Donnerstag, 29. Januar 2015

Mark Brandis - 30 - Planetaktion Z (Folgenreich)

Mark Brandis - 30 - Planetaktion Z (Folgenreich)

Zu Beginn des 22. Jahrhunderts entdeckten Wissenschaftler der VEGA einen Zusammenhang zwischen Fremdenfeindlichkeit und dem sogenannten Schiltmann-Gen. Dadurch konnte man, nur durch eine kleine genetische Veränderung, die noch im Mutterleib durchgeführt werden kann, jeglichen Rassismus von Geburt an aus den Menschen bekommen. Durch die IPEXT, die Initiative zur pränativen Eindämmung xenophober Tendenzen, wurden bald alle Bewohner der Erde gegen Rassismus geimpft. Damals dachten die Forscherinnen noch, sie hätten Fremdenhass somit für immer besiegt, doch sie haben sich fataler Weise völlig auf ihre Gen-Technik verlassen ohne die Langzeitwirkung abzuwarten. So rächt sich diese einseitige und falsche Vorgehensweise, denn als plötzlich Rassismus wieder einen festen Platz in der Gesellschaft einnimmt, haben die staatlichen Organe keine Antwort darauf. Bald wiederholt sich die Geschichte erneut und es gibt erste Pogrome und sogar Deportierungen. Die antitziganistische Welle erreicht bald auch Mark Brandis (Michael Lott) und vor allem Teile seines Teams.

Erstmal muss man in dieser Folge mit dem Fiction Anteil klarkommen. Ein Rassismus-Gen, dass man einfach blockieren kann ist dann doch mal sehr deutsch. Gerne erklärt der Deutsche warum andere genetisch minderwertig sind und das Trotz seinem eigenen Rassisten-Gen (auch Sarrazin-Gen genannt) und dem beinahe genauso schlimmen Mitklatsch-Gen. Jedenfalls weckt eine genetische Erklärung für Probleme wie Rassismus gerade mit unserem historischen Background schlimme Erinnerungen. Am Ende wird ja aber auch offensichtlich, dass gegen Intoleranz und völkischen Mist keine Spritze hilft, sondern vor allem ein offenes Weltbild und Kinder, die ohne rassistische Ressentiments oder dergleichen aufwachsen.

Zuerst stimmte mich der Inhalt also etwas negativer, die Botschaft der Folge ist am Ende dann doch ziemlich stark und warnt davor das Geschehene erneut geschehen zu lassen. Bei Themen wie Deportierungen und offenem Rassismus, in diesem Fall gegen die Tzigan und somit auch gegen Mark Bandis Freund Grigori “Grischa” Romen (David Nathan), ist natürlich keine gute Laune angesagt, wodurch die 30. Episode nach den eher locker unterhaltenden Raumkadett Folgen, ein wahrlich harter Brocken geworden ist. Vermutlich auch eine der Folgen, die inhaltlich am schwersten zu verdauen sind. Aber genauso mag ich echte Science.Fiction und in diesem Fall ist die Handlung so stark geraten, dass man das Hörspiel durchaus mehrere Male anhören kann ohne sich zu langweilen.

Somit ist auch diese Folge erneut nicht nur technisch auf höchstem Niveau, sondern kann auch beim inhaltlichen Anspruch der Konkurrenz größtenteils uneinholbar davonlaufen. David Nathan führt in seiner Hauptrolle konsequent und gekonnt wie immer durch die 78 Minuten des Hörspiels, währenddessen Michael Lott nur eine kleinere Rolle als gewohnt einnimmt. Aber auch in der kann er überzeugen, ebenso wie der Rest der Sprecher. Atmosphärisch dicht, musikalisch auch immer bestens abgestimmt. Nichts zu meckern. Tolles Hörspiel und ein Zeichen dafür, dass auch Anspruch und Hirn ziehen kann.

9 von 10 unfreiwillige Kolonialisten

Kommentare:

  1. Wurde ja auch Zeit. Habe mich schon auf die nächste Folge gefreut. Meine Lieblingsfolge ist und bleibt aber immer noch: Vorstoß zum Uranus Teil 1, also Folge 7. Es geht auch sehr gut ohne MB. Die dämlichste, oder die wo eine sehr gute Folge hätte draus werden können : Pilgrim Teil 1 und 2 (Folge 11 und 12). Aber ich will ja nicht meckern, schön das es wieder eine neue gibt.

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  2. Hää, wer wie was ist vorbei. Geht die Serie zu Ende oder was?

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