Dienstag, 2. Februar 2016

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Classic XXIX - Howard the Duck (Hachette)

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung Classic XXIX - Howard the Duck (Hachette)

Enthält Giant-Size-Man-Thing 4–5, Howard the Duck 1–8 und 16 sowie Auszüge aus Adventure into Fear 19 und Man-Thing 1

Irgendwie ist Howard the Duck in unsere Welt gekommen und als erstes macht er Bekanntschaft mit dem modernden Man-Thing und seinen illustren Freunden und Feinden. Auf der Erde lernt er dann Bev kennen, eine junge, hübsche Frau, die sich irgendwie in den Erpel verguckt und mit ihm gegen rübische Bösewichte kämpft und ihn letztlich sogar bis zur Präsidentenwahl begleitet.


Howard the Duck #1 (Marvel)

Howard hat genug, er will einfach nicht mehr in unserer Welt leben und wer kann es ihm schon verübeln. Schließlich ist es alles andere als leicht für eine Cartoonfigur in der Realität zu leben. Dazu kommt noch das er schon zwei mal Cleveland gerettet hat, sogar schon vor Hell-Cow und niemand feiert ihn. Ganz im Gegenteil er wird sogar gejagt und verfolgt. Daher will er nun Schluss machen. Er traut sich aber nicht in den Sumpf zu stürzen, da er ihm zu schleimig ist. Sein nächster Plan ist es von einem Turm zu springen und sein Enten Leben so zu beenden. Beim hochkraxeln am Turm erblickt er durch eines der Fenster die hübscher Beverly, die jemand scheinbar als Barbarin verkleidet gefangengenommen hat. Nach einem kurzen Gespräch und einem Kampf gegen einen Werwolf, erfährt er das Bev von dem fiesen Finanzmagier Pro-Rata gefangen genommen wurde. Nun sind sie beide gefangene des Hexers und werden dazu gezwungen Zinsen aus einem anderen Universum zu stehlen.

Steve Gerber eröffnet die erste Ausgabe von Howards Ongoing, erfrischend clever mit einer Anspielung darauf das Howards Dasein im Marvel Universum nah verknüpft mit dem Schicksal von Man-Thing ist. Weiter geht es mit der lustigen zynischen Erzählung von der ersten Begegnung zwischen Howard der Zigarren schmauchenden Ente und dem Ex-Kunst Model Beverly Switzler. Dreh und Angelpunkt der Serie ist die Liebschaft zwischen den beiden. Die beiden kommen nämlich zusammen da sie sich nur wünschen ein normales Leben zu führen. Beverly ist aber durch ihre Schönheit dazu verdammt immer wieder als „Damsel in distress“ zu Enden, während Howard durch seine Cartoon Herkunft immer wieder den Marvel Wahnsinn anlockt ohne aktiv etwas dafür zu können.

In der ersten Ausgabe erlebt er also ein Sword & Sorcery Abenteuer das sehr deutlich an Conan angelehnt ist. Um die Geschichte noch absurder zu gestalten und natürlich um noch ein paar Hefte mehr zu verkaufen gesellt sich Spider-Man zu den beiden, da er von J.J.J. beauftragt wurde Fotos von der Ente in Cleveland zu machen. Mehr als den Running Gag der Reihe voranzutreiben. „You...you're a DUCK!“ wird er in seiner Comickarriere noch häufig zu hören bekommen.

Zeichnungen und Farbgebung von Frank Brunner sind erstaunlich gut gealtert und wirken überhaupt nicht altbacken und sehr eigenständig im eigenwilligen Stil. Wie der Titel des Kapitels im Bild eingefügt wurde ist sehr hübsch und auch die Parodie auf die Conan Marvel Abenteuer ist sehr gelungen. Wirklich auffällig gut gealtert das Ganze!

