Dienstag, 10. November 2015

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #72 - X-Men: Schisma - Getrennte Wege (Hachette)

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #72 - X-Men: Schisma - Getrennte Wege (Hachette)

Dieser Hardcover Band von Hachette enthält die US-Hefte X-Men: Schism #1-#5, Generation Hope #10&#11, sowie X-Men: Regenesis.

X-Men: Schism #1: Cyclops bittet Wolverine darum ihn zu der internationalen Waffenkonferenz zu begleiten, wo er in einer Rede die versammelten Staaten der Welt dazu auffordern will all ihre Sentinels abzuschaffen und bietet an das die Bevölkerung von Utopia bei der Vernichtung der Kampfroboter helfen würde. Seine Rede wird allerdings von Quentin Quire oder wie er sich nennt Kid Omega unterbrochen. Omega benutzt seine telepatischen Mutantenkräfte um alle anwesenden Landeshäupter dazu zu zwingen ihre dunkelsten Geheimnisse zu offenbaren. Durch diesen Akt wird natürlich das Gegenteil von dem erreicht was Scott geplant hat und alle Länder aktivieren ihre Sentinels und machen alle Mutantenabwehrgeräte scharf. Gleichzeitig tötet der zwölfjährige Kade Kilgore seinen Vater, seines Zeichens der größte Waffendealer der Welt. Nun ist Kade nicht nur der Chef des Konzerns sondern auch Aspirant für den Black King Titel innerhalb des Hellfire Clubs.


Das ist nun also die fünfteilige Serie die das Ende der X-Men wie wir sie damals kannten besiegeln sollte. Am Ende werden die X-Men in zwei Lager gespalten: Wolverine wird in der Serie Wolverine and the X-Men seine Gruppe anführen während Cyclops mit den anderen in Uncanny X-Men #1 weiter macht (ja noch ein Reboot). Kann man von halten was man möchte. Ich finde es nicht sonderlich cool, aber irgendwas musste wohl bei den X-Men passieren, denn weiterhin so rumeiern ging nicht mehr. Uncanny X-Men zu resetten war allerdings total unnötig und diente nur einmal mehr dazu mit der #1 etwas den Verkauf anzukurbeln.

Als Nummer eins ist die Ausgabe wirklich gelungen. Die Ereignisse der folgenden Ausgaben werden gut vorbereitet und man spürt wirklich das Utopia schon bald von großen Vorkommnissen erschüttert wird. Auch das Verhältnis zwischen Wolverine und Cyclops und das zu den jungen X-Men wird gekonnt geschildert.

Das Artwork hat mir sehr gefallen obwohl es manchmal zu sauber ist und irgendwie zu aufgeräumt wirkt.
Was mich allerdings wirklich gestört hat ist das ich mich anscheinend ganz umsonst durch Prelude to Schism gekämpft habe da das Heft hier überhaupt keinen Bezug auf den Prelude nimmt.

X-Men: Schism #2: Die Kacke ist immer noch am dampfen in der X-Men Welt. Überall werden Sentinels aktiviert. Quentin Quire sucht nach seiner Aktion Zuflucht auf Utopia und die X-Men schicken Botschafter und Sentinel Abwehrtruppen in die Welt. Trotz all den Bemühungen sehen die Chancen der X-Men finster aus.

Die Spannung während Schism ist ja nicht auszuhalten. Liegt aber auch einfach daran das während dieser Mini die X-Men auseinanderbrechen werden, daher achtet man natürlich auf jedes Detail zwischen Cyclops und Wolverine. Frank Chos Zeichnungen sind nicht ganz so geil wie ich sie mir gewünscht hätte. Natürlich zeichnet er gewohnt hübsche Dekoltees und auch die Action ist super. Männer die gerade nichts in die Luft jagen sind aber auch weiterhin nicht so sein Ding. Scott sieht irgendwie merkwürdig aus und Logan hat ganz klar einen bad Fur Day. Auch Kades Freundin die am Ende so abgeht ist zwar cool, erinnert aber frappierend an Hit-Girl. Na ja im ganzen ne gute Ausgabe. Da geht trotzdem mehr.

X-Men: Schism #3: Ein paar der X-Men sind immer noch im Mutanten Museum um Präsenz zu zeigen als Kade Kilgore und die restlichen Hellfire Club Killer Kiddies auftauchen. Die Kinder besiegen die Mutanten ohne Probleme, obwohl es sich bei ihnen um Emma Frost, Colossus, Iceman, Namor und Magneto handelt. Cyclops sieht im Fernsehen was passiert und eilt zum Museum, genauso wie Wolverine der sich gerade in einer Bar versucht zu betrinken. Beide können nicht rechtzeitig ankommen, jedoch ist in dem Museum eine Bombe platziert die hunderte Menschen töten könnte. Die einzige die es verhindern kann das sie gezündet wird ist Idie. Scott überlässt es ihr ob sie die Kinder daran hindern will die Bombe zu zünden oder nicht. Wenn sie es verhindern will muss sie aber töten…

Da haben wir es also. Der Vorfall der die X-Men und ganz Utopia entzweien wird. Logan macht Scott dafür verantwortlich das Idie töten musste. Cyclops ignoriert Wolverines Vorwürfe aber total und reagiert einfach nur ignorant darauf und erwartet das alle weiterhin machen was er sagt. Wolverine macht der Vorfall aber wirklich zu schaffen da er daran denken muss wie er selbst dazu gezwungen wurde zu töten genauso wie sein Sohn Daken und auch X-23. Er weiß was für Spuren so etwas hinterlässt und Scott will es einfach nicht verstehen.

Die Ausgabe war wirklich großartig. Das Pacing ist rasant und die Story wird immer epischer. Die Gründe warum die X-Men sich trennen müssen beginnen immer greifbarer zu werden und ich kann die nächste Ausgabe gar nicht erwarten. Aus dem Kampf hätte man noch ein wenig mehr heraus holen können und das Artwork ist nicht ganz mein Fall auch wenn es wirklich gut aussieht. Ist eben nur nicht ganz meins.
Ansonsten alles Top!

Generation Hope #10: Generation Hope Erzählt die Geschehnisse aus X-Men: Shism #3 erneut aus Idies sicht.

Hope und ihre Crew sehen im Fernsehen mit an wie überall auf der Welt die Sentinels aktiviert werden. Idie ist der Meinung das es gerechtfertigt sei, da die Menschheit im Notfall eine Waffe gegen die Mutanten haben sollte. Laurie (Transonic) will ihr beweisen das die Menschen die Monster sind und nicht die Mutanten und will sie mit zum Mutanten Museum schleppen damit sie etwas über ihre Art lernt. Gabriel (Velocidad) hat übrigens keine Zeit mitzukommen da er die neue Captain America Doku sehen will (sehr unterschwellige Werbung, Bravo!). Im Museum erfährt Idie viel über die schlimmen Dinge die Menschen den Mutanten angetan haben. Ein Sentinel ist ausgestellt, auch Infos zu Rev. William Stryker sind zu finden und zu guter letzt kann man auch ein Video aus einer Zukunft sehen, in dem Rachel Summers von den Vernichtungslagern erzählt in den vielleicht einmal alle Mutanten getötet werden sollen. Und dann passiert was passieren muss. Der Hellfire Club stürmt das Museum und Idie muss die Kinder töten um schlimmeres zu verhindern.

Was für eine Ausgabe. Sogar noch besser als Shism #3. Idies Charakter gewinnt hier sehr an Tiefe. Man sieht nicht nur erneut was es mit ihr anstellt das sie töten musste, sondern zeigt auch genauer wie es ihr damit geht. Es ist auch traurig mit an zu sehen das sie schon so erzogen wurde das sie das Monster ist, sogar so sehr das sie der Meinung ist das der Fehler bei den Mutanten liegt und nicht bei den Menschen. Auch schön fand ich das vergleiche zwischen Rachel Summers und Hope gezogen wurden, genauso wie Hope gelernt hat das sie eine starke Führungsperson für ihre Freunde ist ohne die sie nicht mal ansatzweise so stark wären. Also hat eigentlich jeder was gelernt. Schön mal wieder ein Heft zu lesen das alle Charaktere weiterbringt und nicht nur versucht den Pot zu einem vorgegebenen Punkt zu bringen. Wer Shism komplett verstehen will kommt um dieses Tie-in nicht drum rum.

