Dienstag, 23. Juli 2013

Before Watchmen: Comedian (Panini)

Before Watchmen: Comedian (Panini)

Mini-Series Before Watchmen dreht sich um das Leben und Wirken von Edward Morgen Blake, dem „Comedian“. Edwards Charakter ist bereits in der Original Watchmen Geschichte schwer zu fassen gewesen. Seine großspurige Art, das brutale Auftreten und die Missachtung von Allem und Jedem zeichnen sein Wesen. Dem entsprechend hofft möglicher Weise der ein oder andere hier einige noch unbekannte Einblicke in das Leben von „Eddie“ Blake zu erhalten.


Die Geschichte beginnt mit einem persönlichen Besuch auf dem Landsitz der Familie Kennedy, eine von Amerikas einflussreichsten. Blake ist ein enger Freund und verbündeter von JFK und seinem Bruder Bobby, seit sie gemeinsam eine Krise im pazifischen Raum gemeistert haben. Blake arbeitet außerdem mit dem FBI unter J. Edgar Hover zusammen an einem Fall, um den Superganoven Moloch endlich festzusetzen. Bei dessen Festnahme, trifft den „Comedian“ die Meldung von John F. Kennedy Ermordung in Dallas, wie ein Schlag.

Nach einiger Zeit „Ruhe“, wird Eddie in den fernen Osten geschickt, wo der Vietnam Konflikt grade aufzukeimen beginnt. Die US-Regierung hält die Idee für gelungen, einen symbolträchtigen Patrioten zur Verstärkung der Truppenmoral einzusetzen. Dabei verfehlen die Herrn Generäle jedoch das Ziel um Meilen, denn letztlich ist es als würden sie Öl ins Feuer gießen. Seine ersten Jahre in Vietnam scheint Blake richtig zu genießen alles ist wie ein großer Spielplatz für ihn und er tobt sich aus, wie es ihm gefällt. Bei seinem ersten Besuch zuhause sieht das wenig prachtvolle Aushängeschild Blake, denn die politische Realität im Amerika der 70er Jahre, die Antikriegsbewegung, die Frauenrechtsbewegung und die Black Panther, sind nur einige die den neuen Geist von Frieden und Gleichbehandlung einfangen und sich gegen die Kriegstreiberei erheben. Eine Vorstellung für die der „Comedian“ wie üblich nur Spott übrig hat und eine besonders wilde Revolte in LA auf brutale Weise zerschlägt.


Nach  diesem wenig erquickenden Heimaturlaub kehrt Blake an die Front zurück, doch langsam hat auch er diesen nicht enden wollenden Krieg satt. Er will ihn beenden, jedoch führen seine Methoden zu einem unsäglichen Massaker nach dem ihn nicht mal mehr seine Freunde in Washington unterstützen können. Er wird aus dem aktiven Dienst entlassen und kehrt erneut heim. Durch einen alten Kumpel bei der CIA erfährt Edward Blake von der geplanten Ermordung seines langjährigen Freundes Bobby Kennedy. Doch was der „Comedian“ am folgenden Tag selbst in die Hand nimmt ist eben so typisch, wie tragisch.


Wer der Ausgangsfrage folgt und die Hoffnung hatte mehr über Blake zu erfahren wird nach der Lektüre von „Before Watchmen: Comedian“ ein wenig enttäuscht sein. Was gezeigt wird ist letztlich der Edward Blake den man bereits aus den Watchmen Comics gut kennt. Ein zynischer Gewalttäter der auf keinen Menschen außer sich selbst etwas gibt und jegliche Moral bespuckt, die nicht in sein Weltbild passt. Außerdem wird sein Wesen von Brutalität und einer sonderbaren pseudophilosophischen Sichtweise auf die Gesellschaft geprägt, welche er nur zum Vorwand hernimmt sich selbst zu inszenieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Menge Kritik zwischen den Zeilen und in den, stilistisch gut getroffenen, Bildern vorhanden ist, als subtile Botschaft versteckt oder grade kenntlich gemacht durch Blakes großspuriges Verhalten. 


Jedoch fühle ich mich als Leser zunehmend unwohl seiner Geschichte zu folgen, da er in sich zwar konsistent aber einfach unmöglich als Mensch ernst zu nehmen ist. Aber das ist mein persönlicher Eindruck. Letztlich ist die Erzählung weder verherrlichend noch verharmlosend, da sie alle Gräuel klar aufzeigt oder benennt. Die Beziehung zu dem Kennedys, die den Anfang der Geschichte prägt und auch in ihrem Verlauf am Rande erwähnt wird, machte auf mich überwiegend keinen relevanten Eindruck. Sie dann als Abschluss für den Band einzubauen, wirkt daher auf mich so, als wären die Autoren sehr bemüht gewesen ein Ende zu finden, dass möglichst eine Parabel zum Anfang schlägt und hätten sich dabei etwas verzettelt. 

Eine Serie die ihren Hauptcharakter so darstellt, wie man ihn bereits aus anderen Publikationen kennt. Diesem Bild werden keine neuen Wesenszüge hinzugefügt und so bleibt Edward Morgan Blake nicht viel mehr als ein grobschlächtiger Masochist. Die Grenze, die zwischen kritisch-zynischer Darstellung und Befürwortung gezogen wird, ist hier zudem etwas zu schmal gewählt.



5.6 von 10 belächelten Stand-up-Comedians

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