8 von 10 geopferte Zigarren


Howard the Duck #2 (Marvel)

Plötzlich ist Howard in einer finsteren Dystopie gefangen. Die Erde wurde nach einem globalen Holocaust vollständig zerstört und nur wenige Rebellen trauen sich gegen die herrschenden Mutanten und fiesen Aliensklavenhändler aufzubegehren. Gemeinsam mit Bev gibt er alles um die Attacke der monströsen aufzuhalten und dann… wacht er auf. Er ist nämlich in Bevs Apartment auf den unveröffentlichten Pulpromanen ihres Ex-Freunds Arthur eingeschlafen. Zu Howards Überraschung scheint abgesehen von seinem Traum alles in Ordnung zu sein. Vielleicht wird es wirklich ein ganz normaler Tag. Bev und er fahren mit dem Bus durch die Stadt, aber ein erster Hinweise darauf, wie der Tag verlaufen wird, bekommen die beiden als Howard von einer alten leicht verwirrten Frau angeschrien wird, sie wüsste genau darüber bescheid das Howard nur ihre Nieren haben möchte. Die drei geraten in einen Kampf und der Bus gerät ins schlingern. Gleichzeitig findet Bevs Ex-Freund Arthur eine kosmische Steckrübe, die seinen Körper kontrolliert und ihn so zu Space Turnip macht, den Rübenretter der Gerechtigkeit. Arthur rettet den Bus, entführt gleichzeitig Bev. Scheint doch kein guter Tag für Howard zu werden.

Richtig lustig wie Howard von einem Unglück ins nächste stolpert. Und wie immer beginnt der wahre Albtraum erst nach dem aufwachen. Der alltägliche Wahnsinn und eine galaktische Steckrübe versauen Howard nicht nur den Tag, sondern entreißen ihm auch noch seine Freundin. Der Humor ist gelungen und resultiert meist aus den absurden Situationen. Ein paar One Liner sind auch vorhanden, passen sich aber gut in die Story ein.

Das Artwok von Frank Brunner passt wieder toll zu Howard und seiner zynischen Betrachtung unserer Welt. Der Rübenrächer sieht großartig aus und auch die Albtraum Sequenz ist voll mit coolen Details. Die Kolorierung erzeugt eine düstere Stimmung, die noch mal unterstreicht wie fremd Howard in unserer Welt ist.

7 von 10 Steckrüben aus dem All


Howard the Duck #3 (Marvel)

Howard und Beverly verbringen einen netten Abend im Kino. Es gab einen Midnight Movie und zwar den neuesten, krassesten und blutigsten Kung-Fu Streifen der gerade läuft. Während Bev vergnügt ihr Popcorn futtert echauffiert sich Howard ganz schrecklich. Er merkt an das diese Filme Gewalt unter Jugendlichen fordern würden und eh die Gesellschaft immer mehr verroht, was ja kein Wunder ist, bei den Filmen die heutzutage gedreht werden. Kann man jetzt sehen wie man will, doch scheinbar hat er recht, da sofort ein Junge ihm seine neuen Moves zeigen möchte. Später sitzen die beiden in einem Restaurant und plötzlich fliegt der Junge von vorhin durchs Fenster. Howard fühlt sich auf ganzer Linie bestätigt als der Angreifer des Jungens ins Lokal kommt und sich Count Macho nennt. Howard möchte dem Jungen helfen, kann aber nicht verhindern das der Junge von Macho abgestochen wird und kurze Zeit darauf im Krankenhaus verstirbt. Howard will Macho zeigen das er nicht einfach Kinder abstechen kann und versucht den Jungen zu rächen. In einer Werbeanzeige findet er einen Hinweis auf eine Kung-Fu Schule in der man durch nur eine Trainingsstunde zum besten Kämpfer aller Zeiten wird. Jetzt muss er zu dem werden was er am meisten hasst: Einen Kung-Fu Meister.

Was ein Chaos und vor allem was für ein krasses Heft. Wir haben hier einmal Howard, der die Parodie auf verbohrte Jugendschützer darstellt, gleichzeitig resultiert die Gewalt in dieser Ausgabe aber wirklich auf der Wirkung der Martial Arts Filme. Krass und unerwartet ist, das der Junge wirklich an seinen Verletzungen stirbt und Howard tatsächlich Count Macho tötet. Abgerundet wird seine Rache durch ein verkorkstes philosophisches Ende, das wie in vielen Eastern die moralische Fragwürdigkeit des Protagonisten entschärfen soll. Somit ist diese Ausgabe nicht nur brisant und mutig, sondern auch eine Kritik, sowohl an Gewaltverherrlichenden Medien und gleichzeitig auch an den Jugendschützern, ohne sich nicht selbst die schuld einzugestehen diese Gewalt zu reproduzieren. Man kann dieses Heft also auf viele Arten deuten und die wahre Botschaft lässt sich nicht wirklich greifen.

