Sonntag, 8. Februar 2015

Watchmen: Die Wächter (2009)

Watchmen: Die Wächter (2009)

In einer alternativen Version des Jahres 1985: Ein unbekannter Killer tötet ehemalige Superhelden und Schurken, was Rorschach (Jackie Earle Haley) auf den Plan ruft, ein finsterer Vigilant, der als Einziger der ehemaligen Watchmen, eine Superheldenvereinigung die auf der ersten amerikanischen Superheldenvereinigung, den Minutemen, basiert noch dem Vigilanten Geschäft nachgeht. Rorschach fasst die Bösen Jungs und Mädels auf seine eigene, nicht unbedingt rechtskonforme Art und versucht nun den Tod des Comedians (Jeffrey Dean Morgan) aufzuklären. Bald stellt er fest, dass jemand hinter allen ehemaligen Helden her ist und warnt seine ehemaligen Freunde. Während er jedoch weiter ermittelt scheint die atomare Auseinandersetzung zwischen den USA und der UdSSR endgültig zu eskalieren. Was er und seine ehemaligen Freunde dann entdecken zerstört alles woran sie glauben…

Alan Moores Comicminiserie “Watchmen” gehört ohne Zweifel zu den größten Meisterwerken der neunten Kunst. Für mich ein sehr wichtiger Meilenstein in meinem Leben und ein Comic der mich immer wieder im Denken beeinflusst. Oft habe ich die Hefte wieder in die Hand genommen einzelne Kapitel angeschaut und über ihre Bedeutung nachgedacht, mit Freunden ausschweifend darüber lamentiert und viel Sekundärliteratur konsumiert. Mir ist Watchmen also sehr wichtig. Erstens will ich damit einleiten um klar zu machen, dass ich hier nichts Spoilern werde, zum Anderen deutet es auch an, wie unwahrscheinlich eine positive Meinung dazu ist.

Ich halte Zack Snyders (Sucker Punch) Watchmen für einen handwerklich sehr guten Film. Schwierig ist hier aber schon der dramaturgische Aufbau. Es scheint als gäbe es nur eine sehr schmale Handlung, die nur dazu dient Erinnerungen und Erklärungen zu triggern. Diese stellen dann bis zum Ende die verschiedenen Charaktere vor. Dadurch hat die Handlung zu keinem Zeitpunkt die Geschwindigkeit die es hier manchmal bräuchte. Spannend ist daran aber, dass die meisten Zuschauer davon gar nichts mitbekommen. Die Art wie Snyder erzählt blendet nämlich äußerst gut. Er gibt uns die ganze Zeit über das Gefühl da wäre noch viel mehr und gaukelt wahnsinnig viel Tiefsinnigkeit vor.

Für den Comic stimmt es zwar, aber der Film täuscht über lange Strecken nur vor den gleichen Tiefgang zu haben. Jedenfalls erweisen sich viele Dialoge hinter ihrer cleveren Fassade als recht flach und vielen Momenten hängt dadurch auch etwas unangenehm melodramatisches und kitschiges an. Auch ein paar Plot Holes sind zu entdecken, was aber alles für den normalen Zuschauer nicht wirklich bemerkt wird. Dafür unterhält der Film einfach zu gut und gut sieht es eben auch aus, denn auch wenn ich nicht die beste Meinung über Snyder als Regisseur habe, ist er doch in Sachen Bildkomposition, Schnittrhythmen und Kameraarbeit ein kleiner Goldjunge. Wobei man schon nach den wenigen Jahren klar sagen kann, dass der Zahn der Zeit an den Computereffekten genagt hat.

Comicfans wird aber wohl eher Anderes stören. Es scheint nicht so als ob Snyder Watchmen gänzlich verstanden hätte. Er erweist sich durchaus als Kenner der Materie, legt dadurch auch teilweise den Fokus auf die richtigen Stellen. Jedoch versteht er auch Nebencharaktere manchmal völlig falsch, verfälscht Sinnbilder oder verwässert Botschaften der Vorlage. Das ist auch der Grund warum ich den Film als Filmfanatiker super finde, wenn auch er nach mehrmaligen Sichtungen immer mehr Fehler offenbart. Als Comicfan sind einige Änderungen schmerzhaft und selbst bei dem 165-minütigen Ultimate Cut fehlen noch einige wichtige Details und das Ende ist ziemlich doll verhunzt worden. Objektiv gesehen ein guter Film, subjektiv aber nur eine durchschnittliche Adaption.

Die Darsteller sind dann auch noch ein Streitthema. In den Hauptrollen brillieren Jackie Earle Haley (A Nightmare on Elm Street) und Jeffrey Dean Morgan (Jonah Hex). In den Nebenrollen sind es Stephen McHattie (Red: Werewolf Hunter) und Carla Gugino (Sin City) die für Aufsehen sorgen. Matthew Goode, Patrick Wilson (Insidious) und Malin Akerman hingegen sind nicht immer glaubwürdig und manchmal sogar ziemlich öde. Viel gutes also, aber auch genauso viel nicht so tolles. Den Comic solltet ihr euch bald mal unter Kissen legen und ob ihr dann den Film sehen wollt müsst ihr selbst entscheiden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen