Montag, 5. Januar 2015

Space Mutiny (1988)

Space Mutiny (1988)

Von Generation zu Generation leben Menschen auf dem gigantischen Schiff Southern Sun. Ein Raumschiff so groß wie eine Millionenstadt, auf dem Weg durchs All, stets auf der Suche nach einem Planeten, den sie besiedeln können. Viele Generationen von Menschen werden dadurch niemals auch nur einen Fuß auf festen Boden stellen. Klar, dass so was nicht bei allen, teils unfreiwilligen Passagieren, für Begeisterung sorgt. So kommt es zu einer Meuterei, bei der Elijah Kalgan (John Phillip Law) zusammen mit einigen Weltraumpiraten eine Verschwörung plant um das Schiff ins nahegelegene Corona Borealis System zu steuern. Dort soll dann sogleich ein Planet kolonialisiert werden. Natürlich will sich die Besatzung, unter anderem ein Tapferer Recke Namens Dave Ryder (Reb Brown) so was nicht gefallen lassen und kämpft gegen die Piraten und ihre Sabotageanschläge an.

Huch! Da habe ich es doch glatt vermisst etwas zu “Space Mutiny” oder “Mutiny in Space” zu schreiben. Dabei haben ich diesen Sci-Fi Kulter doch schon oft genug zu sehen um all die kleinen dummen Momente auswendig zu können. Aber ganz von vorn:

Bei dieser Meuterei im Weltraum handelt es sich um einen ultra billigen Science-Fiction Film aus Süd Afrika. Schon kurz nach Beginn der Dreharbeiten musste der ursprüngliche Regisseur David Winters die Dreharbeiten abbrechen, da es einen Todesfall in seiner Familie gab. Neal Sundstrom (Howling V) , der für ihn übernahm, hatte aber entweder keine Lust oder schlicht und ergreifend einfach verschwindend geringes Talent. Winters war das fehlerhafte und hingeschluderte Ergebnis so beschämend, dass er nur unter dem beliebten Pseudonym Allan Smithee genannt werden wollte. Vertragliche Restriktionen hielten ihn jedoch davon ab, sodass er sich zumindest als Co-Regisseur zur Meuterei auf der Southern Sun bekennen musste.

Was sein Kollege Sundstrom getan hat, war wirklich unter aller Sau. Der Film an sich hatte eh schon so gut wie keine Chance. Aber allein durch die vielen Anschlussfehler macht sich das Kunstwerk völlig lächerlich. Zum Beispiel setzen Leichen zwischen den Szenen ihre Brille wieder auf oder Drinks wechseln zwischen zwei Schnitten einfach mal ihre Farbe. Am besten ist aber der Tod von Lt. Lemont (Billy Second). An sich ist ihr Tod nicht sonderlich Spektakulär, lustig wird es erst wenige Minuten danach, denn dann sitzt sie plötzlich wieder im Hintergrund an ihrem Schreibtisch. Genauso gibt es auch eine Szene in der Wachen einen Kampf beobachten der erst viel Später in der Story entbrennt.

Winters selbst hat aber genauso viel Müll gemacht. Zum Beispiel wackelt das Set die gesamte Zeit über. Ständig wird jemand geschubst und dann wackeln mal die Stahlwände des Raumschiffes. Dazu kommt noch ein futuristisches Fortbewegungsmittel, das sehr klar nur eine umgebaute Kehrmaschine ist. Sein größter Fauxpas ist jedoch die Dreistigkeit mit dem Licht. Ständig strahlt nämlich Licht durch die Raumschiffräume, die auffällig stark an karge Büroräume erinnern. Dies sollte durch eine Farbkorrektur bei der Filmentwicklung korrigiert werden, hat man aber vergessen. Dann hat Kameramann Vincent G. Cox (Der Trollkönig) darum gebeten im Film vielleicht eine Erklärung des Lichts zu geben, ein Satz über die Helligkeit des Antriebs hätte da ja schon gereicht, was Sundstrom jedoch nicht einsehen wollte.

Abgesehen davon ist auch der Plot ganz großer Müll und wenn die grottigen Darsteller, ihren albern peinlichen Kostümen dann auch noch versuchen ihre Arbeit ernst zu nehmen wird es richtig albern. Reb Brown (Captain America) ist natürlich trotzdem wie in jedem anderen seiner mülligen Auftritte eine klare Bereicherung und auch wenn John Phillip Law (Sindbads gefährliche Abenteuer) hier wirklich schrecklich ist, ist er doch ein Schauspieler der für seine älteren Arbeiten Respekt verdient hat.

Ach, was ich noch vergessen habe. Die Weltraumszenen und Space Gefechte sehen recht cool aus und werden mit detaillierten Miniaturen ausgefochten. Verwundert einen nur so lange, bis man erkennt, dass es sich dabei um Szenen aus “Battlestar Galactica handelt. Famos!

Den Film gibt es übrigens auch in einer MST3K Version. Allerdings werden die Meisten eh nur diese kennen. Es sei euch gesagt, dass sich auch die unkommentierte Version sehr lohnt, da der Film sich eigentlich schon selbst zu genüge in den Dreck zieht.

2,5 von 10 stotternde Lacher

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