Sonntag, 25. August 2013

Blutnacht der Satansrocker (1971) [Paragon Movies]

Blutnacht der Satansrocker (1971) [Paragon Movies]

Adam (Steve Oliver), seine geliebte Helen (Donna Anders), Guru (Gene Shane) und die anderneren harten Kerle und ihr mobiler Puff sind allesamt Teil der gleichen Motorradgang. Als “Devil’s Advocates” Terrorisieren sie ihre Mitmenschen. Doch in der letzten Zeit scheint eine dunkle Wolke über den Rockern zu hängen. Jedenfalls hat der spirituelle Leiter der Truppe, der heiße Kartenleger Guru, Karten gelegt und die sagen, dass ihnen grauenhaftes bevorsteht. Davon lassen sie sich aber nicht abschrecken und so machen sie wie gehabt weiter. Sie überfallen ein Kloster voller Schweigemönche, wobei sie von ihnen unter Drogen gesetzt werden um dann ein satanisches Ritual an ihnen zu probieren. Nach ihrer Flucht glauben sie zuerst alles wäre noch mal gut gewesen aber nachts verunglücken immer wieder Mitglieder ihrer Truppe tödlich.

Man kann zur “Blutnacht der Satansrocker” oder “Werewolves on Wheels”, wie der amerikanische Originaltitel lautet, ja sagen was man will. Klar ist aber, einen besseren Werwolfhorror/Biker Film muss ich erst noch finden. Solange sind die Satansrocker auf dem Gipfel ihres kleinen Genres anzutreffen. Zu Beginn kommt das Teil nur langsam in Schwung. Als erstes fällt der gute hippieske Soundtrack auf und handwerklich scheint Michel Levesque auch recht versiert gewesen zu sein. Es handelte sich bei diesem Machwerk zwar erst um seine erste von drei Regiearbeiten, aber schon allein, dass er in späteren Jahren noch als Art Director einige Russ Meyer Produktionen wie “Im tiefen Tal der Superhexen” und “Drüber, drunter und drauf” betreute sollte ein Indiz für seine, nicht völlige Talentlosigkeit sein. Problematisch wird es nur wenn es rasanter zu geht. Die Action sieht wirklich lahm aus und zudem erkennt man eigentlich nie so recht, wer eigentlich wen grad ans Leder möchte. Besser wird es natürlich auch nicht durch die total verhunzte Beleuchtung des Ganzen.

Zumindest der deutschen Synchro kann aber ein paar gute Sprüche zu schreiben. Ich weiß nicht wie gelenk die Herren im Originalton erscheinen, eingedeutscht lassen die Jungs aber ein paar kese Sprüche von der Kette. Da will man jemanden schon mal ins Ohr pinkeln damit er glaubt in der Südsee zu sein oder einem eher schlaffen Gesellen wird nicht mal mehr zugetraut eine nasse Zeitung zu zerreißen. Merkwürdig aber gut. Die Darsteller hingegen sind mir weitgehend unbekannt. Steve Oliver mimt hier den Anführer der Gang und ist genauso wie in seiner Debütrolle in Russ Meyers “Motorpsycho” auch hier der toughe Schönling. Dann wäre da noch Gene Shane, der hier als Guru zu sehen ist, dessen Name im Original als Tarot bekannt ist. Er hatte zwei Jahre zuvor schon mal die Biker Kutte in “Run, Angel, Run!” an. Ansonsten wäre da noch Barry McGuire, der zwar nicht als Schauspieler für Furore gesorgt hat, sondern sicherlich nur engagiert wurde, da er in den Sechzigern den berühmten Antikriegssong “Eve of Destruction” geschrieben und performed hat. Große Künstler gibt es hier nicht zu sehen, aber dafür sind’s allesamt kernige Kerle die keine Angst davor haben sich dreckig zu machen.

Soweit also alles ganz okay, wirklich schädlich für die Gesamtbewertung ist das fies langsame Tempo. Nach einer halben Stunde wird zum ersten mal eine Werwolfklaue gezeigt, 20 Minuten später dann noch mal und nach über einer Stunde wird zum ersten mal der ganze Werwolf gezeigt. Bis dahin dachte ich mir noch, man wolle, wie in alten Horrorstreifen üblich einfach nur Spannung aufbauen. Jedoch hört der Film sehr kurz nach der ersten kompletten Werwolfsichtung auf. Sehr unbefriedigend und zudem noch echt schade. Denn schlecht sah die Wolfsmaske echt nicht aus und erinnerte ein wenig an die von Lon Chaney Jr. in “The Wolf Man”. Blut gibt es zudem auch viel zu selten zu sehen.

Leider nur auf dem Blatt richtig kurios. Nüchtern betrachtet ist da nicht so viel. Ein paar fitte Darsteller, coole Sprüche, ein Miniauftritt eines recht ansehnlichen Wolfs und ansonsten noch manchmal ganz nett gefilmt. Dem entgegen steht viel Langeweile und ein famos schlecht ausgeleuchteter Streifen. Ach und der finale Twist sollte nicht allzu ernst genommen werden. Viel Sinn hat er nämlich nicht. Was aber noch erwähnt werden muss, ist die innige Liebe zwischen den Rockern. Irgendwie bekomme ich nämlich das Gefühl, ich sollte annehmen dass die Rocker alle ein wenig Bisexuell wären. Jedenfalls wird hier auch unter den Männern mal gekuschelt, man tröstet sich und zum entspannen kullert man sich durch den Sand. Süß und für damals gar nicht mal feige.


Dieser klassische Exploiter ist nun auch bei Paragon Movies in der großartig betitelten "Hells Angels - Horrortrip mit 100 PS Collection Vol.1" zu sehen. Auf drei DVD's bekommt ihr insgesamt neun Filme. Die anderen Titel wären "Black Angels - Die sich selbst zerfleichschen", "Hells Angels - Verdammt in Vietnam", "Hells Angels on Wheels", "Rebel Riders", "Die Rocker von der Boston Street", "Born to Ride", "Run Angel Run" und "Hells Angels 70 - Motorradrocker schlagen zu". Das Bild wäre an sich eigentlich ganz okay, leider fehlen an den Rändern aber ein paar Zeilen und den O-Ton hätte ich wirklich gerne, auch wenn die deutsche Synchro wirklich gut ist. Hoffe jedenfalls noch auf einen Einzelrelease mit ein wenig Bonusmaterial. Schön den Film jetzt endlich mal so leicht und günstig zu bekommen. Feiner Release. Überhaupt eine sehr coole Box mit einigen tollen Titeln. Leider macht die Box optisch einen sehr öden und mordernen Eindruck und viele werden vermutlich nie mitbekommen was für seltene Titel sie hier verpassen. Box kommt mit Pappüberstülper und Wendecover.

4,1 von 10 angezündete Autofriedhöfe

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