Dienstag, 25. März 2014

Lucky Luke #91 - Ein starker Wurf (Egmont)

Lucky Luke #91 - Ein starker Wurf (Egmont)

Das Leben im Wilden Westen war keine leichte Sache. Und das Leben in Nothing Gulch kann schon mal ziemlich langweilig werden. Wenn man allerdings Lucky Kid heißt und mit seiner Steinschleuder schneller zieht, als sein Schatten, findet man immer etwas zu tun.
So erlebt der Drei-Käse-Hoch, der einmal der bekannteste Held im Wilden Westen werden soll, täglich spannende Abenteuer. Allerdings sehr zum Leidwesen seiner Tante Martha, die dem Bengel ein ums andere mal die Ohren langziehen muss. Doch mit guten Freunden an seiner Seite, findet der Nachwuchs-Cowboy immer neue Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben.

Das letzte Mal, dass ich ein Lucky Luke Album in den Händen hatte (und es auch gelesen hab) ist sicher gute 15 Jahre her. Zwar mochte ich die Geschichten um den einsamen Cowboy, seinem Pferd Jolly Jumper und den Dalton Brüder immer recht gerne, aber wirklich tiefgehend habe ich mich nie mit dem Revolverhelden aus der Feder von Morris befasst.

So war mir dann auch neu, dass es bereits einige Bände von Lucky Kid gibt, die zwar fast ohne Beteiligung von Morris, vor dessen Tod erschienen sind, aber erst später in die Lucky Luke Reihe aufgenommen wurden.
So wie ich das jetzt häufiger gehört hab waren die auch nicht so beliebt, wie die Abenteuer des Erwachsenen Luke und es wurde wohl häufiger bemängelt, dass die Geschichten der Figur nicht über eine Albumlänge tragen.

Somit war ich dann schon ein wenig skeptisch, was mich mit dem neuen Band „Ein starker Wurf“ erwarten würde, ist Lucky Kid doch sofort auf dem Cover zu erkennen.
Nach der Lektüre muss ich aber sagen, dass alles halb so schlimm wie befürchtet war.

Aber der Reihe nach.
Verantwortlich für diesen Band zeichnet sich abermals Zeichner und Autor Achdé, der nach dem Tode Morris‘ im Jahre 2001 die Reihe übernommen hatte.
Er begeht hier nicht den Fehler eine gesamte zusammenhängende Geschichte um den Jung-Cowboy zu stricken (Wie in Band 82: „Am Fluss der rosa Biber“). Vielmehr behält er den in Band 89 („Lucky Kid“) eingeschlagenen Weg bei und präsentiert dem Leser, nach einer 6 seitigen Kurzgeschichte, die einen Link zwischen dem erwachsenen Luke und seinem kindlichen Ich bildet, geht er dazu hinüber , dem Leser kurze, einseitige Strips  zu präsentieren.
Diese Strips werden um eine kleine „Hättest du das gewusst?“ Box am Seitenende erweitert, die wissenswerte Fakten über das Leben im Westen beinhalten.


Für erwachsene Leser ist der Humor oftmals ein wenig zu kindlich und auch die Faktenboxen lesen sich eher so, als zielen sie auf jüngere Leser ab.
Auf der anderen Seite beinhalten diese Boxen auch hin und wieder Aussagen, die mir nicht unbedingt für Kinder gedacht scheinen. Wenn da zum Beispiel der Konsum von Peyote als „Der pure Wahnsinn!“ abgefeiert wird, stell ich mir dann doch wieder die Frage, was Kinder mit der Information anfangen sollen.

Naja wie dem auch sein, für ein kurzes Lesevergnügen reicht das Album aus. Aktuelle Anspielungen auf Politik und Gesellschaft fehlen hingegen, was ein weiteres Indiz dafür ist, dass hier eher die jüngeren Leser zum Zuge kommen sollen, ebenso wie der recht simple Humor, der sich durch die Strips zieht.

Was die Zeichnungen angeht gibt es hingegen wenig zu meckern. Achdé schafft es das alte Lucky Luke Feeling aufrecht zu erhalten und gleitet nicht in zu moderne Interpretationen des Cowboys und dessen Universums ab.
Die Frage die sich bei der Lektüre sowohl der Abenteuer, als auch der Fakten stellt, ist die, für wen eigentlich dieser Comic gemacht ist.
Fans von Lucky Luke können da sicher mal nen Blick riskieren. Diejenigen unter den Fans, die mit Lucky Kid nichts anfangen können, werden sich sicher auch mit diesem Band schwer tun und sollten lieber auf den nächsten „richtigen“ Band warten.

6 von 10 roten Bohnen (dem wahren Feind eines echten Cowboys)

1 Kommentar:

  1. Es ist Jahre her, dass ich das letzte Mal Lucky Luke gelesen habe, daher habe ich mich umso mehr gefreut endlich mal wieder einen Band in den Händen zu haben und bekomme eine Ausgabe mit Lucky Kid, Luky Luke in Kleinformat, als kleiner Junge mit Schleuder anstatt Wumme. Das fand ich erst sehr befremdlich, dann irgendwann lustig. Allerdings sieht das nicht jeder Fan so, im Netz wurde der Comic regelrecht zerrissen von Kritikern, die Lucky Kid gar nicht mögen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir zum Einstieg auch wieder einen Lucky Luke gewünscht hätte, fand das mit Lucky Kid aber trotzdem ganz unterhaltsam und ehrlich gesagt mal was anderes, was für mich Neues. Dennoch hoffe ich, dass der nächste Band wieder mit Lucky Luke und alten Bekannten ist.

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