Das Artwork ist auch gut und so gibt es eigentlich nichts zu meckern.

X-Men: Schism #4: Alle erwachsenen außer Cyclops und Wolverine sind außerhalb Utopias damit beschäftigt wild gewordene Sentinels zu bekämpfen. Abgesehen von den beiden sind also nur noch Hope und ihre Clique auf der Insel. Nun ist es aber so das aus einem Koffer in San Franscisco ein Sentinel gekrochen kam der sich selbst aus allen Metallen in seiner Umgebung regenerieren und vergrößern kann. Die perfekte Mutanten Tötungsmaschine also. Cyclops will Utopia mit seinem Leben verteidigen, während Wolverine die Kinder evakuieren möchte. Für ihn ist Utopia nur ein Stein im Wasser um den es sich nicht lohnt zu kämpfen. Hope und ihre Freunde denken aber daran was sie im Museum über alternative Zukunftsversionen gelernt haben. Sie wollen Scott helfen, denn es geht nicht darum diese Insel zu verteidigen, sondern darum den letzten Zufluchtsort der Mutanten aufrecht zu erhalten um späteren Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Jason Aaron hat wohl festgestellt das er langsam damit beginnen muss die Fronten der X-Men zu teilen und so erscheint mir der Konflikt zwischen Wolvie und Scottie etwas zu aufgesetzt. Mir gefällt dabei das man nicht auf eine bestimmte Seite gezogen werden soll. Noch kann man beide Parteien verstehen Wolverine will nicht das Kinder leiden müssen und will mit ihnen fliehen. Cyclops will sein Land aber nicht aufgeben und die Kinder wollen kämpfen weil sie angst vor einer Welt haben in der sie keinen Ort haben an dem sie leben können. Die beiden großen X-Men bekommen sich also richtig in die Wolle und es eskaliert auch körperlich aber auch im Gespräch geht es ordentlich zur Sache und es geht auch mal wieder um Jean. Ich bin bisher auf Wolverines Seite, bin aber gespannt welche Argumente die anderen X-Men bringen und warum sie sich für ihre Seite entscheiden.

Natürlich muss man den Kampf zwischen den beiden Anführern auch Visuell nutzen und daher hat Aaron einige Seiten komplett ohne Text gelassen um den großartigen Zeichnungen von Alan Davis genug Raum zu lassen. Das ist erstmal sehr schön anzusehen ich werde aber den Gedanken nicht los das man die Seiten besser hätte nutzen können um den Konflikt schlüssiger entwickeln zu können.

Schism ist immer noch nicht perfekt aber sehr gute X-Men Kost.

Generation Hope #11: Dieses Heft baut auf die Geschehnisse in X-Men: Schism #4 auf.

Hope und ihre Crew streitet sich darum ob sie mit Wolverine fliehen sollen oder mit Cyclops den Sentinel bekämpfen. Hope hat von Cable gelernt das man nie aufgeben darf egal wie hoch der Verlust dabei ist, während Laurie lieber fliehen möchte. Letztlich stimmen alle dafür zu bleiben.

Hope ist so super unsympathisch und mir wird immer weniger verständlich warum man Utopia um jeden Preis verteidigen muss. Klar ist es für die Mutanten wichtig einen Stützpunkt zu haben, wenn aber niemand mehr lebt brauchen sie auch keine Basis mehr. Hope führt genauso wie Scott ihre Gruppe sehr straff und bügelt einfach über alle Bedenken ihrer Freunde hinweg. Der Plot bleibt also weiterhin diskutierwürdig aber auch sehr gut. Das Artwork ist auch gut und ein paar Panel haben echt gute Ideen.

Wieder eine tolle Ausgabe, die sich aber nur lohnt wenn ihr auch Schism lest.

