Freitag, 21. November 2014

TKKG - 189 - Iwan, der Schreckliche (Europa)

TKKG - 189 - Iwan, der Schreckliche (Europa)

“Hallo, ich bin verdeckter Ermittler von der Polizei!”

Robert Tschara (Woody Mues) geht gemeinsam mit unseren wackeren Detektiven Tim (Sascha Draeger), Karl (Niki Nowotny), Klößchen (Manou Lubowski) und Gaby (Rhea Harder), dem Mädchen, zur Schule. Wie so oft bekommen die vier wenig detektivisch Wind von den Problemen die Robert plagen. Der hat nämlich vor geraumer Zeit in der Kneipe von Heiner Seidel (Sven Dahlem) mit Glückspiel begonnen. Das der gutmütige Schüler noch nicht volljährig ist, interessiert eine kriminelle Bestie wie den Seidel natürlich nicht. Er hat dem Jungen sogar sein Smartphone abgezogen. Als TKKG versuchen das Handy zurück zu holen beobachten sie das finstere Treiben in der Kneipe. So entdecken sie noch eine viel größere Schweinerei. Plötzlich geht es um illegale Wetten, Spielmanipulation, Drogen und Betrug. Ein weiterer heißer Fall!

Lange hatte ich überlegt, ob man die Reviews zu TKKG nicht einfach schon im voraus schreiben könnte. Schließlich schmiere ich doch eh zu jeder Folge das Gleiche aufs digitale Papier. Die Sprecherleistungen sind routiniert, aber wenig lebendig, die klangliche Untermalung wenig virtuos, aber eben dennoch solide. Die Musiken kennt man aus mehreren Jahrzehnten TKKG und der Fall besteht zur einen Hälfte aus Wiederholungen und zur anderen aus glücklichen Zufällen. Dazu noch doofe Klischees. Ihr kennt es doch alles selbst.

In diesem Fall hätte ich dem Hörspiel allerdings unrecht getan. Nicht, dass es nicht wie immer wäre. Fast alles was ich oben aufgezählt habe ist hier wieder der Fall. Allerdings gibt es kleine Abweichungen oder Kuriositäten. Auffällig waren bei der musikalischen Untermalung ein neuer und ein paar leicht veränderte Melodien. Manche passten, manche nicht ganz so gut, insgesamt aber eine gute Sache. Ansonsten haben wir mit dieser Folge ein neues Level der Plumpheit erreicht.

Stellt euch vor ihr schreibt ein Hörspiel. Wie würdet ihr etablieren wollen, dass es immer mehr Glückspielsüchtige in der Millionenstadt gibt? Genau. Ihr lasst mehrere Charaktere auf die jungen Ermittler zukommen, denen sie dann sagen, sie sollen bloß nie mit Glückspiel anfangen. Sie haben es leider getan und seien mittlerweile sogar süchtig. Es wird aber noch besser, denn selbst der viel zitierte Kommissar Zufall manifestiert sich hier als “Verdeckter Ermittler”. Seine Art der verdeckten Ermittlung ist herrlich. Er geht auf ihm völlig unbekannte Kindergrüppchen zu und sagt ihnen, dass er gerade geheim ermittelt. Dürfen sie aber niemanden weiter sagen. Ist ja schließlich geheim und eigentlich dürften nicht mal sie etwas davon wissen. Insgesamt sind die Dialoge mal wieder unter aller Sau, aber eben auch überraschend gut pointiert, wenn leider auch nicht absichtlich. Dann kommt noch Iwan der Schreckliche ins Spiel. “Der Russe”, der sich als deutscher herausstellt. Außerdem lernen wir noch: “Wer Pech hat, hat am Anfang Glück” und für mich persönlich sehr wichtig: “Spratt’s Hundekuchenfabrik” ist ein durchaus geeigneter Name für einen Tierfuttermittelhersteller.

Ist das jetzt ein gutes Hörspiel? Als ob! Hat es mich unterhalten? Leider irgendwie ja! Und so komme ich einmal mehr zum Ergebnis, dass man diesen Mist eigentlich keinen Kind geben kann, erwachsene mit dem richtigen Humor hingegen sollten sich bespaßen lassen.

6 von 10 Boxkämpfe ohne Regeln

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