Mittwoch, 24. Juli 2013

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen (1962) [Maritim Pictures]

Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen (1962) [Maritim Pictures]

Gilbert de Quincy (Vincent Price) ist ein vollkommen in schwarz gekleideter älterer Herr, der im San Francisco des 19 Jahrhunderts versucht den Opfern des Tong-Krieges und den asiatischen Sklavenmädchen zu helfen, die in den Auktionshäusern im Untergrund gegen Opium getauscht werden. Dabei wird er immer tiefer in die Welt der Unterweltherrscher, ihre Drogengeschäfte und auch in den Konsum gezogen.

In den Sechzigern hat Albert Zugsmith gleich eine ganze Reihe von Filmen gedreht, zwar immer etwas anders sind, aber durch das Thema des Drogenkonsums teilen. Vom Stil erinnert dieser Film an die alten Abenteuer Serials der Dreiziger. Dieser wird mit einer aufregenden Drogengeschwängerten Optik und einer Noir Erzähltechnik kombiniert. Kleine Horrorelemente dürfen auch nicht fehlen. Dabei entstand ein sehr surrealer und gleichzeitig packender Film. Zumindest in der ersten Hälfte jedenfalls.

Allein die ersten 10 Minuten faszinieren auf ganz eigene Weise. Abgesehen vom Soundtrack ist nur wenig zu hören, während zu sehen ist wie Sklavinnen brutal verschifft werden. Wirkt alles sehr anstrengend, wie aus einer fremden Welt und gleichzeitig sehr unangenehm und fiebrig. Danach kommt ein langer, sehr ruhig erzählter Thriller Teil mit mysteriösen Einlagen. Der surreale Teil bleibt auch in der zweiten Hälfte erhalten, atmosphärisch bricht der Film dann aber ein wenig ein. Es wird oftmals noch merkwürdiger, aber die Anspannung des Anfangs ist dann verloren. Vor allem weil Price nicht mehr alleine ist, sondern von einer kleinwüchsigen Asiatin unterstützt wird, die teilweise der Sache die Ernsthaftigkeit nimmt und sogar ein paar Slapstick Momente verursacht.

Vincent Price (Das Biest) trägt diesen späten schwarzweiß Film über lange Zeit fast vollkommen allein mit seiner wirklich sehr guten Performance. Andere Darsteller fallen nicht wirklich auf, abgesehen natürlich von der kleinwüchsigen Dame. Die Kulissen sind einfach gehalten, sehen aber glaubhaft nach China Town aus und können zugleich einen unangenehmen Look einer feindlichen düsteren Welt rüberbringen. Ein wichtiges Stilmittel des Films sind auch die philosophischen, oft mit fernöstlichen Weisheiten gespickten Dialoge. Übrigens hat das Ganze abgesehen vom Namen nichts mit dem autobiographischen Buch von Gilbert de Quincy zu tun, dafür ist es ein kleiner stimmungsvoller und sehr eigenen Film, der vielleicht nicht durchgehend sein Niveau halten kann, aber trotzdem ein ganz besonderer Trip ist.

Die DVD kann mit einem überraschend schönen Bild aufwarten. Der restaurierte deutsche Ton ist allerdings relativ mies, der unbearbeitete und der O-Ton sind da schon sehr viel angenehmer. Leider sind fast alle weiblichen Rolle sehr schlecht synchronisiert worden. Neben dem Film bekommt ihr noch eine Bildergalerie mit Postern und seltenen Kinoaushängen, sowie den Trailern zu “Sam Hell ist der Jäger”, “1984” und “Labor des Grauens”.

6,4 von 10 geschnorrte Pfeifen

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