Freitag, 1. März 2019

The Curse (1987) [Wicked Vision]


The Curse (1987) [Wicked Vision]

Zack (Wil Wheaton) wohnt mit seiner Schwester Alice (Amy Wheaton) und seiner Mutter Frances (Kathleen Jordon Gregory) auf der Farm seines Stiefvaters Nathan (Claude Akins). Die bisher von Nathan und seinem dümmlichen Sohn Cyrus (Malcolm Danare) bewirtschaftete Farm wirft schon länger keine richtigen Gewinne mehr ab, dennoch hält der erzkonservative Christ an seinem Besitz fest, auch wenn damit eine fünfköpfige Familie nur schwerlich zu ernähren ist. Ihre Situation wendet sich nach einem Unglück scheinbar zum besseren. Als die gesamte Familie einen Meteoriten Einschlag auf ihrem Grundstück unverletzt überlebt, scheint die merkwürdige Flüssigkeit aus dem Weltallstein einen positiven Einfluss auf die Pflanzen der Farm zu haben. Der Kohl ist über Nacht ausgewachsen, die Äpfel sind prall und zittern vor leckerem Fruchtzucker und die Tomaten legen ebenfalls einen beachtlichen Wachstum hin. So richtig gut scheint der Weltallschmodder dann aber doch nicht zu sein. Die galaktische Farbe richtet mächtigen Schaden am im Grundwasser. Das Gemüse ist zwar praller denn je, ist dafür aber auch gefüllt mit Schimmel und Getier, übrigens ebenso die Milchkühe, Hunde, Hühner und vermutlich auch alle anderen Tiere mit „H“, sowie Pferde, werden gar zu garstigen Killern. Das Wasser beginnt nun auch die Menschen zu verändern und spätestens als Zacks Mutter die Socken mit ihrer eigenen Haut stopft, vermutet er, dass hier etwas absolut nicht mehr in Ordnung ist.

Nach den eher braven und noch etwas im Gothic Horror befangenen Lovecraft Verfilmungen von American International Pictures (AIP) wie „Die,Monster, Die!“ (1965) oder „Voodoo Child“ (1970), war „The Curse“ 1987 nach langer Zeit sicherlich ein frischer Wind im Bereich der Lovecraft Adaptionen. David Keith, eigentlich nur als Schauspieler in Filmen wie „Daredevil“ (2003) bekannt, brachte mit dieser Verfilmung von H. P. Lovecrafts Geschichte „Die Farbe aus dem All“, seine erste von mittlerweile drei Regiearbeiten in einige ausgewählte Kinos. Das Drehbuch stammt von David Chasken (Nightmare 2 - Die Rache, 1985) und gedreht wurden zumindest die Außenszenen in den USA. Miniaturaufnahmen und viele der Effektshots hingegen wurden im Studio in Rom realisiert. Kein Zufall, schließlich standen als Produzenten die italienischen B-Movie Meister Ovidio G. Assonitis (Angriff aus der Tiefe, 1977) und Lucio Fulci (Conquest, 1983) hinter dem Projekt. Fulci sollte ursprünglich sogar Regie führen, konnte aufgrund der immer schlimmer werdenden Diabetes-Komplikationen diesen Job leider nicht ausführen. Einige der Spezialeffektszenen deuten in ihrer Machart jedoch darauf hin, dass Fulci zumindest in den Studioszenen in Rom einen etwas größeren Einfluss auf die Regie hatte. Wirklich viele Informationen zu der Entstehung des Films sind jedoch  leider nicht zu finden.

In der Hauptrolle findet sich Kinderstar Wil Wheaton wieder, der kurz zuvor an der Seite von Corey Feldman und River Phoenix in der Stephen King Verfilmung „Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers“ (1986) den Durchbruch schaffte. Erstmals mit ihm stand seine Schwester Amy vor der Kamera, die seitdem zwar immer wieder mal eine TV-Nebenrolle ergattern konnte, aber nie eine wirklich erfolgreiche Darstellerin werden konnte. Ein wahres Highlight hingegen ist Claude Akins (Die Schlacht um den Planet der Affen, 1973), als fundamental christlicher Familienpatriarch. Akins ist ein Charakterdarsteller der alten Garde und verkörpert seine Rolle völlig überzeugend. Neben Akins kann vor allem eine weitere Darstellerin überraschen. Kathleen Jordon Gregory mimt ebenso gekonnt die Familienmutter. Leider ist Gregory neben diesem Film in keinem weiteren aufgetreten und wohl auch sehr jung verstorben.

Handwerklich handelt es sich hier um solide Kost. Der Film wirkt auch heute noch wertig und lässt erkennen, dass es sich um eine kleine Kinoproduktion handelt. Die Effekte sind sehr typisch für italienisches Ekelkino und erinnert oftmals an Fulcis Arbeiten. Das Make-Up sieht manchmal etwas zu übertrieben aus, was sich dennoch nicht negativ auf die packende Atmosphäre auswirkt. „The Curse“ hat zwar stets den Hang dazu etwas cheesy zu sein, kann letztlich aber doch die Waage zwischen halbwegs getreuer Buchumsetzung und Eurotrash halten.

Eklige Effekte, gute Darsteller*innen, düster wabernder Elektrosound und rundum gute Unterhaltung. Natürlich handelt es sich bei dieser Lovecraft Verfilmung zwar nicht um großes Kunstkino und Heute wird der Film wohl auch niemanden mehr zu sehr schockieren, unterhalten konnte mich „The Curse“ aber in jedem Fall und ein wenig gegruselt hat es mich hin und wieder auch. Solider 80er Horror.

The Curse“ erschien bei Wicked Vision im sehr hübschen Mediabook. Enthalten ist der Film sowohl auf DVD wie auch auf Blu-ray Disc. Die Bildqualität des Films ist in den meisten Szenen sehr gut, nur einzelne Einstellungen sind manchmal ein wenig körnig, fallen insgesamt aber nur wenig auf. Der Ton ist klar und die deutsche Synchronisation hochwertig und hätte sicherlich auch einer deutschen Kinoauswertung standgehalten, wenn wir vielleicht von der deutschen Stimme von Amy Wheaton absehen. Nach einer ehemaligen Indizierung des Films ist der Film nun endlich wieder auf deutsch zu bekommen, übrigens auch erstmals mit dem Epilog, der in der deutschen VHS Version unerklärlicher Weise einfach fehlte. Als Bonusmaterial bietet die Veröffentlichung einen deutschen Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann, Matthias Künnecke und Christopher Klaese. Hinzu kommt noch der Originaltrailer, ein HD-Trailer zur hier besprochenen Fassung und eine kleine Bildergalerie. Das Mediabook enthält zusätzlich noch ein 24-seitiges Booklet, in dem sich Christoph N. Kellerbach ausführlich mit Lovecrafts literarischer Vorlage und den Ähnlichkeiten und Unterschieden zur Filmadaption befasst.

6,4 von 10 Muttipfützen