Montag, 27. Juli 2015

Die drei Fragezeichen - 176 - und der gestohlene Sieg (Europa)

Die drei Fragezeichen - 176 - und der gestohlene Sieg (Europa)

Es sind die letzten Minuten der zweiten Halbzeit im Endspiel des Jahres zwischen den Rochester Ravens und den L.A. Strikers. Eigentlich ist schon alles entschieden die Strikers liegen zwei Tore im Rückstand, doch durch einige äußerst fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichterin, gehen am Ende des Matches die Spielerinnen der L.A. Strikers als Liga-Sieger vom Platz. Die Fans unter denen auch Peter Shaw und Bob Andrews sitzen, sind in mieser Stimmung und nur knapp kann der 2. Detektiv die arme Mrs. Hutchinson vor der Lynchjustiz des Mobs retten.

Im Auto gesteht sie Peter unter Tränen, was der wahre Grund für ihre schrecklichen Fehlentscheidungen gewesen ist. Ein unbekannter Erpresser hat immensen Druck auf die Dame ausgeübt und mit der Entführung ihres Sohnes Tommy gedroht, wenn sie die Strikers nicht gewinnen ließe. Doch wer ist so skrupellos einen kleinen Jungen zu bedrohen nur um ein 2. Liga Fußballspiel zu manipulieren? Und warum? Die drei Fragezeichen übernehmen natürlich die Ermittlungen im 176. Fall „Der gestohlene Sieg“.
Der Kreis der Verdächtigen schließt nach ersten Untersuchen um das Umfeld der Spielerinnen und ihre näheren Verwandten aber auch der eigentlich recht unscheinbare Siegerpokal rückt nach den Recherchen seiner Herkunft zunehmend in den Mittelpunkt. Er stammt aus einer Reihe von drei ähnlichen Kunstwerken eines Goldschmieds, der vor 40 Jahren verstorben ist. Die Pokale waren für seine drei Töchter bestimmt, die große Begeisterung für den Zauberer von Oz, Alice im Wunderland und das Dschungelbuch zeigten. Welches Geheimnis die Pokale mit ihren vielen Tiermotiven, Gesichtern und Abbildungen bergen, scheint der Schlüssel zum ganzen Fall zu werden.

Ein, zwei Mal im Jahr ist es schon zur Gewohnheit geworden und ich glaube mich zu erinnern bereits im letzten Review zu einer „Fußball“-Folge in Frage gestellt zu haben, ob dieser relativ offensichtliche Marketingstreich wirklich noch nötig ist. Verkaufszahlen durch Freunde des runden Leders hin oder her, die Basis für die Geschichte, ausgehend von der Meisterschaft im Damenfußball, ist solide und kann wohlwollend als progressiv angesehen werden. Trotzdem ist der Rahmen der eigentlichen Raub-Ermittlung relativ austauschbar und es wäre jeder beliebige andere „Aufmacher“ ebenso passend und sinnvoll gewesen.
Die Verknüpfung von Kunst, Literatur und den besseren Jugendjahren dreier Mädchen ist auf Grund seiner Vielschichtigkeit ein starker Mittelteil und sorgte für Interesse und Spannung beim zuhören. Allerdings machten sich hier auch einige schwächen im Drehbuch bemerkbar, weil grade die für mich zentrale Auflösung des Rätsels bezüglich der drei Pokalen, einfach so aus der Luft gegriffen wird und so zusagen im „Schnitt“ zwischen zwei Szenen stattfindet ohne das ein Weg dorthin logisch erkennbar gewesen wäre. Ziemlich schade das hier offensichtlich zu Gunsten anderer Passagen gekürzt wurde.
Die Besetzung ist professionell wie immer; und die knisternde Dynamik zwischen Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck funktioniert mit dem bekannten Augenzwinkern. Besonders markanter Gastsprecher ist in dieser Folge Ben Hecker, der durch seine tiefe rauchige Stimme dem schnoddrigen Ton seines Charakters eine treffliche Klangfarbe verleiht.

Folge 176. nutzt zwar Königfußball als Rahmen, verlässt den sportlichen Pfad allerdings um einer klassischen Räubergeschichte mit nettem Rätselanteil platz zu machen, die jedoch an einem schwachen Drehbuch zu knabbern hat.


6.2 von 10 voll duften Latten Schüssen

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