Sonntag, 10. Mai 2015

Opus #2 (Carlsen Manga)

Opus #2 (Carlsen Manga)

Als Erschaffer der Mangareihe “Resonance” hat Chikara Nagai seine besten Zeiten hinter sich. Die Verkaufszahlen seiner Sammelbände gehen immer weiter zurück und um sie noch ein letztes mal anzukurbeln versucht er noch einmal Aufmerksamkeit durch den Tod einer seiner Hauptfiguren zu bekommen. Daraus wird jedoch nichts, denn die fiktiven Figuren haben durch ihre übernatürlichen Fähigkeiten Wind von ihrem Erschaffer bekommen und holen ihn in seine eigene Kreation. Dort steht er nun genauso wie seine erschaffene Welt vor dem Exitus. Aber auch in der Realität ist er nicht mehr sicher. Immer mehr verschmelzen Realität und Fiktion und wenn es schlecht läuft ist Beides in Gefahr. Nun muss er mit seiner eigenen Vorstellungskraft einen Handlungsverlauf erdenken, der ihn und seine Figuren doch noch zu einem versöhnlichen Ende verhelfen kann.

Weiter geht es mit Satoshi Kons verworrenen Manga-Meta Geschichte. Wie schon im ersten Band führt uns der Ausnahme Regisseur gekonnt durch seine verschachtelte und verworrene Reise durch Fantasiewelten und Realitäten. Schade das diese mitreißende Geschichte schon nach zwei schmalen Bänden vorbei war. Und leider ja nicht einmal das, denn der zweite Band schließt die Geschichte mit dem letzten Kapitel zwar ab, jedoch einerseits nur im Schnellverfahren und sicherlich nicht so, wie es sich der Mangaka erwünscht hatte. Zudem bekommt ihr das letzte Kapitel nur als halbfertige skizzierte Version, da das Magazin in dem Opus erschien leide vor Beendigung der Geschichte abgesetzt wurde. Letztlich passt der Umstand aber eigentlich auch perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Die ist ein cooles Verwirrspiel eine Jagd durch verschiedene Realitäten, die die Leser durchgängig fordert. Dazu kommt ein starkes Artwork, das mitunter gut mit Lesegewohnheiten spielt und einige optische Tricks auf Lager hat. Schade dass Opus nie zu dem großen Werk werden konnte das sein sollte. So wird der Manga aber wohl für immer als einer der wirklich guten und unbekannten Klassikern des Mediums zum Kulthit avancieren. Sicherlich nichts für jeden, aber dafür etwas besonderes.

8 von 10 Papierdrachen

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