Dazu kommt der Howard typische Humor. Im Gedächtnis bleibt der erste Kontakt mit dem Jungen, der entsetzt feststellt: „Y-You‘re a Duck!! A talking Duck!!“ worauf Howard in seiner gewohnt trockenen Art antwortet: „An‘ you‘re the poor Man‘s Sonny Chiba . So what else is new?“ Putzig ist auch das Machos Vasallen bis zum Ende nicht kapieren das Howard echt ne Ente ist und nach einem Zwerg in einem Enten Kostüm suchen. Highlight ist aber das angedeutet wird, das Howard nie wirklich bei dem Kung-Fu Unterricht war und alles nur ein weiterer Tagtraum gewesen sein könnte.

Das Artwork vermittelt viel chaotische Action, manchmal vielleicht zu chaotisch, aber meist kann man dem Ganzen gut folgen. Howards Kampfkostüm ist super und auch im zeichnerischen Bereich kann die Ente überzeugen.

8 von 10 rasierte Affen


Howard the Duck #4 (Marvel)

Ein gemütlicher Abend. Bev schlummert schon friedlich und Howard sitzt im Bademantel auf seinem Schaukelstuhl und liest in aller Ruhe Hegel. Dabei bleibt es natürlich nicht. Der Nachbar über ihnen schlägt solang auf den Boden ein, bis der Putz von der Decke fällt. Nun reicht es Howard. Nicht mal Hegel kann man hier in Ruhe lesen. In der oberen Wohnung angelangt, trifft Howard auf seinen neuen Nachbarn Paul Same, einen unfähigen Künstler, der in seinen Träumen den Hass auf die Welt verarbeitet. Bev gibt ihm den Rat einfach mal so etwas Dampf abzulassen. Keine so gute Idee, denn von nun an macht er die Nacht unsicher und sorgt immer wieder für Ärger. Und so muss Howard gegen einen neuen Schurken antreten, gegen den Sleeper…

Merkwürdig as usual. Howard schliddert in eine neue Superheldenstory mit einem mehr als komischen Bösewicht. Was mich wirklich fasziniert, ist das Paul Same und seine Taten mit den Philosophien von Hegel in Verbindung stehen. Darauf wird aber gar nicht näher eingegangen und auch das Howard Hegel gelesen hat übersieht man auf den ersten Blick ganz leicht. Ziemlich clever und eine lustige Idee. Die Pointe ist auch mal wieder ein Hammer.

Bebildert von Gene Colan, sieht auch diese Ausgabe der Comicserie gut aus. Schön ist hier an einigen Stellen wie er mit Schatten und Schattierungen spielt und auch der Kampf der Magier (fragt nicht) wurde eindrucksvoll umgesetzt. In Allem wieder ein tolles Heft und vielschichtiger als man annehmen möchte.

7 von 10 Perücken


Howard the Duck #5 (Marvel)

Pleite! Howard und Bev können ihre Miete nicht mehr zahlen und auch für Essen ist keine Kohle mehr da. Alles was sie noch haben sind 25 Cent. Als Frühstück möchte Howard davon 2 Snickers kaufen. Auf dem Weg bleibt er an einem Comicshop hängen. Dort regt er sich maßlos über einen entenfeindlichen Comic auf. Er zerknüllt das Heft und muss es daher auch kaufen. Jetzt hat er einen kaputten Comic und nur einen Snickers. Die Angelegenheit mit dem Geld ist jetzt aber egal, denn er muss erstmal etwas gegen den Rassismus Enten gegenüber unternehmen. Daher fährt er zum Nachrichtensender um dort zu verlangen eine Sendung über diese beleidigenden Comics zu bringen. Nachdem er sich im Fernsehsender noch mehr Ärger eingefangen hat, findet er endlich eine Geldquelle. Er beschließt Wrestler zu werden, doch auf dem Weg dorthin trifft er erneut auf die verrückte Nieren-Dame (siehe Howard the Duck #2).

Wusstet ihr das die Comicszene entenfeindlich ist? Ich dachte es mir immer aber wenn Howard das ebenfalls denkt fühle ich mich bestätigt. Die Story ist mal wieder richtig daneben und wechselt total planlos von einer Situation zur nächsten, was auch schon die Kritik an diesem Heft wäre. Der Erzählstil ist hier ein wenig zu sprunghaft und es ist nicht unbedingt klar wie es von der einen Situation zur nächsten kommt. Davon ab, erneut sehr lustig.

