Dienstag, 12. Januar 2016

Es war einmal... der Mensch (1978-1981)

Es war einmal... der Mensch (1978-1981)

“Es war einmal… der Mensch” ist eine 26 Episoden umfassende, dokumentarische Kindercartoonserie. Chronologisch vom Urknall an wird die Geschichte des Menschen bis zum zweiten Weltkrieg und einen Blick in die Zukunft vermittelt. Nach einer kleinen Abhandlung über die Entstehung des Lebens geht es per Evolution zum Neandertaler hin zum Cro-Magnon bis hin zum Homo Sapiens. Von dort an werden die ersten Erfindungen beleuchtet und wir kommen von den ersten Hirten und Bauern zum alten Ägypten, weiter zur christlichen Zeitrechnung und von dort an werden die wichtigsten historischen Figuren, Herrscher, politische Entwicklungen und Kriege beleuchtet.

Dies ist die erste von mehreren Cartoonserien, die vor allem Wissen vermitteln sollten. In den weiteren Staffeln werden wir das All kennenlernen, unseren eigenen Körper und noch mehr über die menschliche Geschichte erfahren. Dabei handelt es sich um eine äußerst internationale Produktion - schließlich waren neben dem französischen Fernsehen unter Anderem auch das belgische, niederländische, schweizerische, italienische, kanadische, spanische und norwegische Staatsfernsehen daran beteiligt. Die Staffel geht im Schnelldurchlauf die Menschheitsgeschichte durch, wobei sich vor allem auf Mitteleuropa konzentriert wird. Asien und Afrika kommen zwar auch ein wenig vor, zum Beispiel bei der Geschichte des Islams, sowie in der Folge um Dschingis Khan, aber Zentraleuropa liegt trotzdem im Fokus des Geschehens. Australien wurde beinahe gänzlich ausgespart und Nord- und Südamerika bekommen eigentlich auch nur Erwähnung durch die Eroberung Süd-Amerikas sowie die Besiedlung des Nordens. Weiter nicht schlimm, da es ja auch schon so eine Leistung ist so viel Stoff in einer Kinderserie unter zu bekommen.

Da Geschichte gerne mal ein sehr trockenes und langweiliges Thema sein kann, werden hier neben ulkigen Slapstick Szenen und einem lustig trockenen Humors die gleichen Charaktere eingesetzt, die in die verschiedenen historischen Rollen schlüpfen. So können Helden schnell erkannt werden, die Bösewichte werden auch immer von den selben Schlägern besetzt und es ist für die Kids leichter sich mit den Figuren zu identifizieren. Außerdem wird es so etwas leichter sich immer an eine völlig neue Situation zu gewöhnen. Auf diese Weise wird sehr viel grundlegendes Wissen auf leicht verständliche und witzige Weise gelehrt. Auch als Erwachsener lernt man vieles längst vergessenes erneut und wundert sich darüber wie gut auch der Humor gealtert ist. Wirklich ein schönes Projekt das auch heute noch wertvoll ist.

Die Animationen sind sehr billig und auch die Designs sind nicht immer die besten. Einige Charaktere haben recht gute Designs, aber alle Nebenfiguren, die nicht historischen Figuren nachempfunden wurden sind etwas fade. Heute sieht man der Serie ihr beschränktes Budget sehr deutlich an. Wirklich nicht gut gealtert. Aufgrund des guten Inhalts und den dennoch ganz coolen, europäischen Animationsstil, wenn auch von japanischen Animatoren umgesetzt und sowieso wegen des schmissigen Udo Jürgens Soundtrack ein Zeichentrick Klassiker, den jeder mal gesehen haben sollte. Nur die letzte Episode predigt mir am Ende dann doch zu sehr und nervt etwas mit Jürgens und seiner musikalischen Weltverbesserei.

8 von 10 wollige Nashörner

Kommentare:

  1. Zu erwähnen wäre noch der legendäre Josef Meinrad als Erzähler... man merkt an einigen Stellen, dass hier auch von deutscher Seite redaktionell nachgebessert wurde und das eigentlich in der Serie Gezeigte durch den Kommentar historisch korrigiert wurde...

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    1. Ist das wirklich so? Für mich klingt es, als wären das Gags die so beabsichtigt waren und nicht nur in der deutschen Bearbeitung zu hören sind.

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