Mittwoch, 12. November 2014

Janosch - Komm, wir finden einen Schatz (Lübbe Audio)

Janosch - Komm, wir finden einen Schatz (Lübbe Audio)

Das Hörspiel "Komm, wir finden einen Schatz", basierend auf der gleichnamigen vierten Geschichte das Illustratoren und Kinderbuchautoren Janosch mit bürgerlichem Namen Horst Eckert. Die Erzählung mit den beiden bekanntesten Figuren des erwähnten Autoren - dem kleinen Bären und dem kleinen Tiger, ist von Lübbe als dramatisiertes Hörbuch inszeniert und folgt den beiden besten Freunden bei der Suche nach dem größten Glück auf Erden.

Das größte Glück also. Was könnte das sein? Gold, Geld und Reichtum natürlich! Genau das denken auch der kleine Bär und der kleine Tiger eines Tages und begeben sich auf eine Reise. Allerdings nicht auf irgendeine schnöde Pauschalreise, sondern eine richtig echte Schatzsuche mit  Boot, Schatzkarte und allem was zwei erfahrene Abenteurer und beste Kumpels für ein solches Abenteuer benötigen. Weit in die Welt hinaus, reisen die beiden Waldbewohner und hier wie dort begegnen ihnen Zeitgenossen, die ihnen etwas über ihr persönliches Glück berichten. Aber von Geld und Gold gibt es keine Spur, bis die beiden, nach einer kalten Nacht, unter dem Baum mit den goldenen Äpfeln erwachen. Reich wie zehn Könige ziehen sie durchs Land, doch macht sie der Reichtum alles andere als glücklich und bringt sogar ihre gute Freundschaft in große Gefahr.

Außerdem sind noch zwei weitere von Janosch berühmten Geschichten enthalten: "Ein Regenauto zum Geburtstag" und "Der Josa mit der Zauberfidel".

Zum Geburtstag schenkt Opa Ferdel dem kleinen August ein Auto. Es ist ein ganz besonderes Auto, das sich nach Wunsch verwandeln lässt - zum Beispiel in eine Gangsterlimousine, ein Rennauto, ein Gemüseauto, einen Krankenwagen oder sogar in einen Hebekran. Zuerst ist das Auto ein bisschen klein, aber wenn es regnet wächst es und lädt zum Einsteigen ein.

Der alte Köhler Jeromir und sein Sohn Josa sind eigentlich die glücklichsten Menschen auf Erden, wenn da nicht dieses eine Problem wäre: Josa ist der kleinste und schwächlichste Köhlersohn, den man je gesehen hat. Eines Tages bekommt Josa eine Zaubergeige geschenkt. Eine Geige, die jeden Zuhörer entweder groß und stark oder aber ganz klein machen kann. Und mit dieser Geige macht sich Josa auf den Weg zum Mond.

Die erste und dritte Geschichte gefallen mir im Hörspiel am Besten, weil sie den frühen Jahren des Autors entspringen. Dadurch entstanden sie zu einer Zeit die noch nicht so sehr von Technik beherrscht wurde und Märchen (in Deutschland auch auf Platte oder MC) bei vielen Kindern beliebt waren. Diese frühen Geschichten haben einen naiven, verträumten Charme der Janoschs Erzählungen zu etwas Besonderem macht. Es geht um die kleinen Dinge, um die benachteiligten Menschen oder einfach darum mit dem glücklich sein zu können was man hat. Genau diese Lektion erfahren Tiger und Bär bei ihrer Suche nach Reichtum, der sie letztlich als Freunde fast auseinander treibt und schließlich zu der Erkenntnis wird, dass ihr Glück in den kleinen Begebenheiten und der Nächstenliebe liegt. Der mittlere Teil um den jungen August entstammt hingegen Janoschs späten Werken aus den neunziger Jahren, die schon stärker durch Motive aus der Moderne geprägt sind und sich auch hier um Hörspiel deutlich weniger märchenhaft anhören.

Die Vertonung ist in allen drei Fällen sehr überzeugend gelungen und bietet eine Reihe talentierter und bekannter Sprecher wie unter Anderem Jürgen Kluckert (Benjamin Blümchen) als Erzähler oder Santiago Ziesmer als der glückliche Maulwurf. Besonders hervorgehoben hat sich der dritte Titel auf der CD in der Geschichte um den jungen Josa gibt es, anders als bei den ersten Titeln, keine Rollenverteilung sondern nur eine Lesung mit passender Geräuschkulisse und entsprechender Musik (inszenierte Lesung). Dazu sollte man wissen, dass grade dem Aspekt der Musik in "Der Josa mit der Zauberfidel" große Bedeutung zukommt und nicht selten schon zu Theater- oder Bühnenadaptionen geführt hat. Aus diesem Gesichtspunkt eine sehr durchdachte und gelungene Entscheidung, die der Erzählung gut gerecht wird.

"Janosch - Komm wir finden einen Schatz" biete klassische Erzählungen des Autoren Janosch mit ihrer bekannten, märchenhaften und oft moralischen Gestalt, die man jedoch selbst heute noch gut nachzuvollziehen versteht. Trotz des schwachen modernen Tracks in der Mitte und den absolut unpassenden Zwischenmusiken, ist das Gesamtergebnis, nicht zuletzt wegen der professionellen Vertonung, eine gute Adaption der Kinderbücher.


7.8 von 10 Giant-Ants vs. Tiny-Horsemen

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