Dienstag, 10. Dezember 2013

Castle Freak (1995) [cmv-Laservision]

Castle Freak (1995) [cmv-Laservision]

John Reilly (Jeffrey Combs), amerikanischer Trinker und Familienvater hat geerbt. Und zwar richtig gut. Unter seiner zittrigen Fuchtel steht nun eine Burg in Italien. Die soll auch zugleich mit seiner Frau Susan (Barbara Crampton) und der gemeinsamen Tochter Rebecca (Jessica Dollarhide), die im übrigen blind ist, erkundet werden. Die Stimmung ist aber von Anfang an sehr gedrückt, da John eine große Schuld trägt. Eines Tages für er nämlich mal wieder mit dem Auto obwohl er besoffen war. Dabei verursachte er einen Unfall, bei dem nicht nur sein kleiner Sohn ums Leben kam, sondern auch Rebecca erblindete. Findet seine Frau natürlich nicht so toll und auch wenn’s jetzt schon ein wenig her ist, schmiert sie ihm das immer noch aufs Brot.

Schon in der ersten burgischen Nacht hört Rebecca komische Geräusche, gesehen hat sie aber nichts. Dafür behauptet sie nun es gäbe ein fieses Monster in den tiefen Kerkern der Burg. Die Polizei glaubt allerdings nicht an einen Eindringling. Dafür glauben sie bald etwas ganz andres. Betrunken schleppt John eine Prostituierte in den Keller seines Anwesens und vernascht sie dort auch. Danach verschwindet sie blöderweise und wie der Zufall es will, hat der örtliche Bulle ein Kind mit der Prostituierten und ist nicht gerade darüber erfreut zu hören, dass John der letzte war, der sie lebend gesehen hat. Na ob es wohl einen Castle Freak gibt, der für Geräusche samt entwendeter Nutte zuständig ist?

Gemeinsam mit dem Full Moon Produktionsteam von Charles Band machte sich Stuart Gordon auf nach Italien, wo ihm eine alte Burg aus dem 12. Jahrhundert als stimmungsvoller Drehort diente. Wie auch schon vorher bei “From Beyond” oder “Re-Animator”, diente ihm auch hier eine Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft als Vorlage. Diesmal handelte es sich dabei um “The Outsider”. Aber auch dieses mal hält er sich nur sehr am Rande an die Vorlage und füllt den Rest mit grafischer Gewalt und nackten Tatsachen aus. Man weiß ja was das Publikum will. Trotzdem macht der Film keinen zu exploitativen Eindruck und der Inhalt ist weniger campy als man vom Cover her denken würde.

Mehr als eine kleine Bespaßung für nebenbei ist dann aber doch nicht draus geworden und Gordon hat auch schon kurzweiligere Sachen gefilmt. Die Handlung ist nichts weiter besonderes und hat an sich nur altbekannte Versatzstücke aus der Ecke “unbekannter Mörder”, “Spukschloss” und dergleichen zu bieten. Nur “blinde Tochter”, “betrunkener Vater” und “Castle Freak” machen aus dem Streifen noch was besonderes. Letztere ist an sich eigentlich gar nicht so besonders, das Make Up und die zügellose Darstellung durch Johnathan Fuller (Meister des Grauens) holen aber gerade im Finale noch ordentlich was aus dem Teil raus.

Aber auch der Drehort wurde schön in Szene gesetzt und insgesamt macht Gordon schon ein paar hübsche Sachen mit dem kleinen Full Moon Budget. Bei der musikalischen Untermalung konnte man sich erneut auf Richard Band (Troll) verlassen. Solide Musiken, vielleicht nicht die stimmungsvollsten Kompositionen die man je von ihm gehört hat, aber trotzdem eine ordentliche Leistung. In der Hauptrolle ist Jeffrey Combs (Haunted Hill) mit von der Partie, der ja unter der Leitung von Gordon schon diverse mal gute Leistungen erbracht hat, was hier nicht anders ist. An seiner Seite steht Barbara Crampton (Robot Wars), die ja auch keine neue im Full Moon / Gordon Umfeld war. Der restliche Cast besteht beinahe nur aus ortsansässigen italienischen Darstellern, allesamt meist okay, positiv tut sich da allerdings niemand hervor.

Schaubarer Schloss Schocker, der aber nicht an die weiteren Werke Gordons herankommt. Wer die schon gesehen hat, wird Castle Freak einfach nachlegen können und schon seinen Spaß damit haben. Vor allem das Finale fand ich recht packen, bis dahin hat die Geschichte leider ein paar schwache Momente.

Die Blu-ray von cmv kommt als hübsch anzusehendes Digipack mit guter Bild und Ton Qualität. Somit habe ich den Film auch zum ersten mal in seinem eigentlichen Format sehen können, da ich bisher nur die 4:3 VHS Variante kannte. Als Bonus liegen der Veröffentlichung die dazugehörige Videozone und der Originaltrailer bei. Dazu kommt noch eine Umfangreiche Bildergalerie, sowie Trailer zu “Basket Case”, “Bloodnight“, “The Boogey Man” und “Puppet Master” . Außerdem lag bei mir noch  “Haunting Fear” aus der Trashcollection bei.

6 von 10 kleine Pullermänner

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