Mittwoch, 11. Januar 2017

Batman: The Killing Joke (2016)

Batman: The Killing Joke (2016)

Einmal mehr konnte der Joker aus dem Arkham Asylum ausbrechen. Zu spät erkennt Batman (Kevin Conroy), dass der Mann in der Zelle nicht wirklich der Joker (Mark Hamill) ist, während der echte Clownprinz des Verbrechens schon neue, nicht immer in sich schlüssige, Pläne schmiedet. Er startet einen Angriff auf die Gordon Familie. Schießt auf Barbara (Tara Strong) und entführt ihren Vater. Nur Batman kann den Commisioner (Ray Wise) nun noch aus den teuflischen Freizeitpark befreien, den Joker als Falle für die Fledermaus errichtet hat.

1988 schafften Autor Alan Moore und Zeichner Brian Bolland es, auf nur 48 Seiten eine der, bis heute, wichtigsten Batman Geschichten zu kreieren. 2016 wurde der Klassiker nun auch als Zeichentrickfilm durch Sam Liu (Thor: Tales of Asgard) für das DC Animated Universe adaptiert. Diese beginnt dann auch gleich mit einer der größten Enttäuschungen. Die erste halbe Stunde des Films könnt ihr euch vollkommen sparen. Es wird gezeigt wie Batman und Batgirl es mit einer Mafiafamilie aufnehmen dessen Pate von seinem aufstrebenden Gangsterboss Neffen ermordet wurde. Dabei lernen wir Barbaras extrem klischeehaften schwulen Unifreund kennen, es gibt etwas Streit zwischen Batmentor und Batschülerin und dann wäre da noch die Sexszene.

Hm? Ja, ihr habt richtig gelesen: Bruce Wayne hat Sex mit Barbara Gordon. Batman hat Sex mit einem jungen Mädchen, einer Frau die höchstens so alt wie er selbst ist, die ihr schon kennt seitdem sie ein Teenager war, die ihn so sehr angehimmelt hat, dass sie sich selbst ein Batkostüm gebastelt hat und sich bei der Verbrechensbekämpfung in tödliche Gefahr gebracht hat. Er hat Sex mit ihr, nutzt dabei aus, dass sie ihn nicht nur als väterliche Figur und Idol ansieht, sonder er nutzt auch noch aus, dass sie von ihm emotional verletzt wurde, von einem Feind sexuell belästigt wird und missbraucht somit seine hierarchische Überlegenheit ihr gegenüber.

Denkt man sich die erste halbe Stunde aber weg, bekommt ihr eine halbwegs okaye Adaption der beliebten Comicvorlage. Auch dann hat der Film noch Längen und es werden ein paar nicht unwichtige Details des Comics vernachlässigt, die technische Umsetzung ist aber ordentlich und die Vorlage wird schon noch wiedererkannt. Von einer Umsetzung dieses guten Stoffs hätte ich aber ein ganz anderes Kaliber erwartet.

Lest also lieber einfach den Comic. Ist besser, weniger daneben und spart sogar Zeit. Für ganz arge Batman Fans lohnt sich die finale Szene des Films und auch die (vielleicht) Entstehungsgeschichte des Jokers, einen Kauf rechtfertigt aber auch das nicht. Die deutsch Synchro ist etwas durchwachsen. Nicht alles schlecht, aber bei den meisten Rollen ist noch Luft nach oben. Der O-Ton hingegen ist ziemlich cool geworden, vor allem natürlich wegen Mark Hamill, der natürlich wie gewohnt meisterhaft den Joker gibt.

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