X-Men: Schism #5: Der neue Hellfire Kids Club feiert schon seinen Sieg und wirklich, es sieht nicht gut aus für Utopia und seine Bewohner. Kades Sentinel greift weiter die Insel an, während Cyclops und Wolverine nichts besseres zu tun haben als sich gegenseitig weiter zu verprügeln. Und so sind es die Kinder die den Sentinel besiegen und die Mutanten retten. Trotzdem hat Logan genug von Scott und seinem Führungsstil er nimmt alle mit die seiner Meinung sind und fliegt mit ihnen an einen alten bekannten Ort. Der Ruine von Dr. Xaviers Schule für begabte Kinder.

So es ist geschafft. Die letzte Schism Ausgabe fühlte sich allerdings nur noch nach einer Pflicht Sache an. Es musste eben noch gezeigt werden wie die beiden Teams sich teilen. Was mich aber richtig stört ist das selbst als der Sentinel vor ihnen steht sich nicht aufhören sich gegenseitig fertig zu machen. An der Stelle hätte ich mir gewünscht das sie beide einfach sterben. So darf kein Anführer handeln, egal welche moralischen Ansichten er vertritt.

Das Artwork ist solide, allerdings wirkt die digitale Farbgebung oft ziemlich billig und
unmotiviert drüber tapeziert.

X-Men: Regenesis: Das Heft setzt kurz vor dem Ende von X-Men: Schism #5 an und zeigt die Beweggründe aller Mutanten, warum sie gerade die Seite wählen, die sie eben wählen.

Dieser One-Shot ist total überfüllt mit X-Men, klar wird doch gezeigt wie jeder sich entscheidet. Viele Entscheidungen sind natürlich offensichtlich, andere sind wirklich spannend. Interessant ist jedenfalls, das Scotts Team zwar größer ist aber mehr Kiddies beherbergt, was schon mal komisch ist da Wolverines Weggang ja den Grund hatte die Kinder zu beschützen. Storm und sogar Emma werden eigentlich nur von Scott überredet zu bleiben, kein gutes Zeichen. Dazu kommt noch das Colossus nur bleibt weil er Angst hat mit seinen neuen Kräften in der Nähe der Kinder zu sein und auch die anderen aus Cyclops Team haben meist eher fadenscheinige Gründe zu bleiben. Wolverines Team ist zu dem viel interessanter. Besonders Beast ist einfach cool und es ist schön zu sehen wie er sich darüber freut das Scotts Militarisierung der Mutanten einen Dämpfer bekommen hat. Ich bin auch klar auf Logans Seite und zudem ist Toad der neue Hausmeister der Schule. Viel besser wird es nicht mehr.

Leider sind Billy Tans Zeichnungen viel zu Simpel und die Kolorierung macht es noch schlimmer. Einzig positiv sind die Zwischensequenzen, in denen die X-Men als Höhlenmenschen dargestellt werden die an den Mitgliedern zerren die sich nicht entscheiden haben. Dort sind die Zeichnungen viel hübscher und es sieht nicht so sehr nach einem Semiprofessionellen Comic Label aus. Schade das nicht das ganze Heft so aussieht.

X-Men Neulinge werden hiermit ihre Probleme haben, da nicht erklärt wird welche Dinge die Entscheidungen der Mitglieder beeinflussen und man sich vieles selbst zusammen reimen muss. Mich hat es allerdings nicht gestört, nur wenn man noch nicht allzu viele X-Hefte gelesen hat wird einem das Heft überhaupt nichts bringen. Die Idee mit den Höhlenmenschen ist ganz nett verliert aber über den Verlauf der Geschichte schnell an Wirkung.

Ein interessantes Heft, das aber nur bei großen X-Men Fans seine volle Wirkung entfalten kann und leider ist das Artwork wirklich sehr unhübsch.

In einem Band und dann noch mit allen drei Tie-Ins kann Schism jetzt auch von Hachette bezogen werden. Zu den acht Heften bekommt ihr wie immer ein Vorwort, eine kleine Einführung und im Anschluss noch einige Infos zum Autor Jason Aaron und ein Variant Cover.

8 von 10 Trennlinien

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