Freitag, 2. August 2013

Das Blut der Wikinger (2013) [Sunfilm]

Das Blut der Wikinger (2013) [Sunfilm]

England im 8. Jahrhundert. Das Landisfarne Kloster wird von Wikingern attackiert und die Mönche erbarmungslos massakriert. Nur der unerfahrene Mönch Hereward und der alte Abt Athelstan (Christopher Godwin) konnten fliehen. Im Gepäck haben die beiden “Das Buch von Lindisfarne”, das Wort Gottes. Immer noch von den Wikingern verfolgt versuchen sie das Kloster von Iona zu erreichen um das Buch dort in Sicherheit zu bringen. Hilfe bekommen sie auf dem Weg noch von dem angelsächsischen Kämpfer Aethulwulf (Mark Lewis Jones) und einer vermeintlichen Hexe. Es scheint aber so als hätte die bunte Truppe ohne Kampf Erfahrung nur wenige Chancen gegen eine Truppe von hinterlistigen Mördern.

Vor zwei Jahren hatte Chris Crow mit “Panic Button” schon einen recht guten Genrefilm produziert. “A Viking Saga” geht in eine vollkommen andere Richtung, ist aber ebenfalls überraschend gut geworden. Der Look des Films ist richtig düster und grimmig. Es gibt nicht eine Szene mit direkter Sonneneinstrahlung und die alten englischen Wälder sind immer dunkel und können eine deprimierende Stimmung erzeugen. Aber nicht nur die Optik stimmt, sondern auch die Handlung hat einige interessante Kniffe. Insgesamt passiert zwar relativ wenig, was auch an dem zähen, aber so gewollten Tempo liegt, trotzdem ist der Plot durchdacht. Es geht natürlich um Religion und die Missionierung durch die Christen. Findet der gemeine Wikinger natürlich nicht gut. Am besten erklärt es wohl ein Dialog eines Wikingers, der erschrocken feststellt, dass jeder Mensch, der mit der heiligen Schrift in Kontakt kommt wahnsinnig wird. Trifft die Sache, damals sicherlich ganz gut. Heute aber auch.

Es gibt also eine Botschaft gegen religiöse Indoktrination und auch, dass die Religion über das wohl der Menschen gestellt wird, wird thematisiert. Gleichzeitig sind die Wikinger aber klar als die bösen einzuordnen. Die Kämpfe wurden hart und realistisch inszeniert und werden auch gerne mal etwas blutiger. Wirklich Actionreich oder rasant wird es aber nie, dafür verlässt die Handlung sich durchwegs darauf, die langsam schleppend und stimmungsvolle Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Dies funktioniert auch meistens und lässt die Zuschauer schnell und tief in die Welt des Films eintauchen.

Viel Ausstattung war nicht nötig. Jede Figur hat ihre Klamotten und ansonsten gibt es Wald auf die Auge. Sets und gebaute Kulissen gibt es nur sehr wenig. Fast der gesamte Film spielt an der frischen Luft. Crow fängt die Szenen aber stets packend ein und lässt die Natur jedes mal aufs neue bedrohlich und feindselig wirken. Unter den Darstellern ist auch Elen Rhys zu finden, die bereits in Panic Button zu sehen war. Als grummeliger Krieger ist Mark Lewis Jones dabei, der auch schon bei Game of Thrones dabei war. Allerdings fallen weniger die einzelnen Darsteller auf, sondern viel mehr ihr Zusammenspiel. Auch auf bekannte Namen muss hier völlig verzichtet werden, was aber eigentlich eine Tugend ist. Bekannte Gesichter würden einen hier vermutlich auch eher aus der Sache herausholen. Alle beteiligten spielen ihren Teil gut genug, es fällt niemand aus dem Rahmen, weder positiv noch negativ, besonders tolle Performances sollten also nicht erwartet werden, schlecht ist hier aber auch niemand.

“Das Blut der Wikinger” ist vielleicht kein absolutes Highlight, aber schon ein besonderer und eher selten anzutreffender Film. Er ist nicht darauf angelegt kurzweilig zu unterhalten, sondern seine Qualitäten langfristig zu offerieren um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben. Ein Film der sicherlich gut altern wird, aber gleichzeitig auch nur schleppend sein verdientes Publikum finden wird. Wer keine überbordende Action und keine Klischeewikinger mit Hörnerhelmen braucht, kann dieser Geschichte gerne mal eine Chance geben, mir hat es ziemlich gut gefallen können.

Die DVD sieht klasse aus und selbst die der deutsche Ton kann mal gefallen. Hinzu kommt noch ein Making Of und der Filmeigene Trailer, sowie die zu anderen Sunfilm Titeln wie “Die Nacht der Wölfe”.

7,3 von 10 Worte ohne Macht

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