Donnerstag, 9. Januar 2014

Wicked Woman - Das Haus der Mannstollen Frauen (1977) [Ascot Elite]

Wicked Woman - Das Haus der Mannstollen Frauen (1977) [Ascot Elite]

Die Polizei dringt in eine erst kürzlich vermietete Villa am Lago Maggiore. Dort finden sie nicht nur zwei erstochene Leichen, sondern auch die vollkommen verschreckte Margarita Martin (Lina Romay). Als einzige hat sie dieses Massaker überlebt ist jedoch vollkommen verstört. Zwar versucht die Polizei Informationen über den Mörder von ihr bekommen. Allerdings ist aus nach der Tat kein Wort mehr herauszubekommen. Um sie zu therapieren wird sie in eine psychiatrische Klinik bei Lugana eingeliefert. Ein gewisser Dr. Farkas (Kurt Meinicke) und sein Team setzten alles daran sie zu heilen. Dabei schrecken sie auch nicht vor vorgetäuschten Morden und so mancher sexueller Eskapade zurück. Selbst die anderen Insassinnen haben wenig zu tun als Zwiegespräche mit Gott zu führen und rum zu schweinern. Was soll man da sagen. Sie haben nun mal den Bock zum Bumsen.

Jaja, der Bock zum Bumsem. Treffender könnte man nicht beschreiben was diesen Film antreibt. Die andere Motivation hinter den Geschehnissen sind wertvolle Klunker, die von dem ermordeten Hippie in seiner Gitarre durchs Land geschmuggelt wurden. Ziemlich schnell wird klar, dass auch der Doktor, seine Frau und der Assistenzarzt selbst von den Diamanten wissen und sie nur heilen wollen um selbst ein bisschen reicher zu werden.

Bald kommt auch der verdacht auf, dass dieser Jess Franco (Macumba Sexual) Film nur aus Leuten, Männern wie auch Frauen, besteht die hilflose Damen zum Sex drängen wollen und nebenbei Diamanten stehlen. Jedenfalls habe ich das Gefühl niemand hier wollte eine der Damen wirklich heilen. Andererseits scheinen die meisten von ihnen auch nicht wirklich krank zu sein. Die eine redet viel mit Gott und Jesus, nicht unbedingt rationales verhalten, aber gesellschaftlich doch akzeptiert. Eine andere singt viel und unanständig und eine weitere versteckt Utensilien des Arztes gerne da, wo die Sonne nicht scheint. Die restlichen Damen sind einfach nur nackt, laut und anstrengend. Keine wirklichen Anzeichen für Wahnsinn. Sie kommen einen eher vor wie betrunken und auf ihrer ersten Sleepoverparty.

Wir haben es hierbei also mit einem Sexploiter zu tun, der ordentlich Sleaze mit Giallo und Crime Thriller Elementen verbindet. Die Kills sind soweit nichts besonderes, verfehlen dabei ihre Schockwirkung aber eigentlich nicht. Beim Sex sehen wir Mann, wie Frau auch unten rum von ziemlich nahe. Da ging aber schon mal mehr. Zumindest von dem was gezeigt wird, denn rein von der Zahl der Nackt- und Sexszenen ist “Frauen ohne Unschuld” nur schwer zu überbieten. Von einer Bumserei springt der Film zur nächsten und zur nächsten und von da gleich weiter. Innerhalb der ersten 50 Minuten gibt es höchstens eine handvoll Szenen ohne Blut oder nackter Haut. Erst danach wird auch ein wenig Raum für weniger Sex und ein etwas langsameres Tempo gelassen. Kann man zu diesem Zeitpunkt auch mal ganz gut vertragen. Nur den ersten großen Twist hätte ich mir persönlich für später aufbewahrt. So ist schon 20 Minuten vor dem Ende die Luft raus. Ansonsten ist das Ende zu abrupt und es fühlt sich nicht gerade wie ein Höhepunkt an. Da wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen.


Dafür vergeht die Zeit bis dahin sehr flott und Franco hat es hier sehr verstanden Sexszenen so zu platzieren, dass sie auch oft den Plot weiterführen. Visuell ist der Streifen mal wieder ziemlich gelungen. Die Außenaufnahmen sind teilweise wunderschön und werten die Optik sehr auf. Die Szenen im Institut sind manchmal etwas merkwürdig, da die Einrichtung ziemlich spartanisch ausgefallen ist. Die Extra dafür eingerichteten Fickkammern sind aber etwas freundlicher und machen mehr her. Musikalisch haben die Wicked Women nur ein totales Kuddelmuddel anzubieten. Von Westerngitarre, über Alpengedudel oder gruseligem Streichersolo oder hippiesken Songs ist alles dabei. Da fehlt irgendwie die Richtung auch wenn alles ganz funky ist.

Lina Romay (Downtown - Die nackten Puppen der Unterwelt) ist natürlich wie meist bei Franco mit von der Partie. Diesmal wurden ihr die Haare abgeschnitten und sie muss ihren Maulwurf einmal sehr direkt in die Kamera halten. Insgesamt macht sie aber einen guten Eindruck und spielt gar nicht mal schlecht. Neben ihr ist Muriel Montossé die zweite Hauptdame. Diesmal nennt sie sich allerdings Nanda Van Bergen, nachdem sie sich in ihrem Filmdebüt in “Der Ruf der blonden Göttin” noch Vicky Adams nannte und spielt die Frau von Dr. Farkas. Der Doktor selbst wird von Kurt Meinicke verkörpert, der ansonsten eher in deutschem Sexklamauk wie “Die liebestollen Apothekerstöchter” oder “Unterm Dirndl wird gejodelt” zu Hause war. Hier schafft er es aber durchaus auch etwas ernster und auch mal böse zu sein. Als Polizeiinspektor ist da noch ein kleiner Gastauftritt von Peter Baumgartner, bekannt als Kameramann von einigen Erwin C. Dietrich Produktionen wie “Der Commander”. Dagmar Bürger, Peggy Markoff und Esther Studer sind allesamt aus “Greta” bekannt und so gibt es fast kein unbekanntes Gesicht oder unbekanntes Genital zu entdecken. Gut, dann ist man wenigstens nicht so schüchtern.


Die Wicked Women machen ihrem Namen alle Ehre und lassen es krachen. Sleaze Fans bekommen Blut, viel Sexkram und sogar einen Kriminalfall, der zum mittaten einlädt. In der zweiten Hälfte wird zwar Potential verschenkt, unterhaltsam war das Teil dann aber doch.

Bildqualität der DVD ist ordentlich, die deutsche Synchro ebenso. Es gibt noch englische und niederländische Untertitel. Als Bonus sind erneut eine Fotogalerie und einige Trailer zu anderen Franco Filmen vorzufinden. Kann man machen.

6 von 10 schlampig verstaute Diamanten

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