Samstag, 13. September 2014

JLA - Erde 2 (Panini)

JLA - Erde 2 (Panini)

Die JLA konfrontieren Lex Luthor, da sie glauben, dass er für einen Flugzeugabsturz verantwortlich ist. Schnell merken sie, dass es nicht derselbe Lex ist, den sie kennen. Luthor erklärt ihnen, dass er aus einem anderen Universum, von einer anderen Erde kommt. Diese hier, die Welt der JLA, nenn er daher Erde 2.
In seiner Welt regiert Das Crime Syndicate of America, deren Mitglieder böse Spiegelungen der JLA Helden darstellen. Lex ist auf diese Welt gekommen, um die JLA um ihre Hilfe im Kampf gegen das Crime Syndicate zu bitten. Superman und Co willigen ein, doch ganz so leicht, wie sie glauben wird es dann doch nicht.

Grant Morrison die Zweite. Nachdem ich gerade erst „Batman: Gothic“ gelesen hatte, flatterte mir „JLA – Erde 2“ ins Haus.
Der Titel lädt natürlich dazu ein Verwirrung zu stiften, so wie es auch sicher Morrisons Absicht gewesen sein dürfte. Handelt es sich doch hierbei nicht, um das bekannteste Paralleluniversum von DC. Die Schauplätze sind in diesem Fall Die reguläre Erde 1 mit den bekannten DC Helden, sowie die sogenannte Erde 3 aus dem Silver Age der Comics.
Der Titel erklärt sich somit aus Sichtweise Alexander Luthors, der Erde 1 von seinem Standpunkt aus, natürlich als Erde 2 betrachtet

Morrison macht sich also daran, dem alten Konzept der Spiegelwelt neue Aspekte abzugewinnen.
Dazu gibt er zunächst den Charakteren ein kleines Update. So ist beispielsweise Johnny Quick, das Erde 3 Spiegelbild von Flash, ein Junkie, der nur mit Hilfe von Drogen seine Geschwindigkeit aufrecht erhalten kann.

Zu diesen charakterlichen Updates gibt Frank Quitely auch seine visuellen Neuerungen zum Besten. Während Ultraman (Supermans Spiegelbild) seinem Erde 1 Original noch recht ähnlich sieht, dürfte Owlmans (Batmans Gegenstück) Outfit einen nicht geringen Einfluss auf das Kostüm von Nite-Owl aus Zack Snyders Watchmen-Verfilmung gehabt haben.

Die Story ist in ihrer Grundidee recht simpel, jedoch schafft Morrison es mal wieder mehr rauszuholen.
Die Aussagen zu Gesellschaftlichen Themen und die hergestellten Bezüge sind wieder wunderbar in den Kontext verwoben und nach der Lektüre des Bandes wird so mancher sagen, dass diese Themen so offensichtlich schon immer da waren und warum denn vorher noch nie jemand darauf gekommen ist, sie so in die Geschichte einzuflechten.
Das ist die Stärke Morrisons. Er beobachtet sehr genau und schafft es, eben diese Punkte, die im Nachhinein jedem Leser einleuchten, aufzugreifen und zum Gegenstand seiner Stories zu machen.

Unterstützt wird Morrisons Geschichte von Frank Quitelys Zeichnungen. Ich bin immer Fan davon, wenn die beiden zusammenarbeiten und ich mag Quitelys sehr eigenen Stil sehr gerne.
Hier stört mich allerdings, dass die Charaktere insgesamt ein wenig zu massig sind. Gerade bei Wonder Woman/Superwoman fällt das sehr auf, die eher nach Gewichtheberin aussehen.
Andererseits stellt das auch einen begrüßenswerten Bruch mit dem bekannten Pin-Up Stil dar, sollte daher also nicht einfach so als misslungen abgetan werden.
Auch die Designs der Parallelwelt Superwesen sind gelungen. Oftmals sind die Veränderungen nicht groß, aber doch recht effektiv.

„JLA – Erde 2“ ist definitiv einen Blick wert und wer, wie ich, sowieso gerne Grant Morrisons Geschichten liest, wird auch hier sicher nichts verkehrt machen.

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