Montag, 17. März 2014

Elfen Lied, Box 2 (Tokyopop)

Elfen Lied, Box 2 (Tokyopop)

Aus einem Hochsicherheitslabor der Regierung konnte eines der dort festgehaltenen Wesen ausbrechen. Lucy, so ihr Name, ist eine der mächtigen Diclonius. Dabei handelt es sich um menschliche Mutationen, mit ganz besonderen mentalen Kräften. Bei ihrer Flucht wurde Lucy verletzt und hat ihre Erinnerungen verloren. Zum Glück ist sie jetzt bei Kota und Yaku untergekommen, bei denen auch das obdachlose Mädchen Mayu und ihr Hund lebt. immer wieder setzt der Institutsleiter Kakuzawa seine militärischen Schergen auf die kleine, wild zusammen gewürfelte Familie an. Nachdem Kakuzawa auch seine Tochter Mariko auf sie hetzt, verweigert Herr Kurama dessen Befehle und schmuggelt den Diclonius Nana aus dem Labor. Auch sie kommt im Haus Kaeda unter, das schon bald erneut attackiert und bald vollkommen vernichtet wird. Werden unsere Freunde diesen ungleichmäßigen Kampf gewinnen können? Wie sieht die gesamte Wahrheit über Lucy aus? Und was wird passieren, wenn Kota erfährt was damals mit seiner Schwester und seinem Vater wirklich geschehen ist.

Die Zweite Box von Elfen Lied enthält die Bände 4-6, wobei es sich dabei jeweils um Doppelbände im Überformat handelt. Ihr bekommt also über 1200 Seiten Manga in einem hübschen Schuber. Der beliebte Mangaka Lynn Okamoto beendet hier seinen modernen Kultmanga mit jeder Menge Drama und natürlich auch Action. Dabei bewegt man sich in einem Science-Fiction, Mystery Rahmen, bei dem aber auch etwas Erotik und natürlich Splatter nicht fehlen darf. In der zweiten Hälfte unterscheidet sich der Manga schon sehr auffallend von der Anime Adaption, was gerade bei der Entwicklung der Charaktere sehr viele Vorteile hat. Diese glänzen hier nämlich mit viel mehr Tiefe, Querverbindungen und interessanten Wendungen. Toll ist unter anderem auch, dass es neben den vielen krassen Szenen auch jedes mal genug Raum gibt um auch leichtfüßige, schöne und manchmal sogar lustige Momente vorweisen zu können. Nach und nach eröffnet man dem Leser neue Erkenntnisse und entblättert so auch die letzten verbliebenen Geheimnisse, wobei sich dann mitunter neue Fragen ergeben, die am Ende jedoch befriedigend geklärt werden können. Das Ende ist jedenfalls gut geraten, lässt nichts offen und führt alles zu einem passenden Finale, bei dem so manches Tränchen vergossen werden darf. Auch nach etwa zehn Jahren noch ein guter Manga, der sicherlich auch noch ein paar Jahre überdauern kann.

Die Optik kann recht wechselhaft sein. Handwerklich ist man durchgängig auf einem soliden Niveau, wenn auch nur in wichtigen Schlüsselszenen offensichtlich wird, wie stark die Zeichnungen eigentlich sind. Die meiste Zeit übt man sich nämlich in purem Understatement. Durch diesen nüchtern, sterilen Stil wirken natürlich die heftigen Gewaltattacken und das Drama umso krasser. Jeder Emotionaler Höhepunkt überfällt den Leser auch optisch und zwischen sehr gewöhnlich gehaltene Seiten kommen so einige sehr schön gearbeitete Kampfszenen deren turbulente Art sehr gut rüberkommt. Aber auch wenn dieser Stil der Dramaturgie ziemlich gut tut, würde ich mir insgesamt doch eine etwas ansprechendere Optik wünschen. Passt so aber eben super und gemeinsam mit den Figuren, die allesamt einen gewissen Widererkennungswert haben, bleibt nicht viel zu meckern. Einer der großen Manga unserer Generation und zurecht so beliebt. Erwachsene Leser sollten daher spätestens bei dieser schönen Sammleredition zugreifen.

8 von 10 Messer im Arm

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