Die Zeichnungen sind wie gehabt gut, diesmal fehlen aber herausragende Ideen oder besonders tolle oder durchdachte Seiten/Panel. Daher macht das gesamte Heft einen ziemlich planlosen Eindruck, als hätte man ganz schnell ein Heft zusammenschustern müssen.

6 von 10 Enten die Clowns verprügeln


Howard the Duck #6 (Marvel)

Bev und Howard waren eigentlich per Anhalter unterwegs, da Howard sich aber weigerte seine Zigarre auszumachen, wurde das Pärchen von ihrem letzten Fahrer vor die Tür gesetzt. Nun stehen sie irgendwo in den Hügeln von Pennsylvania in einem dicken Gewitter und ihre einzige Zufluchtsmöglichkeit ist ein unheimliches Schloss. Nach einem schlimmen Streit begibt sich das Foto Modell allein zum Schloss und wird dort relativ freundlich aufgenommen. Währenddessen wird Howard fast das Opfer eines asiatischen Pfarrers und dessen Schülern. Im letzten Moment wird er gerade noch rechtzeitig von einem edlen Lord gerettet und ebenfalls zum Schloss gebracht. Wieder vereint versucht das ungleiche Pärchen das dunkle Geheimnis der Burg zu ergründen. Kekse!

Religiöser Eiferer, diabolisches Gebäck und zwischen den Fronten: Eine Ente. Wo ist Howard bloß diesmal wieder hineingeraten. Es wird zwar langweilig wenn ich zu jedem Heft das gleiche schreibe, aber ja, auch dieses Heft ist wieder Merkwürdig und recht ungewöhnlich. Im Grund ist alles einfach als es zuerst klingen mag. Bei der Geschichte handelt es sich lediglich um eine moderne Adaption der Frankenstein Geschichte. Diese wird lustig und abgedreht erzählt und geizt nicht mit grotesken Ideen. Ich fand es irgendwie gut, aber selbst für Howard etwas unpassend stellenweise.

Das Artwork ist schön launisch und manchmal entsteht wirklich ein wenig Horroratmosphäre aufgebaut. Die Eröffnungsszene im Regen ist gelungen und auch in der Burg siehst schmuck aus.

Eigentlich eine gute Story, wenn auch teilweise etwas zu albern erzählt.

6,8 von 10 sich duckende Enten


Howard the Duck #7 (Marvel)

Das Keksmonster ist erwacht und Howard bleibt keine andere Wahl, als es zu verputzen. Danach kommen Bev und Howard endlich nach New York. Der Country Sänger Dreyfuss Gultch hat die beiden nämlich mitgenommen. Er muss nämlich auch nach New York um auf einem Gipfeltreffen der Nationen die US-Hymne zu singen. Da die beiden immer noch keine Kohle haben, besorgen sie sich einen Job auf dem Gipfel. Bev muss für das Wohl der hohen Gäste sorgen, während Howard als Secruty arbeiten wird („The Duck is a Pig now!“). Während sich Bev also von hohen Tieren in den Po kneifen lassen muss, passt Howard das Tier darauf auf, das den Politikern nichts geschieht. Aber es kommt alles anders…

Erstmal möchte ich mich verehrungsvoll vor Steve Gerber verneigen, denn wie nebenbei er die vorherige Story beendet ist großartig. Es fühlt sich echt an als wollte er uns zeigen, dass er keine Lust mehr auf die Story hat und genervt von seinem Keksmonster ist und es einfach nur schnellst möglich vom haben möchte. Danach geht es weiter mit einer Story die bessere Gags als Keksmonster zu bieten hat. Das war zwar auch lustig aber vielleicht etwas dämlich. Jetzt sehen wir wie Howard damit klar kommt eine Autoritätsperson zu sein, wobei er doch im Grunde eher antiautoritär ist. Sorgt natürlich wieder für ein paar lustige Momente. Außerdem werden noch einige male chauvinistische Altherren und Country Romantik auf den Arm genommen und subtil kritisiert. Gefällt also wieder auf ganzer Linie.

Für die Zeichnungen war einmal mehr Gene Colan verantwortlich, der übrigens schon seit 1944 beruflich Comics zeichnete. Da es sich beim Inhalt dieses Hefts mehr um eine politische Parodie handelt, bekommt Colan nicht allzu viel womit er arbeiten könnte. Seine Zeichnungen sind wieder wirklich gut, aber er bekommt keine richtigen Chancen zu beweisen was er kann, weil die Handlung zu normal ist. Abgesehen von den ersten Seiten mit dem Keksmonster.

Howard bleibt komisch, aber wenn euch er Humor nicht zusagt wird euch dieses Heft wohl nur langweilen.

7 von 10 Enten die für London üben


Howard the Duck #8 (Marvel)

Nachdem Howard als Security jobben musste und danach mit Dr. Strange unterwegs war, stehen nun Wahlen an in Amerika. Ein etwas abgedrehter PR Mensch ist der Meinung das es nichts besseres gibt als eine Ente als Präsident und plötzlich steht Howard mitten in den Vorbereitungen für seine Wahltour. Dabei war er sich doch sicher das Autorität nichts für ihn ist. Trotz seiner etwas ungewöhnlichen Erscheinung sind seine Wahlumfrageergebnisse überraschend gut. Aber wie immer bei Howard kann auch sein Ausflug in die Politik nicht ohne Probleme von Statten gehen. Klar das seine politischen Feinde da schnell Intrigen gegen den Erpel spinnen.

Mit dieser Ausgabe legte Steve Gerber eine astreine Parodie auf politisches Wahlkampfgehabe hin. Der Humor, der die albernen Werbeplattitüden der Politiker seziert ist messerscharf und immer auf den Punkt. Am besten ist dabei, dass diese Parodie, von 1976, bis Heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat. Immerzu lustig und herrlich abgedreht wie man es von der Ente erwarten kann.

Auch Gene Colans Artwork ist fantastomatisch. Allein das Cover ist saucool und mal was anderes, auch innerhalb des Comics entfernt Colan sich immer wieder von normalen Comic Konventionen und lockert das Heft mit Zeitungsartikeln und Seiten auf, die er wie Nachrichtensendungen gestaltet hat. Wieder mal steckt sowohl im Skript, als auch in der Umsetzung viel Fantasy und können. Super Ausgabe.

8,4 von 10 goldene Zeiten


Howard the Duck #16 (Marvel)

Zen and the Art of Art of Comic Book Writing: Während der Entstehung dieses Comics war Steve Gerber gerade dabei von New York nach Las Vegas zu ziehen. Deshalb konnte er auch nicht weiterschreiben, wie Howard und Bev auf Dr. Bongs Insel versuchen zu überleben (siehe: Howard the Duck #15). Anstatt die Deadline vorbeirauschen zu lassen oder eine alte Ausgabe neu aufzulegen, entschied Gerber sich dafür ein Essay über seinen Umzug, die Welt und die Comicindustrie zu schreiben.

Unglaublich, jeder andere Künstler hätte einfach irgendwelchen Mist geschrieben oder die Deadline vorbeigehen lassen oder einfach irgendwas getrickst, doch Gerber nutzt diese schlechte Situation dazu das Medium einmal mehr aufzubrechen und einfach zu machen wozu er Lust hat. In seinen Essays spricht Steve Gerber einige wichtige Dinge über unser Sozialleben und die Comicindustrie an. Er schwadroniert darüber inwiefern er versucht Menschen mit Howard the Duck bewusst zu machen, das sowohl in der Realität, als auch in den Comics einiges schief läuft. All das beweist mal wieder was für ein großer und zu recht viel gefeierter Künstler Gerber war.

Der Text wurde ausschließlich auf Double Splashpages verteilt, an denen große Zeichner der damaligen Zeit sich so richtig ausgetobt haben. Surreale, lustige und auch gruselige Bilder sind dabei zustande gekommen, aber jedes für sich ein großes Kunstwerk. Hier einmal alle 10 Künstler dieser Ausgabe (alles tolle Typen): Gene Colan, Alan Weiss, Ed Hannigan, Marie Severin, Dave Cockrum, Tom Palmer, Al Milgrom, John Buscema, Dick Giordano und Michael Nasser.

Eine mutige Idee konsequent umgesetzt!

8 von 10 verbrauchte Künstler


Auch dieser Hachette Band kommt natürlich als Hardcover Band mit etwas Bonusmaterial. Neben einer Einführung bekommt ihr ebenfalls noch ein paar Seiten mit Informationen zum Autoren Steve Gerber.

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