Dienstag, 10. Mai 2011

Hack/Slash #5 - (Re)Animator (Cross Cult)

Ein zu binären Codes runtergerechneter toter Killer macht übers Internet Jagd auf die Mitglieder der Website „Suicide Girls“. Ein brutaler Polizistenmord bringt Cassie Hack und Vlad auf die Spur eines gefährlichen Einsiedlers. Auf dem Set des Remakes von „Der Zauberer von Oz“ geht ein Slasher um, bei dem sich selbst der bösen Hexe aus dem Norden die Nackenwarzen aufstellen würden. Und in der letzten Geschichte begegnet Cassie Dr. Herbert West aus dem Film „Der Re-Animator“. Und dieser sucht sich ausgerechtet Cassies Mutter, die Slasherin Lunch Lady, für seine Re-Animation aus...




Suicide Girls, die einen mögen sie und die anderen hassen sie. Jeder hat dafür seine ganz persönlichen Gründe, die einen werfen ihnen billige Pornografie vor, wo die anderen eher künstlerisch attraktive Alternativen zum vereinheitlichten Schönheitsideal sehen. Es ist der Definition nach auf jeden Fall Pornografie im eigentlich Sinn, dennoch wird diese nicht auf billige oder überzogene Weise eingesetzt. Letztendlich muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden ob ihm diese Darstellung von Frauen gefällt und ob es sich um wirklich "alternative" Persönlichkeiten handelt.

Nach diesem kurzen Intermezzo wenden wir uns jetzt aber ganz dem Meucheln und Schlitzen zu, denn auch im 5. Band der Hack/Slash Reihe aus dem Cross Cult Verlag bilden wieder Schönheit und Gewalt eine beunruhigende Symbiose.



Es beginnt in Portland Oregon, wo ein unbekannter gezielt Mörder und Kriminelle zur Strecke bringt. Als Cassie und Vlad dem jungen Mann gegenübertreten, merken sie bald, dass es sich hier nicht um einen Slasher sondern um den liebenden Ehemann der, von diesem Abschaum ermordeten Frau handelt. Währenddessen macht sich Chris von Hack Slash inc. auf die Suche nach Pooche, einen entlaufenen Höllenhund den man bereits aus Hack Slash Band #3 kennen dürfte. Auf Cassies Weg zum gemeinsamen Treffen bekommt sie die Nachricht von einigen mysteriösen Selbstmorden unter den, im Internet berühmten Suicidegirls. Die Reise soll also nach L.A. gehen doch nur sehr wiederstrebend begeben sich die beiden in den leuchtenden Moloch der amerikanischen Westküste.

Dort angekommen wird bald klar, dass sich ein Freund der Suicidegirls mit dem Namen Ian in einen Slasher verhandelt hat, der durch das Netz zieht und gegen die ganze Pornografie und Darstellung nackter Haut ankämpft, in dem er diese Frauen zum Selbstmord zwingt.

Ein Plan muss her Missy Suicide und ihre Mädchen haben schon genau die richtige Idee. Cassie soll sich als eines der neuen Suicidegirls ablichten lassen und als Köder für Ian dienen. Kaum sind die Bilder online, geht der Fisch ins Netz.

Eine gut gelungene Kooperation zwischen dem Erfinder der Serie Tim Seeley und den Suicidegirls, machen diese Episode zu einem Genuss für Freunde der alternativen Schönheiten ohne den Geist der Serie aus den Augen zu lassen der plastische auf Realitätsnähe ausgelegte Zeichenstil rundet diesen Eindruck ab. Eine kleine Anmerkung am Rande Cassie Hack ist das erste und einzige, nicht lebendige Suicidegirl, dass es auf die Seite geschafft hat.



Es folgt ein Zwischenspiel in dem einige Handlungsstränge parallel verlaufen. Zum Einen hat ein Medium Namens Muffy Vision von Cassandra, wie sie all die Menschen ermordet die eigentlich von den Slasher gekillt wurden und geht mit diesen Informationen zur Polizei. Des Weiteren sind Cassie und Vlad auf dem Weg nach Texas wo grade das Remake zum Zauberer von Oz gedreht wird und ein Slashergnom aus Eifersucht die Crew ermordet. In diesem schrecklichen Ort gibt es ebenfalls ein Wiedersehen mit  Margaret der einzigen Freundin und heimlichen Liebe von Cassandra. Das Interludium endet mit einer Szene in welcher ein Mann, der vermutlich Cassies Vater ist, einen Mann besucht der sich selbst nur Dr. West nennt.



In der letzten Episode dieses Bandes gibt es ein ungewöhnliches und leider wenig freudiges Wiedersehen mit Cassandras Vater, Dr. Jack Hack. Dieser hat sich im bestreben seine Frau Delilah wiederzubeleben mit Dr. Herbert West eingelassen. Einem sehr exzentrischen Wissenschaftler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Tod zu besiegen. Einigen unter euch sollte der Name West bekannt vorkommen, war dieser doch Hauptfigur in den bekannten B-Movies "Re-Animator", "Bride of the Re-Animator" und "Beyond the Re-Animator". Bei den Re-Animator Filmen handelt es sich um seit 1985 in den USA produzierte Horrorfilme nach der Kurzgeschichte Herbert West – Der Wiedererwecker von H. P. Lovecraft, aus dem Jahr 1922.

Die Familienvereinigung verläuft leider nicht ganz so glatt wie sich Jack Hack und Dr. West das vorgestellt hatten und so wird Cassandra ein weiteres Mal mit der traumatisierenden Aufgabe konfrontiert, ihre Mutter zu töten. Dieses Unterfangen fällt ihr sichtlich schwer wird doch in dem Scharmützel auch noch ihr jüngst wiedergefundener Vater tödlich verwundet.

Ein packendes Finale für die Suche nach ihrem Vater mit einem sehr traurigen Ausgang.

Der neue Band von Hack/Slash fährt wieder mit jeder Menge abgefahrener Mörder und einem schönen Gastauftritt der Suicidegirls auf, wobei man besonders in der Episode mit dem Re-Animator endlich einmal einen Einblick in das Leben der Familie Hack bekommt, was in einem erneuten Schicksalsschlag für Cassandra, leider sehr blutig endet.



8.9 von 10 reanimierte Selbstmordmädchen