Mittwoch, 16. Juli 2014

Marvel Graphic Novel: Silver Surfer - Parabel (Panini)

Marvel Graphic Novel: Silver Surfer - Parabel (Panini)

Dieser Hardcoverband enthält Silver Surfer: Parabel #1&#2.

Einige Jahre in der Zukunft ist die Menschheit noch nicht sehr viel weiter als Heute. Doch ein riesige Raumschiff bringt etwas mit sich, was alles ändern könnte. An Bord des gigantischen Weltraumkreuzers befindet sich die größte bekannte Kreatur des Universums. Galactus ist zurück zur Erde gekommen, doch dieses mal versucht er nicht die Welt zu zerstören, sondern lässt sich als Gott der Menschheit verehren. Ein findiger Prediger sieht darin seine Chance sich zum obersten geistlichen der Erde aufzuschwingen. So behauptet er sofort, das Sprachrohr von Galactus zur Menschheit zu sein. Die Menschen beginnen den Weltenfresser zu verehren und als dieser ihnen dann sagt, es gelten keine Regeln mehr, werfen diese alle Moral über die Schulter und beginnen zu plündern und zu morden. Trotzdem halten sie an Galactus fest, nur ein Obdachloser traut sich, gegen den verrückten Führerwahn auszusprechen. Es handelt sich um den ehemaligen Herold von Galactus, den Silver Surfer, der seit vielen Jahren unerkannt auf der Erde als Obdachloser lebt.

Ende der Achtziger Jahre trafen zwei Comiclegenden aufeinander. Marvel Ikone und Aushängeschild Stan Lee machte sich mit Jean Giraud (Die Ferien des Majors), die meisten werden ihn als Moebius kennen, bekannt. Stan Lee sprach über seine Begeisterung für Girauds Zeichnungen in den “Leutnant Blueberry” und schon bald war klar, man wolle gemeinsam ein Projekt angehen. Am liebsten wollte Moebius sich dem Silver Surfer in seinem eigenen Stil widmen und im darauffolgenden Jahr (1988) erschien die zweiteilige Miniserie “Silver Surfer: Parabel”.

Bei der Geschichte handelt es sich einerseits um eine hoffnungslose Zukunftsvision des Marveluniversums und gleichzeitig ist die Handlung wirklich eine Parabel auf blinden religiösen Eifer und eine Kritik daran, wie sehr viele Menschen einen starken Führer wollen und diesen trotz seinem totalitären Führungsstil gerne weiterfolgen. Galactus kehrt als vermeintlicher Gott zur Erde zurück, er nutzt so die schwäche der Menschheit aus, die sich einen Gott wünscht, der stark ist und ihr gleichzeitig jegliche Selbstverantwortung nimmt. Silver Surfers Aufgabe ist es dann, die Menschheit zu retten, auch wenn sie es vielleicht nicht wirklich verdient hat.

Inhaltlich ist diese recht Moebius typische, letztlich für ihn vielleicht aber doch zu brave Science-Fiction Story ziemlich gut. Die Botschaft ist wichtig und wird auf eine leicht melancholische und hoffnungslose Weise rübergebracht, ist manchmal schön philosophisch, clever, aber auch mitunter zu theatralisch. Abgesehen von Letzterem gibt es an der Handlung nicht viel auszusetzen. Vielleicht hätten die Nebenfiguren etwas mehr Profil vertragen können, andererseits sind es nicht mal 50 Seiten Story. Daher passt es auch so.

Vor allem aber sind die beiden Comics optisch ganz klar ein Werk von Giraud. Oftmals ist der Stil recht locker, gibt nicht zu viel auf Details und versucht viel mehr die Sache schwungvoll und interessant zu halten. Wenn es aber sein muss kann das Artwork auch recht sauber und fein werden. Ein chaotischer Unterton ist aber die gesamte Zeit zu sehen und hält alles moebiös. Typisch, wenn auch nicht von Moebius selbst, ist die Kolorierung. Bunte, trotzdem gedämpfte Farben dominieren die Zeichnungen und geben dem Ganzen einen noch spezielleren Look, der sich positiv vom Marvel Rest abhebt und bis heute sehr gut altern könnte.

Die deutsche Übersetzung ist nicht schlecht, schade ist natürlich, dass Moebius die englische Version selbst letterte, was auf deutsch nicht der Fall ist und dadurch nicht mehr ganz so perfekt aussieht. Wirklich stören wird das aber wohl nur die wenigsten.

Beide Hefte werden nun als Hardcover wieder veröffentlicht und durch das viele Bonusmaterial, voller Hintergrundinfos von Giraud persönlich kommt man dann auch wirklich über die normale Dicke eines frankobelgischen Abums. Das Panini, wie auch schon bei diesem Comic hier, so mutig ist die Angelegenheit als Graphic Novel zu betiteln ist schon recht mutig. Trotzdem eine sehr zu empfehlende Angelegenheit und schon allein fürs Bonusmaterial eine Anschaffung wert.

8,4 von 10 angeschossene Schwestern

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