Sonntag, 5. Juni 2016

Rolo to the Rescue (Sega Mega Drive)

Rolo to the Rescue (Sega Mega Drive)

Rolo ist ein kleines niedliches Elefantenkind, das irgendwie aus dem Zirkus ausbüxen konnte. Um glücklich zu sein muss er jetzt aber noch seine Mutter retten, die immer noch in den Fängen der bösen Zirkusartisten ist. Alleine hat er gegen die Zirkuscrew jedoch keine Chance. Deshalb rettet er noch andere Tiere, die ihm auf seiner Reise helfen. Ein Biber, ein Hase, ein Eichhörnchen und ein Maulwurf gehören bald zu seiner Clique. Außerdem lernt er noch eine freundliche Stachelschwein Familien kennen. Gemeinsam befreien sie alle anderen Tiere und mit etwas Glück auch Rolos Mutter.

“Rolo to the Rescue” ist ein Platform Puzzler aus dem Hause Electronic Arts und wurde 1992/1993 weltweit für den Sege Mega Drive, beziehungsweise den Sega Genesis veröffentlicht. Ihr spielt einen kleinen niedlichen Elefanten, der mehrere dutzende Level überleben muss, die in fünf Welten mit ebenso vielen Endgegnern unterteilt wurden. In den Leveln müsst ihr erstmal den Wärter finden und durch einen gezielten Sprung auf den Kopf pulverisieren. Nur so bekommt ihr den Schlüssel, der euch dabei hilft eure Freunde zu befreien. Bis zu drei weitere Tiere könnt ihr zeitgleich steuern. Wenn Rolo sie gerettet hat folgen sie euch bis zum Ende des Levels, können auf Rolos Rücken “verstaut” werden oder lassen sich auch von euch steuern. Dabei hat natürlich jedes Tier andere Fähigkeiten. Der Hase kann besonders hoch hüpfen und somit Orte erreichen an die sonst keines der Tiere kommen kann, das Eichhörnchen klettert auch in die verwinkelsten Ecken, der Biber kann dank eines Schwimmreifens schwimmen, der Maulwurf kann buddeln und die kleinen Stachelschweinchen kommen auch an enge Orte in die, die anderen nicht passen. Besonders um die späteren Level zu bezwingen müssen diese Fähigkeiten Kombiniert werden, wobei die Rätsel meist sehr simpel und wenig einfallsreich sind.

Besonders um die geheimen Ausgänge und Puzzleteile zu finden, wobei Geheimausgänge oftmals Warps darstellen, während Puzzleteile Geheimlevel und Bonuslevel Freispielen, werden die Rätsel zwar nicht schwerer, die Lösungen aber abstruser und dadurch teilweise unmöglich. Immer wieder kommt es vor, das bestimmte Regeln des Games nur für ein Rätsel umgeworfen werden oder es im ganzen Level einen Stein gibt auf dem man stehen muss und der sich dann als schwebende Plattform herausstellt oder ähnliches. Nervt schon mal ganz schön.


Rolo selbst kann auch noch ein paar Items zur Hilfe nehmen. Wenn er Wasser trinkt, kann er selbiges ausspucken und damit Gegner besiegen, der Staubsauger lässt ihn Stachelschweine und Steine mit seinem Rüssel einsaugen und wenn er eine Flasche Methan einsammelt kann er sogar ganz aufgeblasen als Ballon durchs Level fliegen. Ach und da ist dann noch die Waschmaschine, die ihn einlaufen lässt. Wenn die Nutzung der Items allerdings nicht Pflicht ist für Levelabschnitte die anders nicht spielbar sind, dann nutzt man sie meistens auch nicht.

Viel problematischer als unsinnige Items, doofe Rätsel und schlechte Leveldesigns ist hier allerdings die super schlechte Steuerung. Selten war ein Jump’n’Run so sehr auf sehr genaue Inputs angewiesen und steuert sich gleichzeitig so extrem schwammig, floaty und schlidderig. Selbst die einfachsten Hüpfaufgaben der frühen Level werden dadurch zu schwierigsten Geduldsproben. Hinzu kommt noch, das die Hitboxen der Plattformen sehr ungenau sind und es damit teilweise unmöglich wird, vor allem bei schwereren Jumpparts, überhaupt mal ordentlich zu landen. Genau daran liegt es auch, dass aus einem mittelmäßigen bis guten Spiel ein totales Desaster geworden ist, das Teilweise völlig unspielbar und dank der fehlenden Speicher oder Passwort Funktion beinahe nicht zu vollenden ist. Vorher werdet ihr von der schlechten musikalischen Untermalung und den nervigen Sounds aber eh zu mehreren Wutausbrüchen verleitet worden sein.

Es gibt aber auch kleinere Lichtblicke. Mit einer besseren Steuerung könnte das Spiel eigentlich ein cooler Titel für Kids sein. Das Spielprinzip ist nett und bietet gelegentliche Abwechslung. Die Charaktere sind sehr niedlich und die zwar sparsamen Animationen tragen zur Putzigkeit noch etwas bei. Spaß gemacht haben mir persönlich vor allem die Bosskämpfe, die zwar nichts besonderes sind, aber eigentlich das einzige, was trotz der schwammigen Steuerung machbar war. Für EA Fans gibt es mit einem kleinen Gastauftritt von James Pond sogar noch ein nettes Easter Egg. Ansonsten aber kein Titel den man heute noch Leuten vorsetzen kann. Schade eigentlich. Meine Erinnerungen an den Titel waren sehr viel besser, ich weiß jetzt aber auch warum ich als Kind nie über den ersten Endgegner hinweg gekommen bin.

4 von 10 eingelaufene Elefanten

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