Dienstag, 27. August 2013

Sharknado (2013)

Sharknado (2013)

Die glasklaren und unbelasteten Gewässer vor der Stadt Los Angeles werden von allen möglichen Arten gieriger Haie belagert. Allein das führt schon zu allerhand Knabbereien. Doch am Horizont braut sich zudem noch ein Unwetter zusammen, dessen Tornados auf die Küste zuhalten. Der Barmann Fin (Ian Ziering) hat in dieser Situation natürlich die Arschkarte gezogen. Zum einen steht seine Bar direkt am Strand und zum anderen ist seine Frau Tara Reid (April Wexler). Die Bar ist schnell Geschichte, da sie von Wasser und Haien verwüstet wird, aber seine Frau in Trennung muss ja noch gerettet werden. Allein schon, weil die gemeinsame Tochter auch noch in der Obhut dieser ist. Währenddessen wird die Stadt von umherschwimmenden Haien, umherwirbelnden Winden und einem nie dagewesenen Knorpelfischbombardement in Angst und Schrecken versetzt...

Um Sharknado kommt man wohl derzeit nicht herum, wenn man sich zur Unterhaltung gerne mal im Dreck suhlt. Auf der Liste stand dieses Asylumungetüm ja schon länger und wir sind reichlich spät dran, um uns damit zu rangeln. Zwischendurch haben wir uns noch ein weiteres Machwerk Thunder Levins reingezogen, aber nun sollte es endlich soweit sein. Wenn man bedenkt, welch starke Rezeption dem Film auch in den Massenmedien widerfuhr, stellt sich natürlich schnell die Frage, ob dieser Hype überhaupt gerechtfertigt ist und ob dieser nicht allein auf der abstrusen Wortschöpfung im Titel basiert. Es ist ja nicht so, als würde es da an Kreativität bei Asylum bzw. den Syfy-Produktionen mangeln. Bereits in der Vergangenheit hat man da einige Perlen wie z.B. Piranhaconda, Sharktopus oder Snowmageddon zu lesen bekommen. Neu ist letztlich die logische Weiterführung nicht nur Tier mit Tier zu verbinden, sondern Tier mit Naturkatastrophe. Es musste schließlich irgendwann passieren.

Dass ein Tornado also mit Haien angereichert die Bewohner Los Angeles' behelligt, ist demnach ein Schritt, der im Intelligent Design des Genres vollkommen natürlich erscheint. Umso natürlicher ist es auch, dass sich Sharknado sonst kaum von anderen Produktionen der Anstalt unterscheidet.
Die Geschichte ist rudimentär vorhanden und umfasst viel Autofahren, eine zerrüttete Familie, die durch die Katastrophe wieder zueinander findet, viele alberne Tode und Explosionen. Erstaunlich ist dabei, wie engagiert sich Ian Ziering zeigt und den meisten Szenen sogar noch irgendetwas schauspielerisch abgewinnen möchte. Bei Tara Reid hingegen waren sich wohl alle Beteiligten bewusst, dass es da nichts zu holen gibt. Das Drehbuch wird diesem Umstand gerecht, so dass sie meist nur ein wenig im Bild herumsteht und fertig ist die Laube. Erwartungen erfüllt.

Die Action kommt immer in kurzen Schüben zwischen den Autofahrten bzw. langwierigen Rettungsaktionen und kann eigentlich überzeugen. Durch schön bekloppte Vermengung von CGI-Schmonses, Archivaufnahmen und sogar ein paar Haimodellen entsteht ein buntes Kaleidoskop an Actionszenen, in denen die häufige Verwendung von Kettensägen und die Ablehnung physikalischer Gesetze ihr übriges tun. Da sind schon ein paar Lacher drin.

Sharknado macht einiges richtig und ist bei weitem nicht der schlechteste Asylumstreifen, den ich gesehen habe. Allerdings gesellt er sich nur in die mittleren Reihen der Anstaltsinsassen und kommt definitiv nicht an Großwerke wie Mega Shark gegen Crocosaurus heran. Dafür entspricht der Film einfach zu sehr dem Firmenstandard und hinterlässt demnach zu wenig Eindruck.

In diesem Sinne: Enough said.

5,5 von 10 Wiedersehen im Haimagen

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