Dienstag, 29. März 2016

Doctor Who: Der ZWÖLFTE Doctor - Band 1 - Der wilde Planet (Panini)

Doctor Who: Der ZWÖLFTE Doctor - Band 1 - Der wilde Planet (Panini)

Nach tausend langen Kriegsjahren auf Trenzalore und der Gewährung eines kompletten Regenerationszyklus durch den hohen Rat von Galifrey, regeneriert der Doctor abermals in neuer Gestalt. Gemeinsam mit seiner Begleiterin Clara Oswald dem „unmöglichen Mädchen“ erlebt, der ruppige Timelord mit den buschigen Augenbrauen zwei neue spannende Abenteuer.

Isen VI eigentlich der schneereichste und kälteste Planet des Universums, wurde durch die egozentrischen Bemühungen eines intergalaktischen Multimillionärs mit Hilfe von modernster Teraforming Technologie in ein warmen Dschungel-Planeten umgewandet. Doch in jüngster Zeit kommt es vermehrt zu extremen Wetterphänomenen die darauf hinweisen, dass etwas mit dem einstigen Eisriesen nicht stimmt. Der Doctor findet unter der Kruste des Planeten die Antwort zu den unerklärlichen Phänomenen. Die Terafomingsphäre hat sich unterirdisch unbeabsichtigt mit dem Raumschiff einer uralten Zivilisation verbunden und droht diese aus ihrem tödlichen Exil zu befreien.
Zukunft und Vergangenheit sind für den Doctor nur nebensächliche Begriffe und so erreicht ihn ein Notruf aus dem Jahr 2314 von seinem alten Begleiter Tiger Maratha. Aber als die Tardis im indischen Mumbai landet ist es für Tiger bereits zu spät. Wie es scheint hatte sich der alte Freund des Doctors mit einer gefährlichen Familien-Dynastie eingelassen, den Scindia. Nach außen als die Heilsbringer der Menschheit getarnt geht es der skrupellosen Familie hinter der Fassade seit hunderten Jahren nur darum die Göttin Kali, ein außerirdisches Wesen der vierdimensionalen Kaliratha, wieder zum Leben zu erwecken um Tod und Zerstörung über die Welt zu bringen. Doch gemeinsam mit einer Amazonenkriegerin aus dem 18. Jahrhundert und der Tochter von Tiger, versucht der Doctor wieder einmal die Erde vor dem schlimmsten zu bewahren.

Die zwei recht unterschiedlichen Geschichten des zwölften Doctors stammen vom schottischen Comic-Autoren Robbie Morrison, der bereits bei seinen vergangen Arbeiten viel Erfahrung mit dem Science-Fiction Genre sammeln konnte. Es gelingt ihm gut in beiden Erzählungen den Charakter der neusten Doctor Inkarnation, in dessen Äußerungen einzufangen. Stets mürrisch und von sich selbst mehr überzeugt den je stehen ihm alle anderen eigentlich immer nur im Weg. Auch Clara, ob man sie nun mag oder nicht, wurde mit ihrer sehr offensiven Art und den frechen Bemerkungen etwa über die „buschigen Dinger“ im Gesicht des Doktors, recht anständig eingefangen.
Die Handlungen sind auf ihre jeweilige Art ganz unterhaltsame Abenteuer in denen jeweils sehr viel Action und Explosionen involviert sind. Ein Umstand den ich nicht unbedingt als positiv notieren würde, weil es meiner Meinung nach in Doctor Who (wenn auch oft um die Rettung des Universums), um wesentlich mehr geht als nur die reine Action. Das zeigen viele Folgen der Serie, die auch grade mit ruhigeren Geschichten und subtilen Bedrohungen viel mehr Bandbreite zeigen. Das steht aber möglicher Weise nicht im Fokus eines Franchise-Comics, wenngleich diese ja eigentlich für Fans und nicht so sehr für Neulinge herausgebracht werden.
Besonders enttäuscht hat mich in „Der wilde Planet“ aber die künstlerische Gestaltung und gar nichtmal so sehr die Hintergründe, die solide und teils ganz nett detailliert sind. Viel mehr ist es das furchtbare Charakterdesign. Die Gesichter der weiblichen Protagonistinnen ähneln sich sehr stark und sind auf Grund der Einfachheit ihrer Zeichnung teils nicht von einander zu unterschieden. Besonders auffällig ist das bei Clara Oswald, die in einigen Panels wirklich gelungen eingefangen wurde und in anderen wiederum gar nicht als sie selbst zu erkennen ist. Gleiches gilt für den Doctor, dessen Vorbild in der zwölften Inkarnation der schottische Schauspieler Peter Capaldi ist. Er zeichnet sich durch ein besonders markantes Gesicht mit den viel erwähnten Augenbrauen, dem irren Blick und dem ungebändigten Haar aus. So viele Eigenschaften sollten eine Stilvorlage für die Zeichner sein, die leider kein einheitliches Aussehen finden, so dass der Doctor manchmal mehr wie ein G-Man aussieht, als wie ein britischer Gentlemen.

Die zwei Abenteuer des ersten Bandes mit Doctor Who Nummer 12 bieten solide Unterhaltungskost, die sich leider durch mangelnde Originalität und ein schwache Illustration nicht von der Science-Fiction Masse abhebt.


5.3 von 10 Roboter-Tanzabenden

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