Sonntag, 14. Januar 2018

Das Geheimnis der 14 Geisterreiter (1959) [Forgotten Film Entertainment]

Das Geheimnis der 14 Geisterreiter (1959) [Forgotten Film Entertainment]

Gastón (Gastón Santos), Westernheld und mexikanischer Geheimagentencowboy, trifft mit seinem treuen, aber leider etwas dümmlichen Begleiter Coyote Loco (Pedro de Aguillón) in einem kleinen ländlich gelegenen Ort ein. Das Dorf hat offensichtlich schon bessere Tage gesehen. Schuld am verwaisen des Ortes trägt eine kriminelle Bande von maskierten Reitern, die Teufelsfratzenringe verschenken, die den Tod ihrer Opfer ankündigen sollen. Ein örtlicher Anwalt bat die Beiden um Hilfe, jedoch ist von ihm keine Spur zu entdecken als sie dort eintreffen. Dafür können sie der jungen Ana Teresa Pacheco (Alma Rosa Aguirre) helfen. Denn auch sie ist gerade erst vor Ort eingetroffen und muss nun feststellen, das ihr Onkel erst kürzlich von der reitenden Bande zu Tode gehetzt wurde. Nun, wo sie das Erbe ihres Onkels antreten möchte, ist zu befürchten, dass auch sie bald prophezeiende Post überreicht bekommt. Jetzt liegt es an unseren Helden nicht nur die junge Dame zu beschützen, sondern auch den Grund für die Mordserie zu ermitteln. Dunkle Höhlen, harte Muskelmänner und eine verrückte Fliege warten dabei auf sie.

Mit „Ladrón de cadáveres“ bewies Fernando Méndez bereits, dass er dazu in der Lage ist, Grusel und Luchadore Action miteinander zu verknüpfen. Zwei Jahre später gelang ihm selbiges mit „Los diablos del terror“, in Deutschland unter dem Titel „Das Geheimnis der 14 Geisterritter“ in die Kinos gekommen, nur schwerlich. Es handelt sich dabei um einen Lucha-Western mit einem zu vernachlässigenden Grusel Touch. Auch wenn der Film insgesamt meist sein Tempo halten kann und somit nur selten langweilt - vor allem auch, da er handwerklich recht ordentlich macht wurde -, fehlt es dem Streifen insgesamt doch stark an Substanz und Inhalt. Somit funktioniert der Film vor allem durch seine kleinen schönen Momente. Zum Beispiel, wenn der Kellereremit auftaucht und mehrmals den Tag rettet oder wenn ihr feststellt, dass die 14 Geisterreiter eigentlich 21 sind. Selbst Coyote Loco, ein Charakter den ich eigentlich schrecklich finden müsste - ich hasse die meisten Comic Reliefs - ist so sehr drüber, dass seine Debakel mit dem Fliegenpapier am Ende sogar wieder lustig sind. Abgesehen davon sind da noch die fiesen Luchadore, deren signalfarbenen Umhänge nur wenig bedrohlich, dafür aber umso lustiger erscheinen.

Leider ist die Story ziemlich lahm, arbeitet nur die erwarteten Punkte ab und weder unser Held noch sein Widersacher bieten charakterliche Facetten und nehmen sich zudem für einen Film dieser Art leider viel zu ernst. Trotzdem geht von dem Film ein eigenwilliger Charme aus, den ich nicht wirklich erklären kann. Gut ist der Film keinesfalls, aber irgendwie war ich doch gut unterhalten. Handwerklich solide, die Schauspieler*innen tun ihr mögliches, es gibt ein wenig halbwegs unfreiwillige Komik und an Slapstick fehlt es auch nicht. „Los diablos del terror“ ist zum Glück nur wenig langatmig und somit auch trotz seiner Versäumnisse ein feines Stück mexikanische Filmgeschichte für Trashfans und Lucha Enthusiast*innen.

Die DVD des Films kommt in einer fürs Medium und die Art unerwartet guten Bildqualität und auch der Ton kann überzeugen. Neben der sehr guten und mit bekannten Stimmen besetzten deutschen Synchro von Riva-Synchron ist natürlich auch der spanische O-Ton anwählbar. Als Extras enthält die Disc Filmografien von Cast & Crew sowie einige Bildergalerien und den deutschen Kinotrailer. Auch die Fullscreen Variante von „Outlaw Gang“, wie der Film im deutschen VHS Release betitelt wurde, ist anwählbar. Die DVD Case kommt mit einem coolen Variantwendecover und in einem stabilen Pappschuber. Dem ganzen liegt noch ein 27 Seiten dickes Booklet bei in dem ihr Infos zur deutschen Fassung findet, genauso wie einige generelle Infos zu mexikanischen B-Movies und den Lucha-Libre Streifen. Außerdem sind einige Kinoaushänge abgedruckt.


5,6 von 10 Feuerkurbeln

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