Freitag, 27. Dezember 2013

Star Trek - Maximum Warp (Cross Cult)

Star Trek - Maximum Warp (Cross Cult)

Star Trek Romane fristeten in Deutschland lange Zeit ein eher unbeachtetes Dasein. Das lag zum einen daran, dass die Romane selbst nicht viel zu bieten hatten, aber auch daran, dass dem damaligen Verlag nicht viel daran lag, die Romane zügig und gut auf den deutschen Markt zu bringen. Seit 2008 hat sich nun Cross Cult des Franchises angenommen. Vielleicht zur richtigen Zeit, denn nach dem Ende der TV-Serien spielt sich Star Trek fast ausschließlich in den Romanen ab. In diesem Buch werden einzelne Romanserien genauer betrachtet, ihre Zusammenhänge aufgezeigt, Interviews mit den Autoren geführt und weitere Aspekte Star Treks beleuchtet.

Ein Sachbuch über Star Trek, exklusiv für den deutschsprachigen Markt? Stark! Und dann auch noch ÜBER den deutschsprachigen Markt. Ist ja wie in den Neunzigern!

Die Bücher hatten es ja wirklich sehr schwer hierzulande. Das stellt Julian Wangler gleich zu Beginn unterhaltsam dar. Sympathisch ist, dass er sich nicht geniert, kritisch mit den Lizenzarbeiten umzugehen. Da braucht sich nunmal niemand etwas vormachen, da ist viel Aa produziert worden.
Leider geht der Mut zur Kritik im Hauptteil des Buches, der Vorstellung der einzelnen Buchreihen, recht schnell verloren. Zwar verfehlt der Teil nicht das Ziel, Bock auf die Bücher zu machen, aber es wird sich doch eher auf die übergeordneten Handlungsbögen konzentriert. Diese mögen ausgefeilt und sehr interessant sein und auch die Bedeutung einer Serie wie "New Frontier" für die Entwicklung der Bücher kann nicht bestritten werden, jedoch wird nie ein Wort über die eigentliche Qualität der Bücher verloren. Gerade bei Lizenzbüchern ist es ja leider viel zu oft der Fall, dass das Produkt nur leblose Massenware ist, die zwar irgendwie unterhält, doch als literarisches Werk gerade so Durchschnitt erreicht.
In diesem Sinne wirken auch die Interviews mit den Autoren meist sehr indifferent und langweilen eher, als dass man gebannt liest, was die Personen da zu sagen haben. Schade!

Richtig gut sind allerdings die Texte, die sich generell um das Star Trek Universum drehen. Hier klotzen Wangler und die anderen Autoren mit ihrem Wissen um Star Trek und stellen ihre Gedanken zu interessanten Aspekten wie Religion, Augmentierungen oder dem politischen System der Föderation nachvollziehbar dar. Bei einigen Texten hätte man sich schon ein paar Seiten mehr gewünscht, die man bei den etwas gezwungen wirkenden Texten zu den Buchreihen hätte abknappsen können.

Maximum Warp ist eine solide Einführung in die neu aufkeimende Welt der deutschsprachigen Star Trek-Bücher. Als Leseanleitung ist das Buch gelungen, wobei es teilweise zu sehr in Richtung Werbung geht.

6,5 von 10 unerwartete Bündnisse

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