Dienstag, 15. September 2015

Ilsa, die Tigerin (1977)

Ilsa, die Tigerin (1977)

Sibirien 1953: Ilsa (Dyanne Thorne) hat erneut die Seite gewechselt und ist nun die Vorsteherin des sowjetischen Gulags 14. Ihre Position ist jedoch die gleiche wie sonst auch. Es wird gefoltert, gequält und wer dann immer noch nicht gebrochen ist, wird von ihr solange vernascht bis sie gewonnen hat. Alles neu aber trotzdem alles beim alten also. Jedem Revolutionsfeind verspricht sie, dessen Konterrevolutionäres treiben auszutreiben. Normalerweise gelingt dies ihr auch und wenn sie dafür schlimmste Folter verwenden muss. Nur einer, nämlich Yakurin kann ihr widerstehen. Nach Stalins Tod wird das Camp dann geschlossen und alle Insassen ermordet. Nur Yakurin konnte entkommen. Über zwanzig Jahre später ist er der Trainer eines sowjetischen Boxteams, dass Montreal besucht. Unter anderem schauen sie auch mal in ein Bordell, nur aber um dort festzustellen, dass Ilsa mittlerweile als Puffmutter in Kanada arbeitet und immer noch auf Rache sinnt.

Nachdem Ilsa schon ein KZ, den Harem eines Ölscheichs und ein südostasiatisches Frauengefängnis betreut hat begrüßt sie ihre Opfer dieses mal in einem Gulag. Der Alltagstrott bleibt dabei in jedem Fall aber der selbe. Dyanne Thorne macht ihre Sache gut und hat wie immer eine Bildschirmfüllende Präsenz. Der Film startet sehr trashig, aber doch heftig genug um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Ein paar eher öde Erotiknümmerchen später passiert jedoch das unvorstellbare: Ein Ilsa Film wird vom Plot heimgesucht. Jean LaFleur, unbekannter Regisseur mit nur zwei abendfüllenden Filmen in seinem Lebenslauf, hat sich von dem Drehbuchautor Marven McGara, unbekannter Medienmensch, der fürs Filmgeschäft nur dieses Drehbuch geschrieben hat, ein lauwarmes Lüftchen von Handlung aufschwatzen lassen. Nach einem sehr vorhersehbaren ersten Akt, reist der Film in die damalige Gegenwart und zwar nach Kanada. Von da an wird der Film eher zum sleazigen Crime Thriller und gleichzeitig vollkommen langweilig. Der Versuch ist den Machenr zwar hoch anzurechnen, vielleicht sind die Ilsa Filme aber nicht der beste Ort für eine Handlung die über Sex und Gewalt hinaus geht.

Technisch handelt es sich ohne Frage um den schwächsten Ilsa Film und abgesehen von Versuch mal was neues zu machen, bleibt hier nicht viel in Erinnerung.

5 von 10 tödliche Schneepflüge

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