Dienstag, 10. Juni 2014

Fünf Freunde - 107 - und die Nacht im Safari-Park (Europa)

Fünf Freunde - 107 - und die Nacht im Safari-Park (Europa)

Froh sich endlich wieder zu sehen, sollen die Fünf Freunde dieses Mal nicht lange in Kirrin verweilen, sondern begleiten Tante Fanny in die, einige Zugstunden von Kirrin entfernte, Hafenstadt Moregate. Dort angekommen gehen alle bis auf George und Timmy (der Hund) erstmal schön im Bahnhof einkaufen. Die beiden, mit wenig Interesse an Schmuck und Touristenartikeln, warten auf dem Bahnhofsvorplatz, als sie einen seltsamen Elephantentransport beobachten.

Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Transport, viel mehr wurden die gutmutigen Dickhäuter am helllichten Tag aus dem, grade in der Stadt gastierenden, Zirkus einfach abtransportiert. Die Freunde folgen den Tiere bis zu einem nahegelegenen Safari-Park, dort klärt sich die Sache zunächst auf, man zeigt ihnen einen Gerichtsbeschluss, demnach die Tiere im Zirkus misshandelt wurden. Eine schreckliche Anschuldigung, aber der nette Tierpfleger Mr. Livingston scheint recht zu haben. Außerdem erlaubt er den Fünf Freunden sehr gastfreundlich eine Nacht im Safari-Park zu verbringen und nimmt sie sogar auf eine eigene Safari-Tour mit.

Zurück am Zirkus treffen sie den jungen Pedro, der ihnen davon bereitet das der Zirkusdirektor bereits früher einen Elefanten abgeben musste. Irgendwas geht vor in dem kleinen Ort und so machen sich die Kinder an die Ermittlungen. Eine Spur führt sie zum Schmuckgeschäft am Bahnhof in dessen Sortiment es auch Elfenbeinfiguren gibt, doch der Laden Besitzer Mr. Clooney versichert ihnen das diese vor dem Verbot des seltenen Materials hergestellt wurden, eine glatte Lüge wie sich schnell herausstellt. Irgendwer hat es also auf das Elfenbein der Elefantendame im Safari-Park abgesehen und die Fünf Freunde müssen sich alle Mühe geben um die Halunken zu fassen.

Der verlegte Handlungsort und das weitläufige Areal zwischen Stadt mit Zirkus und dem Safari-Park, geben der Folge guten Raum für die Ermittlungen. Dieser wird überwiegend genutzt um eine interessante Spurensuche zu kreieren, die trotz der guten Vorraussetzungen gegen Ende jedoch stark konstruiert wirkt. Besonders im Showdown mit dem, bis dahin unbekannten, Täter reihen sich ein paar fragwürdige Momente aneinander. Ich weiß natürlich das Elefanten sehr kluge Tiere sind, aber ob diese in Gefangenschaft wirklich aus eigenem Antrieb mitten in der Nacht Kinder auf ihren Rücken klettern lassen, ziehe ich in Frage.
Moralisch bedeutsame oder relevante Themen sind in den Fünf Freunde Hörspielen ja schon immer, noch mehr als bei anderen Serien, im Fokus. Dieses Mal geht es um den Raub der Stoßzähne eben jener gemütlichen Riesen, die bekanntlich aus Elfenbein bestehen. Trotz des langjährigen Verbotes und diverser Artenschutzabkommen immer noch ein aktuelles Thema. Bemerkenswert finde ich allerdings, dass sich die Folge etwas in einen moralischen Zwiespalt manövriert, wenn man auf der einen Seite gegen Elfenbeinhandel argumentiert aber auf der anderen Seite die Ausbeutung der Tiere im Zirkus oder Tierpark als okay darstellt. Besonders vor dem Hintergrund, das genau dieses Thema in anderen Folgen kritischer beäugt wurde.
Letztlich sollte man sich (und da nimmt der Autor sich nicht aus) im Klaren darüber sein, dass es sich hier im ein Kinder- / und Jugendhörspiel handelt dem es natürlich in erster Linie um Unterhaltung geht und nicht die moralisch und politisch korrekte Kritik an Missständen dieser Welt.

Folge 107, die Nacht im Safari-Park weckt durch ihren schönen Handlungsrahmen und die teilweise spannende Ermittlungs-/Auflauertätigkeit durchaus das Hörinteresse. Ein Eindruck der aber durch gewisse Logikfehler und Ungereimtheiten gegen Ende abnimmt.


6.4 von 10 rosa Elefanten im Elfenbeinturm

1 Kommentar:

  1. Jack Evil ist ja mal der cleverste Schurkenname überhaupt.

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