Mittwoch, 15. Juni 2016

Fünf Freunde - 117 - und der Wolf in den Highlands (Europa)

Fünf Freunde - 117 - und der Wolf in den Highlands (Europa)

Fast hätten die Fünf Freunde am ersten großen Ferientag total verschlafen, aber zum Glück werden sie noch rechtzeitig von Onkel Quentin geweckt mit dem wollen sie nämlich gemeinsam in die schottischen Highlands fahren. Aber eine dringende Anfrage aus London verhindert, dass Quentin die Kinder begleiten kann und so müssen sie schweren Herzen allein die Reise zu Cousin Edward antreten.

Dort angekommen werden sie so gleich Zeugen der berühmten schottischen Griesgrämigkeit, als nämlich der örtliche Officer McKenzy fragt was die Kinder denn hier wollen. Doch schnell klärt sich das ganz auf und der gar nicht so fiese McKenzy nimmt die Kinder sogar gern mit raus aufs Land zur Farm von Edward Haley. Der Scharfhirte hat ein beschauliches kleines Anwesen auf dem mitten im Wald sogar eine kleine Hütte steht, in der es sich die Kinder für die Nacht gemütlich machen. Bereits am selben Abend werden die Fünf Freunde, aber durch das angsterfüllte Winseln ihres treuen Freundes Timmy aus dem Schlaf geweckt. Ein echter Wolf hat sich in den Wald verirrt, doch bevor dieser den Kindern gefährlich werden kann erscheint aus dem dunklen Wald ein stämmiger Mann mit langen dunklen Haaren dem der Wolf, der übrigens Bronko heißt, aufs Wort gehorcht. Es handelt sich um den Wolfsforscher Kevin Dunbar, der ganz nebenbei ein alter Freund ihres Onkels Edward ist. Dieser regt sich am nächsten Morgen, als die Freunde von ihrer Begegnung berichten so sehr auf, dass er in Windeseile verschwindet. Wie sich herausstellt ist er in seine alte Jugendfreundin und heutige Direktorin des Örtlichen Tierparks verliebt, die allerdings wie bereits vor vielen Jahren nur Augen für Kevin hat. Aus blinder Eifersucht lässt sich Edward einen perfiden Plan einfallen, der dafür sorgen soll, dass Kevins treuer Wolfsfreund für immer eingesperrt wird.

Diese Geschichte der Fünf Freunde hat zwei Elemente, die sie zu etwas besonderem machen und von den bisherigen Folgen abhebt zum Einen geht es eigentlich um Wölfe, ihr Wesen, ihre Natur und ihr Verhalten in freier Wildbahn, kein Wunder wurde diese Folge doch in enger Kooperation mit dem „Wolfcenter“, dem einzigen deutschen Tierpark nur für Wölfe produziert. Zum Anderen haben wir in der Erzählung ein für die Fünf Freunde Hörspiele außergewöhnliches Motiv - Eifersucht. Das es bei den Kinder, die noch sehr jung sein sollen und der allgemeinen Ausrichtung auf ein jüngeres Publikum, weniger um Liebeleien geht ist klar nachvollziehbar und so ist die Handlung um den unglücklich verliebten Onkel Edward, der in seinen Taten absolut blind zu schein scheint, eine frische Idee in dem sonst oft schematischen Verlauf der Hörspiele. Die Gefahr bei der Wahl eines Motivs, dass in Kriminalromanen für Erwachsene schon fast überstrapaziert wird, liegt in dem schmalen Grad zwischen spannender, emotionaler Bindung und der übertrieben Besessenheit. Das Drehbuch von Katja Brügger schafft es einen guten Mittelweg zu finden und stellt den eigentlich total netten Edward Haley auf Grund seiner unglücklichen Liebe in einem völlig anderen Licht dar verpackt das ganz allerdings so, dass auch jüngere Kinder verstehen können was in diesem Mann vor sich geht. Unterstützt wird das ganze „Dances with Wolves“-Drama durch eine gute Besetzung der Nebenrollen in dieser Folge, Celine Fontanges als Direktorin/Geliebte Julie McIntre, Reent Reins mit seiner markanten Bassstimme als Wolfsforscher Kevin Dunbar (der Name ist übrigens eine Mischung aus Kevin Costner und seiner Rolle in „Der mit dem Wolf tanzt“ John Dunbar) und Douglas Welbat in der Rolle des Officer McKenzy den sehr viele bestimmt als Holle Honig lieb gewonnen haben, bringen ihren Charakter gelungen aufs Tonband.

Fünf Freunde und der Wolf in den Highlands ist wohl eines der ersten Eifersuchtsdramen in der Geschichte dieser Serie und bringt zusammen mit dem spannenden Naturthema eine angenehm frische Note in diese altgediente Reihe, die man sich ruhig einmal anhören kann.


8.0 von 10 flauschigen Raubhunden

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen