Samstag, 31. Dezember 2016

La Bête – Tanyas Insel (1980) [Schröder Media]

La Bête – Tanyas Insel (1980) [Schröder Media]

Werbemodel Tanya (Vanity) lebt in einer unglücklichen Beziehung mit dem Künstler Lobo (Richard Sargent). Um dieser zu entfliehen träumt sie sich mit Lobo auf eine schöne Pazifikinsel. Während eines abenteuerlichen Ausflugs entdeckt sie einen großen Affen mit dem sie sich anfreundet. Jedoch riecht Lobo bald Lunte! Sie scheint sich in den Blue (Don McLeod) getauften Primate verliebt zu haben. Dem wird der exzentrische Künstler ein Ende bereiten, beschließt den Affen aus dem Weg zu räumen, doch Tanya stellt sich zwischen ihre beiden Liebhaber.

Liebe mit Affen! Mal was neues, während im echten „La Bête“ Walerian Borowczyk Sex zwischen einer Dame und einem Werwolfmonster zeigte und zwar auf sehr explizite Weise, stolpert der kanadische Regisseur Alfred Sole (Freitag der 713.) samt Crew über eine kleine puertorikanische Insel und zeigt nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen sondern auch eine Beziehung zwischen Frau und Affen. Diese endet natürlich in einem Akt sexueller Gewalt und führt zugleich ins Nichts.

In diesem ungewöhnlichen Drama um eine gescheiterte Dreiecksbeziehung sehen wir Vanity (die Sängerin der Vanity 6) in einer ihrer ersten Filmrollen. An ihrer Seite steht Richard Sargent (The Stepfather) und im Affenkostüm versteckt sich Don McLeod (The Howling). In der Realität verbringen wir nur wenige Minuten und sehen Tanya beim Dreh eines Werbespots für Zahnpasta zu. Hat nichts mit dem Rest des Films zu tun, abgesehen von Erzählungen darüber wie schlecht ihre Beziehung mit Lobo ist. Beweise dafür liefert der Film uns nie, bis auf Lobos schlechtes verhalten in ihrem Traum und alles was im Traum geschieht halte ich nicht für allzu stichhaltig.

Im Traum leben die beiden relativ glücklich auf einer Insel. Tanya ist dann aber doch unglücklich - es wird nicht gezeigt weshalb, die Beiden haben jedenfalls kurz zuvor Sex was sie sichtlich glücklich gemacht hat – und verliebt sich spontan in einen Affen, der sich auch in sie verguckt. Bald bekommt Lobo davon Wind und wird eifersüchtig auf den Affen. Alles was darauf folgt ist dann noch blöder als alles zuvor geschriebene. Lobo schenkt ihr ein Schwein zur Versöhnung, Blue tötet das süße Ferkel und eine von unfreiwilliger Slapstick geladene Schlacht entbrennt.

Somit bestehen die letzten vierzig Minuten dieses Films lediglich daraus wie Lobo immer wieder mit einer Steinschleuder auf Blues Kopf oder seinen kahlen Hintern zielt. Dabei kann noch gesagt werden, dass das Affenkostüm mit großem Abstand das beste und wahrscheinlich einzig gute an diesem äußerst kruden Machwerk ist. Später wird Blue diverse Male gefangen, kann sich aber befreien und bewirft seine Geliebte und seinen Kontrahenten mit unzähligen Kokosnüssen, was zugleich die spannende Klimax des Films darstellt. Letztlich verklemmen die Nüsse sogar die Käfigtür des Bambussprossenkäfigs. Wie aufregend.

Ich weiß wirklich nicht was das hier sollte. Ich hatte ein absurdes Liebesdrama mit viel gekünstelten psychosexuellen Gedöns erwartet oder eine derbe Sexklamotte mit Affenverkehr. Auch ein Horrorfilm mit ekligem Bodyhorror wäre drin gewesen. Vor allem aber hätte ich erwartet das die Träumerei vom Affensex etwas mit Tanyas Psyche zu tun hätte, dass es tierische Instinkte, wilde Fantasien oder sonst was symbolisieren soll. Stattdessen ist da aber keine Moral, nichts was zum denken anregt oder dafür sorgen soll. Der Film hat keine Botschaft und führt nirgendwo hin. So bleibt nur viel Langeweile, einige unangebrachte ausbeuterischen Elemente und unfreiwillige Slapstick, deren Humor genauso fehl platziert wirkt wie alles andere an diesem abstrusen Machwerk.

Das Bild der DVD ist leicht über VHS Niveau. Dabei ist die deutsche Fassung (die etwas eine Minute länger ist) noch deutlich besser als die englische Schnittfassung. Als Bonus befinden sich auf der Disc noch ein eine Bildergalerie.

3 von 10 geduldige Pferde

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