außerhalb von „Sesamstraße“ und „Muppets“ war ein ambitioniertes, eher überambitioniertes, fast schon größenwahnsinniges Projekt. Seine Idee einen epischen, düsteren Fantasyfilm nur mit Puppen zu erschaffen war zu dem Zeitpunkt noch undenkbar und wurde auf diesem Niveau bis Heute nicht mehr versucht. Die Sets sind unglaublich schön und haben teilweise gigantische Ausmaße angenommen, auch wenn zusätzlich noch viel Tricktechnik mit Matte Paintings und Miniaturen zum Einsatz kamen. Unzählige Puppen jeder nur vorstellbaren Art kommen zum Einsatz und alle Trickeffekte, damals natürlich noch alles ohne Computer, aber auch ohne Zeichentrickeffekte, vereinen sich zu einer schlüssigen Welt, die unsere Realität schnell vergessen macht. So ist es auch Heute noch möglich völlig in die Welt des dunklen Kristalls einzutauchen und mit seinen Bewohner*innen mit zu fiebern. Ein wirklich fantastischer Film, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Magie verloren hat und groß und klein weiterhin in seinen Bann ziehen kann.
Die 4k Version von Plaion kommt mit einem toll restaurierten Bild und einem Audiokommentar von Brian Froud. Auf der Bonus Disc gibt es mehrere Dokus über die Entstehung des Filmes, Deleted Scenes und eine Q&A Runde mit Linda Henson, sowie eine sehr umfangreiche Bildergalerie.
Das Schloss im Schatten (1955) [Plaion]
Späte US-amerikanische Fritz Lang (Vor dem neuen Tag, 1952) Produktion. Es handelt sich dabei um einen gediegenen Abenteuerfilm, in dem ein Waisenkind (Jon Whiteley) nach dem Diamantschatz seiner Urahnen sucht und dabei eine unkonventionelle Allianz mit einem Schmuggler (Stewart Granger) mit heimlichen Herz aus Gold eingeht. Der Film ist nach heutigen Maßstäben sicherlich nichts aufregendes mehr und auch erwartet man bei dem Namen Fritz Lang ein größeres Kunstwerk, aber „Moonfleet“ kann durchweg gut unterhalten und bietet mit Sets wie der unterfriedhöflichen Schmuggler Höhle oder dem Brunnenturm viel fürs Auge. Auch weinige aufwendige Kostümszenen zeigen, dass es sich hier nicht um einen günstigen Film handelte. Ein ruhiges, gut inszeniertes und insgesamt stark gespieltes Abenteuer. Vielleicht kein großer Klassiker aber genau die richtige Unterhaltung für einen faulen Nachmittag.
Plaion präsentiert den Film erstmals deutsch vertont auf DVD und Blu-ray. Das Bild könnte noch etwas knackiger sein. Sound und Synchro sind aber schön geworden. Als Bonus findet ihr auf der Disc noch einige Featurettes und eine Bildergalerie.
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