Dienstag, 7. Januar 2014

Frankenstein’s Army - Limited Uncut Fan-Edition (2013) [Ascot Elite]

Frankenstein’s Army - Limited Uncut Fan-Edition (2013) [Ascot Elite]

Das Jahr: 1944. Der Ort: Die Ostfront. Eine kleiner Trupp der roten Armee, darunter ein jüdischer Kameramann, soll einer anderen Einheit helfen, die in Bedrängnis geraten ist. Bei ihrer Suche werden sie aber nicht fündig, entdecken aber eine alte verlassene Mine. Merkwürdige Dinge scheinen dort vor zu gehen, weshalb sie den Ort untersuchen. Schon nach wenigen Metern fällt auf, dass der Ort nicht wirklich verlassen ist. Sie finden merkwürdige Apparaturen und überall verstreute Leichenteile. So dauert es auch nicht lange bis sie den ersten Bewohner der unterirdischen Labore entdecken. Dabei handelt es sich um einen zusammengeflickten und schrecklich verunstalteten deutschen Soldaten. Bei einem bleibt es aber natürlich nicht. Es wimmelt dort nur so vor Zombots, Kriegsopfern aus denen Frankensteins Enkel monströse Krieger erschaffen hat, die den Nazis den Sieg einbringen sollen.

Der holländische Regisseur Richard Raaphorst, der unter anderem auch das Konzept für “Beyond Re-Animator” ausgearbeitet hatte, konnte dank finanzieller Unterstützung aus den USA sein Filmprojekt “Frankenstein’s Army” in einer alten Mine in Tschechien umsetzen. Die Story ist sehr simpel. Frankensteins Enkel wird von den Nazis dazu gezwungen für sie schreckliche Mutanten herzustellen. Eine kleine russische Einheit wird dann zu seinen Laboren gelockt und bekommt es mit seinen Kreaturen zu tun und wird letztlich selbst Teil seiner Versuche.

Keine sonderlich innovative Idee, aber eigentlich ganz spaßig. Der erste große Wehrmutstropfen ist die Art wie gefilmt wurde. Wir sehen den ganzen Film nämlich aus der Sicht des Kameramanns. Schränkt den Film optisch natürlich sehr ein und ist generell ein sehr überstrapaziertes Stilmittel, dass wohl nur noch wenige Fans finden wird. Besonders die Actionszenen sind dadurch oftmals total vermurkst und sehen hoffnungslos ungekonnt aus. Da wird oft viel Dynamik und viel Spannung verschenkt.


Von den Sets, Drehorten und Kostümen sollte man aber nicht mehr erwarten, als man letztlich geboten bekommt. Sieht schon alles gut aus und nicht zuletzt sind es die vielen einfallsreichen Monsterkreationen, die dem Film etwas besonderes verleihen. Wegen der blöden Wackelkamera sieht man aber leider nur selten in voller Pracht. Durch die vielen temporeichen Passagen, mit vielen Monstern erinnert der Film sehr oft viel mehr an eine fahrt in der Geisterbahn als an einen richtigen Film. Vieles rauscht einfach nur so am Zuschauer vorbei und kann höchstens kurz ekeln oder erschrecken, eine packende Atmosphäre gibt es aber keinesfalls.

Dabei könnten die Monster eigentlich viel mehr. Die sehen nämlich wirklich gut aus und mit mehr Splatter könnte Frankies Army ein wirklich deftiger Partyspaß werden können. So ist es leider nur ein mittelmäßiges Filmchen, dass Unmengen an Potential verschenkt. In Erinnerung bleiben nur die Monster und der Plot interessiert kein Schwein. Wer Found Footage noch nicht vollkommen satt hat kann reinschauen, die Monster haben es eigentlich verdient, nervig ist es aber leider trotzdem.


Bei Ascot Elite ist der Film auch in einer ziemlich coolen Fan Edition erschienen. In einer normalen Amaray Hülle bekommt ihr den Film auf DVD und Blu-ray. Beides qualitativ ziemlich gut geworden. Als Bonus ist ein Makng-Of, sowie der deutsche und der englische Trailer zu sehen. Außerdem noch Trailer zu “GalloWWalkers”, ”Odd Thomas”, “Maniac” und einigen anderen Titeln. Dann liegen dem Ganzen noch 5 Postkarten bei und ihr bekommt noch eine circa 10cm große Figur des Mosquito Man. Eine fein gearbeitet und auch gut bemalte Figur, die nur leider schwer dazu zu bringen ist aus eigener Kraft zu stehen. Man wird sie also einfach in der Packung lassen müssen, in der sie aber auch dank eines großen Sichtfensters gut präsentiert wird.

6 von 10 frankensteinsche Tätigkeiten

Kommentare:

  1. Och, ich hatte einen Mordsspaß mit dem Film.
    Aber gerade bei solchen Werken liegen wohl Rezeptionswelten zwischen Festival und Heimkino.

    Schön aber, dass man extra eine Figur wählte, die von sich aus Standbeine hat, und die dann trotzdem fällt.
    Vielleicht ja ein gewiefter Kommentar dazu, dass man sich lieber ein paar wenige - oder nur ein - Monster mit besessener Liebe zusammenkleben sollte, anstatt gleich eine ganze Armee. Denn dann tauchen die typischen Mängel und Verschleißerscheinungen der Massenproduktion auf. Und dann entsteht schon mal ein Homunkulus, der unfassbar tödlich, ein entwaffender Diskussionspartner und außerdem betörend duftend ist, sein großes Defizit aber ausgerechnet in der fehlenden Mobilität hat, sodass er nichts davon anwenden kann.

    Ah, verzettelt. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls mochte ich den Film sehr - und ich glaube, er hat auch nie so recht den Anspruch, furchtbar schockierend oder ekelerregend zu sein. Den Vergleich mit der Geisterbahn, der sich ja aufdrängt, zog ich auch. Und genauso erlebte ich Frankenstein's Army. Als Gruselkabinett, das aufgrund seiner Abwechslung Freude bereitet. Und bierernst nimmt sich das Produkt ja eh nicht.

    So, das war wohl der längste und gleichzeitig sinnärmste Kommentar der Geschichte der Blogidee. Gut, dass die Kommentare einem die Möglichkeit geben, Anonym zu schreiben.

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    1. Seine Beine sind leider etwas knickerig. Naja, ist nicht meine erste Figur die solche Probleme macht.

      Auf nem Festival hätte ich sicherlich auch mehr Spaß gehabt, einmal kann man sich das sicherlich geben.

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