Freitag, 13. Dezember 2013

Die Zwerge #1: Tungdil (Splitter)

Die Zwerge #1: Tungdil (Splitter)

Die Heimat der Zwerge liegt verborgen umgeben von Gebirgen in einem großen Tal gelegen. In diesem befinden sich die fünf Reiche der Zwerge, die nur über fünf Bergpässe betreten werden können. Bisher war ihr Land daher fast unmöglich zu erobern und sie konnten jede Gefahr abwehren. Jetzt steht es aber so schlecht um die Zwerge wie noch nie. Gleich drei mächtige Feinde, nämlich die Orks, Trolle und Oger haben sich zusammengeschlossen und greifen die Zwerge zur selben Zeit an. Die Situation am Steinernen Torweg wird immer brenzliger und das Tote Land breitet sich weiter aus. Auch die Menschenreiche stehen unter Beschuss, denn sie werden von den Albae, den bösen Abkommen der Elben belagert.

Völlig unbeteiligt an all diesen Schlachten ist der Zwerg Tungdil Bolofar. Als Findelkind wurde er von seinem menschlichen Ziehvater Lot-Ionan aufgezogen, der ihm alles wichtige beibrachte, ihm allerdings nichts über seine unbekannte Herkunft und Clanzugehörigkeit sagen konnte. Sein Abenteuer beginnt an einem ganz normalen Tag. Er soll einen alltäglichen Botengang für Lot-Ionan erledigen, doch der Zauberschüler dem er einige Zauberutensilien vorbeibringen sollte ist nicht zu Hause. Wild entschlossen seine Aufgabe trotzdem zu erfüllen, macht er sich auf sogleich auf die Suche. Und so beginnt eine Reihe von Ereignissen, die sein Leben für immer verändern werden.

1999 erschien der Fantasyroman “Die Orks” aus der Feder des britischen Autors Stan Nicholls. Der Erfolg der Geschichte führte nicht nur zu Fortsetzungsromanen, sondern auch einer kleinen Welle von Völkerspezifischen Fantasygeschichten, wie “Die Elfen” von Bernhard Hennen oder Christoph Hardebuschs “Die Trolle”. Der erste deutsche Autor der sich von Nicholls inspirieren lies war Markus Heitz, der 2003 mit seinem ersten Zwergenroman “Die Zwerge” große Erfolge feiern konnte. Eine Verfilmung des Stoffes stand länger im Raum, diese Pläne scheinen zur Zeit aber aufgegeben zu sein und so gab es bisher neben Romanfortsetzungen, einem Hörbuch und einer inszenierten Lesung keine weiteren Adaptionen.

Nun wird das Zwergenuniversum allerdings um eine Comicreihe erweitert, die auf vier Alben angelegt wurde. Ans neue Medium angepasst wurde der Stoff vom Texter Yann Krehl, der bisher neben mehreren Kai Meyer Geschichten auch eine eigene Comicgeschichte für Zwerchfells “Die Toten” hervorgebracht hat. Es ist nun zwar schon ein paar Jährchen her, als ich zum letzten mal den Roman über die Zwerge in der Hand hatte, soweit ich es jetzt aber beurteilen kann, wurde die Geschichte recht authentisch ins neue Medium übertragen. Ein paar Kleinigkeiten gehen bisher zwar schon verloren, aber ein Comic ist nun mal kein Buch. Vermutlich hätte man aber noch etwas mutiger kürzen müssen, denn recht schnell fällt die Textlastigkeit der Geschichte auf.

Einige Seiten sind leider einfach zu überladen mit Text und nehmen dadurch nicht nur gänzlich das Tempo und die Energie aus dem Leseverlauf, sondern wirken zunehmend ermüdend. Jedenfalls geht es mir dabei so. Vor allem wenn so viel Text auf dominierende Widescreen Panel trifft wirkt es zwar cineastisch, aber auch steif. Meiner Meinung nach brauchen gerade Dialoglastige Seiten mehr Panel um Schwung reinzubringen. Gerade mit kleinen Bewegungen und einem geschickteren Spiel mit Mimik und Körpersprache, auch neben dem heroischen Posen wäre da wohl mehr drin. So ist es teilweise eher anstrengend zu lesen.

Ansonsten wird den meisten Interessierten die Handlung schon bekannt sein. Schließlich ist der Roman in Fankreisen recht positiv aufgenommen worden und auch ich mag die Handlung. Auch wenn sie zugegebenermaßen nur wenig originell oder was besonderes ist. Die Charaktere sind aber nicht schlecht und die Welt ebenso.

Che Rossié versucht sich hier an seinem ersten kommerziellen Comic und hat eine zum Teil verdammt gute und zum anderen Teil, leider ziemlich uninteressante Arbeit abgeliefert. Zwerge, Orks, Trolle und alles andere phantastische sehen ziemlich cool aus. Genauso gefällt Architektur der Zwerge. Andererseits sehen Menschen und Elben vollkommen seelenlos aus, gerade wenn man sie mit den zwergischen Hauptfiguren vergleicht. Allein was für Welten zwischen der Mimik oder dem Detailgrad der Rüstung zwischen beiden liegen ist heftig. Überhaupt haben es die Nebenfiguren ziemlich schwer und fristen ein sehr vernachlässigtes Dasein. Zu guter letzt sind auch die Action und die Gewaltdarstellung ziemlich plump und meist zu starr geraten. Teilweise erreicht er aber die Qualität des Covers und auf diesen Seiten bringt der Comic ziemlich viel Spaß. Insgesamt aber nur ein mittelmäßiger Comic.

5,3 von 10 untote Widersacher

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