Freitag, 18. Juli 2014

Green Porno (2008-2009)

Green Porno (2008-2009)

Penen und Vaginen: Zwei Wunderwerke der Natur. Tiere unternehmen die verrücktesten Dinge um ihr Sperma in möglichst viele Weibchen zu bringen. Bei Säugetieren ist dieser Vorgang relativ bekannt und kann von Menschen eigentlich auch ganz gut nachvollzogen werden. Bei Spinnen sieht es schon anders aus, wenn das Männchen sich die Hände vollspermt und dann diese Tentakel in seinem Weibchen versenkt, nur um dann schnell zu fliehen, da sonst eine Verspeisung droht, können wir Menschen nur mit den Ohren schlackern. Auch das Liebesverhalten der stinknormalen aber Hermaphroditen Erdwürmern sorgt für staunen wenn sie sich in der 69’er Position betten. Alles kompliziert und meist ist über das Liebesverhalten von Insekten und Fischen nur wenig bekannt, dafür gibt es zum Glück aber Isabella Rossellini, ehemaliges italienisches Supermodel und Filmstar aus “Death Becomes Her”, sie ist sich nicht zu schade in Gummi- und Pappkostüme zu schlüpfen, egal wie albern sie aussehen mögen und dann mit riesigen Pappmache Insekten deren Liebesspiel nachzustellen.

Isabella Rossellini wurde vor allem dank ihres Aussehens zum Star. Nun nicht mehr ganz das junge Fleisch, das man in Hollywood erwartet schafft sie sich neue künstlerische Betätigungsfelder, die vermutlich spannender als alle ihre vorherigen Projekte gesammelt sind. “Green Porno” ist eine Sammlung knapper Kurzfilmchen, in denen sie drei Staffeln lang in jeweils circa drei Minuten vom Sexualleben der Krabbeltiere, später auch Fischen und dann in der dritten Staffel dann auch der Meeresbewohner die wir verspeisen, erzählt. Dies geschieht allerdings nicht einfach nur in einem ganz normalen dokumentarischen Stil.

Die Kurzfilme in denen sie nicht nur die Hauptrolle und Erzählerin mimt, geben sie auch als Regisseurin, Autorin und Produzentin an. Wirklich kurios ist dann aber erst die Art wie das wissenswerte über die Tierchen vermittelt wird. In jedem der Kurzfilme schlüpft sie persönlich in die Haut der gezeigten Tiere. Dazu schlüpft sie in Insektenkostüme aus ausgeschnittenen Pappteilen, Gummi, Müllsäcken, Styropor und ähnlichem. Sieht natürlich total müllig aus, wenn man so was aber in Zusammenarbeit mit dem Sundance Channel macht, wird es als Kunst angesehen, was es vermutlich auch irgendwie ist.

Gleichzeitig ist es aber auch sehr informativ und ulkig. Und gerade weil es so unfassbar albern wirkt merkt man oftmals gar nicht, wie man belehrt wird. Letztendlich also ziemlich effektiv. Ulk ist es aber trotzdem, auch unfassbar kindisch und voll mit billigem Humor. Nimmt man aber alles zusammen überwiegt hier der Spaß und die absolut einmalige Präsentation und die merkwürdige Faszination die von ihr ausgeht - nicht nur die Kostüme, sondern auch Rossellinis Schauspiel ist vollkommen lachhaft und wahnsinnig - machen jedes mal Lust auf mehr und zwingen quasi zum dranbleiben.

Einziger Makel ist vermutlich die dritte Staffel, in die eine umweltbewusste Botschaft fließt, die einerseits zu begrüßen ist, aber durch kleine Rahmenhandlungen das große Konzept zu sehr durcheinander bringt. Hinzu kommen noch reale Tieraufnahmen mit dem Tierfilmer Claudio Campagna, die der Sache weiterhin Tempo und Eigenständigkeit nehmen. Am Ende kommen dann auch noch ein paar Stockpuppen zum Einsatz. Nicht nötig aber nun gut.

Alle drei Staffeln sind gemeinsam auf DVD erschienen. Die DVD ist voll mit Bonusmaterial und dem ganzen liegt noch ein Buch bei, das die einzelnen Folgen zum Teil noch komplimentiert. Eine verrückte Angelegenheit und ein Tipp an die, die es merkwürdig mögen. Wer eher normale Sehgewohnheiten hat, sollte aber die Finger davon lassen.

8 von 10 gestapelte Männchen, die zu Weibchen werden

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