Mittwoch, 2. November 2016

Der schwarze Leib der Tarantel (1971) [cmv-Laservision]

Der schwarze Leib der Tarantel (1971) [cmv-Laservision]

Die, von ihrem Mann getrennt lebende Maria Zani (Barbara Bouchet) wird von einem unbekannten Täter auf grausame Weise ermordet. Nach dem Vorbild einer speziellen Wespenart betäubt er sie zuerst mit einem Insektengift und schneidet ihr dann bei vollem Bewusstsein, aber paralysiert, den Bauch auf, so wie es diese Wespenart mit Taranteln macht. Die Ermittlungen werden von Inspector Tellini (Giancarlo Giannini) aufgenommen, der sofort Marias Ex-Ehemann Paolo (Silvano Tranquilli) in Verdacht hat. Doch der Ermittler beginnt zu zweifeln und vor allem mit seiner Berufswahl zu hadern, als ein Verdächtiger nach dem Anderen auf gleich Weise ermordet wird. Nun geraten auch er und seine Frau Anna (Stefania Sandrelli) ins Visier des Mörders und die Spuren führen ihn zu einer ermordeten Frau aus dem Drogenmilieu, genauso wie in den Massagesalon in dem Maria arbeitete.

Der italienische Genrefilmer Paolo Cavara ist bis Heute wohl am besten bekannt für seine Mondo-Filme, geschmacklose, zum Teil gestellte Dokumentationen auf niedrigstem Niveau. Daher hatte ich ihn auch gar nicht als Giallo Regisseur auf der Landkarte. Mit der cmv Veröffentlichung von „Der schwarze Leib der Tarantel“ hat sich das nun geändert. Und ich wurde gut unterhalten. Der Plot ist voll mit allen Klischees des Genres, zu diesen Klischees gehören wie gewohnt auch hübsch anzusehende Darstellerinnen, von denen es hier einige gibt. Gleich drei Bond Girls haben es zur Tarantel geschafft: Claudine Auger (Thunderball), Barbara Bouchet (Casino Royale) und Barbara Bach (The Spy Who Loved Me). Aber viel wichtiger ist, dass der Kriminalfall unterhalten kann.

Auch wenn Cavara dem Genre nichts neues hinzufügen kann, ist es hier eine Kombination aus dichter Atmosphäre, welche durch gekonnte Kameraarbeit, eine dichte und stimmige Bildsprache und der Unterstützung durch die Musiken von Ennio Morricone entsteht, patenten Schauspielenden und nicht zuletzt der Reiz von Sex und Gewalt, die gemeinsam einen unterhaltenden Streifen erschaffen haben. Überrascht war ich von Giancarlo Giannini, der unter anderem sogar mal für den Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für seine Leistung in „Sieben Schönheiten“ nominiert war. Er Spielt hier einen feinfühligen Kriminalpolizisten, dem sein Job zunehmend über den Kopf wächst. Im Gegensatz zu all den Testosteronschläudern die wir sonst als Bullen in diesen Filmen sehen, ist er ein empfindlicher Mann, der seinen Job wegen all der Brutalität hinter sich lassen will.

Allerdings kommt mit ihm auch die größte Schwachstelle des Films zum vorschein. Der Subplot nimmt immer wieder merkwürdige Umwege die zum Teil schrecklich langweilig sind. Diverse male geht es darum, dass er und seine Frau die Möbel verkaufen wollen um sich was neues anzuschaffen. Diese Art von Ikea Gespräche nerven mich in der Realität schon, ich brauch sie daher nicht auch noch in meinen blutrünstigen Thrillern. Außerdem ist der Twist am Ende etwas lahm. Eigentlich rechnet man nicht damit das gerade diese Figur der Mörder ist, aber da es das Genreklischee nun mal verlangt, dass es am Ende immer die Person ist, die wir am wenigsten verdächtigen und weil auch sonst kein Verdächtiger mehr am Leben ist, kann das Ende nicht unbedingt überraschen. Trotz dieser zwei kleinen Makel, kann die Tarantel weitläufig gut unterhalten und gehört ohne Frage zu den guten Vertretern des Genres.

Die DVD von cmv bietet euch ein leicht körniges, farbblasses Bild, das darüber hinaus aber durchaus gut geraten ist. Der Ton, sowie die deutsche Synchronisation ist ohne störendes Rauschen und lässt somit nicht nur die bekannten Synchronstimmen, sondern auch den atmosphärischen Soundtrack von Ennio Morricone klar erklingen. Natürlich ist auch der italienische Originalton anwählbar und dazu wiederum Untertitel zuschaltbar. Der Film ist ungeschnitten und der DVD liegen noch einige Extras bei. Da wäre ein Audiokommentar von Thorsten Hanisch und Andreas Sczuka von „Manifest“, der scheinbar leider über Skype oder einen anderen Online-Dienst entstanden ist und daher leider nicht immer leicht zu verstehen ist. Außerdem bekommt ihr noch den US und den deutschen Trailer, eine Bildergalerie und Interviews mit Paolo Cavaras Sohn Pietro und Lorenzo Danon.


7 von 10 durchschwitzte Seidenblusen

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