Donnerstag, 26. Dezember 2013

Der Weihnachtswunsch (1950) [Schröder Media]

Der Weihnachtswunsch (1950) [Schröder Media]

Die Amendola Familie, bestehend aus Mr. Louie (Jimmy Durante), seiner Frau (Queenie Smith) und der gemeinsamen Tochter Rosalinda (Terry Moore) ist gerade aus ihrer Wohnung geflogen. Zum Glück finden sie aber schon sehr bald eine neue Wohnung. Auch wenn die Bude der Dingles ziemlich heruntergekommen ist, haben sie diesen Winter aber wenigstens ein Dach über den Kopf. Trotzdem fehlt es ihnen an Geld, ihr wisst vermutlich alle selbst wie schwer es ist als menschliche Pyramide Geld zu verdienen. Auch mit ihren Vermietern vertragen sie sich nicht allzu gut, obwohl ihre Kinder bald ein wenig anbandeln. Doch dann passiert ein Wunder. Mrs. Amendola betet eines Abends, woraufhin plötzlich Geld von der Decke fällt. Was zuerst wie ein Geschenk Gottes aussieht, ist in Wirklichkeit nur ein dressiertes rotes Eichhörnchen im knappen Kleidchen, das den Reichtum der Vermieter an die Mieter weitergibt. Und so beginnen die Amendolas in Saus und Braus zu leben.

Alle Protagonisten dieses Films sind verdammte Arschis. Na gut nicht alle. Das dressierte Eichhörnchen, übrigens überraschend gut als Stop Motion Effekt umgesetzt ist putzig. Alle anderen sind aber eigentlich nicht unbedingt gute Menschen. Papa Amendola verballert all sein Geld schamlos, er kauft sich sogar ein Eisbärenfell mit eingebautem Radio. Dieses Fell kann übrigens auch selbst dann nicht wieder verkauft werden, als sie erneut zu verarmen drohen. Schließlich “trat die Musik erst durch dieses Radio in ihre Hütte”. Na dann. Die Mutti hingegen betet immer wieder zu Gott, der angeblich genau wissen soll, wie schwer es ist als menschliche Pyramide Geld zu verdienen. Halte ich persönlich für fraglich, lustig finde ich diese Vorstellung aber schon. Vielleicht hat Gott ja irgendwann als menschliche Pyramide sein Geld verdient und dabei mit Baby Jesus und Baby Moses jongliert. Jedenfalls betet sie auch dann noch für Geld, als sie eigentlich schon lange auf eigenen und vor allem reichen Füßen stehen könnten. Dann ist da noch die Tochter, die aber selbst ziemlich doof ist. Der Dingles Sohn macht ihr schöne Augen und alles was sie tut, ist dem netten jungen Mann, übrigens der einzige im Film der Ideale hat und verfolgt, seine Noten zu klauen und einem Verleger aus Hollywood zu verkaufen, der ihr verspricht sie ganz groß raus zu bringen. Die Dingles sind auch Geld geil, verlieren ihre Kohle aber ja auch andauernd durch die Pfoten des Hörnchens verlieren.

Ihr merkt schon das der Film nur wenig weihnachtlich geraten ist. Dafür aber ganz amüsant. Es lernt aber niemand wirklich etwas. Die Amendolas waschen sich ein wenig rein, indem sie das Haus der Dingles wieder aufbauen nachdem es abbrennt. War ja aber eh deren Geld. Außerdem wird der Musikdiebstahl am Ende irgendwie auch okay und selbst das dressierte Eichhörnchen bekommt am Ende einen neuen Job. Es wird also alles irgendwie gut, aber auch wenn die Familie das Haus baut und was für Kinder spendet ändert es ja nichts daran, dass sie mehrere tausend Dollar ausgegeben haben, die ihnen nicht gehört haben. Die Moral dieses Weihnachtsfilm ist also, dass man gut verarschen darf und auch sonst alle sieben Todsünden begehen kann, solange man am Ende glück hat und ein wenig von dem Eichhörnchen Geld zurückgibt. Kann ich mit leben.

Eigentlich erschien der Film einst unter dem Titel “The Great Rupert”, also benannt nach dem Eichhörnchen. Vor 10 Jahren veröffentlichte Fox den Film erneut unter dem Titel “A Christmas Wish” worauf wohl auch der aktuelle deutsche Titel basiert. Es gibt schon einige lustige Momente und das Stop Motion Eichhörnchen sieht nicht schlecht aus. Nur als Weihnachtsfilm funktioniert das Ding absolut nicht, ist aber verzeihlich. Dafür ist Cast und Crew nicht verkehrt. Viele Namen sind mir jetzt spontan nicht bekannt, aber Regisseur Irving Pichel ist mir auch als Regisseur bei “Endstation Mond” geläufig und die Beiden Hauptdarsteller hier wird vermutlich auch jeder Film Fan schon mal erlebt haben. Jimmy Durante war unter anderem auch der Erzähler bei “Frosty the Snowman” und Terry Moore ist natürlich aus “Mighty Joe Young” bekannt. Insgesamt machen die Leute ihre Sache ziemlich gut und auch heute bietet der Film noch eine gute Mischung aus freiwilligen und unfreiwilligen Humor. Sympathisch!

Jetzt auch in der "Die rührendsten Weihnachtsfilme Collection" zu finden. Auf einer DVD gibt es hier außer diesem Film noch "Ein Brief an den Weihnachtsmann", "Wer an Wunder glaubt" und "Weihnachtsmann aus Leidenschaft".

6 von 10 Eichhörnchen, die es endlich in den Zirkus geschafft haben

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